Innviertler Schützenhilfe – Robert Priewasser verhindert Jahrhundert-Rekord

Der französische Tennisartikel-Hersteller Babolat und Hobby-Tennis-Tour Österreich haben ihre seit April 2011 bestehende Partnerschaft um eine weitere Saison verlängert, und ihre Zusammenarbeit bis 2014 beschlossen. Diese hoch erfreuliche Nachricht ist nur eine von vielen Agenden, die derzeit den Veranstalter der Hobby-Tennis-Tour beschäftigen. Jede Menge neue und vielversprechende Projekte stehen an, und einige ganz interessante Möglichkeiten haben sich in den letzten beiden Wochen ergeben, die es aktuell gerade umzusetzen und vorzubereiten gilt. Aus diesem Grund musste die Berichterstattung auf hobbytennistour.at in den letzten 14 Tagen eher stiefmütterlich geführt werden. Wir wollen die treuen Leser unserer Webseite aber knapp vor Ostern doch noch mit den wichtigsten Informationen und Fakten der letzten beiden Wochen im Circuit versorgen. Und davon gab es ja einige, wie den Triumph von Jan Philipp Hupasch beim letzten großen Hallenturnier, dem verpassten Jahrhundert-Rekord von Super-Oldie Karl Ader oder den Debütanten-Erfolg von Martin Steinbauer. Ein Bericht von C.L

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Karl Ader vor dem März-Future-Finale mit der historischen Chance, einen Jahrhundert-Rekord aufstellen zu können

Dienstag 12. März 2013, die Hobby-Tennis-Tour steht noch kollektiv unter dem Eindruck des am Vorabend über die Bühne gegangenen semifinalen Giganten-Duells beim 10. März-HTT-500-Turnier zwischen dem Ranglisten-Ersten Franz Mayrhuber und Spaniens neuem Tour-Hero Ignacio Martin, als schon der letzte große Final-Abend der heurigen Indoor-Saison in Doppelpack-Version auf dem Programm stand. Quasi als Ouvertüre zum mit Spannung erwarteten 500er-Endspiel zwischen dem topgesetzten Franz Mayrhuber und der neuen deutschen Nummer 1 Jan Philipp Hupasch, fiel die Entscheidung bei der 2. Ausgabe des März-Future-Turniers, wo die Hobby-Tennis-Szene dieser Stadt beinahe kollektiv im Lager eines Mannes stand. Es gab wohl kaum einen HTT-Fan, der am Abend dieses 12. März 2013, dem Donaufelder Urgestein Karl Ader nicht die Daumen gedrückt hatte. Was wäre das für eine Story gewesen, und vorallem: Was wäre das für ein Rekord geworden, wenn der rüstige Fast-Siebziger auch sein zweites direktes Duell mit Final-Herausforderer Robert Priewasser erfolgreich gestaltet hätte. “Karl Superstar” wäre als unsterbliche Legende in den Olymp der Hobby-Tennis-Szene aufgestiegen, und hätte mit 69, 9 Jahren den im vergangenen Oktober von Walter Kreilinger aufgestellten Rekord für den ältesten Turniersieger der Open Ära geradezu pulverisiert. Doch “hätte, wenn und aber………”, nach exakt 1:24 Stunden Spielzeit musste der Super-Oldie vom TC Donaufeld seine Hoffnungen auf den heiß ersehnten Titelgewinn begraben. Ein lange Zeit exzellent spielender Robert Priewasser, und ein zur selben Zeit weit hinter seinen Erwartungen agierender Karl Ader, damit war das März-Future-Finale im UTC La Ville eigentlich zu einer recht klaren Angelegenheit avanciert.

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Priewasser mit Galavorstellung und einer 6:3, 4:0 Führung

“Wir Innviertler halten halt zusammen”, lachte Robert Priewasser, nachdem er mit seinem 6:3, 6:4 Erfolg nicht nur seinen zweiten Karriere-Titel auf der Future-Tour erobert hatte, sondern in den vorangegangenen 84 Endspielminuten auch den Ader’schen Jahrhundert-Rekord verhindert, und damit seinem oberösterreichischen Landsmann Walter Kreilinger dessen Bestmarke für den ältesten Titel-Champion der HTT-Geschichte gerettet hatte. Und der 31jährige aus Ried war gar nicht unverdient zu Titelehren gekommen, hatte er doch das finale Geschehen gegen Ader lange Zeit mehr als beherrscht. Der Innviertler benötigte zwar 45 Minuten, um den ersten Durchgang mit 6:3 in trockene Tücher zu bringen, doch speziell bei eigenem Aufschlag glänzende der 31jährige Oberösterreicher mit einer – auf Future-Tour-Ebene – selten gesehenen Aufschlagleistung. “Robschi” gab in vier Service-Games nur einen einzigen Punkt ab, und legte damit den Grundstein für den Gewinn des ersten Heats. Vorallem aber hatte der 31jährige jede Menge Selbstvertrauen getankt, das er in der Folge zu einem echten Gala-Auftritt nützte. Priewasser spielte entfesselt auf, gab in seinen ersten beiden Aufschlagspielen in Durchgang 2 wieder keinen Punkt ab, und lag dazu mit zwei frühen Breaks scheinbar uneinholbar 4:0 in Front. 6:3, 4:0, nur ein einziger abgegebener Punkt bei eigenem Aufschlag, doch Tennis ist und bleibt ein verrückter Sport! Der überlegen führende Oberösterreicher wurde plötzlich übermütig, und begann maßlos zu übertreiben, was Vorhandschüsse und Rückhand-Winner betraf.

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“Es war diesmal ganz schwer, weil die ganze Tour-Familie im Lager von Karl Ader stand”

In exakt 18 Minuten und nachdem der Super-Oldboy 3:6, 0:4 zurückgelegen war, und sich bis dahin auf dem Court verbal in Selbstmitleid gesuhlt hatte, führte sein Gegenüber aus Ried die Wende selbst herbei. Aus überdimensionalem Selbstbewusstein war eine Arroganz geworden, mit der sich Priewasser über sein eigentliches Können hinwegsetzen wollte. Der 31jährige probierte nun Schläge, die – bei aller Wertschätzung – “noch” nicht im Repertoire des Innviertlers als selbstverständlich gelten. Mit diesen Zauberschläger wollte der angehende Sieger seine Gala-Vorstellung krönen, doch stattdessen “ballerte” sich Priewasser mitten hinein in eine echte Zitterpartie. Die oben erwähnten 18 Minuten waren vergangen, da hatte Ader zum 4:4 ausgeglichen, und war plötzlich wieder voll im Geschäft, doch noch seinen ersten Tour-Titel zu erobern. Im Finish freilich “schraubte” Priewasser sein Tennis wieder in normale Sphären hinab, kämpfte fortan wieder mit soliden Grundlinienschlägen, und hatte nach durchgebrachtem Aufschlag zum 5:4 das Momentum auf seiner Seite, dass Karl Ader in der Folge gegen den Matchverlust servieren musste. Bei 40:15 hat der 69jährige Pech mit einem eigentlich prächtig getimten Passierball der am Netzband hängen bleibt, und Augenblicke später war der Traum vom “Tourtitel mit fast 70” auch schon ausgeträumt. Eine Ader-Vorhand landete ganz knapp neben der Linie, und damit hatte Robert Priewasser zum zweiten Mal nach dem November-Future-Triumph am Ende der vergangenen Saison, wieder allen Grund zum Jubel. “Es war diesmal extrem schwer, weil ich spürte, dass heute die ganze Tour-Familie im Lager vom Karl steht”, zeigte sich der Sieger froh und erleichtert.

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