Glückliches Amerika, wo Tennis generell und auf Hartplatz speziell keine Randsportart ist

Stell Dir einmal vor, du lebst in einer Großstadt mit über 1,7 Mio Einwohnern, die diversen im Jahr 2012 in Auftrag gegebenen Studien zufolge als wohlhabendste Stadt der Welt gilt, und im Vergleich mit 221 Städten weltweit die größte Lebensqualität aufweist. Und du möchtest in dieser Metropole gerne Tennis spielen, und zwar auf Hartplatz und unter freiem Himmel. Sollte eigentlich kein Problem sein, sollte man meinen. Ist es doch, und zwar in jener wirklich großartigen Stadt, in der wir Tag für Tag so gerne leben. In ganz Wien kannst du in über 70 Tennisclubs auf Sand, Teppich oder Kunstrasen aufschlagen, nur für Hartplätze hat man in der Bundeshauptstadt nicht wirklich was übrig. Und wenn dann am Stadtrand von Wien die einzige Tennisanlage mit Hartplätzen einmal nicht vakant ist, dann sieht sich eine ganz Turnierserie sogar mit der Absage einer kompletten Frühjahrs-Hartplatzsaison konfrontiert. Und das wiegesagt in einer Weltstadt! Eine Hartplatz-Infrastruktur wie in einem “Dritte Welt Land” verstärkt bei vielen Tennisinteressierten somit noch das Gefühl, dass das Spiel mit der kleinen gelben Filzkugel in unseren Breiten eine echte Randsportart ist. Dabei geht das auch ganz anders, wie das Beispiel Amerika zeigt. Ein Bericht von C.L

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Tennisanlagen in Hülle & Fülle für Jedermann, und das obendrein noch gratis

Natürlich kann man das Land der unbegrenzten Möglichkeiten jenseits des großes Teiches nicht mit unserer Heimat vergleichen, aber wie man in Amerika dem Tennis im Breitensport begegnet, könnte zumindest in kleinerer Ausführung als Vorbild für uns dienen. Über Probleme wie jene der Hobby-Tennis-Tour in den vergangenen Tagen kann der seit einigen Jahren in Amerika lebende Juni-Challenger-Sieger Patrick Khandroo nur lachen! Was wir in Wien gerne in “einfacher oder zweifacher Ausführung hätten, gehört anderswo zum Landschaftsbild. Glückliches Amerika, wo Tennisplätze aus dem Boden schießen, wie bei uns Kurzparkzonen, und wo man Hart-Courts aufsuchen kann, wie hier zu Lande eine öffentliche Parkanlage. “Die Tennisplätze hier sind alle public, also für alle Tennisfans gratis. Und am Abend wenn es finster wird, kannst für 50 Cent pro Stunde das Flutlicht einschalten”, erzählt Khandroo. Der nach Kalifornien ausgewanderte Wiener lebt nun quasi im Tennis-Schlaraffenland, und weiß das auch zu schätzen. “Es ist großartig hier, und ich kann hier meiner ganz großen Leidenschaft nachgehen wie nirgendwo anders”. Alleine in seiner näheren Umgebung von 5 Meilen, kann sich Khandroo zwischen 6 Tennisanlagen entscheiden, die 5 bis 6 Hartplätze besitzen. “Und selbst in Colleges und Schulen kannst Du gratis Tennis spielen gehen, wenn ein Platz frei ist”, lacht Khandroo. Glückliches Amerika!

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