Lokalmatador Christoph Mayer nach Mai-Grand-Slam-Aus mächtig sauer

Am bislang noch immer einzigen Spieltag bei den “22. French Open der Hobby-Tennis-Tour” am vergangenen Samstag waren auch erstmals einige Gesetzte und mehrere Titel-Mitfavoriten im Einsatz. Frühzeitig gescheitert von den mit einem Freilos ausgestatteten Top 16 des Turniers ist eigentlich nur der an “11” gereihte Peter Baumann. Ansonsten haben die Stars des zweiten Saison-Majors ihren “Kennenlern-Auftritt” mit den Courts des erstmals als Austragsungsort festgelegten World Tennis Clubs problemlos hinter sich gebracht. Ein kurzer Bericht von C.Limg_4975

Olympiasieger Christoph Mayer reiste nach Zweitrunden-Aus über Renee Glatzl und enttäuscht von Spielansetzungen sofort ab und heim nach Kärnten

Er ist hier beim 22. Mai-Grand-Slam-Turnier an Nummer 3 gesetzt, er verfügt – von allen Experten anerkannt – über jenes Tennis, mit dem man bei einem “Major” für Furore sorgen kann, und er war – obwohl erst 19 Jahre alt – schon vor sieben Jahren in der Saison 2006 als geradeeinmal 12jähriger am Start des größten und wichtigsten Sandplatzturniers der Stadt. Über die zweite Runde war Jungstar Renee Glatzl hier allerdings noch nie hinausgekommen, ein Makel den der Ex-Terra-Rossa-Spieler am Samstag Nachmittag beheben konnte. Genau an seinem Geburtstag – “HAPPY BIRTHDAY LIEBER RENEE” – zog der Glatzl-Junior zum ersten Mal in seiner Karriere ins Achtelfinale des Mai-Grand-Slam-Turniers ein, und das nach einem 7:5, 6:1 Erfolg über Lokalmatador Christoph Mayer. Und während sich die Nummer 3 des HTT-French-Open-Tableaus nun in der Runde der letzten 16 mit TK Big Point Muckendorf-Star Matthias Wagner messen darf, war der Zweitrundenschlager für seinen Gegner zum totalen Grand-Slam-Alptraum mutiert. Das Mayer-Aus bei seinem Lieblingsturnier und noch dazu “Daheim im World Tennis Club” hatten einen bitteren Nachgeschmack. Der Kärntner reiste unmittelbar nach seinem Scheitern heim nach Kärnten, ließ sogar die Players-Party links liegen, und war “angeblich” stinksauer auf die Organisation und entzürnt über die Ansetzungen der diversen Partien auf den Showcourts des WTC.

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Das Tohuwabohu um Mayers Spielansetzung und warum ihm ein Match auf Court Nr. 5 die Motivation im Kampf mit Jungstar Renee Glatzls kostete

Nun, was war genau passiert. Zunächst hatte der 28jährige aus Treffen am Centercourt Terra-Rossa-Jungstar und April-HTT-150-Champion Andreas Tolunay mit 6:1, 6:0 verprügelt. “Ich war noch nie in meinem Leben in einem Tennismatch so chancenlos”, kommentierte der Verlierer das Mega-Debakel im 179. Match seiner Tour-Karriere. Mayer war eine Runde weiter, wirkte froh und zuversichtlich, bei seinem “Heim-Grand-Slam” eine entscheidende Rolle spielen zu können. So sehr hatte sich der Kärntner Lokalmatador im Vorfeld für die Verlegung des Mai-Grand-Slams an die Dirnelwiese eingesetzt, umso größer wird daher die Enttäuschung über das frühe Aus gewesen sein. Und das ereilte ihn auf Platz Nr. 5, und darüber war der April-HTT-250-Champ – na sagen wir mal – wenig amused. Weil der Centercourt eine Stunde frei stand, und auf Showcourt Nr. 2 ein gewisser Manfred Buzek als Challenger-Spieler seinen Hauptbewerbsplatz im Quali-Doppelpack perfekt machte. Dazu kam, dass Stadionsprecher Horst Gruber Minuten zuvor noch die Partie “Mayer vs. Glatzl” auf Court Nr. 2 angekündigt hatte, ehe der Veranstalter ihn zum Schlagerspiel mit Glatzl auf den “hinteren Fünfer” schickte. Die Verbannung ins Abseits kostete Mayer speziell im zweiten Satz mit Glatzl vieles an Motivation, und letztlich das Aus bei seinem Lieblingsturnier. Damit ist der Mann mit der stärksten Rückhand im Circuit bereits zum dritten Mal in Serie in Runde 2 des Mai-Grand-Slam-Turniers ausgeschieden. 2011 musste er sich im Bundesländer-Gipfel gegen den Vorarlberger Markus Kurzemann geschlagen geben, und im Vorjahr war er an Rumäniens Topspieler Rares Maftei vorzeitig gescheitert. Im anschließenden Interview ließ Mayer seiner Enttäuschung noch gar nicht freien Lauf, erst später erfuhr man seitens der Turnierleitung vom Mayer’schen Frust. “Ich bin nicht enttäuscht. Renee hat sehr gut und vorallem konstant gespielt, konstanter als gedacht. Wieder einmal muss man sagen, hat das Wetter bei einem Mai-Grand-Slam nicht mitgespielt. Ich habe jetzt mein viertes Mai-Grand-Slam gespielt, und vier Mal hatten wir schlechtes Wetter. Und viermal waren die Plätze damit auch nicht in jenem Zustand, mit dem ich am besten zurecht komme. Bei diesen Bedingungen bin ich einfach nicht bei den besten Spielern dabei”, so Mayer.

