Milan Stojkov führt kollektive serbische April-HTT-150-Pleite-Nummer an

Eigentlich – zumindest laut offiziellem Tour-Kalender – ist das April-HTT-150-Turnier ja eine Outdoor-Veranstaltung! Doch mittlerweile gilt es diesen Status zu überdenken, geht das dritte 150er-Event des Jahres doch heuer bereits zum zweiten Mal in Serie in der Halle über die Bühne. Zeichnete im Vorjahr noch eine Schlechtwetterfront mit Dauerregen für die Indoor-Übersiedlung des April-HTT-150-Turniers verantwortlich, war der heurige Umzug unter die Dächer des UTC La Ville einem wirklich kuriosen Umstand geschuldet. Das die beiden Hartplätze im Tennispoint Südstadt statt dem endlich herbeigesehnten Outdoor-Saison-Start, nur zwei kanaldeckelgroße Löcher zu bieten hatten, sieht so mancher Hartplatz-Fan nicht weiter tragisch, steht doch dadurch im Mai eine Sanierung der Courts am südlichen Stadtrand von Wien an. Richtig “unbelievable” ist aber der Umstand, dass in einer Großstadt wie Wien kein Hartplatz unter freiem Himmel für ambitionierte Tennisspieler zur Verfügung steht. Eine Hartplatz-Infrastruktur wie im tiefsten Kongo, zwang die HTT daher noch ein weiteres Mal in die Halle. Und das bei herrlichstem Frühlingswetter bei angenehmen 16 Grad und Sonne satt! Ein Bericht von C.L

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3. Auflage des April-HTT-150-Turniers scheint qualitativ eher schwächlich besetzt

Draußen auf der Terrasse des La-Ville-Restaurants genossen die Stars des 3. April-HTT-150-Turniers einen supermilden Samstag-Nachmittag, und bei Melange und Bierchen sowas wie Schanigarten-Flair am Altmannsdorfer Ast. Zumindest mit einer Aktivität im Freien konnten Pritz & Co somit aufwarten, der sportliche Part des 18. Saisonturniers war aber ganz klar auf die Hallencourts des UTC La Ville beschränkt, wo dieser Tage ein qualitativ eher schwächlich besetztes 150er-Turnier für den Indoor-Kehraus sorgt. Die statistischen Zahlen machen sicher und belegen: Die aktuelle und von Markus Hobiger angeführte 150-Punkte-Veranstaltung beehren gerade einmal 11 Spieler aus den momentanen Top 100 der HTT-Entry-List. Zum Vergleich, standen beim letzten Challenger-Turnier 15 Mann aus den besten 100 im Tableau, und war beispielsweise der diesmal an Nummer 4 gereihte Sascha Kobsik ungesetzt zu Werke gegangen. Den eher mau anmutenden Raster muss man aber nicht weiter tragisch nehmen, sind doch einerseits viele Akteure nach einem halben Jahr Hallentennis nicht mehr wirklich für eine Indoor-Filzkugeljagd zu begeistern, und andererseits noch immer genug starke und interessante Spieler am Start, womit einer spannenden Titelentscheidung nichts im Wege stehen sollte.

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Mit Tour-Debütant Thomas Roduner hat die HTT jetzt auch einen starken Schweizer

