Erster Rasen-Auftritt der Titelanwärter beim Juni-Masters-Series-1000-Turnier

Es ist Samstag Mittag zwanzig Minuten nach 12 Uhr, als das Handy des daheim auf der Terrasse sitzenden Tour-Veranstalters läutet, und sich der Gastgeberverein des 18. Juni-Masters-Series-1000-Turniers mit der Nachricht meldet, dass eine der beiden Meisterschaftspartien nicht wie geplant stattfinden würde. Ab 15 Uhr könnte der Tennisclub in der Baumgasse drei zusätzliche Rasencourts zur Verfügung stellen”, so die gute Nachricht zum Tage. Mit der bis dahin herrschenden Mittagsruhe im Hause des Veranstalters war es also vorbei, fortan kam hektisches Treiben auf, galt es doch binnen Minuten, gleich 6 Matches und 12 Akteure zu organisieren, um das mit gerade einmal zwei angesetzten Quali-Matches doch recht bescheidene Tagesprogramm entsprechend aufzumotzen. Am Ende schwitzten sich dann am vorletzten Tag von Superhoch “Uta” Topstars wie Adam Goodsell oder Wimbledon-Finalist Vladimir Vukicevic ins Viertelfinale des fünften Masters-1000er-Turniers der Saison. Ein Bericht von C.L

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 Vladimir Vukicevic startet mit Sieg über Mathias Wagner in sein Comeback-Turnier

Tag 2 beim 18. Juni-Masters-Series-1000-Turnier in der Landstrasser Baumgasse, und erstmals waren auch die großen Sieganwärter auf die zu gewinnenden 1000 Ranglistenpunkten am Werk. Allen voran natürlich Serbiens bester Tour-Spieler Vladimir Vukicevic. Der 31jährige aus Sombor, im vergangenen Juli Teil des legendären “Wimbledonfinales mit Ari Davis” kehrte mit einem nie zur Diskussion stehenden 6:4, 6:1 Erfolg über Mathias Wagner just am Ort seines großen Vorjahreserfolges auf die Tour zurück. Der favorisierte Serbe konnte im Duell mit der Nummer 4 des Turniers aus Niederösterreich zwar nicht wie gewohnt glänzen, eine solide Vorstellung reichte aber allemal, um Wagner dessen Rasen-Debüt – zumindest ergebnistechnisch – zu vermiesen. Der 22jährige aus Königstetten hatte zwar einige Achtungserfolge zu verbuchen, zum großen Coup und Sieg über den höher eingeschätzten Rasen-Grand-Slam-Finalisten von 2012 reichte aber die Wagner’sche Darbietung nicht. Immerhin hatte der Jungstar vom TK Big Point Muckendorf aber den besseren Start in diese Partie zu verzeichnen. Mit einem Break führte er 2:0, doch diverse Chancen, seine Führung auszubauen und Vukicevic unter Druck zu setzen, ließ Wagner leichtfertig aus. Als sein serbisches Gegner dann einmal in Fahrt gekommen war, gab es für Wagner nichts mehr zu holen. Einzig die Null konnte der Jungstar noch verhindern, dann war die Rasenpremiere des im “Race zum Masters” auf Rang 8 so glänzend platzierten Niederösterreichers auch schon wieder vorüber. “Schade, hier hätte ich heute die big points machen können, und schade auch, weil in dieser Partie  ganz sicher mehr möglich war”, analysierte der Unterlegene später im Interview.

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Englands Nr. 1 Adam Goodsell deklassiert auf dem Weg ins Viertelfinale des Juni-Masters-Series-1000-Turniers den Challenger-Tourfinal-Champion Thomas Peyerl mit 6:1, 6:1

Auf den 101. Einzelsieg seiner Karriere muss Challenger-Tourfinal-Gewinner Thomas Peyerl vorerst noch weiter warten. Nachdem der Terra-Rossa-Star am Vortag die Quali mit einem glatten 6:2, 6:1 Erfolg über Daniel Elender überstanden, und damit den 100. Sieg seiner Laufbahn eingefahren hatte, baute sich am Samstag Nachmittag im Achtelfinale des Juni-Masters-Series-1000-Events mit dem britischen Serve & Volley Giganten Adam Goodsell eine schier unüberwindbare Hürde vor Peyerl auf. Abgesehen davon, dass der Kunstrasen in der Baumgasse dem Spielstil der englischen Nummer 1 perfekt entgegenkommt, ist wohl kaum ein Zweiter im Circuit mit den Bodenverhältnissen in der Hans Bock Anlage derart vertraut wie der junge Mann aus St. Leonards on sea. Immerhin steht Goodsell in Diensten der dort etablierten Tennisschule Randal May, und damit tagtäglich mehrere Stunden auf dem dortigen Kunstrasen. Diesen Vorteil machte sich der Brite im Duell mit Peyerl zunutze, der 6:1, 6:1 Erfolg war damit keine große Überraschung.

