“Lob und Kritik” – das waren die XI. Olympischen Spiele der HTT bei WAT Landstrasse

Längst ist wieder Ruhe eingekehrt bei WAT Landstrasse, und damit auch jene Idylle, für die der Verein in der Hans-Bock-Anlage eigentlich weithin bekannt ist. Am vergangenen verlängerten Wochenende freilich war richtig was los in der Baumgasse. Die Hütte war gerammelt voll, als sich die besten Hobbysportler der Stadt zu den XI. Olympischen Spielen der Hobby-Tennis-Tour in Wien-Landstrasse zur großen Medaillenjagd trafen. Vier Tage lang verwandelten 75 Damen und Herren aus 21 Vereinen die ansonsten recht beschaulich anmutende Sportanlage in der Baumgasse Nr. 58 zu einem wahren Tollhaus. Da war nichts mit gemütlich im Liegestuhl liegen und die sommerlich heißen Temperaturen bei einem kühlen Getränk genießen. Ja, für die Mitglieder des WAT Landstrasse war es schon eine gewaltige Umstellung, sich vier Tage lang mit “Olympia 2013” zu arrangieren. Was letztlich aber doch gelungen ist, zumal die Austragung einer HTT-Olympiade für jeden Tennisverein Wiens auch von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Kantineur Ali Hochberger zeigte sich am Ende des langen Olympia-Weekends hoch zufrieden! Wirtschaftlich wie sportlich war die Jubiläums-Ausgabe unter den fünf Ringen also ein voller Erfolg. An dieser Stelle möchte sich die Hobby-Tennis-Tour auch bei Partner WAT Landstrasse und deren Mitgliedern für das entgegengebrachte Verständnis bedanken. Ein Bericht von C.L

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2013er-Spiele fast so gut wie Olympia 2004 auf der Schmelz

Es waren heuer andere “Spiele” als in den Jahren zuvor! Viele Olympia-Stars der Vergangenheit glänzten diesmal durch Abwesenheit, etliche Olympia-Helden der letzten Jahre blieben anno 2013 ohne den großen sportlichen Erfolg, und so war die Zeit reif für neue, frische und unverbrauchte Olympia-Gesichter. Es waren großartige Spiele mit phantastischen Wettkämpfen! Ein riesiges Lob gebührt dabei den Olympioniken, die mit sportlichen Höchstleistungen bei teils unmenschlicher Hitze über sich hinauswuchsen. 90 Medaillen wurden am Ende insgesamt bei 13 Bewerben in 7 verschiedenen Sportarten ausgespielt, wobei nach 4 Tagen Intensiv-Sport wie jedes Jahr bei Olympia strahlende Helden geboren wurden und geknickte Verlierer um verpasstes Edelmetall trauerten. Sportlich hat man also “mit” die besten Spiele der Geschichte erlebt, und infrastrukturell erhob der Veranstalter die 2013er-Games in die Kategorie der “Super-Spiele” von 2004 auf der Schmelz. Zum großen Renner avancierte dabei die Basketball-Premiere, doch auch König Fußball, und die Goldjagd der Pfeilartisten im olympischen Dartsturnier sorgte für zufriedene Gesichter. Doch nicht alles was bei der olympischen Jubiläums-Auflage golden glänzte, war auch perfekt. Es gab Kritik und durchaus auch einige Punkte, die 2014 nach Verbesserung schreien.

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Prozedere der Olympia-Siegerehrung entzweit Tourfamilie

Besonders kritisch – und das zurecht – haben viele Aktive das Prozedere der abschließenden Siegerehrung hinterfragt. Wieder einmal wurde der eigentliche Höhepunkt der olympischen Spiele zu einem Rohrkrepierer. Das kurzfristig die Flutlichtanlage ausfiel, und die Medaillengewinner im Dunklen standen, war gar nicht das entscheidende Problem. Vielmehr war es der Zeitpunkt der Medaillenvergabe, der wieder einmal für massigst Kritik in der HTT-Familie sorgte, und diese gleichzeitig meinungstechnisch entzweite. Dabei war für die Abschlussfeier diesmal alles angerichtet! 90 Mal Edelmetall lag frisch poliert und glänzend parat, die 3fache Olympiasiegerin Rebecca Riemer überreichte als Olympia-Hostess die begehrten Medaillen, und als Höhepunkt durften die Olympia-Stars Gold Silber und Bronze unter dem Beifall des Publikums von der Terrasse hoch über der Sportanlage entgegen nehmen. Es hatte ein bißchen was von “Champions-League-Siegerehrung”, als die Gewinner die Stufen hinauf zur Medaillenübergabe kletterten. Und doch herrschte breiter Unmut über den Ablauf dieser Zeremonie! Kein Wunder, war doch zur gleichen Zeit so manch Aktiver noch im Einsatz, um Edelmetall zu erobern.

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Nach Kritik an der Siegerehrung: Zukunft bringt Olympia-Empfang oder Medaillen per Post

Letztlich war es aber ein “hausgemachter” Ärger, den viele Olympiastars bei der Siegerehrung empfanden. Man ist sich seitens der Aktiven einfach nicht einig, und vorallem nicht der Bedeutung einer solchen Abschlussfeier bewusst. Man sollte es ja kaum glauben, aber es gab doch tatsächlich Sportler und Medaillengewinner, die ohne sich ihr erobertes Edelmetall abzuholen, die Heimreise antreten wollten. Wiederum andere Spieler hatten Angst, den gewohnten Prime-Time-Film im Fernsehen zu verpassen, und so mancher Akteur – zumindest hätte man meinen können – musste zeitig sein Bettchen hüten. Alles in allem der pure Wahnsinn! Wo sind die Zeiten, als sich am Centercourt der Tennisanlage in der Leberstrasse, am Sonntag Abend sämtliche Olympia-Teilnehmer zur stimmungsvollen Siegerehrung eingefunden hatten. Es war geradezu Pflicht und für die meisten Olympia-Starter mit großer Freude verbunden, sich frisch geduscht zur Abschlussfeier einzufinden. Dort herrschte dann immer prächtige Stimmung, wenn die Medaillengewinner aufgerufen wurden, und sich unter dem frenetischen Beifall der Mitspieler ihren “Lohn” für vier mühsame Sporttage abholen durften. Heutzutage in stressigen Zeiten, legen viele Olympiastars darauf scheinbar keinen Wert mehr. Indes sucht Veranstalter Claus Lippert aber nach einer Lösung, wie man der Abschluss-Zeremonie wieder den ihr gebührenden Stellenwert verleihen kann. “So eine Siegerehrung wird es nicht mehr geben. Entweder es ziehen alle bis zum Schluss mit, oder wir verschicken die Medaillen per Post”, grollte der Olympia-Organisator am Tag danach, und nicht ohne bereits einen Lösungsansatz zu haben. Ein Olympia-Empfang mit gleichzeitiger Siegerehrung schwebt dem Tour-Veranstalter vor, so wie man ihn 2004 auf der Schmelz erlebt hatte. Über 100 Sportler und Zuschauer klatschten Beifall für die Medaillengewinner, ehe allesamt das große Olympia-Abschluss-Fest besuchten. Dort gab es ein großes Buffet, mit feinen Schmankerl und kühlen Getränken, und dort wurde bis spät Nachts noch einmal über das olympische Geschehen diskutiert. Und weil ein Gratis-Buffet eben alle anlockt, könnte es 2014 also wieder einmal mit einer tollen Siegerehrung klappen. Wetten freilich würde ich darauf nicht! Gut möglich, dass die Medaillen dann eben doch per Post kommen!