Katharina Kothmayer mit Auftakt-Niederlage am Eröffnungstag der Donaufeld-Open

Wenn die hübschesten Mädchen der Hobby-Tennis-Tour zu einem Foto-Shooting antanzen, dann steht wieder einmal eine große werbewirksame Aktion auf dem Programm. Und in der Tat hat der umtriebige Club-Boss des TC Donaufeld Gerald Milabersky wieder einmal für eines seiner Turniere eine Attraktion “klar gemacht”. Der 42jährige konnte die Firma “Renault Mersche” als Sponsor der Donaufeld Open 2013 gewinnen, womit sich der Sieger über ein Wochenende mit einem Leihwagen nach Wahl freuen darf. Ein von Turniersponsor Renault Mersche direkt auf der Anlage des TC Donaufeld geparkter Vorführwagen symbolisiert den zu gewinnenden Siegerpreis, und war am gestrigen Eröffnungstag des zweiten Donaufeld-Weekends der Saison einer der Hingucker. Wie überhaupt der erste Spieltag des 5. August-Masters-Series-1000-Turniers und der 4. Auflage des August-Challengers einiges zu bieten hatte. Ein Bericht von C.L

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Kurzfristige Absagen von Ex-Masterssieger Planteu und French-Open-Achtelfinalist Bernd Bleier fallen bei 108 Nennungen nicht wirklich ins Gewicht

Mit den kurzfristigen Absagen von Ex-Masterssieger Lukas Planteu und HTT-French-Open-Achtelfinalist Bernd Bleier ereilten den Veranstalter des sechsten Masters-Series-1000-Saisonturniers kurz vor Turnierbeginn zwar noch zwei Hiobsbotschaften, mit fünf Top Ten-Spielern – darunter dem amtierenden French-Open-Champion Peter Klager und der “titelverteidigenden” Nummer 1 Franz Mayrhuber – ist die 1000-Punkte Generalprobe für die in einer Woche anstehenden US-Open der HTT aber immer noch glänzend besetzt. Wobei die absoluten Topstars der Hobby-Tennis-Tour am ersten Spieltag in der Nordmanngasse gar nicht das ganz große Gesprächsthema waren. Ungläubig und eifrigst diskutiert wurde das außergewöhnliche Nennergebnis, mit dem der Turnier-Triplepack “auf Donaufeld” aufwarten kann. Eigentlich fast schon unfassbare 108 Spieler sind dem “Charme eines Turniers auf Donaufeld” erlegen, und damit kommt an diesem dritten August-Wochenende auch die Statistik-Abteilung von hobbytennistour.at ganz ordentlich in Bewegung. Doch was sind sie eigentlich statistisch gesehen wert diese 108 Nennungen?

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Donaufeld-Boss Gerald Milabersky schafft “sein” Ziel von 100 Single-Nennungen, muss auf absoluten Nennrekord aber weiter warten, während die Hobby-Tennis-Tour im Monat August die unglaubliche Bestmarke von 500 Nennungen übertreffen wird

