Kann sich Fabian Mayrhuber beim Comeback seinen Mai-Grand-Slam-Titeltraum erfüllen

Wenn am kommenden Wochenende – so der Wettergott will – die besten Hobby-Tennis-Spieler der Stadt um den prestigeträchtigsten Titel der Szene kämpfen, dann steht einer der vielen Topstars ganz besonders im Fokus des Interesses. Die Blicke der Kollegenschaft und aller HTT-Fans werden dann auf einen jungen Mann gerichtet sein, der ausgerechnet bei jenem Turnier seine Rückkehr in den Tour-Zirkus feiert, zu dem er in den letzten Jahren eine Art Hassliebe entwickelt hat. Die 22. Auflage des Mai-Grand-Slam-Turniers 2013 im World Tennis Club Dirnelwiese kann mit dem großen Comeback von Fabian Mayrhuber aufwarten, der aufgrund eines Auslandsjahres in Schweden ganze 11 Monate auf der Tour pausierte, und damit zum ganz großen Abwesenden seit dem Wimbledon-Turnier 2012 avancierte. Jetzt ist “Fabsch” – wie er unter Freunden & Familie genannt wird – zurück, und der so sehr ersehnte Major-Titel auf Sand würde ausgerechnet bei den “French Open der HTT” sein Comeback krönen. Ein Bericht von C.L

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Die bisherigen Nackenschläge des Fabian Mayrhuber beim Mai-Grand-Slam-Turnier

Wenn das angekündigte Schlechtwetter irgendwie zum Mai-Grand-Slam-Turnier gehört, dann ist auch die Geschichte des Fabian Mayrhuber untrennbar mit den “French Open der HTT” verbunden. Ja, der mittlerweile 24jährige hat den Gewinn des wichtigsten Events auf roter Asche zum “sportlichen Lebensziel” erklärt, an dem er bislang in vier Versuchen und in schöner Regelmäßigkeit gescheitert ist. “Das Mai-Grand-Slam-Turnier ist das Größte, was man als Spieler der Hobby-Tennis-Tour gewinnen kann”, ließ der bis auf Platz Nr. 41 im Ranking zurückgerutschte ehemalige Ranglisten-Erste vor einem Jahr seine Einschätzungen öffentlich durchklingen. Die Hoffnungen des 2fachen Grand-Slam-Siegers (US Open 2010, Wimbledon 2011) erfüllten sich bislang allerdings noch nie, und genaugenommen wurden die Major-Erwartungen des Fabian M. bislang stets so richtig enttäuscht. Die vier Mai-Grand-Slam-Starts Mayrhubers waren echte Nackenschläge, und alles andere als leicht verdauliche Tenniskost. Wir erinnern uns: 2009 nahm Fabian Mayrhuber u.a den damals als großen Favoriten gehandelten Christoph Wagner im Achtelfinale aus dem Bewerb, ehe im Semifinale gegen den Slowaken Branislav Grznar trotz 6:4, 2:0 Führung der Traum vom Titel platzte. 2010 dann das Skandalmatch gegen Andreas Harbarth, bei dem “Fabsch” vier Matchbälle ungenützt ließ, und so zur tragischen Figur des Turniers avancierte. 2011 der nächste Mayrhuber’sche Major-Tiefschlag, als er im familieninternen Halbfinal-Duell seinem Onkel Franz Mayrhuber den Vortritt ins Endspiel lassen musste, und das nachdem er in einer über zwei Tage erstreckten Begegnung Opfer seiner Nerven wurde. Im Vorjahr sollte dann alles anders werden, war Fabian Mayrhuber als Sieger von drei Turnieren und als Nummer 1 gesetzt angereist, doch schon im Achtelfinale riss BMTC-Star Clemens Beywinkler mit einer phantastischen Leistung den topgesetzten Mayrhuber aus allen Titelträumen.

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Fabian Mayrhuber landet Donnerstag Nacht in Wien, und kommt ohne Spielpraxis und ohne Erwartungen zum heurigen Mai-Grand-Slam-Turnier

Und was ist vom heurigen 5. Versuch Mayrhubers zu erwarten, sich endlich die Sandplatzkrone aufzusetzen? Nun, zumindest die Erwartungshaltung, die in den vergangenen Jahren – auch berechtigter Weise – stets enorm hoch war, scheint diesmal niedrig bzw. kaum vorhanden zu sein. Und genau das könnte diesmal zum ganz großen Trumpf des 24jährigen werden, der nach 11 Monaten Auslandsaufenthaltes in Schweden, ohne Erwartungen ins sein 5. Mai-Grand-Slam-Abenteuer starten wird. “Ich habe absolut keine Erwartungen für dieses Turnier. Ich will diesmal einfach nur ein paar Wettkampfspiele haben, bevor ich in die Meisterschaft einsteige”, so der 24jährige. Bleibt natürlich die Frage nach der aktuellen Form, die aufgrund mangelnder Spielpraxis im Moment gar nicht bestimmbar ist. “Ich habe hier in Schweden ganze 4 Mal auf Hartplatz trainiert. Das hat sich nicht schlecht angefühlt, aber mit dieser Vorbereitung kannst du natürlich bei so einem großen und stark besetzten Turnier nichts erwarten”, so Mayrhuber, der schon riesig seinem ersten Turnier-Einsatz seit Juli letzten Jahres entgegenfiebert. “Ich freue mich sehr auf mein Mai-Grand-Slam-Antreten und darauf, endlich wieder einmal Turniertennis spielen zu können. Und die “French Open der HTT” darf man sich sowieso nicht entgehen lassen”, erklärte der 8fache Turniersieger der HTT, der Donnerstag Nacht in Wien erwartet wird, und am Freitag noch ein Training in seinem Heimverein beim WAC einschieben möchte.

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