Wenngleich, einer der Titel-Aspiranten hat sich am Samstag Abend bereits verabschiedet, und das sehr zur Überraschung vieler Kollegen. Die Rede ist von Thomas Peyerl, der bei seinem 111. Karriere-Turnierstart als aussichtsreicher Kandidat auf 150 Rankingpunkte galt, und vorallem bei der Konkurrenz ganz hoch im Kurs stand. Wann immer man am Samstag Nachmittag im UTC La Ville die HTT-Stars diskutieren hörte, war der Name Peyerl zu vernehmen. Der Challenger-Tour-Final-Champion galt als heißer Finaltip, erst recht in der von Insidern als schwächer eingestuften oberen Raster-Hälfte des 18. Saisonturniers. Und der 28jährige vom TC Terra Rossa war auch zunächst ganz klar auf Aufstiegskursm ehe ihm ein verkorkster Tie-Break richtig heftige Kopfschmerzen bescherte. Aber alles der Reihe nach: Zunächst stand Tom in Runde 1 einem gewissen Thomas Roduner gegenüber. Ein 25jähriger Newcomer, auf Empfehlung von Christoph Fragner im Circuit debütierend, der sich beherzt und spielerisch durchaus überzeugend dem 5fachen Turniersieger entgegenstellte. Das 6:3, 6:3 wurde letztlich zu einem richtig harten Einstand für Peyerl, der damit so wie bei seinem ersten und einzigen April-HTT-150-Start im Jahr 2011 das Achtelfinale erreicht hatte. Mehr Aufmerksamkeit als der Sieg des Challenger-Tour-Final-Triumphators erregte allerdings Thomas Roduner in seinem ersten Tour-Interview. Und zwar aufgrund seines Dialektes, wodurch rasch klar war, dass auf der Hobby-Tennis-Tour nun auch ein echt guter Schweizer aufschlagen wird. Der 25jährige aus Sennwald im Kanton St. Gallen hatte ein mehr als passables Tour-Debüt abgeliefert, und als vierter Eidgenosse der Open Ära, schon in den ersten eineinhalb Stunden seiner Laufbahn gezeigt, dass er der Beste der vier bisher aus der Schweiz kommenden HTT-Spieler ist. Weder Daniel Hengartner noch Horst Gfeller oder Mirko Jovanovic reichten an das gesehene Roduner-Niveau heran. Und dabei war der neue Suisse-Star angesichts des normalen Premieren-Fiebers mit Sicherheit noch weit weg von seinem spielerischen Zenit. “Ich war definitiv extrem nervös. Dadurch bin ich auch am Anfang gleich in Rückstand geraten. Mit Fortdauer des Spieles bin ich besser reingekommen, habe im zweiten Satz sogar einmal 3:2 geführt, ehe es im Finish schnell ging. Natürlich wäre es schön gewesen, gleich beim ersten Antreten eine Runde weiter zu kommen, aber ich bin nicht unzufrieden, und das war definitiv nicht mehr letzter Start”, erklärte Roduner.

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Peyerl läßt 6:3, 5:3 Führung gegen Hobiger ungenützt, und so steht die Nummer 1 des Turniers nach seinem 130. Karriere-Einzelsieg bereits im Viertelfinale

Sein Bezwinger stand kurz darauf im Achtelfinale erneut auf dem Platz, und nach rund 70 Minuten Spielzeit gegen Markus Hobiger auch knapp vor dem Einzug ins Viertelfinale des April-HTT-150-Turniers, ehe er sich mit einem Blackout um die Früchte von fast zwei stark gespielten Sätzen brachte. 6:3, 5:3 führte Peyerl in seinem 197. Karriere-Single, und schien auf dem besten Weg, sich im sechsten direkten Duell mit dem 36jährigen Guntramsdorfer nach vier Niederlagen zu Beginn, nun zum zweiten Mal in Folge durchzusetzen. Hobiger war in diese Achtelfinal-Begegnung mit riesigem Bammel gestartet, hatte noch am Vorabend in einem Telefonat mit dem Veranstalter seine Bedenken bezgl. intakter Aufstiegschancen angemeldet, und sich über sein Auslosungspech beschwert. Grund für Hobis pessimistische Einstellung war das letzte Treffen der beiden Tour-Evergreens, das keine 5 Wochen zurücklag, und für Hobiger mit einem ganz bitteren 0:6 ,3:6 endete. Damals wurde der Niederösterreicher von Peyerl so richtig vermöbelt, und darum hielt sich die Erwartungshaltung der Nummer 1 des Turniers in Grenzen. Eigentlich hätte der Terra-Rossa-Star die Partie trotz verwackeltem Finish, im Tie-Break auch zumachen müssen, doch selbst ein 5:1 reichte am Ende nicht. Hobiger scorte mit 6 Punkten in Serie, und durfte sich knapp vor 23 Uhr mit einem Schlag nicht nur über den Satzausgleich, sondern sogar über den Einzug ins Viertelfinale freuen. Weil Peyerl plötzlich am Netz erschien, und zur Überraschung seines Gegners w.o gab. “Ich bin einfach zu blöd. Ich muss diese Partie schon lange vorher zumachen. Mir hat am Schluss aber auch die Kraft gefehlt”, klagte der mit Kopfschmerzen ausgeschiedene Terra-Rossa-Star. “Ich weiß gar nicht wieso ich jetzt im Viertelfinale stehe. Das ist alles so unerwartet und plötzlich gekommen”, äußerte sich derweil der Sieger, der mit seinem 130. Karriere-Einzelsieg beim dritten April-HTT-150-Antreten zum ersten Mal die Runde der letzten Acht erreichte.

