Team Bet at Home gewinnt olympisches Hockeyturnier der Minimalisten

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich von Jahr zu Jahr die Mannschaftsbewerbe bei den Olympischen Spielen der Hobby-Tennis-Tour. Fußball & Hockey sind längst Dauerbrenner der Olympiageschichte und zu echten – aus dem Olympiaprogramm nicht mehr wegzudenkenden – Klassikern avanciert. Heuer gab es neben dem immer wieder faszinierenden Kampf um das runde Leder und den atemberaubenden Hockeyschlachten noch eine Premiere, die am Ende zum ganz großen Hit wurde. Basketball war erstmals olympisch, und legte auf dem Centercourt des WAT Landstrasse ein Traum-Debüt hin. Ein Bericht von C.L

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21 Tore in 10 Spielen – Hockeyturnier wird zum Auftritt der Olympia-Minimalisten

Im Fußball und Hockey musste man am Ende der 2013er-Spiele ein Niveau-Defizit diagnostizieren, das komischer Weise dem Ausgang und Verlauf der beiden Mannschaftsbewerbe nicht schadete. Im Gegenteil: Die ganz großen Stars ihrer Zunft glänzten heuer durch Abwesenheit, und damit war der Weg frei für neue Helden. Drei Teambewerbe, drei verschiedene Sieger, die jeweils in den anderen Disziplinen regelrecht “abschmierten” und nur untergeordnete Rollen spielten. Beginnen wir beim mit großer Spannung erwarteten Hockey-Turnier, das erstmals auf “ebenerdigem” Spielfeld zur Austragung gelangte. Der rote Kunststoffbelag sollte ein neues Hockey-Feeling garantieren! Was er auch tat, und doch kam das Turnier am Ende teilweise in Kritik. Mit dem fairen und vorallem neutralen Sprungverhalten des Balles waren alle Akteure hochzufrieden, doch Anlass zur Kritik gaben das eher enge Spielfeld und die – laut Meinung vieler Hockey-Experten – viel zu kleinen Tore. So wurde das Olympische Hockeyturnier anno 2013 zu einem Festival der Minimalisten. So wenige Tore wie noch nie in der olympischen Hockeygeschichte waren die Folge. 21 Mal netzten die Hockey-Könige in 10 Partien, im Vergleich dazu gab es 2012 noch 34 Hockey-Volltreffer zu bewundern. Und die heurige Bilanz wurde obendrein noch von den Vorrunden-Gala-Auftritten der Top-Serve-Cracks “geschönt”, die Düdelingen mit 6:0 und Terra Rossa mit 5:0 deklassierten, und mit 6 Punkten und 11:0 Toren überlegen die Gruppe B dominierten.

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Hockeyteam von Terra Rossa “erstolpert” eine schmeichelhafte Bronzemedaille

Mehr als die Hälfte aller Tore des gesamten Turniers hatten Hühne & Co also auf dem Weg ins Semifinale geschossen, doch für eine Medaille sollte es dennoch nicht reichen. Denn ab dem Halbfinale litten die Top-Server unter akuter Ladehemmung. Nicht ein einziger Treffer gelang mehr, und wenn man in den für die Medaillen entscheidenden Partien nicht trifft – nicht einmal im Penaltyschießen um die Bronzemedaille – dann kannst du der Siegerehrung eben nur als trauriger Vierter beiwohnen. Die Medaillen holten andere! Bronze beispielsweise holten die Terra-Rossa-Cracks, oder besser gesagt sie erstolperten den dritten Rang im olympischen Hockey-Turnier. Denn richtig medaillenverdächtig waren die Mannen um Alex Barbu nicht. Zwei Fuchs-Treffer in der Vorrunde brachten den Hernalsern einen 2:0 Auftaktsieg, danach aber floppten sich die “Rothemden” zu Bronze. Es gelang bis zur Medaillenübergabe kein einziges Tor mehr, was wohl alles über das heurige recht magere Hockey-Niveau aussagt. Einem 0:5 Debakel in der zweiten Vorrundenpartie folgte ein knappes 0:1 im Semifinale gegen das Bet at Home-Team, und im kleinen Finale “würgte” man sich in einer unattraktiven Begegnungen gegen den TC Top Serve ins Penaltyschießen, wo beiden Mannschaften ihr Unvermögen in Sachen Toreschießen mit einer Beinahe-Nullnummer krönten. Nur Alexander Barbunopulos traf, und damit reichte ein verwandelter Strafstoß auch schon zum Gewinn einer Medaille.

