Spaniens neuer Tour-Hero läßt auch Top-Ten-Star Hüseyin Tüfekci keine Chance

Langsam aber sicher wird der aktuelle Erfolgs-Run von Spaniens neuem HTT-Star Igancio Martin richtig unheimlich. Der 25jährige aus Madrid scheint im Moment von “Nichts und Niemandem” aufzuhalten zu sein. Selbst die anerkannten und arrivierten Tour-Stars Hüseyin Tüfekci und Alexander Walter mussten am Sonntag Abend die krasse Überlegenheit des iberischen Überfliegers anerkennen. Tourspieler Thomas Löffelmann hat dem seit mittlerweile bereits 11 Spielen ungeschlagenen Spanier den Spitznamen “Nadal der HTT” verliehen, und ihn ähnlich atemberaubender Art und Weise wie sein Landsmann auf Profi-Ebene, schockt der Madrilene derzeit auch die kollektiv nachdenklich gewordene Konkurrenz. Der Halbfinal-Einzug von “Don Ignacio” überstrahlte das Tagesgeschehen am gestrigen Super-Sonntag, an dem erstmals auch Deutschlands Bester Jan-Philip Hupasch nach achtwöchiger Tour-Pause wieder zum Racket griff, und auf Anhieb das Semifinale erreichte. Damit stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass erstmals seit dem Deutschen Robin Douglas im Jahr 2007 wieder ein internationaler Spieler mit der Siegestrophäe in Händen beim März-HTT-500-Turnier jubelt. Ein “Germane” stemmt sich derweil auch beim gleichzeitig stattfindenden März-Future einem rot-weiss-roten Trio entgegen. Matthias Dietrich fordert im Semifinale Super-Oldie Karl Ader, dem nur noch zwei Schritte zur Unsterblichkeit fehlen. Ein Bericht von C.L

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Spaniens Shootingstar Ignacio Martin zerlegt nacheinander auch Top-Ten-Mann Hüseyin Tüfekci und Kunz-Bezwinger Alexander Walter und sorgt für nachdenkliche Gesichter bei den Top-Stars der Szene

Ignacio Martins spektakulärer und für höchstes Aufsehen sorgender Siegeszug durch den Hobby-Tennis-Tour-Circuit hat am Sonntag Abend einen neuen Höhepunkt erreicht. Der 25jährige aus Spaniens Hauptstadt Madrid, hat am dritten Spieltag beim März-HTT-500-Turnier mit Hüseyin Tüfekci nicht nur erstmals einen Top-Ten-Spieler aus dem Weg geräumt, sondern nach einem weiteren klaren Erfolg über Kunz-Bezwinger Alexander Walter zum dritten Mal in Serie das Semifinale eines HTT-Turniers erreicht. Der immer imposanter werdende Erfolgs-Run des iberischen Newcomers sorgt indes nicht mehr nur beim “Mittelstand” der Szene für nachdenkliche Gesichter, nein seit Sonntag Abend grübelt auch die absolute Hobby-Tennis-Elite dieser Stadt über den von Sieg zu Sieg eilenden “Spanier” nach. War nach dem Debüt des Iberers auf Future-Tour-Ebene noch die Challenger-Elite in Sorge, darf sich nach einem spanischen Gala-Abend der Extraklasse jetzt auch der Hoch-Adel im Hobby-Tennis-Sport Gedanken über den rot-gelb-roten Senkrechtstarter machen. Weil Terra-Rossa-Star Rainer Bauer am Freitag Abend in Runde 1 noch der Makel einer langen Verletzungspause anhaftete, sahen viele Tour-Experten den achtelfinalen Gegner beim März-HTT-500-Turnier als erste echte Bewährungsprobe für den spanischen Tour-Star. Und das war immerhin der türkische Masters-Semifinalist Hüseyin Tüfekci, der mit seinem druckvollen Linkshänder-Tennis die Ignacio-Mania beenden, und den aus den Fugen geratenen Hype um den 2fachen Saisonsieger aus Spanien wieder in geordnete Bahnen lenken sollte. Der 35jährige aus Izmir war als erster Gegner Martins aus den aktuellen Top Ten zum echten Gradmesser geworden, doch von einer Platzierung unter den Besten 10 ließ sich Spaniens HTT-Topstar nicht sonderlich beeindrucken. Auch nicht vom wilden Herumgeballere des glatzköpfigen Bosporus-Servers, der sich in gerade einmal 50 Minuten in ein fehlerhaftes 1:6, 2:6 Debakel schoss. “Unglaublich, ich bin nie ins Spiel gekommen und war viel zu rasch mit 0:5 zurück. Er hat sehr gut gespielt, aber ich war noch nie so schlecht wie heute. Ich will unbedingt Revanche”, erklärte die frühzeitig gescheiterte Nummer 3 des März-HTT-500-Turniers.