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Sebastian Riba und sein “vermeintliches” Tour-Debüt das gar keines war

Bleiben wir nach dem Debüt von Thomas Roduner noch ein bißchen bei den “Neuen”, die an diesem Wochenende – zumindest nach aktuellem Ranking – im Sechserpack auftreten und dabei ihr Debüt feiern. 0 Punkte und keine aktuelle Ranglistenplatzierung, im Normalfall sind das jene Fakten, die einen Tour-Newcomer erkennbar machen. An diesem Wochenende liegt der Fall freilich ein klein bißchen anders, denn wenn man den höchst interessanten Sixpack statistisch näher unter die Lupe nimmt, dann haben wir es nur mit drei absoluten Rookies zu tun. Ganz spannend ist zum Beispiel die Geschichte von Sebastian Riba. Der 19jährige Wiener war am Samstag Nachmittag in dem Bewusstein in seinen Heimverein gefahren, erstmals in seiner Tenniskarriere an einem HTT-Bewerb teilzunehmen. Das er freilich vor fast 5 Jahren schon zu seinem Tour-Debüt kam, war dem La-Ville-Jungstar nicht etwa entfallen, nein er konnte sich schlichtweg nicht daran erinnern. Dabei stand Riba als 14jähriger bei einem der prestigeträchtigsten Turniere der Szene in der Nennliste. Eine Veranstaltung, die andere Spieler ein Leben lang nicht mehr vergessen werden, war für “Seb” bis Samstag Nachmittag gar nicht existent. Die Rede ist vom “Wimbledon der HTT”, und genau genommen von der 2008er-Auflage, die Michael Kunz sensationeller Weise für sich entschied, und in der Sebastian Riba als Tour-Neuling in Runde 1 am 5. Juli 2008 einem gewissen Peter Wenitzky mit 3:6, 2:6 unterlag. “Der Papa hat damals oft in Oberlaa Tennis gespielt, und mich eines Tages gefragt, ob ich bei einem Tennisturnier mitspielen möchte. So war das damals, aber mir war nicht bewusst, dass das schon die HTT war”, lächelte der 19jährige. Und gut lachen konnte Riba natürlich auch aufgrund seines April-HTT-150-Auftritts, den er gegen Serbiens Blagoje Dogandzic mit 6:2, 7:5 überaus erfolgreich gestaltet hatte. Eine über weite Strecken souveräne Vorstellung wurde im Finish allerdings noch zur echten Zitterpartie. Weil Riba ein 6:2, 5:1 nicht ausservieren konnte, wurde es am Ende nochmals richtig eng und spannend. Dogandzic kämpfte sich im 99. Match seiner HTT-Laufbahn bis auf 5:5 heran, ehe Riba den Sack doch noch zumachte. “Bei 5:5 wurde es eng, ich wollte einen dritten Satz unbedingt vermeiden”, bekundete der Sieger, der ansonsten ein positives Resümee zog. “Die Partie war brauchbar. Es gibt aber natürlich noch viel zu verbessern. Ich hatte heute aber den Ball oft sehr gut am Schläger”, so Riba.

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Mario Pritz fightet im Eröffnungsspiel mit Walter Mayrhuber den “großen Bruder” der Nummer 1 nieder