Donaufeld-Boss Gerald Milabersky – der wirklich alle Hebel für ein attraktives und riesiges Teilnehmerfeld in Bewegung setzte – darf sich über zwei “Topresultate und Rekorde” freuen. Zunächst hat er sein angepeiltes und auch öffentlich immer wieder kundgetanes Ziel von 100 Single-Nennungen erreicht. “Der 100er muss fallen, wobei mich Doppelnennungen nicht interessieren”, formulierte der 42jährige im Vorfeld immer wieder seine Ambitionen. Nun, der 100er ist geknackt, doch zum absoluten Rekordnennergebnis hat es nicht gereicht. Ein Blick ins Statistik-Archiv war gar nicht notwendig, denn das Rekordteilnehmerfeld der Open Ära liegt noch keine drei Wochen zurück, und leitete einen noch gar nicht zu Ende gegangen August der Superlative ein. Donaufeld ist nämlich von den letzten 4 Turnierwochenenden im August bereits die dritte Station mit über 100 Teilnehmern, und – wenn man das eigentlich nicht zur HTT zählende Olympia außen vorläßt – das Turnier-Weekend mit den zweitmeisten Nennungen der gesamten Hobby-Tennis-Tour-Geschichte. Die Bestmarke in dieser Kategorie wurde wie schon erwähnt vor drei Wochen aufgestellt, als man 122 Nennungen beim TC Top Serve und in Kapellerfeld verzeichnen konnte. Nimmt man das am ersten August-Samstag zu Ende gegangene Turnier in Kitzbühel noch dazu, dann waren am ersten Weekend des Monats sensationelle 187 Spieler am Start. Vielleicht ein Rekord für die Ewigkeit. Indes kann sich Donaufeld-Betreiber Gerald Milabersky aber neben seinem erreichten Wunschziel von 100 Nennungen über einen “kleinen Rekord” freuen, denn 60 Spieler im August-Challenger-Turnier bedeuten neuen Bestwert auf der Challenger-Tour. Damit ist das August-Challenger-Turnier beim TC Donaufeld mit seinen 60 Teilnehmern hinter den French Open, Olympia und Wimbledon und noch knapp vor dem Jänner-Grand-Slam-Turnier sogar das viertgrößte Turnier der bisherigen Saison. Das größte Einzelturnier der Open Ära bleibt weiterhin das Mai-Grand-Slam 2009 mit 84 Startern im Single. Und apropos Rekorde: Die Hobby-Tennis-Tour steuert auf ein Jahrthundertmonat zu, denn bislang gab es im August exakt 460 Nennungen zu verzeichnen. Und da man mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die US-Open am letzten August-Wochenende ausverkauft sein werden, und beim gleichzeitig stattfindenden August-HTT-250-Turnier auch der eine oder andere Name im Raster aufscheinen wird, könnte die phantastische Marke von 500 Nennungen in nur einem Monat fallen. Und: Nach den Donaufeld-Open und dem Erscheinen der neuen Ranglisten, wird wohl erstmals in der Geschichte seit 1990 ein Spieler in der Entry-List ein Ranking jenseits von Platz 500 einnehmen. Ein riesiges Dankeschön an die Spieler der Hobby-Tennis-Tour.

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Spannungsloser Eröffnungstag beim sechsten Masters-Series-1000-Saisonturnier

Kommen wir jetzt aber zurück zum ersten Spieltag der Donaufeld-Open 2013, der sportlich betrachtet jetzt noch nicht die ganz großen Highlights zu bieten hatte. Auf 1000er-Ebene entwickelte sich zum Auftakt am Freitag Nachmittag nicht ein einziges spannendes Match. Für glatte und glasklare Zweisatzsiege – allesamt mit 6:0, 6:1 – sorgten der bulgarische Lokalmatador Pavlin Pavlov über Future-Tour-Spieler Manfred Ader, Comeback-Star Christoph Brandner mit einem unerwartet deutlichen Erfolg über Martin Mayerhofer, Benjamin Knapp bei seinem zweiten Donaufeld-Auftritt gegen den Guntransdorfer Markus Hobiger und der mit Mastersambitionen aufschlagende Mathias Wagner, der sich gegen einen müde und unfit wirkenden David Hühne problemlos ins Achtelfinale hinwegsetzen konnte. Jeweils mit 6:2, 6:2 stürmten auch Alexander Walter über den frischgebackenen August-HTT-150-Sieger Jan-Philip Toader aus Deutschland und WTC-Star Rene Degrinis über TC-Donaufeld-Akteur Martin Schwarzl in die zweite Runde des sechsten Masters-Series-1000-Saison-Events. Keine Blöße gab sich auch Tour-Newcomer Stefan Grubmüller, der den zuletzt stark spielenden Challenger-Star Peter Baumann mit 6:1, 6:2 in die Schranken wies.

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Auch der Challenger-Auftakt läßt noch Spannung und Dramatik vermissen

Eher behäbig kam auch der erste Spieltag beim 4. August-Challenger-Turnier in die Gänge. TK Eden-Jungstar Maximilian Vielhauer deklassierte in der ersten von zwei Qualirunden Lokalmatador Alexander Varagic mit 6:0, 6:0, und trifft nun auf den Deutsch Wagramer Stefan Dichtl, der mit 6:1, 6:1 über Michael Lutzmayer endlich wieder einmal einen vollen Erfolg bejubeln durfte. Ebenfalls in der nächsten Qualirunde des Mega-Rasters beim August-Challenger stehen Werner Kovarik (6:2, 7:5 über Patric Weidinger) und der junge Donaufelder Nachwuchs-Crack Florian Mahlberg, der sich in einem clubinternen Duell gegen Ostoja Knezevic durchsetzen konnte. In der ersten von sechs Hauptbewerbsrunden strahlte Robert Priewasser nach einem souveränen 6:1, 6:2 Erfolg über die Donaufelderin Doris Jurny mit der Sonne um die Wette, und auch Tamara Pater hielt sich beim 6:0, 6:0 über Daniel Neubauer nicht wirklich lange mit ihrem Auftakt-Gegner auf.

