Peter Klager triumphiert bei Mai-Grand-Slam-Rekord-Finale

Shooting-Star Peter Klager ist aktuell weiter der Mann der Stunde auf Hobby-Tennis-Ebene! Nur 5 Tage nach seinem 21. Geburtstag hatte der junge Wiener bereits den nächsten Grund zum feiern, erfüllte er sich doch am vergangenen Freitag den Traum eines jeden Hobby-Tennis-Tour-Spielers. Der Grand-Slam-Debütant landete am Centercourt des World Tennis Clubs Dirnelwiese den “Mega-Coup” seiner Karriere, und avancierte mit einem 5:7, 6:3, 7:5, 6:4 Finalerfolg über den als Nummer 4 gesetzten Vorarlberger Markus Kurzemann zum großen “French-Open-Champion” der Hobby-Tennis-Tour 2013. In einem knapp 4 Stunden dauernden finalen Kraftakt mit letztlich 283 ausgespielten Punkten, hatte Klager zwar nicht sein bestes Tennis gespielt, am Ende – über das gesamte Turnier gesehen – aber nicht unverdient den riesigen “Mai-Grand-Slam-Silber-Pott” beim größten, wichtigsten und prestigeträchtigsten Event des Jahres gewonnen, und sich damit zum neuen “Sandplatzkönig” der Hobby-Tennis-Tour gekürt. Mit seinem insgesamt bereits 11. Einzelsieg en suite ist Klager zudem im Circuit weiter ungeschlagen, und damit wohl auch der große Gejagte für die zweite Saisonhälfte. Ein Bericht von C.L

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Klager und seine fehlende Routine bei HTT-Siegerehrungen

Er wirkte ein bißchen unbeholfen, ja fast verloren, und es wird noch ein wenig Übung brauchen, bis sich die nötige Routine eingestellt hat, und Peter Klager bei den Siegerehrungen ähnlich brillante Figur macht, wie auf den Tenniscourts der Bundeshauptstadt. Sich richtig für die Fotographen zu platzieren, vorallem so das auch die nicht unwichtigen Sponsoren – die immerhin Klagers Siegerpreise finanziert haben – mediengerecht ins Licht gerückt sind, und dann noch das entscheidende breite Lächeln des strahlenden Champions aufzusetzen, das war nach vier Stunden aufopfernden Kampfgeistes und einem Akt der Willensstärke in einem leidenschaftlich geführten Grand-Slam-Finale womöglich aber auch gar nicht so einfach. Erst als mit Michael Kunz – dem HTT-Wimbledon-Sieger von 2008 – ein weiterer Grand-Slam-Champion “die Bühne” betrat um Klager die mächtige Siegertrophäe zu überreichen, wirkte der neue Sandplatz-König ein wenig lockerer. Als Klager dann nach dem “lästigen” Prozedere der Siegerzeremonie noch einmal den Centercourt und damit den Ort seines allergrößten Karriere-Triumphs betrat, um mit einer ausgelassenen Champagner-Dusche gemeinsam mit seinen hoch über dem Court im Salettl stehenden Eltern abzufeiern, löste sich langsam der riesige Druck und die Anspannung, die sich bei Klager in den letzten Tagen angestaut hatten. Und dieser Druck war gewaltig, wie der neue Top-Ten-Star später im Interview erzählen sollte.

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Peter Klager, Schwiegermüttertraum, HTT-Werbestar und die womöglich dominierende Figur im Tour-Zirkus der kommenden Jahre