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11 Spiele – 11 Siege – 22:0 Sätze, eindrucksvoller kann man eine HTT-Karriere nicht starten

15 Minuten später – Spaniens neuer Tour-Hero hatte sich gerade einmal mit einem Snack aus dem La-Ville-Restaurant gestärkt – stillte der Madrilene seinen scheinbar unersättlichen Erfolgshunger mit einem weiteren Sensationserfolg auf höchster Ebene. Alexander Walter, im Vorjahr zum Beispiel Sieger über Franz Mayrhuber beim April-HTT-500-Turnier, machte in 55 Minuten ein Game mehr als Tüfekci, war beim 2:6, 2:6 gegen Ignacio Martin aber letztlich genauso chancenlos wie der Türke eine Runde davor. “Das hat trotz der Niederlage voll viel Spaß gemacht. Ich war das ganze Match über voll gefordert, auf jeden Ball draufzugehen”, betonte Walter, der eigentlich recht forsch und gut in dieses Viertelfinal-Duell Mit Ignacio Martin gestartet war. Ein frühes Break und bei 40:15 zwei Chancen zum 2:0, womöglich wäre das 17. Karriere-Match des 41jährigen vom Ober St. Veiter TC dann anders verlaufen, doch auf der Anzeigetafel im La Ville “angeschrieben”, nahm einmal mehr das “spanische Furioso” seinen Lauf. Mit einer Vorhand die stets für krachende Punktgewinne sorgte, mit einer Rückhand die solide gespielt für die nötige Sicherheit im spanischen Grundlinienspiel verantwortlich zeichnete, damit war der Madrilene auch im elften Match seiner Tour-Karriere nicht zu stoppen. Die grandiose HTT-Bilanz des 25jährigen liest sich wahrlich eindrucksvoll. 11 Spiele, 11 Siege, 22:0 Sätze, erst 27 abgegebene Games und 8 zu Null gewonnene Sätze, famoser und gigantischer kann man eine HTT-Karriere nicht starten.

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Die Causa Ignacio Martin wird nun zur Chef-Sache von Branchen-Primus Franz Mayrhuber

Und so wird es nun – man glaubt es kaum – sogar zur absoluten Chef-Sache, den längst unheimlich anmutenden Siegeszug von Ignacio Martin zu beenden. Der erfolgreichste Hobby-Tennis-Spieler der Bundeshauptstadt muss am Montag Abend höchst persönlich ran, um im Semifinale die Grenzen des spanischen Shooting-Stars auszuloten. Ein Traum-Semifinale zwischen dem ungeschlagenen “Nadal der HTT” und dem Branchen-Primus, das von vielen Kritikerin als eher mäßig besetzte März-HTT-500-Turnier kann mit dem ganz großen Vorschluss-Runden-Knaller aufwarten. Auch weil der topgesetzte Franz Mayrhuber am Sonntag Abend kühlen Kopf bewahrte, und den – trotz langer Verletzungspause – richtig gut spielenden Roman Arbeiter mit 6:3, 7:6 aus dem Bewerb werfen konnte. “Das war heute richtig schwierig und eine enge Geschichte. Gegen Ignacio Martin bin ich wahrscheinlich voll gefordert. Seine Ergebnisse in den letzten Tagen sind für mich Warnung genug”, blickte der Ranglisten-Erste dem Halbfinal-Schlager gegen Spaniens neuen Tour-Star entgegen.

