Vor dem wichtigsten Sandplatz-Match des Hobby-Tennis-Tour-Jahres

Heute Abend um 19 Uhr startet mit drei Partien der Qualifikation zum 16. Juni-HTT-500-Turnier 2013 die heurige rund zweieinhalb Wochen dauernde Rasensaison der Hobby-Tennis-Tour. Bevor die HTT-Stars aber auf das mit Quarzsand überzogene Grün des WAT Landstrasse wechseln, wartet auf die gesamte Hobby-Tennis-Szene dieser Stadt noch das ultimative Highlight des Jahres auf roter Asche. Die Entscheidung beim größten und bedeutendsten Event des Tour-Zirkus steht nämlich mit dem Finale des 22. Mai-Grand-Slam-Turniers zwischen dem an Nr. 4 gesetzten Markus Kurzemann und dem im Circuit noch ungeschlagenen Februar-Masters-Series-1000-Champion Peter Klager an. Das “French-Open-Endspiel” der Hobby-Tennis-Tour gilt in Hobby-Tennis-Kreisen als das wichtigste Tennismatch des gesamten Jahres. Wer den Showdown im prestigeträchtigsten Sandplatz-Treffen der Hobby-Tennis-Szene für sich entscheiden kann, erreicht gleichsam Kult-Status und den Olymp der Hobby-Tennis-Welt. Einmal das Mai-Grand-Slam-Turnier gewinnen heißt, massigst Anerkennung in der Kollegenschaft genießen, seinen Platz in der Tour-Geschichte für immer inne haben, und aktuell mit 2000 Punkten und Sachpreisen im Wert von 820,– Euro zum strahlenden Helden des 14. Juni 2013 zu avancieren. Ein Kurzbericht von C.L

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Schlechtwetter macht es möglich – Die 2013er-Ausgabe des Mai-Grand-Slam-Turniers ist mit 16 Spieltagen das längste Major-Event der Tour-Geschichte

Wenn die Nummer 4 der HTT-Computer-Rangliste aus Vorarlberg Markus Kurzemann und der noch immer unbesiegte Grand-Slam-Debütant Peter Klager am heutigen Vormittag um 11 Uhr den Centercourt des World Tennis Clubs betreten werden, dann geht sie nach knapp über zwei verregneten Wochen doch noch zu Ende, die 22. Auflage des Mai-Grand-Slam-Turniers 2013. Eine “never ending story”, die sprichwörtlich vom dauerhaften und nachhaltigen “Regen” in die “Traufe” mit riesigen zu lösenden Terminproblemen kam. Das Schlechtwetter-Chaos beim 86. Major-Event der Open Ära wird in aller Erinnerung bleiben, auch weil sich die 22. “French Open der HTT” mit einem zweifelhaften Minusrekord in die Geschichtsbücher katapultierten. “Tief Frederik” und seine Ausläufer machten es möglich, denn nachdem auch der ursprüngliche und für Dienstag 14 Uhr angesetzte Finaltermin dem abermals schlechten Wetter zum Opfer fiel, war sie endgültig gefallen, die Marke für das am längsten dauernde Grand-Slam-Turnier der Geschichte. 2006 waren vom Eröffnungsspiel bis zum großen Endspiel mit dem zweiten Titelgewinn des Bernhard Nagl exakt 15 Tage vergangen, dieses Jahr beschließen Kurzemann und Klager das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres nach genau 16 Tagen.

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Was auf die beiden Grand-Slam-Final-Debütanten in einem Major-Endspiel zukommen kann

Zumindest wenn man den aktuellen Prognosen der diversen Online-Wetterdienste glauben darf, erleben wir heute ab 11 Uhr aber einen trockenen, sonnigen Finaltag beim 310. Sandplatz-Turnier der Open Ära. Und damit wäre auch wettertechnisch angerichtet für einen sandigen Showdown der absoluten Spitzenklasse, denn sportlich betrachtet darf man sich vom Duell zwischen dem bislang so souverän agierenden ungesetzten Grand-Slam-Neuling Peter Klager und dem top motivierten Mai-Masters-Series-Champion Markus Kurzemann ohnehin einiges erwarten. Wer hat aber nun die besseren Chancen, sich am frühen Freitag-Nachmittag mit einem “French-Open-Titel der HTT” unsterblich zu machen? Nun, mit einer zu verteilenden Favoritenrolle sollte man in einem Grand-Slam-Finale allgemein vorsichtig sein. Alles was man im Verlauf eines langen Grand-Slam-Turniers sehen konnte, kann mit einem Schlag dahin sein. Bislang sorgte nasses Wetter für eher langsame Bedingungen im World Tennis Club, just am Endspieltag könnte aber trockenes Wetter für rasante Verhältnisse garantieren. Das kommt der Faktor “Best of Five”. Geht es über 4 oder 5 Sätze, musst du physisch richtig gut drauf sein, hast du als Spieler die ersten beiden Sätze gewonnen, heißt es mental top sein, denn das Gefühl, jedes andere Finale mit 2:0 Sätzen bereits gewonnen zu haben, kann sich zum trügerischen Malheur entwickeln. Ein Major-Endspiel ist kein gewöhnliches Entscheidungsspiel um irgendeinen x-beliebigen Titel. Schon “normale” Final-Entscheidungen haben ihre eigenen Gesetze und spielen den beteiligten Akteuren oftmals einen nervlichen Streich. Die mentale Belastung und der Druck vor einem Grand-Slam-Endspiel sind aber noch ungleich höher. Die vergangene Nacht wird weder bei Kurzemann noch bei Klager eine “tief und fest durchgeschlafene” gewesen sein, zuviel steht am Freitag Vormittag ganz einfach auf dem Spiel.

