Rainer Bauer mit “Terra-Rossa-Derby-Sieg” gegen Thomas Peyerl

Mit 48 Damen und Herren ist auch das letzte Wochenende der Hallensaison 2012/2013 noch einmal so sensationell besetzt, wie alle bisherigen Veranstaltungen der heurigen Saison, wobei “letztes Hallenturnier” schon irgendwie kurios klingt, wenn man bei aktuell eher an den Winter erinnernde Wetter-Verhältnisse vor die Haustüre tritt. Am geplanten Outdoor-Start in einer Woche ändern Schnee und Minustemperaturen dieser Tage freilich “noch” nichts, das dritte März-Wochenende aber steht noch einmal unter dem Motto “Punkte sammeln unter den Dächern des UTC La Ville”. Den “Indoor-Kehraus” bestreiten die HTT-Asse zum dritten Mal in Folge beim März-HTT-150-Turnier, das insgesamt bereits zum 5. Mal zur Austragung gelangt. Ohne den verschollenen Vorjahressieger Karsten Schütze aus Deutschland, dafür aber mit 16 Spielern aus den aktuellen Top 100 der HTT-Computer-Rangliste ist das 15. Saisonturnier richtig gut besetzt. Ein Bericht von C.L

cimg7524

cimg7520

Gerald Marhold schlägt Lucas Rydl, und 50 Prozent Leistung reichen für WTC-Star Mario Pritz nicht aus, um gegen den “jungen Buben” Philipp Scheider zum ersten Saison-Einzelsieg zu kommen

Beim “fachsimpeln” in Spielerkreisen über mögliche Titel-Aspiranten war am gestrigen Eröffnungstag des 5. März-HTT-150-Turniers immer wieder der Name Gerald Marhold zu hören. Was doch ein wenig verwundert, hat der 34jährige heuer doch noch keine Bäume auf der Tour ausgerissen. Immerhin schaffte die Nummer 48 des Entry-Rankings aber bei seinem vierten Antreten hier zum dritten Mal den Sprung ins Achtelfinale, diesmal nach einem 6:2, 6:2 Erfolg über den März-HTT-150-Viertelfinalisten von 2011 Lucas Rydl. Nach einer recht offenen und ausgeglichenen Anfangsphase bekam Marhold die Partie gegen einen zusehends fehlerhafter werdenden Terra-Rossa-Spieler in den Griff, um schließlich doch recht souverän die Runde der letzten 16 zu erreichen. Dort wartet Philipp Scheider, der gegen Mario Pritz unerwartet deutlich sein Achtelfinal-Ticket lösen konnte. Der City & Country Club-Star siegte nämlich 6:2, 6:4, und zeigte bei seinem 4. Saison- und Karriere-Einzelsieg eine starke Vorstellung. Auf der anderen Seite muss WTC-Doppel-Spezialist Mario Pritz weiter auf seinen ersten Saisonsieg im Single warten. “Ich habe heute aber auch einfach nicht gut gespielt. 50 Prozent Leistung reichen halt heute gegen die jungen Buben nicht mehr, aber aufgeben werde ich deshalb nicht”, lachte der Unterlegene.

cimg7521

cimg7526

Mario Scheday nach 26 Monaten Pause mit gelungenem Tour-Comeback gegen lustlosen Thomas Pratsch, Marko Bogdanov mit Wiedergutmachung für März-HTT-250-Achtelfinal-Aus, und Thomas Peyerl mit Lospech und Derby-Niederlage