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Wenn eine Silbermedaille zum Misserfolg wird – Hockey-Superstar Matthias Tader holt zwar seine achte Medaille in Serie, blieb aber ohne Torerfolg und so blass wie noch nie

Wenn er es positiv sehen möchte, dann hat er mit seinem 2013er-Auftritt den kompletten Medaillensatz im Hockey in den Farben Gold-Silber-Bronze komplett gemacht. Die Rede ist vom absoluten Hockey-Superstar der Olympia-Geschichte Matthias Tader. Der 22jährige, der in seiner außergewöhnlichen Karriere vier Mal den Hockey-Olymp mit seiner Mannschaft bestieg, so nebenbei auch drei “Bronzene” holte und damit bei sämtlichen Hockey-Turnieren der Olympia-Historie eine Medaille eroberte, blieb bei seinem achten Antreten blass wie noch nie. Und mit der schwachen Leistung des Hockey-Heros verschwand auch sein gewohnt erfolgreiches Team von der Bildfläche. Absolutes Minimalisten-Hockey reichte zu Silber, und das mit einer unterirdischen Treffer-Ausbeute. In drei von vier Matches des olympischen Hockey-Turniers blieben Tader & Co ohne Torerfolg. Einzig dem kurzfristigen Genieblitz von Slobodan Vasiljevic im Semifinale war es zu verdanken, dass die totale Pleite des erfolgsverwöhnten All Star Teams ausblieb. Der Serbe traf im Doppelpack zum 2:0 Sieg über die bis dahin dominierenden Top Server, und sicherte seiner Equipe den im Vorfeld angepeilten und erwarteten Finaleinzug. Dort kämpften die All Stars zwar auf Augenhöhe mit den späteren Champions, doch die Torsperre konnten Tader, Kova & Co im Endspiel auch nicht knacken. Damit hatte Tader am Ende zwar seine insgesamt achte Hockey-Medaille in Serie gewonnen, und nun erstmals Silber daheim im Wohnzimmer hängen, doch die persönliche Bilanz des Hockey-Superstars liest sich mehr als trostlos. Noch nie in der Geschichte blieb Tader in einem Olympia-Hockey-Turnier ohne Torerfolg und ohne Einberufung in eines der beiden All-Star-Teams.

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Robert Priewasser führt Bet at Home Team ungeschlagen und ohne Gegentor zu Hockeygold

Womit wir bei den designierten Tader-Nachfolgern wären, die als die totalen Hockey-Newcomer, Namen wie Kobsik, Priewasser, Dichtl, Suchy  oder Löffelmann tragen. Zusammen bildeten sie das von Marcus Rotter betreute Bet-at-Home-Team, das ungeschlagen und ohne Gegentor am Ende nicht unverdient zu Goldehren kam. Es war nicht brillant, was die Rotter’schen Schlägerkünstler auf die Tartanbahn von WAT Landstrasse zauberten, effektiv und zielführend war es aber allemal. Einem souveränen 3:0 Auftaktsieg über die Bomber, ließen die neuen Olympiasieger im weiteren Turnierverlauf mit beinahe “italienischen Verhältnissen” aufhorchen. Vorne ein Tor gemacht, hinten musste die Null stehen, und damit war nicht Tormann Stefan Dichtl gemeint, der bravourös ein gesamtes Turnier lang seinen Kasten sauber hielt, und für das erste “Shutout” der Olympia-Geschichte im Hockey sorgte. Der überragende Mann der neuen Goldmedaillengewinner war aber Robert Priewasser, der sich abseits bei taktischen Besprechungen dezent im Hintergrund hielt, auf dem Platz aber ganz klar das Tempo vorgab. Der Oberösterreicher sorgte immer wieder für die entscheidenden Akzente, vorallem aber für die nötigen Tore. Vier der insgesamt 6 Bet-at-Home-Treffer gingen auf sein Konto, darunter ein Vorrunden-Doppelpack gegen die Bomber, der entscheidende Volltreffer im Gruppenspiel gegen die All Stars und natürlich das Goldtor im Finale, das im Team von Marcus Rotter für grenzenlosen und verdienten Jubel sorgte. Bleibt als Resümee des heurigen Hockeybewerbs, dass im nächsten Jahr “größere Dimensionen” in Sachen Spielfeld und Tore hoffentlich auch wieder das Niveau anheben werden.

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Die Hockey-Torschützenliste 2013

1. David HÜHNE TC TOP SERVE 6 Tore
2. Patrick MEINHART TC TOP SERVE 4 Tore
Robert PRIEWASSER BET AT HOME 4 Tore
4. Slobodan VASILJEVIC ALL STARS 2 Tore
Georg FUCHS TC TERRA ROSSA 2 Tore
Sascha KOBSIK BET AT HOME 2 Tore
7. Nihad BERZENGI TC TOP SERVE 1 Tor

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Die ALL-STAR-TEAMS 2013 – Das A-Team

Stefan DICHTL
Patrick MEINHART David HÜHNE
Robert PRIEWASSER

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Das B-Team

Christoph KRAMER
Georg FUCHS Slobodan VASILJEVIC
Sascha KOBSIK

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