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Deutschlands Nummer 1 Jan-Philip Hupasch steht bei seinem Comeback nach 8 Wochen Pause auf Anhieb im Semifinale des März-HTT-500-Turniers, und trifft dort auf den bisher nicht geforderten Mathias Wagner vom TK Big Point Muckendorf

Im zweiten Semifinale des 10. März-HTT-500-Turniers stehen sich Deutschlands Topstar Jan-Philip Hupasch und TK Big Point-Muckendorf-Ass Mathias Wagner gegenüber. Gemaniens Bester meisterte am Sonntag Abend den “internationalen Doppelpack” gegen Serbiens Jungstar Filip Markovic und den persischen Terra-Rossa-Star Jan Ohanessi ohne Satzverlust, wusste aber in beiden Matches nicht wirklich zu überzeugen. Gegen TC Alt Erlaa-Star Filip Markovic musste Hupasch im zweiten Satz gar ein 2:5 aufholen, ehe er im Viertelfinale gegen Asiens charismatischen Eichleter-Bezwinger Jan Ohanessi den 20. Einzelsieg seiner Karriere feierte. Ohanessi selbst hatte seine möglichen Chancen auf einen überraschenden Semifinal-Einzug beim März-HTT-500-Turnier schon eine Runde davor auf Null runtergeschraubt. Denn der 6:7, 6:4, 6:4 Erfolg im Achtelfinale über Thomas Löffelmann war nach über zweieinhalb Stunden Spielzeit teuerst erspielt. Kraftmäßig war der ohnehin verletzungsbedingt angeschlagene Perser dann im Duell mit Hupasch ohne Chance. Einen richtigen Spaziergang legte am gestrigen Sonntag auch Mathias Wagner hin. Der 21jährige Niederösterreicher fertigte nacheinander den aufopfernd kämpfenden oberösterreichischen Future-Tour-Star Robert Priewasser und den slowakischen Doppel-Spezialisten Pavol Cabada in jeweils zwei Sätzen nieder. Richtig Stress bekamm der Jungstar vom TK Big Point Muckendorf an diesem gestrigen Sonntag Nachmittag nur durch einen verlegten Gaderobe-Schlüssel.

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Priewasser ringt Cocis im Tie-Break des dritten Satzes nieder, und Hartmuth Beck avanciert mit 12 abgewehrten Matchbällen gegen Josef Winkler zum Helden des Tages

Spannung und Dramatik prägten am Sonntag Nachmittag aber auch den dritten Spieltag beim März-Future-Turnier im UTC La Ville. 135 höchst dramatische Minuten waren gespielt, als sich beispielsweise Titelfavorit Robert Priewasser in einem an Spannung nicht überbietbaren Finish den Tie-Break des entscheidenden dritten Satzes des Viertelfinal-Hits gegen Rumäniens Nummer 2 Ioan Cocis sicherte, und damit sein zweites Karriere-Semifinale auf der Tour klargemacht hatte. Im Semifinale trifft der 31jährige auf Hartmuth Beck, und damit jenen Mann, der am Sonntag Nachmittag für das meiste Aufsehen im Future-Circuit sorgte. Der 46jährige avancierte mit nicht weniger als 12 abgewehrten Matchbällen – und das in nur einem einzigen Game – zum großen Helden der Achtelfinal-Begegnung mit Josef Winkler. Dabei lag der Steirer im entscheidenden dritten Heat bereits mit 4:1 voran, ehe Beck zu einer sensationellen und im Erfolg gipfelnden Aufholjagd ansetzte. Das Husarenstück gelang dem Dogandzic-Bezwinger dann im zehnten Game des dritten Satzes bei eigenem Aufschlag und 4:5 Rückstand. Beck servierte also schlichtweg gegen den Matchverlust, und wehrte dort in einem nervenzerfetzenden Game nicht weniger als die erwähnten 12 Matchbälle ab. “Ich habe mir in dieser Phase vorgenommen, endlich einmal voll zu kämpfen, und das hat sich am Ende ausgezahlt”, strahlte der Sieger, während Winkler fluchtartig die Anlage am Altmansdorfer Ast verließ. Im Viertelfinale entledigte sich Beck dann auch noch eines Robert Rother, der im Achtelfinale zuvor noch Robert Posavec in drei Sätzen niedergerungen hatte.