Am Ende knapp nach 15:30 Uhr waren aber die durchwegs harten und turbulenten letzten zwei Wochen vergessen. 16 Tage die es “mental” und auch körperlich in sich hatten. 16 Tage des ewigen Zuwartens im von “Tief Frederik” verursachten “Shit-Wetter”, 6 Grand-Slam-Single-Matches gegen teils hervorragende und höher eingeschätzte Gegner, dazu Lern- und Prüfungsstress sowie der 21. Geburtstag, wenn wundert es da noch, dass Klager nach seinem intensiven 4 Stunden-Final-Marathon und den Strapazen der Siegerehrung ein Zentner schwerer Stein von Herzen fiel. Im Nachhinein betrachtet ist Klager sogar ein echter “Zufalls-Major-Champ”, denn eigentlich so Klager “hatte ich aufgrund kaum vorhandener Zeit überlegt, gar nicht erst am Mai-Grand-Slam-Turnier teilzunehmen”. Hat er dann aber doch, und das war gut so, denn mit dem 21jährigen kann sich die Hobby-Tennis-Tour über einen würdigen “French-Open-Gewinner” freuen, der obendrein auch für die perfekte Außendarstellung der größten und von Babolat gesponserten Breitensport-Turnierserie des Landes sorgte. Klager ist sowas wie ein “gecasteter” Wunschkandidat für den Titel des Mai-Grand-Slam-Champions. Als Traum aller Schwiegermütter passt er optisch perfekt in die mittlerweile überall im world wide web etablierte Hobby-Tennis-Tour. Ob auf der HTT-Webseite, im Facebook, auf Twitter oder Youtube, der Strahlemann mit dem in den Strebersdorfer Himmel gereckten Silberpott, das ist die perfekte Werbung für das Unternehmen HTT. Mit 21 Jahren repräsentiert Klager obendrein  auch noch die “New Generation” an vielen unheimlich jungen und starken Spielern, die auf Jahre hinaus den Tour-Zirkus dominieren werden, und die Nachfolge von Mayrhuber, Kiss, Korger, Müller, Kunz und wie sie alles heißen längst angetreten haben. Wenn dann einer wie Klager auch noch fürstliche Umgangsformen pflegt und mit seiner Art aller Orts Sympathie ausstrahlt, dann hat man insgeheim sogar die perfekte Nummer 1 der Hobby-Tennis-Szene gefunden.

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Mama Gertraud und ihre emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle

Natürlich hat so ein Erfolg auch Wurzeln, und die Basis für solch grandiose Leistungen wie Klager sie bei der 22. Auflage des Mai-Grand-Slam-Turniers vollbracht hat, ist wie oftmals bei erfolgreichen Sportlern im Kreis der Familie zu suchen. In 22 Jahren und 86 Grand-Slam-Finalmatches der Open Ära auf der Tour hat man noch nie einen derartigen Familien-Zusammenhalt wie am vergangenen Freitag erlebt. Eine ganze Sippe lebte mit, als der Sohnemann um den begehrtesten Hobby-Tennis-Titel des Landes kämpfte. Mama Gertraud stand vier Stunden lang hoch oben auf der Tribüne des World Tennis Clubs und fieberte hypernervös elends lange 240 Minuten mit dem Sohnemann mit, ehe der große Triumph endlich perfekt war. Es war auch für die Klager-Mama ein richtig anstrengender Freitag, und gar nicht so einfach, die ständigen “Up & Downs” des Juniors auf dem exakt 3:58 Stunden dauernden Weg zum HTT-Olymp mitzuverfolgen und hautnah mitzuerleben. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, und für die letzte Runde stieg dann auch der zunächst verhinderte Klager-Papa live vor Ort in die Hochschaubahn mit ein.

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Gute Freunde kann man nicht trennen – und was hinter der “Bruderschaft” mit Alex Scheller steckt

Neben einem intakten und harmonischen Familienleben schätzt der frischgebackene Mai-Grand-Slam-Sieger aber auch noch ein Gut sein Eigen, dass viele Menschen sich wünschen, diesem allerdings ein Leben lang vergeblich hinterherlaufen. “Gute Freunde kann niemand trennen”, unter diesem Motto steht eine Freundschaft Klagers, die man so nur ganz selten findet, und in dieser Form eigentlich schon über eine normale Freundschaft hinausgeht. Mit Juni-HTT-250-Sieger Alexander Scheller verbindet Peter eigentlich schon eine Art “Bruderschaft”, die die Dimensionen einer Alltags-Freundschaft in jeder Hinsicht sprengt. Die Kumpels “Peter & Alex” verbindet mehr als nur der eine oder andere Disco-Besuch oder ein feucht fröhliches Saufgelage. Es ist auch nicht so, dass sich der eine oder andere im gleißenden Licht des Triumphes des jeweils anderen sonnt. Nein, die beiden HTT-Freunde halten dicke zusammen, auch wenn es einmal weniger erfreulich Phasen – auch im Privatleben – durchzutauchen gilt. Da sind Momente dabei, die wirklich belegen, was hinter dem – womöglich für so manchen neutralen Beobachter – übertrieben dargestellten Freundschaftsverhältnis steckt, die aber nicht, aber auch schon gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. Eine kleine öffentlich gemachte Episode sei trotzdem gestattet. Sie erzählt, dass Klager und Scheller sich gefunden haben, auf einer Wellenlänge liegen, und sowas wie den sechsten Sinn füreinander entwickelt haben, und über eine Spiritualität der besonderen Art miteinander verbunden sind. Am 19. Februar 2007 gewann Alexander Scheller beim Februar-Second-Series-Turnier (heutige Challenger-Tour) seinen ersten Titel im Circuit, und sechs Jahre später exakt am 19. Februar 2013 triumphierte Kumpel Peter Klager erstmals beim Februar-Masters-Series-1000-Turnier. “Das ist doch kein Zufall oder?”. In jedem Fall aber wusste Peter Klager auch im ersten Moment des Triumphes, am letzten Freitag, wohin ihn sein Weg führte. Kaum hatte er den wichtigsten Matchball seines Lebens verwandelt, und den Gang zum Shakehands mit Markus Kurzemann absolviert, setzte er laufenden Schrittes quer über drei Plätze zu Kumpel Alex an, wo mit einem “brüderlichen Brustsprung” auf eigene Art quasi abegklascht wurde.