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Tour-Newcomer Patrick Wimmer wirft Markus Hobiger aus dem Turnier und begleitet den an Nummer 9 gesetzten Jürgen Buchhammer in dessen erstes Grand-Slam-Achtelfinale

Zum ersten Mal in seiner Karriere steht auch Jürgen Buchhammer in einem Grand-Slam-Achtelfinale. Der Ranglisten-Zehnte – hier an Nummer 9 gesetzt – stürmte gegen einen nicht ganz fiten Patrick Wimmer mit 6:2, 6:1 quasi im Eilzugstempo in die dritte Runde, womit die Vorjahrespleite mit dem Auftakt-Aus gegen den Oberösterreicher Thomas Pillichshammer endgültig getilgt ist. Interessanter als der Buchhammer-Sieg war aber der Auftritt seines Gegners, den man in Tourkreisen noch nicht wirklich kennt. Patrick Wimmer, nicht zu verwechseln mit Challenger-König Clemens Wimmer, feierte am Samstag sein Tour- und Grand-Slam-Debüt im Single, und er tat das durchaus mit Erfolg. Denn in Runde 1 räumte der 32jährige Wiener mit Markus Hobiger einen echten Grand-Slam-Routinier aus dem Weg. Und das obendrein noch recht deutlich und souverän mit 6:2, 6:2, was für sein 4 Jahre älteres Gegenüber aus Guntramsdorf einen nächsten resultatsmäßigen Mai-Grand-Slam-Rückschlag bedeutete. Die Routine und Erfahrung von 188 Turnierstarts half Hobiger im Duell mit dem unbekannten Newcomer nicht weiter, weil der wie er später im Interview betonte “auf sich schaute und ruhig blieb”. Wimmer blieb also bei seinem Major-Premieren-Match bei sich, und er war wohl auch taktisch perfekt auf sein Gegenüber eingestellt. Von seiner Trainerin und Partnerin Ines Kreilinger wahrscheinlich optimal instruiert, ließ der 32jährige im Treffen mit Hobiger nichts anbrennen. Dabei spielte Wimmer bei seinem HTT-Single-Debüt noch gar nicht sein bestes Tennis. Im Training zaubert Patrick schon mal Schläge aus dem Handgelenk, die er im Wettkampf “noch” nicht abrufen kann. Sein erstes Match über 2 gewonnene Sätze nach 17 Jahren hatte er also erfolgreich über die Bühne gebracht, eine Runde später gegen Buchhammer war aber der Akku leer. Abgesehen davon, dass der 2fache HTT-250-Saisonsieger schon einen recht fordernden Gegner darstellte, konnte der Hobiger-Bezwinger auch körperlich nichts mehr zusetzen. “Ich bin trotzdem nicht unzufrieden. die Leistung im ersten Match war in Ordnung. Im zweiten Spiel war ich stehend k.o.” bilanzierte Wimmer sein Tour-Debüt.

