Steht die Hobby-Tennis-Tour unmittelbar vor ihrem Aus?

Österreichs Hobbytennis-Landschaft könnte schon bald um eine Veranstaltung ärmer sein! Der seit 1990 in Diensten der Hobby-Tennis-Tour stehende Gründer und Organisator überlegt laut letzten Informationen, sein Amt in Kürze niederzulegen, und sich nach fast zweieinhalb Jahrzehnten aus dem Tour-Zirkus zurückzuziehen. Damit ist auch das Fehlen des HTT-Veranstalters am letzten Turnierwochenende beim World Tennis Club Dirnelwiese aufgeklärt, das weiteren Spekulationen Nahrung gab. “Es ist an der Zeit, die Mitglieder und Freunde der Hobby-Tennis-Tour aufzuklären, und sie nicht weiter im Unklaren zu lassen”, begründete Lippert seinen Schritt an die Tour-Öffentlichkeit. Ein Bericht von C.L

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Spekulationen um abwesenden Tour-Veranstalter haben ein Ende

Die vielen am vergangenen Wochenende einlangenden Genesungswünsche wurden ihm langsam aber sicher unangenehm, und so entschloss sich Tour-Organisator Claus Lippert am Montag Nachmittag den Spekulationen seines Fernbleibens am vergangenen Turnier-Weekend ein Ende zu setzen. Insidern und Szenekennern war ja längst bekannt, dass der seit 23 Jahren im Amt befindliche HTT-Veranstalter keinesweg “kränklich” sein Bett hütete, sondern nach zuletzt recht aufreibenden Wochen eine Auszeit und Nachdenkpause in Sachen Zukunftsgestaltung einlegte.

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Erfolgen und Rekorden folgten Beschimpfungen und Diffamierungen

Eigentlich hätte Tour-Veranstalter Claus Lippert ja allen Grund zu jubeln. Die Hobby-Tennis-Tour steht mitten in ihrer erfolgreichsten Saison und wenige Tage vor ihrem 23. Geburtstag. Dazu liegt mit über 500 Nennungen im vergangenen August das beste Monats-Nennergebnis der Geschichte vor, doch statt Jubelstürmen und Luftsprüngen, ist dem HTT-Macher eher nach “alles hinschmeißen” zumute. Aufreibende Wochen liegen hinter einem amtsmüde wirkenden Tour-Boss, der sich zuletzt persönlichen Beschimpfungen, Diffamierungen und massiver Kritik ausgesetzt sah. Dazu kam das unmögliche Benehmen einer handvoll von Spielern, die scheinbar ihre gute Kinderstube vergessen haben, und wie Elefanten in einem Porzellanladen herumtrampelten. Dem Veranstalter ist der Spaß an seiner Arbeit abhanden gekommen, und die Zeit scheint reif, sich neuen Lebensaufgaben zu widmen.

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Es ziehen dunkle Wolken am HTT-Himmel auf: Wie eine Chaotenbande versucht, der Tour-Community ihr liebstes Hobby zu vermiesen

Zuletzt wurden die Auswüchse, die rund 5 von 500 Spielern im Tour-Circuit verursachten, richtig unerträglich. Und diese untragbaren Zustände sind in den vergangenen Wochen auch vielen außenstehenden Personen und Aktiven der HTT aufgefallen. Es häuften sich zuletzt Mails und SMS an die Tourleitung, die große Sorge um die Zukunft der so beliebten Hobby-Tennis-Tour zum Inhalt hatten. Immer wieder wurden die Verfasser in der jüngeren Vergangenheit nämlich Zeugen, mit welcher Intoleranz und Geschmacklosigkeit eine scheinbar mit sich selbst unzufriedene Minderheit versucht, der Tour-Community den Spaß am Tennis zu vermiesen. Gegner wurden verhöhnt, persönlich auf das schwerste und ordinärste beschimpft, der Veranstalter vor Zeugen auf dem Platz mit unschönen Worten attackiert und so mancher Zeitgenosse fühlte sich gar bemächtigt, in aller Öffentlichkeit mit Diffamierungen und permanten Kritiken in Richtung Tourleitung in Erscheinung zu treten.

