French-Open-Finalist Nikolaus Kremser strauchelt in Runde 1 des März-HTT-500-Turniers

Wenn ein – noch dazu aktueller – “French-Open-Finalist der HTT” schon nach nur einem Spiel seine Rackets wieder zusammenpacken muss, dann kann es so schwach nicht besetzt sein, das 10. März-HTT-500-Turnier am Altmannsdorfer Ast.  Ist es auch keineswegs, denn nicht nur das sich 9 Mann aus den Top 30 des HTT-Entry-Rankings und 8 Spieler mit einem ITN unter 4,8 im Raster des 13. Saison-Turniers tummeln, sind auch sonst noch einige höchst interessante Herren wie beispielsweise ehemalige Grand-Slam-Champions oder Ex-Olympiasieger mit von der Partie. Und dann ist da ja auch noch der in aller Munde befindliche “Spanier”, der an diesem Wochenende Farbe bekennen muss. Wie gut er wirklich ist, der 25jährige Madrilene, wird erst der Sonntag klären, hatte Ignacio Martin doch am gestrigen zweiten Turniertag spielfrei. Das Tagesgesprächsthema war daher das unerwartete Auftakt-Aus von Titelmitfavorit Nikolaus Kremser. Was sich sonst noch am zweiten Spieltag beim März-HTT-500-Turnier und dem gleichzeitig stattfindenden März-Future ereignete, kannst Du im nachfolgenden Bericht von C.L nachlesen.

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WAC-Star und French-Open-Finalist Nikolaus Kremser in Runde 1 des 10. März-HTT-500-Turniers von Roman Arbeiter entzaubert

Die 10. Auflage des März-HTT-500-Turniers konnte am frühen Samstag Nachmittag mit einer saftigen Überraschung aufwarten. Der amtierende French-Open-Finalist Nikolaus Kremser musste sich bei seinem Tour-Comback nach neuneinhalb Monaten Pause völlig unerwartet gegen Roman Arbeiter bereits in Runde 1 geschlagen geben. Der 25jährige vom WAC schlitterte ohne Matchpraxis und weit weg von seiner “French-Open-Performance” im vergangenen Mai in eine 5:7, 6:3, 2:6 Niederlage, und sorgte damit für den ersten ganz großen Paukenschlag beim letzten 500er-Event der Indoor-Saison 2012/2013. Das Duell zweier Spieler, die “rote Asche” unter ihren Beinen ganz klar bevorzugen, kam auf den Teppich-Courts des UTC La Ville nur recht zögerlich in Schwung, und brachte auch nur selten jene Ballwechsel und Szenen, die man sich von diesem Erstrunden-Hit eigentlich permanent erwartet hätte. Kremser startete “schaumgebremst” in sein Saison-Debüt, und verlor einen von vielen langen Ballwechseln und noch mehr Eigenfehlern geprägten ersten Satz knapp mit 5:7. In Durchgang 2 fand der WAC-Star besser ins Spiel, schaffte mit 6:3 den Satzausgleich, ehe Roman Arbeiter im entscheidenden Heat als der fiter wirkende Akteur das bessere Ende letztlich für sich hatte. Kremser wirkte müde und ausgelaugt, während Defensiv-Künstler Roman seinem Familiennamen gerecht wurde, und den French-Open-Finalisten im Finish regelrecht aufge”arbeiter”t hatte. Nach zweieinhalb Stunden hatte das letzte große Hallenturnier also mit Nikolaus Kremser einen ersten Topstar verloren, und womöglich mit Roman Arbeiter einen neuen “heimlichen” Mitfavoriten dazubekommen. “Ich bin für die Verhältnisse sehr zufrieden. Immerhin war ich lange verletzt, und mit fehlten zuletzt auch die wettkampfmäßigen Matches. Wir sind beide brav gelaufen. Was jetzt noch kommt in diesem Turnier, ist nur noch Draufgabe”, erklärte der Sieger. Gelassen nahm das überraschende Erstrunden-Aus auch WAC-Star Nik Kremser. “Ich habe das Turnier als Vorbereitung für die Meisterschaft gesehen, immerhin habe ich seit November kein Match mehr bestritten. Dementsprechend bin ich auch konditionell nicht voll auf der Höhe. Und das ich erst kürzlich vom Skifahren heimgekommen bin, war wohl auch nicht förderlich für mein Spiel heute. Im zweiten Satz habe ich aber ganz gut gespielt. Da ich sonst aber immer auf Sand spiele, hatte ich auch gewisse Timing-Probleme”, resümierte der Unterlegene.