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Underdog Kurzemann holt mit brillant umgesetzter Taktik den ersten Satz mit 7:5

Lange Zeit freilich hatte es im Endspiel des 22. Mai-Grand-Slam-Turniers gar nicht nach einem Erfolg des favorisierten Peter Klager ausgesehen. Die Experten und Mitspieler hatten sich im Vorfeld des 31. Saisonfinales auf einen Triumph des 21jährigen eingeschworen. Im eigens organisierten Tippspiel rund um den “French-Open-Final-Showdown” der Hobby-Tennis-Tour setzten 80 Prozent ihre Hoffnungen auf Klager, während Kurzemann zum totalen Außenseiter verkam. Eine Rolle, die dem 32jährigen aus Dornbirn aber wohl gar nicht so unrecht war, und die ihm im Verlauf des vierstündigen Matches auch ganz ordentlich zu Gesicht stand. Denn Kurzemann hatte womöglich um die Spur weniger Druck und Erwartungshaltung auszuhalten als sein mit 10 Siegen im Gepäck angereistes Gegenüber. Bislang ungeschlagen im Circuit zu sein, und dann womöglich das wichtigste Match des Jahres nicht zu gewinnen, das war kopftechnisch für Klager wohl eine andere Kiste als in der Rolle des Underdogs nach dem “persönlichen sportlichen Lebenstraum” zu streben, wie Kurzemann es versuchte. Und der Vorarlberger trat im ersten Satz des zweiten Major-Endspiel des Jahres auch ganz und gar nicht wie ein “vorbedachtes Opfer” auf, das maximal als Begleitservice für den neuen French-Open-Champion dienen würde. Nein, Kurzemann hatte sich im Vorfeld eine seriöse Taktik überlegt, und diese mit der Routine seiner 32 Jahre perfekt in die Tat umgesetzt. Mit viel Slice von der Rückhand, nahm der Lände-Server dem druckvollen und präzisen Powertennis seines Gegners die komplette Wirkung, und stellte den 11 Jahre jüngeren Gegner vor echte Probleme. Klager war rat- und planlos, als er einen hin und her wogenden ersten Durchgang nach 61 Minuten mit 5:7 abgegeben hatte. Kurzemann war zuvor das scheinbar vorentscheidende Break zum 5:3 gelungen, als Pech mit einem Rückhand-Netzroller die frühe 6:3 Führung vereitelt. So musste der Mai-Masters-Series-1000-Sieger sogar das Re-Break hinnehmen, und als er bei 5:4 drei weitere Satzbälle am Return ausgelassen hatte, dachten viele Zuschauer oben im WTC-Salettl bereits an eine Wende in diesem Eröffnungssatz. Doch Kurzemann hielt trotz vier verjuxter Satzbälle seine Linie, agierte überaus diszipliniert, und ließ im Gegensatz zum zwar offensiveren aber auch fehlerhafteren Peter Klager die Quote an unforced errors in einem überschaubaren Bereich. Tja, und plötzlich war er weg, der erste Satz aus Sicht des Klager-Clans, und auch der erste Satz im Verlauf des gesamten Turniers, der das French-Open-Endspiel 2013 überdies in eine völlig neue Ausgangslage tauchte.

