Damian Roman gewinnt als erster internationaler Spieler die US-Open der HTT

Kitzbühel-Sieger Damian Roman hat die 22. US-Open-Auflage der Hobby-Tennis-Tour gewonnen, und sich damit binnen vier Wochen den zweiten prestigeträchtigen Titel dieses Tennis-Sommers gesichert. Nach seinem fulminanten Auftritt bei der Babolat-Trophy in Kitzbühel war der rumänische Shooting-Star aus Negresti-Oas auch beim letzten Major-Event des Jahres nicht zu stoppen, und feierte nach einem mühe- und glanzlosen Final-Auftritt seinen ersten Grand-Slam-Erfolg. Der 31jährige setzte sich am Mittwoch Nachmittag im Endspiel gegen den US-Open-Champion von 2010 Fabian Mayrhuber nach nur 1:39 Stunden klar in drei Sätzen mit 6:0, 6:3, 6:2 durch, und avancierte damit zum ersten rumänischen Grand-Slam-Gewinner der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte und zum ersten internationalen US-Open-Champion der Open Ära. WAC-Star Fabian Mayrhuber verpasste hingegen mit einer indiskutablen Leistung seinen dritten Major- und insgesamt 10. Karriere-Turniersieg. Ein Bericht von C.L

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 10 Spiele – 10 Siege – der perfekte Tour-Einstand für Damian Roman

88 Grand-Slam-Turniere umfasst die mittlerweile 22 Jahre andauernde Major-Geschichte, und in diesen mehr als zwei Jahrzehnten “HTT-Königsklasse” spielten die internationalen Tour-Stars lange Zeit eine mehr als untergeordnete Rolle. Bei 86 ausgetragenen “Majors” hatte die ausländischen Tour-Elite gerade einmal drei mickrig wirkende Erfolge zu bejubeln, doch im Finale der Grand-Slam-Saison 2013 schlugen die “Inter-Stars” bombastisch zurück. Nachdem Serbiens Superstar Vladimir Vukicevic im Wimbledon-Endspiel in fünf hoch dramatischen und hochklassigen Sätzen den Titel holte, schlug nun Shooting-Star Damian Roman aus Rumänien zu, womit erstmals in der Geschichte zwei Grand-Slam-Siege in Serie an das Ausland gehen. Roman ist also nach Tashi Liu aus China (Wimbledon 2002), Branislav Grznar aus der Slowakei (Australian Open 2009), Ari Davis aus Neuseeland (Wimbledon 2012) und erwähntem Vladi Vukicevic aus Serbien erst der insgesamt fünfte internationale Grand-Slam-Sieger der Open Ära. Und dieser 31jährige Tour-Newcomer aus Negresti-Oas ist ein mehr als verdienter und würdiger neuer US-Open-Champion. Vier Matches lang dominierte der 31jährige mit einer perfekten Mischung aus druckvollem Grundlinien-Tennis und bewundernswerter Sicherheit in seinen Schlägen. Nur im Achtelfinale gegen French-Open-Champion Peter Klager schwächelte der Rumäne, der sich mit dem 10. Sieg im 10. Match seiner erst vier Wochen dauernden Karriere einen perfekteren Einstand im Tour-Zirkus nicht hätte wünschen können.

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Satz 1 endet für Fabian Mayrhuber in nur 24 Minuten in einem brutalen 0:6 Debakel

Und genauso perfekt lief von Beginn an sein erstes Grand-Slam-Finale im Circuit! Nicht der Final-Neuling aus Rumänien “zitterte” sich durch die Anfangsphase des 709. Single-Turniers der Geschichte, sondern der bereits “majorerfahrene” Fabian Mayrhuber, der ja bereits 2010 und 2011 zu Endspiel-Ehren in Maria Enzersdorf gekommen war. Doch Mayrhuber umgab eine unverständliche und unerklärliche Nervosität, mit der er schließlich das Finale recht rasch in eine Einbahnstrasse führte. Mit einer riesigen und für Mayrhuber ungewohnten Streuung bei den Grundschlägen, manövrierte sich der 24jährige selbst recht rasch in einen 0:2 Rückstand. Nach nur 4 Minuten wurde man im Publikum sitzend schon von dem unguten Gefühl beschlichen, dass es hier und heute wieder einmal eines dieser schnellen, trostlosen und einseitigen US-Open-Endspiele geben wird, wie sie sich in den letzten 10 Jahren wie ein roter Faden durch die Geschichte dieses Events ziehen. Die “doppelte” Chance im dritten Game mit einem Re-Break zurück in den ersten Satz, vorallem aber zu seinem Rhythmus zu finden, ließ Mayrhuber kläglich aus, und damit war nach nur 9 Minuten der Roman-Blitzstart mit 3:0 perfekt. Sinnbildlich für das gesamte Finale war auch Game Nr. 4, wo Mayrhuber ein 40:0 ungenützt ließ, und sich mit Break Nr. 2 gegen einen richtig starken Gegner entgültig von Satz 1 verabschiedet hatte. Der ging dann nach nur 24 Minuten mit 6:0 an Damian Roman, womit der rumänische Shooting-Star eine echte Machtdemonstration am Centercourt des Tennis Point Südstadt abgeliefert hatte.

