Donaufeld Open im Termin-Chaos und wie es nun weitergehen soll

Die hartnäckige Schlechtwetterfront der letzten Tage hat den geplanten Turnierablauf der Donaufeld Open 2013 mächtig durcheinander gewirbelt, und dem mit 108 Teilnehmern monströs ausgearteten Riesen-Raster ein brutales Terminchaos beschert. Nachdem am letztes Wochenende wetterbedingt “nur” am Samstag Nachmittag und Sonntag Vormittag gespielt werden konnte, ist gegenwärtig noch immer die unfassbare Anzahl von 72 Spielern im Turniergeschehen “auf Donaufeld” involviert. Tja, und weil am morgigen Freitag mit den “US Open der Hobby-Tennis-Tour” bereits das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres auf dem Programm steht, droht nun eine echte Terminkollision. Bei den Akteuren des aktuell still stehenden Tour-Zirkus geht daher die große Frage um, wie es denn nun weitergehen wird! Und während in der HTT-Organisation nach Außen hin noch Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt wird, regt sich seitens der Spieler hinter den Kulissen bereits massigst Kritik. Ein Bericht von C.L

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Drei tennislose Tage sind für ein Turnier in der Größenordnung der Donaufeld Open 2013 eine mittlere Katastrophe

Der heurige Turnier-Triplepack beim TC Donaufeld steht bislang – zumindest wettertechnisch – unter keinem guten Stern. Nachdem die angekündigte Schlechtwetterfront am frühen Sonntag-Nachmittag mit voller Wucht auf die Saisonturniere 58 bis 60 prallte, und für einen Abbruch des “Super-Sundays” mit fast 60 angesetzten Partien sorgte, ging seitdem in der Nordmanngasse gar nichts mehr. Nachdem am Montag und Dienstag das jeweils angesetzte Tagesprogramm schon am späten Vormittag abgesagt werden musste, setzte Tour-Veranstalter Claus Lippert das Turnier für einen regnerisch angesagten Mittwoch überhaupt komplett aus. Ein Turnier-Wochenende mit zwei halben Spieltagen und drei total tennislosen Folgetage sind für jedes Tennisturnier ein Problem, für eines in der Größenordnung der heurigen Donaufeld-Open aber eine mittlere Katastrophe.

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Verkehrte Tenniswelt in Wien, und hinter den Kulissen brodelt es – Spieler üben Kritik an der Abwicklung des Turniers und der Vorgangsweise betreffend der Regenabsagen

Und so kam in den letzten Tagen immer öfters massive Kritik seitens vieler Spieler auf, die sich über die Abwicklung des Turniers verwundert und verärgert zeigten. Jetzt muss man zunächst einmal festhalten, dass es bei einer Freiluft-Veranstaltung und gleichzeitig schlechtem Wetter keine Schuldigen geben kann. “Warum bei diesem Turnier immer wieder so zeitig abgesagt wird, warum es keine einzige Verschiebung nach hinten gab, und warum man nicht wie sonst auch üblich auf der HTT bei Regen zuwartet”, das waren die am häufigsten gestellten kritischen Fragen an die Turnierleitung, die die Kritik aber prompt von sich schob. “Die Entscheidung ob und wann Plätze nach Niederschlägen gesperrt oder freigegeben werden, und wann sie wieder bespielbar sind, liegt nicht in der Entscheidungsgewalt der HTT-Organisation, sondern einzig und allein in Händen des jeweiligen Anlagenbetreibers”, äußerte sich die Hobby-Tennis-Tour zu den für viele Spieler ungewohnten Vorgängen “auf Donaufeld”.  Nun, die Spieler der Hobby-Tennis-Tour sind eben das Regenparadies Leberstrasse gewohnt, wo nach niedergegangenen Sturzfluten zwei Stunden später wieder Tennis gespielt werden konnte. Daher wurde in Simmering auch immer wieder zugewartet, oder bei einsetzendem Regen auch erst später abgebrochen. Fakt ist, dass die meisten Sandplätze ob der oben auf liegenden roten Asche ziemlich gleich aussehen, nicht annähernd aber auch in Sachen Wasseraufnahme gleich sind. Das liegt an jener Schicht, die unter der sichtbaren Oberfläche liegt, und sich Dränage nennt. Sie regelt das Abfließen des Wassers, und je nach Beschaffenheit dieser Dränage kann man früher, später oder gar nicht nach Regenfällen Tennis spielen. Der Jammer ist halt, dass engagierte und motivierte Anlagenbetreiber immer wieder Probleme mit Regen und ihren dränagierten Plätzen haben, und wiederum gewisse Leute auf wahren Dränagen-Juwelen sitzen, und keine Ahnung haben, welche Schätze sich eigentlich in ihrem Besitz befinden. Statt sie zu hüten, läßt man sie verkommen! Eine verkehrte Tenniswelt mitten in Wien!

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US-Open der HTT beginnen planmäßig am Freitag, und droht auf Donaufeld erstmals in der Geschichte ein Turnierabbruch?

Indes wird ja irgendwann einmal das Wetter wohl auch wieder besser werden, und die kritischen Stimmen gleichzeitig verstummen, und daher dreht sich nun nach drei Tagen der permanenten Absage die Frage nur noch darum, wie es mit den Donaufeld Open und dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres weitergehen wird. Tour-Veranstalter Claus Lippert hat in 23 Jahren HTT schon öfters mit Wetterkapriolen der besonders schlimmen Art zu tun gehabt, und hat daher einen ersten Schlachtplan entworfen. Man wird heute Donnerstag noch einen letzten Versuch unternehmen. Sollte dann wetterbedingt wieder kein Spielbetreib möglich sein, dann stellt der Tour-Organisator einen Abbruch des gesamten Turniers in den Raum. Es wäre zum ersten Mal in der Geschichte, dass ein Turnier der Hobby-Tennis-Tour wegen Schlechtwetters mitten während der Veranstaltung abgebrochen werden würde. Sollte man am heutigen – mittlerweile bereits siebenten Turniertag – doch spielen können, dann wird man geduldig und auf alle – im Rahmen bleibenden – Spielerwünsche eingehend, das Turnier zu Ende führen, egal wie lange es auch dauern wird. Klar ist, dass die Donaufeld Open mit dem morgigen Freitag aus dem breiten Fokus der Tour-Öffentlichkeit verschwinden werden, denn die US-Open der HTT starten planmäßig und ohne Verzögerung. Für Akteure die auf Donaufeld noch im Einsatz sind, und beim September-Grand-Slam-Turnier in der Südstadt antreten, hat das Major-Event Priorität und absoluten Vorrang. Matches auf Donaufeld mit möglichen Grand-Slam-Startern werden in ihrer Wertigkeit zurückgesetzt.

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Donaufeld-Boss Gerald Milabersky bekundet Interesse, sein Turnier ordnungsgemäß zu Ende zu spielen

Derweil hat sich auch noch Donaufeld-Boss Gerald Milabersky angesichts des sich abzeichnenden Termin-Chaos bei seinem Turnier in einem Interview zu Wort gemeldet, und dabei klar und deutlich bekundet, dass er Willens ist, die Donaufeld Open 2013 ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. “Ich möchte dieses Turnier unbedingt zu Ende spielen, und ich werde solange Plätze bereit stellen, bis in jedem einzelnen Bewerb der Sieger feststeht”, äußerte sich der 42jährige Club-Verantwortliche des TC Donaufeld.