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Die letzten Auftritt von Katharina Kothmayer sorgen für Rätselraten in der Tourszene

Ein Rätsel geben den Tour-Insidern und Experten hingegen derzeit die Leistungen oder besser gesagt die Resultate von Katharina Kothmayer auf. Die 18jährige wurde vor sechs Wochen mit brillanten Darbietungen im Circuit vorstellig, schockte mit ihrem raketenhaften Einstieg die Konkurrenz, und stieg mit dem Triumph beim Juli-Future-Turnier und dem Semifinaleinzug beim Kitzbühel-Challenger als neuer Stern am Hobby-Tennis-Tour-Himmel in kometenhafter Geschwindigkeit auf. Doch seit dem Tennisabenteuer in den Tiroler Bergen läuft es für den jungen Terra-Rossa-Star nicht mehr nach Wunsch. Zumindest auf der Hobby-Tennis-Tour blieben die erhofften Ergebnisse seither aus. Die Tennisbeau, die als insgesamt erst vierte Dame in der Geschichte ein Turnier in dem von Männern dominierten Tourzirkus gewann, schlitterte seither in vier Erstrunden-Niederlagen en suite. Unterbrochen wurde die schwarze Serie der Terra-Rossa-Lady nur durch ihren olympischen Silber-Doppelpack im Damen-Einzel und Damen-Doppel-Bewerb der 2013er-Spiele. Am Eröffnungstag des August-Challenger-Turniers unterlag Kothmayer übrigens Tour-Newcomer Walter Spring mit 5:7, 1:6. Nach ganz anständig absolvierter Anfangsphase fiel die 18jährige mit Fortdauer der Partie immer mehr ab, und ging letztlich nicht unverdient als Verliererin vom Platz.

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Terra-Rossa-Star Katharina Kothmayer zu “everbodys darling” in nur 6 Wochen

Dafür war “Kathi” zwei Stunden später bei der Players Party wieder einer der Stars des Abends. Sie hat sich in nur sechs Wochen Tourzugehörigkeit phantastisch in der Szene etabliert, ist perfekt integriert und schon sowas wie “everybodys darling” geworden. Die 18jährige ist im Tour-Circuit äußerst beliebt, und gilt bei den Kollegen und Kolleginnen sowohl auf dem Court als auch neben dem Platz als gerne gesehenes Tourmitglied. Die Juli-Future-Championesse punktet vorallem mit ihrem Auftreten und der Art, wie sie seit rund eineinhalb Monaten der Konkurrenz begegnet. Der Terra-Rossa-Jungstar gilt trotz ihrer blendenden optischen Erscheinung und ihrer durchaus anerkannten Spielweise auf den Courts dieser Stadt als bodenständig und tief geerdet. Keine Spur von Arroganz oder Überheblichkeit, sondern ganz im Gegenteil, ist die 18jährige doch auch für jeden Spaß zu haben. Selten hat in den vergangenen Jahren ein Tour-Neuling derart schnell Fuß gefasst. Irgendwie hat man bei “Kathi” das Gefühl, sie wäre schon seit vielen Jahren mit von der Partie.

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Gerald Milabersky und sein Team laden am Freitag Abend zu gelungener Players-Party

Zurück zur Players Party der Donaufeld Open 2013, wo Club-Boss Gerald Milabersky und sein Team zu einem gemütlichen Abend bei deftigen und äußerst schmackhaften Köstlichkeiten luden. Dieser Einladung kamen nicht ganz soviele Akteure nach wie vielleicht erwartet, doch jene Gäste die dann in der Nordmanngasse Schnitzel, Schweinsbraten, Fleischlaberl, Faschierten Braten usw. auf die Teller luden, hatten ihr Kommen nicht zu bereuen. So lief noch bis knapp vor Mitternacht ein nettes Beisammensein mit großer Gaudi am Veranstaltertisch, wo Domenic Stangl, David Hühne, Stefan Dichtl, Markus Hobiger, Karl Ader, Katharina Kothmayer, Marcus Rotter u.v.m. einen lauen August-Abend im Freien genießen konnten.

