Second Series schon jetzt der große Renner

Ohne das Ende des derzeit laufenden Turniers abwarten zu müssen, kann bereits nach dem 2. Spieltag beim Juni-Second-Series bilanziert werden: Der Pilotversuch der Second-Series ist ein voller Erfolg, die neue Turnierreihe der großte Hit. Es geht alles gemütlicher, weniger verbissen und viel entspannter über die Bühne als gewöhnlich. Und so nebenbei blieb auch der Spass bis zum späten Abend erhalten. Ein Bericht vom 2. Spieltag von C.L

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Jeannie Hos stürmt nach Niederlage im Geschlechter-Duell wütend vom Platz

Doch zunächst zum sportlichen Geschehen des 2. Spieltages beim Premieren-Turnier der Second Series. Die Eröffnung dieses herrlichen Hochsommertages blieb gleich 4 vermeintlichen Turnierfavoriten überlassen. Das jugendliche Geschlechter-Duell zwischen Jeannine Hos und Nihad Berzengi sorgte dabei für besonders viel Brisanz. Das am Ende der 16jährige Bursche gegen das gleichaltrige Mädel die Oberhand behielt, kam für viele Tourinsider und Beobachter überraschend. Berzengi dominierte Satz 1, fand gegen die unbeweglich wirkende Gegnerin rasch zu seinem Spiel und holte sich diesen mit 6:2. Als Hos im zweiten Heat plötzlich aggressiver, motivierter und vor allem kämpferischer agierte, zudem läuferisch einen Gang nach oben schaltete, bekam der ehemalige Future-Tour-Star massive Probleme. Dennoch rettete sich Berzengi ins Tie-Break, und siegte dort auch als glücklicherer Spieler mit 7:6. “Du zahlst ich gehe”, mit diesen Worten begrüßte der launische Teenager seinen Vater, ehe sie gruß- und kommentarlos vom Platz stürmte. “Ich habe das richtige Rezept gegen Jeannine gefunden. Im ersten Satz war es recht leicht, im zweiten Durchgang ist sie stark aufgekommen. Dann hatte ich auch noch ein paar entscheidende Netzroller. Ich bin sehr zufrieden mit meiner heutigen Tagesleistung. Ich denke jetzt ist viel möglich in diesem Turnier”, freute sich Berzengi.

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Comebackender Gaucho hält Meinhart in Schach

“High Noon” am Centercourt, unter diesem Motto stand die mit Spannung erwartete Achtelfinalpartie zwischen den beiden aussichtsreichen Turnierfavoriten Nico Athanasiadis und Patrick Meinhart. Ein Spiel mit kuriosem Spielverlauf, und noch kurioserem Ende. Der nach über 8 Monaten Pause erstmals wieder aufspielende Athanasiadis erwischte einen Traumstart, während Juni-GP-Viertelfinalist Patrick Meinhart vor sich hin “träumte”. Den katastrophalen Beginn Meinharts nützte Nico perfekt zu einem deutlichen 6:0. Danach riss beim gebürtigen Argentinier der Faden, zeigte er in den Grundlinienduellen mit seinem Gegner wenig Geduld, und stürmte so blindlinks in ein mattes 1:4. Plötzlich lief gar nichts mehr zusammen beim “comebackenden Gaucho”. Ob er deshalb recht rasch und diskussionslos dem daraufhin folgenden Abbruch zustimmte? Wie dem auch sei, Athtanasiadis zeigte sich höchst fair, und erklärte sich bereit, die Partie am Sonntag Vormittag fortzusetzen, da Meinhart auf dem Weg zur Meisterschaft war. “Ich muss mich gewaltig steigern. Wenn ich so weiter spiele wie am Samstag, dann werde ich Meinhart nicht schlagen können”, übte Nico Eigenkritik.

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Kerschenbauer-Festspiele

Erfolgreich setzte sich am zweiten Spieltag beim Juni-Second-Series auch die Kerschenbauer-Familie in Szene. Junior Jakob eröffnete die “Kerschenbauer-Festspiele” am Vormittag mit einem überraschenden Kantersieg über Andreas Riener. Der Tour-Debütant und Zwetkow-Freund stand gegen den Future-Tour-Spieler rasch auf verlorenem Posten. “Er spielt ganz ordentlich Tennis. Mir hat die enorme Hitze zur Mittagszeit extrem zu schaffen gemacht. Ich hätte vielleicht zu einem anderen Termin 1 oder 2 Games mehr gemacht, gewonnenen hätte ich auf keinen Fall. Es war schwer, sich in der Schlussphase des Spieles zu überwinden. Sterben wollte ich am Tennisplatz nicht”, resümierte Riener. Neben dem wirklich überzeugenden Auftritt Jakobs, konnte oder wollte Papa Richard am frühen Abend nicht nachstehen. So ging der achtelfinale Auftritt gegen den “comebackenden Herbert Stegmüller” mit 6:2, 6:2 klar an Richard. “Ich bin froh, wieder dabei zu sein. Richard war ein idealer Gegner zum Einstieg. Es hat Spass gemacht mit ihm zu spielen. Es war die richtige Entscheidung, an diesem Wochenende meine Rückkehr auf die Tour zu feiern. Beim Juni-Super4-Turnier nächste Woche bin ich mit Sicherheit dabei”, freute sich der älteste Teilnehmer im Feld über seine gelungene Wiederkehr nach überstandener Krankheit und fast 5 Monaten Tourpause.

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Ruiss erstmals im Viertelfinale und Gellner mit gelungenem Comeback

Noch länger liegt der letzte Tour-Auftritt von Hannes Gellner zurück. Am 28. Jänner 2005 kassierte er nach überstandener Blinddarmoperation eine bittere im schweren Debakel endende 1:6, 0:6 Niederlage gegen Günter Zack. Fast eineinhalb Jahre später zeigte sich Gellner in seiner Auftakt-Begegnung mit Marin Zwetkow spielerisch verbessert und relativ fit. Ein kleiner “Wohlstandbauch” ist freilich trotzdem bei Gellner auszumachen, wenngleich er in diesem Spiel nie hinderlich war. “Es wird von Turnier zu Turnier besser, diesmal war nicht nicht chancenlos”, trauerte Zwetkow dem beendeten Match in wenig nach, während Gellner sich über den Startsieg freute. “Ich habe in letzter Zeit nicht sehr viel Sport getrieben. Erst als meine Teilnahme hier feststand, habe ich begonnen, zweimal Tennis zu spielen”, erklärte Hannes..Zwei Stunden später war aber auch für Gellner im Duell gegen Bernd Ruiss Schluss. 6:2, 6:3 , weniger klar als das Ergebnis verluten ließ, qualifizierte sich Ruiss nach seinem Auftaktsieg am Freitag über Mathias Hauser erstmals für ein Viertelfinale. “Es war ein lustiges Match. Zunächst konnte keiner von uns seinen Aufschlag halten, ehe ich doch noch 6:2 erfolgreich blieb. Gleich zwei Siege in einem Turnier, das freut mich wiklich besonders”, konstatierte Bernd. “Die Entscheidung fiel im zweiten Satz als ich bei 3:1 Führung Spielbälle zum 4:1 vergeben habe. Danach lief bei mir nicht mehr viel zuammen. Eigentlich schade, denn ich hatte in jedem Moment dieser Partie das Gefühl gewinnen zu können”, analysierte der unterlegene Gellner.

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Claus Lippert, 25 April 2006