Mario Kiss kommt trotz Semifinal-Aus voller Zuversicht zum Wimbledon-Turnier der HTT

Zwei ausgewiesene Rasen-Experten stehen sich am Mittwoch Vormittag (live ab 11:00 Uhr auf hobbytennistour.at) im Endspiel des 18. Juni-Masters-Series-1000-Turniers bei WAT Landstrasse gegenüber. Mit dem HTT-Wimbledon-Champion und ehemaligen Ranglisten-Ersten Fabian Mayrhuber und dem Vorjahres-Wimbledon-Finalisten Vladimir Vukicevic aus Serbien darf sich die Hobby-Tennis-Szene auf einen finalen Showdown der Extraklasse am Centercourt der Hans Bock Anlage freuen. Die beiden Finalisten dokumentierten am Dienstag Abend mit eindrucksvollen Auftritten ihre momentane Ausnahmestellung auf Rasen, und fixierten mit zwei glatten Zweisatzerfolgen das Traumfinale beim 50. Rasenturnier der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte. Serbiens Topstar Vladimir Vukicevic machte mit Deutschlands überforderter Nummer 1 Jan-Philip Hupasch mit 6:2, 6:0 kurzen Prozess, und schickte den Ranglisten-Sechsten frühzeitig auf Heimaturlaub an die schöne Nordseeküste. Weiter ungeschlagen beim Juni-Masters-Series-1000-Turnier ist auch der Titelträger dieser Veranstaltung von 2008 Fabian Mayrhuber. Der 24jährige WAC-Star feierte mit einem 6:2, 6:4 Erfolg über den Ranglisten-Siebenten Mario Kiss bereits den 8. Juni-Masters-Series-Einzelsieg in Folge, und strebt in seinem 12. Karriere-Finale den Jubiläumserfolg in Form von Turniersieg Nr. 10 an. Ein Bericht von C.L

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Serbiens Topstar Vladimir Vukicevic deklassiert Deutschlands Nr. 1 in nur 45 Minuten mit 6:2, 6:0

Ein rund zweistündiges Sonnenfenster am frühen Dienstag Abend nützten die Akteure des dieswöchigen WAT-Landstrasse-Doppelpacks, um die Finalisten beim 18. Juni-Masters-Series-1000-Turnier und der 3. Auflage des Juni-Challengers zu ermitteln. Die abendlichen Sonnenstrahlen über Wien-Landstrasse vermittelten aber freilich nur optisch betrachtet optimale Spielbedingungen, denn heftige Windböen sorgten für merklich verminderten Tennisspaß, und machten den Halbfinal-Stars das Leben so richtig schwer. Unbeeindruckt von den äußeren Verhältnissen demonstrierte jedoch Serbiens Ausnahmekönner Vladimir Vukicevic seine aktuelle Hochform und Anwartschaft auf den Titel. Der 31jährige aus Sombor deklassierte einen beim Aufschlag schwächelnden und auch sonst weit weg von seiner Bestform agierenden Jan-Philip Hupasch in einer schwachen Dreiviertelstunde mit 6:2, 6:0, und stürmte damit in sein zweites Karriere-Finale nach dem Wimbledon-Endspiel 2012. “Ich war komplett ohne Chance. Ok, ich habe heute ein Match ohne Service bestritten, aber ich hätte in keinem Fall die Möglichkeit gehabt, Vukicevic zu schlagen. Er ist für mich der ganz klare Favorit. Er kann sich hier in diesem Turnier nur selbst schlagen”, bemerkte ein enttäuschter aber gefasster Verlierer, der sich anschließend in eine ausgedehnte Sommerpause verabschiedete.

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Mario Kiss blickt trotz fünfter Niederlage in Serie gegen Fabian Mayrhuber voller Zuversicht seinem 6. Wimbledon-Start entgegen

Langsam aber sicher läßt es sich nicht mehr verleugnen! Fabian Mayrhuber ist definitiv der Angstgegner von Ex-Wimbledon-Sieger Mario Kiss. Der 24jährige spielte sich am Dienstag Abend mit einem letztlich doch sicheren 6:2, 6:4 Erfolg über Mario Kiss bereits zum 5. Mal in Folge als Bezwinger des ehemaligen Ranglisten-Ersten auf, und erhöhte im Head to Head mit dem Topstar des TC Donaufeld nach dem sechsten Duell auf 5:1. Mayrhuber hatte sich in einem von heftigen Windböen geprägten Match rascher auf die widrigen äußeren Gegebenheiten eingestellt, und Kiss in dessen 235. Karriere-Single den ersten Satz mit 6:2 abgenommen. In der Folge kam Kiss zwar besser ins Spiel, konnte das Match auch offener gestalten, zum Sprung in einen dritten Satz und womöglich zum ersten Sieg über “Fabsch” seit Februar 2010 hätte es aber vermutlich andere Wetterverhältnisse benötigt. Nach dem semifinalen 2:6, 4:6 schien Kiss hinsichtlich des bevorstehenden dritten Grand-Slam-Turniers des Jahres aber gar nicht so unzufrieden. Der Sager “wenn wir nächste Woche windstilles Wetter haben dann krachts”, läßt darauf schließen, dass der 34jährige den Ball am Dienstag Abend eigentlich ganz gut am Schläger spürte, und er durchaus voller Zuversicht in sein 6. Wimbledon-Turnier starten wird. “Das war irreregulär”, lachte Kiss später beim Interview. “Vorallem gleich das erste Game war der Wahnsinn. Ich wusste gar nicht was hier bei diesem Wind abgeht. Zwei Doppelfehler waren eh noch das geringste Übel”, erzählte der Unterlegene, der in einer abschließenden Turnierbilanz immerhin 360 Ranglistenpunkte und den 170. Einzelsieg seiner Karriere im Viertelfinale als positiv vermerken konnte. “Das hat heute bei diesem Wetter nicht wirklich viel Spaß gemacht”, pflichtete auch Fabian Mayrhuber in einem ersten Statement den zuvor getätigen Kiss-Aussagen bei.