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Der neue Mai-Grand-Slam-Sieger 2013 nimmt Preise im Wert von EUR 820,– mit nach Hause

In Zeiten der megastarken und vorallem ultradichten Hobby-Tennis-Szene kommt man nicht alle Tage in eines der vier Saison-Major-Finali. Von daher ist schon alleine das Erreichen eines der vier “Mega-Matches” ein echtes Karriere-Highlight für jeden Spieler. Einen Grand-Slam-Titel auf seiner persönlichen sportlichen Visitenkarte zu haben, ist ein echter Meilenstein, 2000 Punkte für den Sieg sind wohl schon so was wie die gelöste Fahrkarte in Richtung HTT-Tour-Final, und wer nimmt nicht gerne herrliche Preise im Gesamtwert von 820,– Euro mit nach Hause! Das neue Babolat-Racket “Rolland Garros”, eine 200 Meter Rolle der Nadal-Saite, 2 VIP-Tickets für das ATP-Turnier in Kitzbühel und die traditionelle Silber-Trophäe gibts noch obendrauf.

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Der in 10 Spielen noch unbesiegte Peter Klager möchte jetzt auch noch das wichtigste Match seiner Karriere gewinnen, und als zweiter ungesetzter Spieler nach Alexander Geisler bei den French Open der HTT triumphieren

Machen wir jetzt noch einen Blick auf die beiden Haupt-Protagonisten des großen Mai-Grand-Slam-Finales. Nimmt man die bislang im Verlauf des Turniers gesehenen Leistungen zum Maßstab, dann führt natürlich kein Weg vorbei an Peter Klager. Der 21jährige düste in seinen bisherigen fünf Partien ohne Satzverlust in sein erstes Grand-Slam- und zweites Karriere-Finale. Sowohl der halbgriechische Terra-Rossa-Spieler Alexander Barbunopulos in Runde 1, als auch Challenger-Star Peter Baumann in Runde 2 waren mit nur vier gewonnenen Games nicht mehr als nette Sparringpartner. Richtig imposant waren aber Klagers weitere Auftritte, wie jenen im Achtelfinale gegen Vorjahresfinalist Nikolaus Kremser, im Viertelfinale gegen die “13” des Turniers Mathias Wagner und im Semifinale gegen den von allen Fachleuten favorisierten Lokalmatador Bernd Jaschke. Klager besiegte sie alle, und das noch dazu in richtig überzeugender Manier. Der Druck auf den 21jährigen wird deswegen aber nicht kleiner, denn jetzt möchte der seit 10 Spielen ungeschlagene Wiener natürlich auch noch das bislang wichtigste Spiel seiner Karriere gewinnen. Und Klager wäre erst der zweite Spieler der Tour-Geschichte, der die “French Open der HTT” als Ungesetzter gewinnen würde. Dieses Kunststück gelang bisher nur Alexander Geisler, dafür gleich zwei Mal nämlich 2009 und 2012.

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Markus Kurzemann als letzter übriggebliebener Gesetzter wird voll motiviert um seinen ersten Grand-Slam-Karriere-Titel kämpfen

Ganz anders, nämlich viel beschwerlicher verlief der Weg des Markus Kurzemann ins Endspiel des Mai-Grand-Slam-Turniers. Der 32jährige Vorarlberger hatte zwar als Nr. 4 gesetzt zum Auftakt in Runde 1 ein Freilos, und in Runde 2 gegen den frischgebackenen Juni-HTT-250-Champion Alexander Scheller keine groben Schwierigkeiten, doch ab dem Achtelfinale mühte sich der Lände-Bomber jeweils über die volle Distanz von drei Sätzen in sein erstes Grand-Slam-Karriere-Finale. Sowohl gegen Ex-Wimbledon-Sieger Thomas Müller in der Runde der letzten 16, als auch im Viertelfinale gegen Deutschlands Nr. 1 Jan-Philip Hupasch und auch im Semi gegen Trainings-Kumpel Rares Maftei, musste sich der Dornbirner voll ausgeben, um sein 16. Tour-Finale zu erreichen. In entsprechender Sandplatz-Form ist auch Kurzemann, wie sein jüngster Triumph beim Mai-Masters-Series-1000-Event im UTC La Ville zeigte, und in Sachen Motivation, dürfte in diesem Turnier ohnehin kaum ein Spieler “schärfer” sein, als der zünftige Vorarlberger. Das Mai-Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, das ist der große und erklärte Traum des Markus K., und dafür wird er am Freitag Abend alles tun. Die Auftakt-Pleite des Vorjahres ist längst vergessen, doch jetzt soll aus Sicht des Ranglisten-Vierten die absolute Krönung her.