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Ernüchterung für Challenger-Tour-Final-Champion Thomas Peyerl nach seinem Duell mit der Nummer 1 der Hobby-Tennis-Tour

Richtig aufregend war am zweiten Spieltag des 10. März-HTT-500-Turniers kein Match mehr, vielleicht ausgenommen die Partie zwischen Jan Ohanessi und Markus Eichleter, die der Perser im dritten Satz nach einer verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners mit 5:7, 6:4, 3:1, w.o. gewann. “Es war so ein geiles Match”, freute sich WTC-Star Eichleter trotz Auftakt-Aus, während Ohanessi nun am Sonntag auf Thomas Löffelmann treffen wird, der sich ebenfalls in drei hart umkämpften Sätzen gegen Martin Thier durchsetzen konnte. Und während der 34jährige Sieger über den 25. Einzelerfolg seiner noch jungen Laufbahn jubelte, musste sich Thier bei seinem dritten März-HTT-500-Start zum zweiten Mal in Serie in Runde 1 geschlagen geben. Die restlichen Erstrunden-Matches hatten eher “langweilenden” Charakter! Der slowakische Doppel-Spezialist Pavol Cabada deklassierte Future-Tour-Spieler Josef Winkler genauso klar und eindeutig, wie Mathias Wagner den rumänischen Underdog Catalin Ancutici. Serbiens Jungstar Filip Markovic gab sich gegen den mit einer Wildcard ausgestatteten Olympiasieger von 2010 Philipp Mayer mit 6:4, 6:2 ebenso keine Blöße, wie der Ranglisten-Erste Franz Mayrhuber, der in seinem Auftakt-Match Hobiger-Bezwinger Thomas Peyerl mit nur einem überlassenen Game demonstrierte, wie dünn die Luft in den Top Ten der Hobby-Tennis-Tour anno 2013 tatsächlich ist. “Das war ernüchternd. Da siehst du erst, wie weit weg du von allem bist. Ich habe zeitweise nicht gewusst, was ich machen und spielen soll. Ich hatte einfach keine Antwort auf sein Spiel”, klagte der Challenger-Tour-Final-Champ nach seinem Achtelfinal-Debakel gegen die Nummer 1 der HTT.

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Jungstar und Vorjahresfinalist Jonas Trischler gewinnt Erstrunden-Schlager beim März-Future gegen den an Nummer 1 gesetzten Serben Miroslav Jelic

Weitaus spannender und interessanter als der zweite Spieltag beim März-HTT-500-Turnier, verlief der gestrige Samstag beim parallel stattfindenden März-Future im UTC La Ville. Zwar liegen spielerisch Welten und Galaxien zwischen dem Tennis der Top-Asse der HTT und den Stars aus der zweiten Reihe, doch in Sachen Kampfgeist, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft standen Jelic & Co ihren “großen Kollegen” um absolut gar nichts nach. Und so bekam man in gleich 14 Partien zu sehen, was Tennis in der “Unterliga” wirklich bedeutet. Dort wird um jeden noch so aussichtslos scheinenden Ball gefightet, da werden spielerische Defizite mit riesigem läuferischen Engagement kompensiert, und am Ende Siege und Niederlagen doppelt intensiv bejubelt oder betrauert. Die Future-Tour und Challenger-Szene lebt, und das nicht nur, weil an diesem Wochenende sogar 6 Aktive mehr am Start waren, als beim gleichzeitigen 500er-Event. Das Schlagerspiel des Tages war ohne Zweifel der Erstrunden-Hit zwischen dem topgesetzten Miroslav Jelic aus Serbien, und dem Vorjahresfinalisten Jonas Trischler. Der 16jährige vom TC Hollabrunn hatte nach zwei Stunden Spielzeit und drei gewonnen Sätzen sein 13. Karriere-Single erfolgreich hinter sich gebracht, während die Nummer 1 des Turniers den zweiten Erstrunden-Ausrutscher beim März-Future in Serie zu beklagen hatte.

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Robert Posavec gewinnt gegen “Jubilar” Milan Stojkov auch das zweite direkte Duell, und Robert Priewasser “bannt” gleich in Runde 1 des Future-Tour-Schreckgespenst Markus Fessel

Im Achtelfinale wird es für den niederösterreichischen Jungstar allerdings kaum einfacher, wartet doch dort mit Robert Priewasser der von vielen Experten und Insidern als Geheimfavorit gehandelte Oberösterreicher. Der 31jährige, der im vergangenen November bereits einen Future-Titel holte, befreite die Konkurrenz vom schupfenden Schreckgespenst Markus Fessel, indem er den frischgebackenen Februar-Future-Champ aus Wilhelmsburg mit 6:0, 6:2 abfertigte. Für Fessel endete das März-Future-Turnier damit so wie im letzten Jahr bereits in Runde 1. Damals verlor der 29jährige gegen den Asiaten Jerry Juni. Bereits im Viertelfinale steht Rumäniens Titelhoffnung Ioan Cocis. Der 52jährige verhinderte im “Achtel” den 30. Karriere-Einzelsieg von Colony-Lady Alexandra Schrötter, und blieb obendrein mit 6:1, 6:4 unerwartet deutlich in zwei Sätzen erfolgreich. Kein Glück beim Jubiläums-Auftritt hatte Serbiens Milan Stojkov, der auch im zweiten direkten Duell mit Robert Posavec den Kürzeren zog. Musste sich der 28jährige im Vorjahr in Runde 1 des September-Challenger-Turniers in zwei Sätzen beugen, schaffte es der Jubilar bei seinem 50. Karriere-Turnier zwar diesmal in einen dritten Heat, im Achtelfinale gegen Ludwig-Bezwinger Robert Rother wird aber Robert Posavec antreten.