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Fabian Mayrhuber mit seinem 20. Einzelsieg auf Rasen eine echte Macht

Indes baute Fabian Mayrhuber vor dem finalen Showdown gegen Serbiens HTT-Topstar Vladimir Vukicevic seine außergewöhnliche Rasen-Bilanz im Tour-Zirkus weiter aus. Beim HTT-Masters-1000-Turnier auf Rasen ist der 24jährige vom WAC wie schon erwähnt seit 8 Spielen unbesiegt, insgesamt seit seiner Schweden-Rückkehr und dem Mai-Grand-Slam-Desaster mit dem Zweitrunden-Aus gegen Rares Maftei auch schon wieder 6 Matches ohne Niederlage und auf Rasen ohnehin eine echte Macht. Immerhin landete der ehemalige Ranglisten-Erste am Dienstag Abend auf dem Weg in sein 12. Karriere-Finale im Duell mit Mario Kiss seinen 20. Matchsieg auf Rasen, und das bei nur einer Niederlage, die im Halbfinale des vorjährigen Wimbledon-Turniers gegen den späteren Champion aus Neuseeland Ari Davis “passierte”. Zieht man den womöglich für die HTT zu starken Kiwi außer Betracht, dann hat der 9fache Turniersieger noch kein Rasenmatch gegen einen echten Hobby-Tennis-Tour-Konkurrenten verloren. Doch genau das letztjährige Semifinal-Aus gegen Ari Davis muss man freilich zum Maßstab nehmen, wenn man die Aussichten des 24jährigen für das heutige Traumfinale gegen Vladimir Vukicevic beurteilen will.

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Bislang noch nicht annähernd geforderter Vladimir Vukicevic peilt den vierten serbischen und den 63. internationalen Turniersieg der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte an

Mit einer außergwöhnlichen Leistung, vielleicht der besten seines Lebens, hielt Fabian Mayrhuber im Semifinale des Rasen-Grand-Slam-Turniers 2012 mit dem neuseeländischen Giganten Ari Davis voll mit, und musste sich erst nach zwei knapp verlorenen gegangenen Tie-Breaks geschlagen geben. Und genau solch eine Leistung wird es am Mittwoch Vormittag vermutlich brauchen, um zum zweiten Mal nach 2008 bei der “Wimbledon-Generalprobe” triumphieren zu können. “Das wird ganz schwer, weil ich damals schon total an meinem Limit gespielt habe”, so der 24jährige, der trotzdem voller Zuversicht und Selbstvertrauen nach 6 Rasensiegen en suite seinen 10. Karriere-Turniersieg auf der Hobby-Tennis-Tour anpeilt. Ebenfalls erst eine Rasen-Niederlage verzeichnet die Tour-Activity von Vladimir Vukicevic, und auch sein Bezwinger trug den Namen Ari Davis. Natürlich ist das Juni-Grand-Slam-Finale 2012 mit seinen 5:01 Stunden Spielzeit und einer noch nie dagewesenen Dramaturgie unvergessen, und doch scheint dem 31jährigen Serben genau dieser Ari Davis zu fehlen, zumindest wenn man seine Auftritte an diesem Wochenende betrachtet. Keine Spur von adäquater Konkurrenz, wirklich gefordert war “Vladi” bislang in diesem Turnier noch nicht, und viele Skeptiker zweifeln sogar, ob der mit Spielpraxis nicht gerade gesegnete Fabian Mayrhuber einen ernsthafter Gegner für den Wimbledon-Finalisten des letzten Jahres darstellen wird. Genau davon könnte auch abhängen, ob der 31jährige am Wochenende sein zweites “HTT-Wimbledon-Abenteuer” in Angriff nehmen wird. Sollte Mayrhuber den serbischen Erfolgsrun durch den Juni-Masters-Series-1000-Raster nicht stoppen können, dann würden wir den vierten serbischen Turniersieg der Geschichte und den 63. internationalen Titel der Open Ära erleben.

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