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Kurzemann im zweiten Satz mit “Major-Alptraum made in Vorarlberg”

Natürlich sind das alles nicht mehr als ein paar Spekulationen, aber womöglich hätte Markus Kurzemann dem ersten Grand-Slam-Finale seiner Karriere eine andere Richtung verleihen können, wenn er in der Anfangsphase des zweiten Satzes ein wenig aus seinem taktischen Konzept geschlüpft, und den ein oder anderen risikobereiteren Ballwechsel gespielt hätte. Immerhin führte der robuste und bullige Lände-Bomber mit 2:1, 0:15, als er in dieser Phase mit seinen Grundlinienschlägen zu kurz, defensiv und vorallem passiv agierte, und Klager so “Raum” für drei flotte Winner-Schläge zum 2:2 bot. Ein paar Minuten später war der eigentlich nur ganz langsam auf Touren kommende Wiener endgültig zurück im Geschäft, denn Kurzemann hievte sein wankendes Gegenüber mit einer katastrophalen Aufschlag-Bilanz förmlich zurück in dieses Spiel. Es waren bitteren Phasen, denn der Vorarlberger servierte seine drei schlechtesten Aufschlagspiele im zweiten Satz. Zunächst schwächelte er mit zwei Doppelfehlern zum 2:3, und als er sich mit prompten Re-Break zurückgekontert hatte, patzte er auch beim Service-Game zum 3:4. Das Spiel zum 3:6 war schließlich nur der Gipfel an horrender Aufschlag-Kunst. Sieben Doppelfehler standen gegen Ende des zweiten Satzes in der Matchstatistik zu Buche, neben gerade einmal 36 Prozent an ersten Aufschlägen ein echter Major-Alptraum “made in Vorarlberg”.

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Kurzemann holt im dritten Satz einen 0:4 Rückstand auf, serviert bei 5:4 sogar auf die 2:1 Satzführung, ehe er sich 5:7 geschlagen geben muss

Vom Schock des Satzausgleiches schien sich Kurzemann vorerst überhaupt nicht erholen zu können. Der 32jährige hatte das Spiel aus der Hand gegeben, er servierte weiter grottenschlecht, dazu Doppelfehler um Doppelfehler vorallem in heiklen und ungünstigen Phasen, und er half einem keineswegs sattelfesten und nicht so souverän wie in den Runden davor spielenden Klager immer wieder auf die Beine. Es waren beinahe geschenkte Games, die Klager zu Beginn des dritten Durchgangs erbte. Mit zwei Doppelfehlern in Serie war aus Kurzemann-Sicht das zweite Game rasch verschenkt, zu Null ging auch das dritte Spiel im diesem Heat an Klager, und als Draufgabe stolperte Kurzemann mit dem sechsten kassierten Break in Folge und dem siebenten abgegeben Game in Serie in einen scheinbar vorentscheidenden 0:4 Rückstand. Kurzemann war völlig von der Rolle, stand neben den Schuhen und wirkte angezählt, wie ein Boxer nach 10 Runden dauerhaft einsteckender Schläge. Eigentlich war es ein Wunder, und andererseits auch bezeichnend und sinnbildlich für Klagers gar nicht so überragende Final-Performance, dass Kurzemann im dritten Heat trotz 0:4 noch einmal zurückkam, und bei 5:4 sogar auf den Gewinn des dritten Satzes servierte. Natürlich hatte beim 21jährigen nach der 4:0 Führung die Konzentration ein wenig nachgelassen, war auch der Fokus kurz weg. Passieren darf sowas aber trotzdem nicht, speziell in einem Grand-Slam-Finale. Mit Jubiläums-Doppelfehler Nr. 10 hatte Klager drei miserabel absolvierte Aufschlagspiele abgeschlossen, und ebensoviele Breaks kassiert. Sein Ländle-Freund aus Dornbirn hätte eigentlich nur mehr “dankend” ausservieren müssen, doch das mit dem Aufschlag war aus Kurzemann-Sicht ein eigenes Kapitel an diesem Finaltag. Mit “leicht gesteigerten” 41 Prozent am ersten Service, reißt man halt auch auf Hobby-Ebene bei einem Major keine Bäume aus, und so folgte die Strafe auf dem Fuß. Nach 5 gewonnenen Games in Serie, musste Kurzemann drei Spiele in Folge (davon zwei bei eigenem Aufschlag) abgeben, und seinem Gegenüber den dritten Durchgang nach weiteren 62 Minuten mit 5:7 überlassen.