Nicht mehr im Ranking, keineswegs aber ein Unbekannter, Walter Mayrhuber feierte nach 52 tennislosen Wochen und dem damit verbundenen Rausfall aus der HTT-Entry-List am Samstag Nachmittag sein Comeback. Der “große Bruder” des Ranglisten-Ersten Franz Mayrhuber war im Februar vorigen Jahres letztmals im Circuit tätig, ehe er sich verletzte, um danach in einer ausgiebigen Reha-Zeit die Verletzung vollständig auszuheilen. Mit Laufen hielt sich der 56jährige fit, und diese Fitness – im Hause Mayrhuber scheinbar “gang und gäbe”, verhalf Mayrhuber dazu, in einer 2:45 Stunden dauernden Tennisschlacht, auf Augenhöhe mit Auftaktgegner Mario Pritz agieren zu können. Und mit seinen enormen Bringer-Qualitäten rang Mayrhuber seinem Gegenüber vom WTC wirklich alles ab. Pritz hatte körperlich alle Reserven und mental eine Sondervorstellung abzurufen, um nach 165 schweißtreibenden Minuten mit 6:4, 3:6, 6:4 die Oberhand zu behalten, und den ersten Saison-Einzelsieg feiern zu dürfen. “Das war ein Kopf-Kampf-Spiel das ich heute gewonnen habe. Es war extrem schwierig, weil ich zu 90 Prozent das Spiel gemacht habe, aber bei jedem Punkt an die Hallendecke starren musste”, beschrieb der 44jährige seinen Achtelfinal-Aufstieg. “Ich bin noch weit weg, und fange eigentlich wieder bei Null an. Heute hat der bessere Spieler gewonnen, und nicht der besser Läufer”, verabschiedete sich derweil Walter Mayrhuber.

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Achtelfinales “Oranje-Derby” geht an Mario Pritz, und wie 3 Schnapserln das WTC-Duell aus Sicht von Tour-Debütant Helmut Flor entschieden

Zurück zu den Neuen, und zum Achtelfinalgegner von Mario Pritz. Für den Doppel-Spezialisten war er kein Unbekannter! Kein Wunder, ist Helmut Flor doch Clubkollege von Mario Pritz beim World Tennis Club Dirnelwiese. Im achtelfinalen “Oranje-Derby” mit seinem gewichtigen Vereinsfreund, hatte Tour-Debütant Helmut Flor zwar mit 0:6, 3:6 klar den Kürzeren gezogen, den positiven und vorallem sympathischen Premieren-Eindruck konnte das glatte Aus in Runde 2 aber nicht verwischen. Drei Schnapserl hatten sich “Mario & Heli” bei ihrer gemeinsamen und kurzfristig einberufenen Siegerfeier im La-Ville-Restaurant gegönnt, was beim “Bullen von Floridsdorf” als Tröpferl ohne Wirkung blieb, bei Flor freilich einen richtigen “Flurschaden” zur Folge hatte. Denn eigentlich sprach die Ausgangsposition vor diesem Achtelfinal-Hit aus WTC-Sicht ganz klar für den 40jährigen Rookie. Er hatte sich bei seinem Debüt-Match ganz klar und souveränst mit 6:0, 6:1 über Milan Stojkov hinweggesetzt, und dem 28jährigen Serben in dessen 80. Karriere-Match einen echten Jubiläumsschock verpasst. “Wahnsinn wie stark mein Erstrundengegner bei einem 150er-Turnier war”, grollte Milan. Und während “Heli” Flor ins Achtelfinale geradezu spazierte, hatte Pritz ja wie erwähnt einen “Marathon” hinter sich zu bringen. “Normal verliere ich gegen den Helmut in zwei Sätzen. Er ist der bessere Spieler. Aber ich bin natürlich mit dem heutigen Tag sehr zufrieden und glücklich. Der Körper hat mitgespielt, und ich fühle mich auch jetzt richtig gut”, strahlte Pritz, für den es im Viertelfinale aber noch nicht zu Ende sein soll. “Ich glaube fest, dass ich morgen gegen den Wolfgang Tschanett gewinnen werde. Sein Spiel liegt mir”, so der WTC-Star. “Ich bin zwar nicht zufrieden, aber auch nicht verärgert”, bilanzierte derweil Helmut Flor nach seinem HTT-Debüt.

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Thomas Stummer muss sich bei seinem Tour-Debüt einer konzentrierten Margit Sailer geschlagen geben