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Ex-Wimbledonsieger Thomas Müller kämpft sich gegen Martin Steinbauer in drei harten Sätzen in die zweite Mai-Grand-Slam-Runde und trifft nun auf Spaniens neuen Tourstar

2010 stand er bei seinen bisherigen vier “HTT-French-Open-Starts” im Viertelfinale, ansonsten war das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres aus Sicht von Thomas Müller noch selten eine Reise wert. Im Ranking rangiert der mittlerweile schon 43jährige Wimbledon-Champion von 2009 nur mehr auf Position Nr. 103, bei den diversen Ausblicken und Analysen über die Titelfavoriten beim Mai-Grand-Slam fiel der Name des ehemaligen Ranglisten-Ersten so gut wie nie, und trotzdem sollten die Topstars der Szene aufpassen. Um den Titel wird “Tom” nicht mitspielen, dafür ist er körperlich nicht in der Lage, und das weiß er natürlich selbst nur zu gut. Aber an einem guten Tag, kann der einstige Rasenkönig selbst den besten Spielern ein mehr als unangenehmer Gegner sein. Keiner kann sich in entscheidenden Situationen mental derart gut fokussieren und steigern, und nur ganz wenige haben am Netz jenen Touch und die Übersicht, um dort auch zwingend punkten zu können. Das Müller’sche Problem ist freilich, dass er körperlich den Bogen Richtung der Top-Ten-Stars nicht mehr spannen kann. Zu den Matches gegen die absolut Besten der Branche kommt er oft nicht mehr, und wenn doch, dann ist und war die Regenerationszeit meistens viel zu kurz. Die zweite Mai-Grand-Slam-Runde erreichte Müller aber doch, nachdem er gegen einen gut spielenden und ambitioniert kämpfenden Martin Steinbauer in drei Sätzen die Oberhand behielt. Die 17 Plätze, die Steinbauer im Ranking hinter Müller rangiert, waren speziell im ersten Satz nicht zu bemerken. Da spielte der März-HTT-150-Sieger richtig gut und wurde auch mit einer 7:5 Satzführung belohnt. Bis 3:3 im zweiten Satz steuerte der WESTKAP-Star noch in Richtung Überraschung, doch dann kam wieder einmal Müllers große Stärke zum Tragen. Der 43jährige WAC-Star ließ bei eigenem Service nichts mehr anbrennen, zauberte immer wieder bei Breakbällen und in Bedrängnis geratend seine besten Aufschläge aus dem Ärmel, und zog so irgendwie seinem Gegner auch den Nerv. “Wahnsinn wie stark der Thomas immer wieder bei meinen Chancen gespielt hat”, zeigte sich Steinbauer verwundert. “Das war heute eine taktisch starke Leistung von mir, speziell beim Aufschlag. Es wurde das erwartet enge Match, und ich bin froh, es gewonnen zu haben”, so der 43jährige Ex-Wimbledon-Sieger. Und nachdem der Sonntag richtig verregnet und damit spielfrei war, könnte er für den Zweitrunden-Hit gegen Spaniens neuen HTT-Topstar Ignacio Martin bereit sein! Also aufgepasst lieber Don Ignacio!

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Ermin Dzafic träumt nach Erstrunden-Aus von den guten alten HTT-Zeiten

Was tat sich sonst noch am ersten Mai-Grand-Slam-Spieltag? Horst Gruber warf in souveräner Manier Ermin Dzafic aus dem Turnier, und fügte dem Tour-Urgestein damit die dritte Erstrunden-Niederlage bei diesem Event zu. 1999 war Ermin schon bei den HTT-French-Open am Start, und seither hat sich enorm viel verändert. “Kinder wie die Zeit vergeht. Ich kann mich noch an mein Debüt 1998 im Daviscup erinnern. Seither hat sich wirklich ganz viel auf der HTT getan. Ich weiß noch, wie wir alle immer ganz aufgeregt auf die HTT-Zeitung gewartet habe, die einmal im Monat erschienen ist”, lachte Dzafic nach seinem Auftakt-Aus. Beim 50. Turnier seiner Karriere in Runde 1 nach einem ganz knapp verlorenen Match ausgeschieden, dieses Malheur passiert Michael Pichler. Der Steirer kämpfte aufopfend gegen Lokalmatador Helmut Flor, der nach verlorenem Tie-Break im zweiten Satz noch einmal zurückkam, und am Ende sein Zweitrunden-Ticket durch einen 6:3, 6:7, 6:4 Erfolg löste. Dort war dann gegen Matthias Wagner mit 3:6, 0:6 Endstation.

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