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“Jung & Alt” auf der Überholspur – Karl Ader und Stefan Dichtl erreichen das März-Future-Achtelfinale

Eine überstandene Quali-Runde bei den “Australian Open der Hobby-Tennis-Tour”, seitdem läuft es bei US-Boy Frederick Campbell nicht mehr nach Wunsch. Der 50jährige aus Freeport – New York hatte die eine oder andere gelungene Szene im Duell mit Super-Oldie Karl Ader zu bieten, insgesamt war das aber viel zu wenig, um die Donaufelder Senioren-Legende zu gefährden, und die vierte Erstrunden-Niederlage in Serie abzuwenden. Einen spannenden Schlagabtausch lieferte hingegen das Jugend-Duell zwischen Stefan Dichtl und Tobias Mayrhuber. Überfallsartig hatte Dichtl in diesem Erstrunden-Derby der Jugend losgelegt, Durchgang 1 mit 6:1 souveränst nach Hause gespielt, und blendende Karten in der Hand, den zweiten Einzelsieg seiner Karriere einfahren zu können. Doch der Sohnemann der Nummer 1 konterte mit einer mental richtig starken Leistung, knöpfte dem ein Jahr älteren Gegner den zweiten Satz gleich einmal zu Null ab, und hievte damit den Junior-Hit in einen entscheidenden dritten Durchgang. Dort merkte man nicht, dass sich hier zwei Spieler gegenüberstanden, die in der HTT-Computer-Rangliste nicht unter den Top 400 aufscheinen. Den Platz im Achtelfinale sicherte sich schließlich Stefan Dichtl, der mit 6:4 im dritten Heat die Oberhand behielt, und sich so für das große Generationen-Duell mit dem 53 Jahre älteren Karl Ader qualifizierte. “Man kann nicht immer gewinnen” tröstete sich Tobias Mayrhuber, den das gleiche Schicksal wie Georg Gallo ereilt hatte. Der Slowake war im ersten Satz des Erstrunden-Treffens mit Lukas Reichel völlig von der Rolle , ehe er mit einer verbesserten Performance in Durchgang 2 besser ins Spiel kam, den Aufstieg ins Achtelfinale des März-Future-Turniers aber klar verfehlte.

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Lukas Reichel, Tanja Szkutta und Lukas Lachnit – ein Trio feiert seine Premieren-Siege

Reichel feierte also seinen ersten Sieg auf der Hobby-Tennis-Tour, und der 22jährige führte damit ein fröhlich gelauntes Trio an, dass am Samstag Nachmittag jeweils den Premieren-Sieg im Circuit bejubeln durfte. Neben Reichel triumphierte nämlich auch Tanja Szkutta. Die Niederösterreicherin sorgte mit einem ungefährdeten 6:0, 6:1 Kantersieg über Ivan Zaric dafür, dass der serbische Newcomer wohl so schnell nicht mehr auf der HTT zu sehen sein wird. Der 23jährige Debütant war nach nur einem gewonnenen Game ziemlich zerknirscht, auch wenn sich seine Bezwingerin bemühte, ihm Trost und Optimismus auf den Heimweg mitzugeben. Ebenfalls zum ersten Einzelsieg seiner Laufbahn kam am Samstag Nachmittag Lukas Lachnit. Die Nr. 254 der HTT-Computer-Rangliste freute sich über einen 6:3, 6:3 Erfolg über Verena Koppensteiner, die mit dem unorthoxen Spiel ihres Gegners ihre liebe Not hatte. “Das war ein ganz schweres Spiel für mich. Mit seinen vielen Stopps hat er mir kaum Rhythmus gegegeben”, analysierte die unterlegene Niederösterreicherin in ihrer – trotz Niederlage – wie immer überaus sympathischen und charmanten Art.

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Mario Ferrari “WTC-Derbysieger” über Racket zertrümmernden Gernot Hansen

Mit einem 6:2, 6:0 Erfolg hat sich am Samstag Abend auch Deutschlands Beitrag zum März-Future-Turnier Matthias Dietrich für seine matte Vorwochen-Vorstellung beim März-HTT-250-Turnier rehabilitiert. Der 32jährige schlug Quali-Siegerin Margit Sailer mit 6:2, 6:0, und trifft nun im Achtelfinale auf Koppensteiner-Bezwinger Lukas Lachnit. Mit einem imposanten Doppelschlag hat sich auch der an Nummer 2 gesetzte Mario Ferrari am gestrigen Samstag erstmals in diesem Turnier zu Wort gemeldet. Der 31jährige Neo-WTC-Spieler schickte zuerst Serbiens Jungstar Filip Dogandzic mit 6:3, 6:1 auf den Heimweg, ehe er das prestigeträchtigte Club-Duell mit Gernot Hansen auch noch 6:2, 6:0 für sich entschied. Ferrari dominierte den Achtelfinal-Hit am 3er-Court nach Belieben, während Hansen nur mit einem zertrümmerten Racket auffiel, und damit weit weg vom erhofften “Derby-Sieg” über seinen Mannschaftskollegen auf dem harten Boden der Realität landete.

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