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Amber Oladeji – die erste farbige Spielerin der Open Ära – verliert Quali-Duell zur Donaufelder Ladies-Trophy gegen Sarah Janitschek nur ganz knapp in drei Sätzen

Einen Pilotversuch haben die Donaufeld Open 2013 schließlich an diesem dritten und vorletzten August-Wochenende auch noch zu bieten. Erstmals seit Mai 2009 – Olympia ausgenommen – steht wieder ein reiner Damenbewerb auf dem Programm, und zwar die Donaufelder Ladies-Trophy als August-Future-Premiere. 9 heimische Donaufeld-Damen sind dabei in ein Duell mit der Deutsch Wagramerin Brigitte Kunz verwickelt, um den Titel in der Nordmanngasse zu behalten. Am “exotisch anmutenden” Freitag standen zunächst einmal zwei Quali-Partien an, in denen Sarah Janitschek in einer richtig spannenden Auseinandersetzung ihre Clubkollegin Amber Oladeji in drei Sätzen in die Knie zwingen konnte. Die 13jährige Chef-Tochter im Duell mit der “ersten farbigen Spielerin” der Tour-Geschichte, das war schon ein echtes Highlight am Eröffnungstag und ein optischer Nachweis, dass in der Nachwuchsabteilung des Gastgebervereins hervorragende und nachhaltige Arbeit geleistet wird. Den besseren Start in einer überaus nervös geführten Anfangsphase hatte Janitschek, die mit Gewinn des ersten Satzes ihre Nervosität ablegen konnte, gleichzeitig aber auch ein trügerisches Gefühl von Siegessicherheit entwickelte. Das wurde der ambitioniert spielenden 13jährigen zum Verhängnis, denn die in London geborene Amber fightet voll zurück, und hievte das jugendliche Donaufeld-Derby in einen entscheidenden dritten Satz. Dort ging es dann trotz aller Freundschaft und Vereinsverbundenheit richtig heiß her.

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Donaufelder Tennisgirls mit ganz “heißer Entscheidung” im dritten Satz

Ein strittiger Punkt sorgte für Tränen und ein kurzes Streitgespräch zwischen den beiden Donaufeld-Girls, ehe das Quali-Duell um einen Platz im Hauptfeld in einem megaspannenden Finish auf sportlich fairer Ebene entschieden wurde. Oladeji hatte den kurzen Disput mit Janitschek mit einem leichtfertig verlorenen Game bezahlt, ehe die noch 14jährige im großen Finale bei 5:5 vielleicht auch Opfer ihrer Nerven wurde. Spielerisch waren die großen Unterschiede an diesem Abend nicht auszumachen, kämpferisch hatten sich beide Damen ohnehin nichts vorzuwerfen, und so war am Ende Janitschek mit dem zweiten verwandelten Matchball die glücklichere Aufsteigerin in den Hauptbewerb der Donaufelder Ladies-Trophy. “Ich freue mich voll über diesen Erfolg”, strahlte die 13jährige, während Oladeji schon ein bißchen mit dem dritten Satz zu hadern schien. “Da war ich kurzfristig recht zornig, und da habe ich ein, zwei Games dumm hergeschenkt”, übte die gebürtige Engländerin auch ein wenig Selbstkritik.

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Achtung Karl Ader: Hier kommt Samba-Serverin Reiko Sato und ihr Angriff auf die Altersrekorde der Hobby-Tennis-Tour

In der zweiten Quali-Begegnung zur Donaufelder Ladies-Trophy deklassierte die routinierte Ingrid Spring in einem Duell zweier Tour-Debütantinen die junge Victoria Malischnig mit 6:1, 6:0, während in ersten Match zum Hauptbewerb die erste Brasilianerin der Open Ära für einen südamerikanischen Erfolg sorgte. Reiko Sato machte dabei im Duell mit Christine Koch nicht nur blendende Figur was ihr Tennisspiel betraf, sondern auch dem im Publikum sitzenden Clubkollegen Karl Ader Konkurrenz. Im Dezember wird die in Sao Paulo geborene Donaufeld-Spielerin 70 Jahre alt, und damit könnte dem 3fachen Future-Tour-Champion Karl Ader gehörige Konkurrenz in Sachen “Altersrekorde erwachsen”. Zurücklehnen und die junge Konkurrenz belächeln wie sie noch Jahrzehnte hinter seinen Bestmarken nachhächeln wird, ist nicht mehr für die Tour-Legende aus Donaufeld. Eine Pause im nächsten Jahr, ein gleichzeitiger Sieg der topfit wirkenden Samba-Fastsiebzigerin, und Ader ist seine Rekorde los. Da kann ja noch spannend werden!

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