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Stimmen zu den letzten Entwicklungen auf der Hobby-Tennis-Tour

Es wird in diesem Beitrag keiner der Chaoten-Bande namentlich erwähnt, es soll hier auch niemand mit seinem Namen an den Pranger gestellt werden, oder ein öffentliches Tribunal abgehalten werden, und auch die gespeicherten und zur Not jederzeit abrufbar bereiten Statements besorgter Tour-Mitglieder sind nachfolgend mit von der Redaktion geänderten Namen versehen. Hier ein kleiner Auszug: Herbert G. aus Wien 17 schrieb: “Mein letztes Match hat mich enorm aufgeregt. Mein Gegner hat mich nicht mit seinem Spiel, sondern mit seinem Benehmen geschlagen. Sowas muss echt nicht sein. Es geht hier immer noch um Hobby-Tennis. Diskussionen und Verhöhnung des Gegners, solche Leute schaden der Veranstaltung Hobby-Tennis-Tour extrem”. Ernst aus Oberösterreich verfasste folgendes SMS an die Tourleitung: “Ich bin vorerst geheilt. Ich hatte mich auf einen schönen Tennisnachmittag gefreut, und war voll motivert, das Semifinale zu erreichen. Was mein Gegner dann abgezogen hat, ist unglaublich und echt mühsam. Ich habe aus Fairness-Gründen den dritten Satz zu Ende gespielt, aber Spaß hatte ich keinen mehr”. Gerhard aus Baden in Niederösterreich schickte folgendes SMS: “Ich und einige Leute die neben mir gesessen sind, haben am Donaufeld-Wochenende beobachtet, wie ein Spieler mit dir in einem unmöglichen Ton gesprochen hat. Mir ist aufgefallen, dass dieser Spieler schon seit geraumer Zeit immer wieder mit harscher Kritik an dir, in aller Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregen möchte. Ich hoffe Du nimmst Dir diese unpassenden Kommentare nicht zu Herzen, und läßt womöglich die Hobby-Tennis-Tour fallen”. Peter aus Wien 5 formulierte schließlich auch noch in drastischen Worten. “Sowas wie heute habe ich noch nie in meiner Karriere auf der HTT erlebt. Persönlich beschimpft zu werden mit Ausdrücken aus der untersten Schublade, das muss ich mir nicht mehr antun. Ich liebe es auf der HTT zu spielen, und ich hoffe, dass ich das bald wieder ohne gewisse Störenfriede tun kann”.

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Veranstalter hat neue Zukunftspläne ins Auge gefasst

Dazu wird es wahrscheinlich nicht mehr kommen, denn bei ausgedehnten Spaziergängen dürfte der Tour-Veranstalter am vergangenen Wochenende mit dem Kapitel HTT wohl abgeschlossen haben. Es werden selbstverständlich alle Vereinbarungen mit Vereinen, Partnern und Sponsoren eingehalten. Es haben sich auch bereits viele Freiwillige angetragen, die Turniere bis Jahresende zu organisieren, während sich der amtierende Tour-Veranstalter im Falle seines Rückzuges wohl eine Auszeit gönnen wird, und danach eines von zwei ihm vorliegenden Angeboten annehmen wird. “Ich freunde mich immer mehr mit dem Gedanken an, täglich 8 Stunden im Büro zu verbringen, und nach Feierabend die Füße hochzulegen. Und jedes Wochenende frei zu haben, kommt mir wie 52 Mal Weihnachten im Jahr vor”, gibt sich der amtsmüde Tour-Boss für die Zukunft zuversichtlich. “Und nur damit hier kein Irrtum aufkommt. Ich habe kein Problem mit der Arbeit an sich, sondern mit den Vorkommnissen der letzten Tage. Es sind genau 5 Spieler, und damit nicht einmal 1 Prozent alle Tour-Teilnehmer, die mir jeglichen Spaß rauben”, so Lippert. Und noch eine Info zum Abschluss: Mit einem möglichen Ausscheiden des HTT-Gründers würde auch das 23 Jahre dauernde Kapitel Hobby-Tennis-Tour enden. “Für mich würde nur eine Zerschlagung in Frage kommen”.

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