Der letzte am ersten Spieltag im Einsatz befindliche “Neue” war Thomas Stummer. Der 48jährige Wiener bezog bei seinem Tour-Debüt in Runde 1 des 3. April-HTT-150-Turniers gegen Margit Sailer mit 1:6, 2:6 sportliche Prügel, verkaufte sich aber im Geschlechter-Duell mit seiner drei Jahre jüngeren Gegnerin angesichts seines ersten Tour-Matches gar nicht schlecht. Stummer kämpfte am Samstag Nachmittag mit Problemen, die beinahe jeder Tour-Neuling bei seinem Debüt hat. Nervös, unsicher angesichts der möglichen Dinge, die da auf einen zukommen, und dafür präsentierte sich der Wiener gar nicht ungeschickt. Margit Sailer wirkte fokussiert und bemüht, ihren dritten Karriere-Einzelsieg einzufahren, und so machte sich die Frontfrau vom TC Tennisfriends in ihrem “halben Heimturnier” die Erfahrung zunutze, die sie in den vergangenen Wochen sammeln konnte. Und genau von dieser Erfahrung will bereits in 2 Wochen auch Thomas Stummer profitieren. “Ich habe jetzt einmal den ersten Schritt gemacht, und weiß jetzt wie das hier abläuft. Ich fresse seit Wochen die Homepage der Hobby-Tennis-Tour, und konnte es nicht mehr erwarten, endlich einmal hier mitzuspielen. Eigentlich hatte ich ja vor, erst beim April-Future einzusteigen”, erzählte Stummer.

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Slobodan Vasiljevic und Filip Dogandzic komplettieren das serbische Samstags-Debakel

Wir müssen an diesem Abend aber auch noch über Serbiens Challenger-Stars reden, die am Samstag Nachmittag eine kollektive Pleite eingefahren haben. Fünf Serben sind an diesem Wochenende in die Punktejagd gestartet, und gleich am Eröffnungstag des April-HTT-150-Turniers sind alle 4 im Einsatz befindlichen “Mini-Djokers” auf dem Bauch gelandet. Über die Startpleiten von Milan Stojkov und Blagoje Dogandzic haben wir ja schon berichtet, doch auch für Slobodan Vasiljevic und Filip Dogandzic gab es keinen Grund zum Jubel. Für Erstgenannten setzte es im 115. Match seiner Karriere gegen März-Challenger-Finalist Philipp Scheider eine glatte 3:6, 2:6 Klatsche, womit “Slobo” wie schon im Jahr 2011 bei seinem ersten Antreten hier in Runde 1 die Segel steichen musste. Allein die Bemühung aggressiv zu spielen, reichte nicht aus, um den recht gut in Form scheinenden Philipp Scheider gefährden zu können. Einige zwischenzeitliche Glanzlichter und der vorgetragene Beweis, dass er sich in den vergangenen Wochen und Monaten technisch stark weiter entwickelt hat, das war es aber auch schon, was Serbiens Jüngster Filip Dogandzic im Duell mit Super-Routinier Werner Kovarik zu bieten hatte. Der 38jährige Ottakringer ist mit 187 Turnierstarts so erfahren und routiniert wie kein zweiter Challenger-Spieler im Circuit, und so kam der 6:1, 7:6 Erfolg zum Auftakt des April-HTT-150-Turniers auch zustande. Wenngleich, souverän sieht doch anders aus, speziell im zweiten Heat wackelte Kovarik gewaltig. Eigentlich bettelte der Wiener um einen dritten Satz, ehe er im Tie-Break mit 13:11 das glücklichere und bessere Ende für sich hatte. “Ich bin jetzt wirklich froh, aus dieser Situation heil rausgekommen zu sein”, zeigte sich der Sieger erleichtert.

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Maues Match und pointierte Pressekonferenz – Buzek und Gudenus im Emotionen-Schlager Teil 2