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Fehler an der Grundlinie, Fehler am Netz, Mayrhuber auch im zweiten Satz chancenlos

Dieses 6:0 war eine gewaltige und nachhaltige Ansage, von der sich Mayrhuber im gesamten Matchverlauf nicht mehr erholen sollte. Der WAC-Star, in den Runden davor bärenstark unterwegs, und laut eigener Aussage in mörderischer Hochform, wurde in der Folge zum Statisten degradiert. Auch wenn der zweite Satz – zumindest statistisch belegt – knapper über die Bühne ging, so hatte man als Zuschauer nie das Gefühl, dass Mayrhuber dieses Finale herumreißen könnte. Im Gegenteil: Der 2fache Major-Sieger entpuppte sich gleich im Eröffnungs-Game als Chancen-Tod, ließ 3 Break-Möglichkeiten ungenützt, und kassierte seinerseits das einzige Break des gesamten zweiten Durchgangs zum 1:3. Danach konnte “Fabsch” zwar sein Service halten, doch das war gegen einen verdammt sicher und stets aggressiv spielenden Gegner eindeutig zu wenig. Mayrhuber produzierte statistisch betrachtet einfach viel zu viele “unforced errors”, er enttäuschte mit einer katastrophalen Punkt-Quote am Netz, und einer haarsträubenden Ausbeute seiner durchaus vorhandenen Break-Chancen. Damit war der ehemalige Ranglisten-Erste nach weiteren 38 Minuten mit einem 0:2 Satzrückstand in eine fast schon aussichtslose Ausgangsposition geschlittert.

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Damian Roman leistet sich im dritten Satz den Makel eines verlorenen Aufschlag-Games

Im dritten Satz hätte man dann von Mayrhuber “Alles oder Nichts Tennis” erwartet, doch der 24jährige “stümperte” weiter mit einer unansehnlichen Fehler-Orgie vor sich hin. An der Grundlinie nicht zwingend genug und ohne Timing, am Netz völlig von der Rolle und ohne Selbstvertrauen, handelte sich Mayrhuber im dritten Game des dritten Satzes das erste Break zum 1:2 ein. Damit war der Kuchen gegessen, denn bis dahin gab sich Rumäniens neuer Tour-Hero bei eigenem Aufschlag keine Blöße. Nachdem Mayrhuber auch seinen Aufschlag zum 1:4 abgegeben hatte, gab es erstmals sowas wie eine verbale Kapitulation. “Da ist auch kein Kampfgeist mehr da, die Partie ist sowas von verloren”, fluchte der 24jährige quer über den Centercourt, und gab damit was von seinem inneren Gemütszustand nach Außen ab. Das totale Debakel war also vorgezeichnet, und im Finish gab es nur mehr die spannende Frage zu beantworten, ob Damian Roman vor den Augen seiner Frau Beate dieses 88. Grand-Slam-Finale der Geschichte ohne Aufschlagverlust beenden wird können. Und just als im Live-Ticker diese Frage ins Netz gestellt wurde, patzte der 31jährige mit zwei Doppelfehlern und dem ersten abgegebenen Service-Game. Was letztlich aber außer dem statistischen Makel ohne Bedeutung blieb, weil Mayrhuber längst demoralisiert am Boden lag. Das anschließende Re-Break schien für Roman Ehrensache zu sein, und bei 5:2 ersparte er sich dann auch ein mögliches zittriges Ausservieren. Mit seinem 62igsten und letzten Eigenfehler beendete Mayrhuber ein Endspiel, das trotz starker Leistung des Siegers vieles schuldig blieb und weiter hinter den Erwartungen herhinkte. Für ein tolles Major-Finale braucht es eben zwei Topspieler auf Augenhöhe, und diese Konstellation fand man diesmal einfach nicht vor.

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Die Stimmen zum letzten Grand-Slam-Finale des Jahres 2013

“Ich freue mich sehr, das ist mein erster US-Open-Titel, und das obwohl ich eigentlich vor 13 Jahren meine Karriere beendet habe. Aber dank Claus Lippert – der hier alles großartig organisiert hat- habe ich es jetzt doch geschafft”, lachte der Sieger. Nein ohne Spaß, ich bin sehr glücklich über diesen Erfolg. Im Vergleich zu Kitzbühel war es ähnlich schwer. Dort hatte ich zwei ganz enge Matches auf dem Weg zum Titel, hier bei den US-Open nur eines im  Achtelfinale gegen Peter Klager. Ich muss aber auch sagen, dass mir der Hartplatz sehr entgegen kommt. Ich bin auf diesem Belag groß geworden, und die Qualität des Hardcourts hier in der Südtstadt ist einfach phantastisch. Jetzt möchte ich gerne zum Masters kommen, und dort gegen die Top 8 der Hobby-Tennis-Tour antreten”, betonte der neue US-Open-Champion. “Zu diesem Ergebnis muss man glaube ich nicht mehr viel sagen! Ich habe keine Ahnung woran es lag. Eigentlich habe ich mich gut gefühlt. Dann geht der erste Satz 0:6 aus, und dann ist es irgendwie nichts mehr geworden”, klagte Mayrhuber. “Es ist nicht einmal eine Enttäuschung da, vielmehr ein Gefühl von Fassungslosigkeit. Das war so schlecht von mir, einfach kein Tennismatch”, übte der 24jährige Selbstkritik. Das 13. Finale seiner Karriere hatte also kein Glück gebracht.

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