26 Monate Pause hatte Mario Scheday hinter sich, als er gestern Abend sein Comeback auf der Hobby-Tennis-Tour feierte, und mit einem 6:0, 0:6, 6:4 gegen Thomas Pratsch über eine erfolgreiche Rückkehr in den Circuit jubeln durfte. Der Niederösterreicher gewann eine kuriose Begegnung, weil er zwei Stunden lang engagierter war als sein Gegenüber. Nicht richtig “heiß” auf die Erstrunden-Partie, schlitterte Pratsch im ersten Heat in ein 0:6 Debakel, und wer weiß, wie schnell der 33jährige wieder auf dem Heimweg gewesen wäre, wenn Scheday im ersten Game des zweiten Satzes eine seiner drei Breakchancen bei 0:40 genützt hätte. Stattdessen wurde das Eröffnungs-Game im zweiten Durchgang zum Wendepunkt für den Linkshänder, der seinerseits mit einer Null zum Satzausgleich kam. In der Entscheidung hatte Scheday das bessere Ende mit 6:4 für sich, und damit seinen Platz im Achtelfinale fix. Dort trifft der Tour-Rückkehrer auf den Deutschen Marko Bogdanov, der sich mit einem 6:4, 6:2 für das achtelfinale Aus beim März-HTT-250-Turnier gegen Markus Hobiger rehabilitierte. Eine Runde weiter ist auch Rainer Bauer, der das Terra-Rossa-Derby gegen Thomas Peyerl mit 6:3, 6:4 gewann, und damit im 40. Single-Match seiner Karriere siegreich blieb. Attraktive Ballwechsel im Schlagerspiel des ersten Tages, für den unterlegenen Thomas Peyerl nur ein schwacher Trost, zumal dem 28jährigen Challenger-Tour-Final-Champion der 90. Einzelsieg seiner Laufbahn verwehrt blieb. “Das war eine ganz unangenehme Auslosung für ein 150er-Turnier, das muss ich schon los werden”, säufzte Peyerl.

cimg7527

cimg7523

Milan Stojkov hat sein “Lieblingsturnier” gefunden, und mit 25. Einzelsieg seiner Karriere ein Quali-Rendezvous mit Alexandra Schrötter fixiert

Mit 16 hoch motivierten Damen und Herren ist auch die Qualifikation zum 5. März-HTT-150-Turnier wieder einmal großartig besetzt. Den ersten von zwei nötigen Schritten um im Hauptbewerb mit von der Partie sein zu können, haben am Freitag Abend gleich vier Spieler(innen) gesetzt, und das noch dazu ohne Satzverlust. Milan Stojkov scheint dieses Turnier zu lieben. Der 28jährige Serbe, der bereits im Vorjahr als Qualifikant bis ins Achtelfinale stürmte, überstand am Freitag Abend die erste Qualifikations-Runde gegen Tour-Newcomer Gerhard Wondrak in drei Sätzen. Das mit 6:1, 5:7, 6:2 gewonnene Duell mit dem Tour-Debütanten aus Stockerau bescherte Stojkov im 75. Match seiner HTT-Karriere den 25. Sieg, und ein Rendezvous mit Ex-Terra-Rossa-Lady Alexandra Schrötter im Kampf um einen Platz im Hauptbewerb. Die 42jährige traf am Freitag Abend auf Catalin Ancutici, und fügte ihrem Kontrahenten mit 6:4, 6:3 bereits die 8. Erstrunden-Niederlage in Serie zu.

cimg7525

cimg7522

“Wundertüte Gallo” und ein souveräner Sebastian Horstmann

Vor einer Woche mit einer eher desaströsen Vorstellung in Runde 1 des März-Future-Turniers an Lukas Reichel gescheitert, kehrte “Wundertüte” Georg Gallo am gestrigen ersten Spieltag des 5. März-HTT-150-Turniers in die Erfolgsspur zurück. Der 52jährige dominierte die Quali-Partie gegen Norbert Spanninger beinahe nach Belieben, und fügte seinem Gegner eine deutliche 6:1, 6:3 Niederlage zu. Der 15. Karriere-Einzelsieg des sympathischen Slowaken war aber nicht nur eine Art Wiedergutmachung für die Vorwochen-Schlappe, sondern auch für sein Auftreten hier im Vorjahr, wo in Quali-Runde 1 gegen Josef Diner frühzeitig Schluss war. “Ich habe mental viel gearbeitet. Du musst voll konzentriert sein, und ich ärgere mich auch nicht mehr. Außerdem habe ich meinen Aufschlag stark verbessert”, sah Gallo die Gründe für seinen souveränen Auftakt-Sieg. “Da liegen Welten zwischen unseren Aufschlägen”, bestätigte auch der unterlegene Norbert Spanninger. Ebenfalls eine Runde weiter ist auch Sebastian Horstmann, der beim 6:2, 6:1 über Russlands Boris Macheev den stärksten Eindruck in der Quali hinterließ. Der 29jährige feierte damit im dritten Anlauf den ersten Sieg in dieser Saison, und wartet nun im direkten Duell um einen der vier Plätze im Hauptbewerb auf den Sieger der Partie Jens Gudenus gegen Thomas Dewald. “Die zwei Wochen Pause habe ich zwar wegen meiner Armbeschwerden dringend gebraucht, aber andererseits war dadurch heute mein Timing komplett weg”, haderte der unterlegene Moskowiter.

cimg7519