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Peter Klager braucht im Finish die gütliche Mithilfe Kurzemanns, um sich nach 3:58 Stunden und einem 5:7, 6:3, 7:5, 6:4 Erfolg zum neuen Sandplatzkönig der HTT küren zu lassen

Der vierte Satz wurde dann beinahe zur Kopie von Durchgang 3. Wieder ließ Kurzemann seinen Gegner auf und davon ziehen, abermals lag Klager mit zwei Break im Rücken 4:0 in Front, und neuerlich begann im Lager des späteren Siegers noch das große Zittern. Diesmal sogar noch heftiger, denn Peter hatte sich mit einem weiteren Break die 5:1 Führung besorgt, und damit alle Trümpfe in der Hand, ohne übermäßigen Ergebnisdruck und ohne großer Nervosität den Titel endlich heimzuspielen. Doch denkste, die Belastung war unvermindert hoch, als “Klager vier Versuche lang “kläglich” scheiterte, den Sack endlich zuzumachen, und seine Mutter vom nervlichen Stress des Mitzitterns zu befreien. Dem Druck war Klager nicht gewachsen. Bei 5:3 hatte der 21jährige zum zweiten Mal die Chance, mit eigenem Aufschlag den “French-Open-Sieg der HTT” zu realisieren, doch der Versuch endete mit einem zu Null kassierten Break zum 4:5. Und so musste der 21jährige am Ende richtig froh und dankbar sein, dass sich Markus Kurzemann in der Rolle des Wohltäters gefiel, und ihn quasi auf den Thron hob. Mit den Doppelfehlern Nr. 15 und 16 besiegelte Kurzemann sein Schicksal quasi selbst, und um exakt 15:32 Uhr, nach 3 Stunden und 58 Minuten war Klager unter dem Jubel seiner Eltern endlich am Ziel der Träume angelangt.

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Peter Klager gewinnt das längste Mai-Grand-Slam-Finale der Geschichte, und räumt Sachpreise im Wert von über 800,– Euro ab

Es war mit erwähnten 3:58 Stunden das längste Mai-Grand-Slam-Finale der Geschichte, um 17 Minuten länger als das bisherige French-Open-Rekord-Endspiel zwischen Victor Stabrawa und Franz Mayrhuber aus dem Jahre 2011, als der Jungstar nach 5 Sätzen die Oberhand behalten hatte. Nur 3 Minuten fehlten auf das längste “Mai-Grand-Slam-Single”, das Tashi Liu und Filip Vladkov im “French-Open-Achtelfinale 2005” ablieferten. Wobei streng genommen das 2013er-Endspiel als neues Rekord-Duell der Mai-Grand-Slam-Geschichte aufgenommen werden müsste. Denn die 3:58 Stunden sind jene Spielzeit, die das Endspiel ohne Unterbrechungen andauerte, während bei Vladkov vs. Liu in der grauen Vorzeit der HTT-Geschichte ein rund 20minütiger nicht herausgestoppter Platzwechsel inkludiert ist. Den beiden Hauptdarstellern des vergangenen Freitag war es aber letztlich egal! sie waren Teil des Endspieles jenes Turniers, dass aufgrund seiner Länge in die Annalen der Tour-Geschichte eingegangen ist. 16 Tage dauerte es vom ersten Aufschlag bis zum absolvierten Finale, ein wenig ruhmreicher Rekord. Der Triumphator des Major-Marathons hingegen durfte sich über den Umstand freuen, dass er erst als zweiter Spieler der Open Ära nach Alexander Geisler das Kunststück zu Wege gebracht hatte, das wichtigte Turnier der Szene ungesetzt zu gewinnen. Als Lohn dafür gab es 2000 Ranglisten-Punkte und den erstmaligen Sprung unter die Top Ten, dazu neben dem Silberpokal auch noch Sachpreise im Wert von über 800 Euro, wie beispielsweise das neue Babolat-Racket Edition Rolland Garros, eine 200 Meter Rolle der aktuellen Nadal-Saite und zwei dankenswerter Weise vom BET-AT-HOME-CUP in Kitzbühel zur Vefügung gestellten VIP-Tickets für das ATP-Turnier in der Gamsstadt.

