Vorjahresfinalist Wolfgang Tschanett verliert Generationenduell gegen Andi Tolunay

Vorjahresfinalist Wolfgang Tschanett hat die neuerliche Endspiel-Teilnahme beim April-HTT-150-Turnier knapp verpasst. Der 45jährige Vorarlberger musste sich am Montag Abend im Semifinale dem an Nummer 2 gesetzten Andreas Tolunay nach exakt 80 Minuten Spielzeit mit 2:6, 4:6 geschlagen geben, womit sein Bezwinger erstmals heuer ein Tourfinale erreichte, und am Dienstag ab 21 Uhr live auf hobbytennistour.at im 5. Endspiel seiner Karriere nach Titel Nr. 3 greifen kann. Ein Kurzbericht von C.L

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“Rumpelstilzchen” Tolunay holt ersten Satz gegen “coolen Hund” Tschanett

Philipp Scheider am Nebencourt schüttelte verwundert den Kopf, ein abendliches Damen-Doppel in der Halle davor “mahnte Ruhe ein”, und der im Publikum sitzende Olympiasieger und Masters-Finalist Patrick Wiesmühler amüsierte sich königlich. Das kann nichts anderes bedeuten, als das auf Platz Nr. 9 ein gewisser Andreas Tolunay zu Werke war, und mit seinen bekannten lautstarken Unmutsäußerungen über sein eigenes Spiel, die Aufmerksamkeit und den Ärger seiner Mitmenschen erregte. Wie gut, dass da auf der anderen Seite des Netzes ein richtig “cooler Hund” stand, dem der jugendliche Übermut nicht aufs Gemüt schlug. Das grau melierte Haupt des Wolfgang Tschanett ließ erahnen, dass der Sympathikus und allseits beliebte Ländle-Server weit über den Dingen steht, und trotz motivertem Versuches wie im Vorjahr das Endspiel des April-HTT-150-Turniers zu erreichen, in sich ruhte. Der 45jährige der am Sonntag Abend noch den frischgebackenen März-Masters-Series-Doppel-Champion Mario Pritz deutlich in zwei Sätzen ausgeschaltet hatte, begann ambitioniert und auf Augenhöhe mit seinem späteren Bezwinger. Das erste von letztlich drei Breaks im ersten Satz brachte Tschanett dann irgendwie aus dem Konzept. Tolunay zog wie immer sein kampfbetontes Tennis auf, basierend auf einer starke Vorhand, einem unorthodoxen Rückhandschlag und zwei wieselflinken Beinen, die den Terra-Rossa-Star immer wieder aus den unmöglichsten Situationen verhalfen. Der 20jährige kassierte zwar postwendend das Re-Break zum 3:2, der erste Satz war ihm aber nach exakt 32 Minuten Spielzeit nicht zu nehmen.

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Vorarlbergs Nr. 2 gibt beim Versuch gegen den Matchverlust zu servieren seinen Aufschlag ab, zieht insgesamt aber eine zufriedenstellende Turnierbilanz

Richtig spannend wurde dann der zweite Durchgang, in dem beide Akteure ihren Aufschlag halten konnten, und mit teils sehenswerten Grundlinien-Rallyes ihr erstes direktes Duell gestalteten. Tolunay war dem entscheidenden Break während dieses zweiten Heats näher, gelungen ist es dem 2fachen Challenger-Champion der HTT aber erst im allerletzten Game, als Tschanett bei 4:5 erstmals gegen den Matchverlust servierte. “Es war heute wie immer das gleiche Problem, wenn ich gegen Leute spiele, die gut laufen, und alle Bälle irgendwie zurück ins Feld bringen. Dann erhöhst du irgendwann das Risiko, und dann machst du eben die Fehler”, erklärte der Rankweiler, der im zweiten Satz den Nachteil hatte, stets hinter Tolunay und in Rückstand liegend nachzuservieren. “Das war aber kein Problem für mich. Im Gegenteil, ich hatte immer das Gefühl dran zu sein, und die Hoffnung, dass Tolunay einmal ein schwächeres Aufschlagspiel abliefert. Trotzdem konnte ich heute bei seinem Aufschlag nicht wirklich viel ausrichten. Dabei hatte ich gehofft, über den Return ins Spiel zu kommen”, äußerte sich Tschanett.

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Im 90. Karriere-Turnier soll für Tolunay endlich der erste Titelgewinn seit September 2011 herausschauen

Zum 5. Mal in seiner seit Sommer 2010 laufenden HTT-Karriere steht Andreas Tolunay also in einem Endspiel, und dort soll am Dienstag Abend im Duell mit Hobiger-Bezwinger Philipp Scheider der erste Titel seit September 2011 und der insgesamt dritte Turniersieg seiner Laufbahn her. Das der 20jährige vom TC Terra Rossa dieser Tage sein 90. Turnier bestreitet, wäre im Falle des Titelgewinns eine nette Geschichte. “Das Semifinale ist super verlaufen aus meiner Sicht. Ich war nie in Rückstand, und ich hatte nie das Gefühl, diese Partie verlieren zu können. Im zweiten Satz bin ich aber nachdenklich geworden, weil mir einfach kein Break gegen den Wolfgang gelingen wollte. Spielerisch habe ich mich nicht wohl gefühlt, aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich körperlich extrem müde war. Ich habe deswegen heute auch kein Risiko genommen, die Bälle nur reingespielt und auf die Fehler meines Gegners gehofft. Es war sicher auch Glück dabei”, bilanzierte die Nummer 2 des April-HTT-150-Turniers.