Im Achtelfinale trifft Kovarik nun auf Jens Gudenus, der sich gegen Manfred Buzek überraschend deutlich mit 6:3, 7:5 durchsetzen konnte. Ein eigentlich ganz gewöhnliches Erstrunden-Match beim mässig besetzten April-HTT-150-Turnier, wurde für beide Akteure zu einem ganz besonderen Spiel. Von Emotionen und Gefühlsausbrüchen geprägt, standen sich Buzek und Gudenus zum zweiten Mal in ihren Karrieren gegenüber. Das sich die beiden nicht “grün” sind, ist kein Geheimnis. Das beide Spieler aufgrund der emotionalen Extremsituation nicht ihr bestes Tennis abrufen können, ist normal und nur allzu schade. Statt einem attraktiven Treffen, gab es viel Krampf und wenig sehenswerte Ballwechsel. Was Buzek und Gudenus aber freilich immer zu bieten haben, ist die Aftershow-Party, die sie ungewollt zum Besten geben. Wenn Manfred Buzek seine Schläger zerlegt, und sich Jens Gudenus nach dem Spiel in letztlich nicht zielführenden Diskussionen erhofft, vom Gegner endlich einmal zu hören, dass er eben nicht der bessere Tennisspieler ist, das fasziniert und erfreut das Publikum bei der Pressekonferenz in höchstem Maße. Indes: Buzek lieferte vor den Augen seiner Freundin Natascha und Kumpel Manuel Klvana eine indiskutable Leistung ab. Was der 30jährige in den letzten Wochen zugegebener Weise technisch dazugelernt hat, nützt genau gar nichts, wenn er im Oberstübchen nicht bald Reine macht. Dazu kam natürlich, dass dem Neo-Donaufelder der kampfbetonte, laufstarke und immer ballsicherer werdende Gudenus alles andere als liegt. Wenn Buzek das Gefühl bekommt, mit seinem Latein am Ende zu sein, um endlich einmal gegen die Gummiwand zum Punktgewinn zu kommen, dann dreht der 30jährige am Powerrädchen, und dann passt auch schon das Timing nicht mehr zusammen. Naja, und dann ist da ja auch noch ein gewisser Sascha Kobsik, und das aus Sicht von Manfred Buzek so sehr erhoffte erste direkte Duell mit dem Jänner-Challenger-Champion. Das “nach vorne schauen” auf ein mögliches Semifinale kann nie gut gehen, und so war letztlich das 3:6, 5:7 aus Sicht Buzeks beinahe die logische Konsequenz. “Das ist eine riesige Blamage für mich, dass ich gegen den Jens Gudenus in zwei Sätzen verliere”, polterte Buzek zum Abschied, während Gudenus sich lieber dem anstehenden Samstag-Abend widmete. Eine Stellungnahme dürfen wir uns aber sicher für Sonntag Abend nach dem Kovarik-Match im Achtelfinale erwarten.

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Stefan Dichtl ringt im Generationen-Duell US-Boy Frederik Campbell in drei Stunden nieder, und Marcin Schiermayer steigt mit ausgeglichener Bilanz beim April-HTT-150 aus

Was tat sich sonst noch am Eröffnungstag des 3. April-HTT-150-Turniers im UTC La Ville? US-Boy Frederick Campbell muss weiter auf seinen zweiten Einzelsieg in dieser Saison warten. Der 50jährige Amerikaner unterlag am Samstag Nachmittag nach drei intensiven und interessanten Stunden dem jungen Niederösterreicher Stefan Dichtl mit 7:5, 5:7, 4:6, und kassierte damit bereits die sechste Erstrunden-Niederlage in Serie. Das Generationen-Duell hatte quasi jeden Ausgang zur Möglichkeit, wie ein Blick auf den Spielverlauf zeigt. Dichtl führte im ersten Satz 5:2, ehe er ihn 5:7 abgeben musste. Bei 7:5, 4:1 sah Campbell nach langer Zeit wieder einmal wie der sichere Sieger aus, ehe der 16jährige zurückschlug, und im dritten Satz letztllich sein Achtelfinal-Ticket löste. “Ich habe im ersten Satz auch blöd herumprobiert”, ärgerte sich Dichtl trotz Aufstieg, während Campbell sich trotz erneuter Niederlage nicht unglücklich zeigte. “Ich sehe das nicht so tragisch. Es war ein ständiges Hin und Her”, so der 50jährige. Einen 7:6, 6:4 Erfolg durfte am gestrigen Nachmittag auch Marcin Schiermayer bejubeln. Der gebürtige Pole fightete Lukas Lachnit mit 7:6, 6:4 nieder, und entpuppte sich in diesem Auftakt-Duell als enorm laufstark und beim Service mit glänzender Performance. Zumindest wenn das “Erste” kommt, dann fahren nämlich echte Raketen im Aufschlagfeld des Gegners ein. “Technisch sind wir etwa gleich stark. Auch der Marcin hat die geschnippselten Bälle drauf. Sein Aufschlag ist der Wahnsinn, und er hat mich letztlich mit der Kondi besiegt”, stellt Lachnit fest. Eine Runde später war übrigens auch für Schiermayer Schluss. Der 28jährige eroberte aber gegen den an Nummer 2 gesetzten Andreas Tolunay beim 2:6, 2:6 immerhin 4 Games. Für Tolunay zwar “nur” ein gewöhnlicher Erstrunden-Sieg, nach zuletzt drei Startpleiten in Folge, aber doch auch ein Schritt aus seiner kleinen Mini-Krise.

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