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Patrick Wimmer ringt Peter Baumann in drei Sätzen nieder, und fügt dem 49jährigen damit die bereits fünfte Erstrunden-Niederlage in Serie zu

Ex-Wimbledonsieger Michael Kunz dürfte die letztwöchige SMS mit dem Inhalt “Spieltermin Freitag 18:45 Uhr” gelöscht haben, denn den dunklen BMW des 42jährigen Niederösterreichers suchte man Samstag Nachmittag vergeblich. Immerhin steht aber bereits der Auftaktgegner des 7fachen Titelträgers aus Deutsch Wagram fest, und der heißt Patrick Wimmer. Der 32jährige, der mit drei ansprechenden Turnier-Starts seit seinem Debüt auf Anhieb den Sprung unter die Top 150 der Hobby-Tennis-Tour realisierte, kämpfte in einem spielerisch eher matten aber dafür umso intensiver geführten Quali-Duell mit Peter Baumann, immerhin den Ranglisten-Vierzehnten in drei Sätzen nieder. Mit dem 4:6, 6:0, 6:4 Erfolg über Baumann, prolongierte Wimmer seine persönliche Erfolgsbilanz in Erstrunden-Matches auf der Tour, denn in keinem der vier Auftaktspiele musste der Newcomer bisher den Platz als Verlierer verlassen. Aufgrund seiner letzten Leistungen galt Wimmer trotz weitaus schlechterem Ranking auch im Treffen mit Top-20-Mann Peter Baumann nicht als Außenseiter. Diese Rolle konnte der 32jährige aber erst ab Durchgang 2 bestätigen, als er den Starspieler des TC Moosbrunn mit einer Null auf die Verliererstasse drängte. Im entscheidenden dritten – und wieder weitaus enger verlaufenden – Satz, versuchte Baumann zwar mit aller Gewalt die erneute Startpleite zu vermeiden, am Ende aber musste sich der 49jährige in die bereits fünfte Erstrundenniederlage in Serie fügen. Schade aus Sicht des Routiniers, der an diesem Samstag ein tolles Vierfach-Jubiläum hätte feiern können. Beim 60. Turnierstart insgesamt und beim 20. Saison-Antreten im 110. Karriere-Single den 50. Einzelsieg bejubeln zu können, diese Chance blieb mit der Dreisatz-Niederlage gegen Wimmer ungenützt. “Der Baumann ist ein guter Spieler, vorallem ein alter Taktikfuchs. Es war verdammt schwierig für mich, dieses Spiel zu gewinnen. Ansonsten bin ich ganz zufrieden, und jetzt freue ich mich schon auf das Achtelfinal-Duell mit Michael Kunz. Ich werde in jedem Fall mein Bestes geben”, betonte Wimmer am Samstag-Abend.

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Starke serbische Fraktion am zweiten Spieltag des Juni-Challenger-Turniers

Neben den Stars des 18. Juni-Masters-Series-1000-Events waren am Samstag aber auch die Challenger-Asse im Einsatz. Nach zwei Startpleiten in Folge, konnte der an Nummer 2 gesetzte Serbe Blagoje Dogandzic endlich wieder einmal über einen vollen Erfolg jubeln. Der 44jährige eliminierte zum Auftakt seines 85. Karriere-Turnierstarts den russischen Geheimfavoriten Boris Macheev mit 7:5, 4:6, 6:1, feierte damit den 25. Einzelsieg seiner Karriere und revanchierte sich erfolgreich für die glatte Zweisatz-Niederlage im Viertelfinale des heurigen Februar-Future-Turniers im UTC La Ville. Keine Probleme auf dem Weg in die nächste Runde hatte auch Slobodan Vasiljevic, der sich gegen Markus Fessel souveränst mit 6:2, 6:0 hinwegsetzte. Die ersten 6 Games gingen zwar allesamt über Einstand, danach spielte der Serbe aber seine Klasse und vorallem Routine aus, und machte ohne Probleme sein Viertelfinal-Ticket gegen Landsmann Milan Stojkov klar. Der 28jährige aus Vrsac besiegte Comebacker Christoph Eigenseder überraschend klar mit 6:3, 6:1, und brennt vor dem Duell mit Landsmann Slobodan Vasiljevic auf eine nächste Heldentat. Mit 4:6, 4:6 endete übrigens auch noch der erste Auftritt von Jens Gudenus beim Juni-Challenger der Kategorie 2. Der 29jährige Wiener überzeugte zwar einmal mehr mit tollem Kampfgeist und einer sehenswerten Aufholjagd durch den zweiten Satz, doch letztlich blieb diese im Match gegen Franz Maier nach 0:4 Rückstand doch unbelohnt.

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