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Peter Klager: “Das war ganz bestimmt der bisher größte Sieg in meinem Tennis-Leben”

Nach 11 Einzelsiegen in Serie und den vielen gewonnenen Sachpreisen, tat sich der neue Sandplatz-König dann natürlich recht leicht, sich den Fragen des Veranstalters bei der abschließenden Pressekonferenz zu stellen. Das er im Endspiel nicht jene Souveränität und Leichtigkeit ausstrahlte wie in den Runden davor, das ihm die Lockerheit in vielen Phasen seines Grand-Slam-Final-Debüts anhanden gekommen war, das Alles wollte der Sieger gar nicht bestreiten oder gar schönreden. “Ich bin einfach nur fix und fertig. Das war ein unglaublicher Marathon. Ist es schon ein irre geiles Gefühl, hier als Sieger eines solch starken und großen Turniers zu sitzen. Die Preise sind alle unglaublich, aber die VIP-Tickets für Kitzbühel sind der Oberhammer. Jetzt kann ich es ja sagen! Der Druck war riesig. Am heftigsten war die Anspannung am Mittwoch nach dem Sieg vom Alex im Juni-HTT-250-Turnier. Da wurde mir bewusst, ich habe nur mehr 2 Tage und dann sollte ich auch einen Sieg einfahren. Und das war heute nur ganz schwer in die Tat umzusetzen. Der Markus hat speziell im ersten Satz so konstant gespielt. Das Schlimmste war, dass er teilweise so unglaublich präzise und intelligent agiert hat. Sein Hirn haben nicht viele Spieler. Ich hatte auf einmal keinen Plan mehr, und nur mehr geschaut, was in diesem Match passiert. Das war richtig hart, eine echte Zitterpartie für mich und meine Familie. Eigentlich dachte ich bei 4:0 im dritten Satz, dass Markus kapituliert, das 4:5 war wie eine Watsch’n, auch weil ich in dieser Phase einfach zu dumm war, um das Spiel früher zu beenden. Jetzt bin ich aber superglücklich. Das war ganz bestimmt der bisher größte Sieg in meinem Tennisleben, auch weil ich viele Leute in diesem Turnier geschlagen habe, die im Vorfeld als stärker eingeschätzt wurden. Das ich obendrein noch immer auf der HTT ungeschlagen bin, ist eine geile Sache. Mein erklärtes Ziel für den Rest der Saison ist aber die Teilnahme am Masters”, verkündete Klager.

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Finalverlierer Markus Kurzemann mit dem Erreichen des Finales nicht unzufrieden

Er äußerte sich zufrieden über das Erreichen des Finales, glücklich über die gewählte und lange Zeit auch recht erfolgreich umgesetzte Final-Taktik, aber einmal ganz ehrlich: Kann man wirklich happy sein, wenn man nach 4 Stunden aufopfernder Einsatzbereitschaft ganz knapp an jenem Ziel scheitert, das man im Kopf als “sportlichen Lebenstraum” mit sich herumträgt? Ich denke nein, und so war es eher ein Akt der Tapferkeit, wie Kurzemann seinen heroisch knapp verlorenen Final-Fight zu analysieren versuchte. Er kämpfte um die richtigen Worte, wie überhaupt das gesamte Mai-Grand-Slam-Turnier 2013 aus Sicht des Vorarlbergers ein einziger Kraft- und Kampfakt war. “Kurze” musste drei Mal über die volle Distanz gehen, ehe er Ex-Wimbledonsieger Thomas Müller, die deutsche Titelhoffnung Jan-Philip Hupasch und den rumänischen Überraschungsmann Rares Maftei ausgeschaltet hatte. Der 32jährige musste sich durchringen, ehe er mit dem aus seiner Sicht absolut wichtigsten Turnier des Jahres nach zwei eher erfolglosen Versuchen endlich Frieden geschlossen hatte. “Mein Ziel hier war das Semifnale, und das habe ich sogar übertroffen. Damit habe ich alles erreicht”, so der an “4” gesetzte Westösterreicher. “Ab dem dritten Satz hatte ich körperlich ziemlich große Probleme. Ich hatte das viel anstrengendere Programm als mein Gegner, und das könnte am Ende den Ausschlag gegeben haben. Ich hatte mir vorgenommen, viel mit Slice zu spielen, um Klager den Rhythmus zu nehmen, auch weil er dieses Spiel nicht so gewohnt ist. Mein Slice war sehr unangenehm für ihn, vorallem mein Side-Spin machte ihm große Schwierigkeiten. Auch ich war sehr nervös, aber mir war schon vor dem Spiel klar, dass es aufgrund des “Best of Five” Modus sehr schwer werden würde. Es war auch gar nicht so einfach, die Balance zwischen Sicherheit und Angriffstennis zu finden. Machst du zuviel Druck und verausgabst dich, kann das in einem 5-Satz-Finale recht rasch böse enden. Es war von daher auch eine Kopfsache”, so Kurzemann, der sich mit dem erstmaligen Finaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier im Ranking auf Position Nr. 3 vorschieben konnte.

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