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Noch 2 Schritte zur Unsterblichkeit – Tour-Oldie Karl Ader fehlen noch 2 Siege zum ersten Karriere-Titel, und das mit 69 Jahren

Nur mehr zwei Siege fehlen Donaufeld-Oldboy Karl Ader zur Unsterblichkeit auf der Hobby-Tennis-Tour. Sollte der 69jährige auch die letzten beiden Schritte auf dem Weg zum ersten Karriere-Titel mit Erfolg meistern, dann wäre er nicht nur der älteste Turniersieger der Open Ära, sondern mit seinen 69 Jahren wohl auf alle Zeiten in den Geschichts- und Rekordbüchern der HTT verewigt. Ein Titelgewinn im zarten Alter von fast 70 Jahren, wer bitte schön sollte diese historische Bestleistung jemals noch toppen können. Noch freilich ist es nicht so weit, auch wenn der Super-Oldie am Sonntag Abend auf dem Weg in sein 5. Karriere- und 2. Saison-Semifinale nichts anbrennen ließ. Zunächst wehrte Ader im achtelfinalen Generationen-Duell mit seinem 53 Jahre jüngeren Herausforderer Stefan Dichtl den unaufhaltsamen Ansturm der Jugend mit einem 6:4, 6:2 Erfolg ab, ehe er sich in der Night-Session am Centercourt auch noch La-Ville-Restaurant-Kellner Lukas Reichel bei dessen Heimspiel vom Hals hielt. Ader siegte 6:3, 6:0, und erreichte damit ohne Satzverlust das März-Future-Semifinale, wo er nun auf den Deutschen Matthias Dietrich treffen wird.

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Deutscher Angriff auch auch Future-Ebene – Matthias Dietrich wirft im Viertelfinale den an Nummer 2 gesetzten Mario Ferrari in drei Sätzen aus dem Bewerb

Der 32jährige vom TC Terra Rossa stoppte im Achtelfinale zunächst einmal Lukas Lachnit mit 6:1, 6:1, ehe er im Viertelfinal-Duell mit dem an Nummer 2 gesetzten Mario Ferrari in drei Sätzen die Oberhand behielt, und so sein erstes Tour-Semifinale fixierte. “Ich hätte am Montag spielen sollten, der Wintercup untertags hat mir viel Substanz gekostet. Ich war vorallem im Finish extrem müde”, ärgerte sich der unterlegene WTC-Star über die vergebene Chance, erstmals seit August vorigen Jahres wieder ein Semifinale zu erreichen. “Ich bin zufrieden. Endlich bin ich auch auf Teppich reingekommen, und meine Schläge haben heute schon ganz gut gepasst”, äußerte sich derweil der aus Kassel stammende März-Future-Halbfinalist.

 

Tanja Szkutta mit zwei taktisch reifen Leistungen als eine der Gewinnerinnen des Tages

Einen überaus erfolgreichen Nachmittag hat am Super-Sonntag auch Tour-Newcomerin Tanja Szkutta hingelegt. Die 40jährige aus Perchtoldsdorf, die im Vorjahr beim November-Future-Turnier in der Quali eine 2:6, 2:6 Packung gegen Manfred Ader ausfasste, und so ein eher durchwachsenes Tour-Debüt ablieferte, war eine der ganz großen Gewinnerinnen des gestrigen dritten Spieltages im UTC La Ville. Szkutta deklassierte 24 Stunden nach ihrem Quali-Erfolg über Serbiens Ivan Zaric auch Stephanie Lassbacher mit 6:1, 6:0, und hielt daraufhin im Achtelfinale auch den “battle of sexes” gegen Lukas Reichel lange Zeit mehr als offen. Vorallem taktisch erwies sich die ehemalige aus dem Schwimmbereich kommende Leistungssportlerin glänzend disponiert, und nahm so zunächst souveränst die Hürde Lassbacher, ehe sie wie erwähnt auch Lukas Reichel im Achtelfinale eineinhalb Sätze lang vor massive Probleme stellte. Im Damen-Derby gegen Lassbacher merkte Szkutta bald, dass sie gegen die angreifende Linkshänderin über deren Rückhand zum Erfolg kommen wird. Und eine Runde später hatte die fixe Niederösterreicherin alsbald erkannt, dass dem Tempo liebenden Gegner eine langsamere Gangart so gar nicht schmeckt. “Ich bin zufrieden mit meiner heutigen Leistung”, verabschiedete sich Szkutta, die sich für kommende Teilnahmen – ob ihrer Erfolge – mehr Zeit nehmen wird müssen.