Cocis gewinnt rumänischen Auftakt-Schlager beim März-Future-Turnier

Eine mit neun Top 30 Spielern ganz gut und vorallem höchst interessant besetzte 10. Auflage des März-HTT-500-Turniers und dazu ein – laut Expertenmeinung – so gut wie noch nie besetztes Future-Turnier, macht insgesamt ein sensationelles und 62 Nennungen starkes Teilnehmerfeld am vorletzten Wochenende der zu Ende gehenden Indoor-Saison 2012/2013. 60 Damen und Herren aus 10 Nationen sorgen an diesem zweiten März-Weekend im UTC La Ville für einen Turnier-Doppelpack der Superlative, und sie spielen obendrein um die Nachfolge der heuer nicht am Start befindlichen, aber noch amtierenden Vorjahressieger Fabian Mayrhuber und Joseph Regalado. Das Fehlen der beiden Titelverteidiger fällt aber nicht wirklich ins Gewicht, denn in beiden Events stehen gut und gerne 10 – auf Future-Ebene wahrscheinlich sogar 15 – aussichtsreiche Titel-Aspiranten parat. Ein Bericht vom Eröffnungstag von C.L

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Margit Sailer mit ihrem ersten Hallen-Einzelsieg und Alexandra Schrötter mit erneutem Dreisatz-Erfolg retten die Ehre der Damen am internationalen Weltfrauentag

Der gestrige 8. März 2013 war nicht nur der Eröffnungs-Spieltag beim 5. Turnier-Doppelpack der Saison, sondern auch internationaler Weltfrauentag, und darum gilt auch bei uns diesmal “ladies first”! Insgesamt 5 Damen sind an diesem Wochenende – ausschließlich auf Future-Ebene – im Einsatz, und gleich zwei der längst im Circuit empanzipierten Tennis-Röcke machten am gestrigen Freitag ihrem Geschlecht alle Ehre. TC Tennisfriends Frontfrau Margit Sailer hat im vierten Anlauf endlich ihr erstes Hallenmatch auf der Tour gewonnen, und sich in der Qualifikation für das 14. Saisonturnier gegen Manfred Ader vom TC Donaufeld mit 6:3, 6:4 durchgesetzt. In einer überaus fair geführten Partie zeigte sich Ader in seinem zweiten Saison-Match abermals zu fehleranfällig, um einer motivierten Gegnerin den Aufstieg abspenstig machen zu können. Der 45jährige patzte in diesem ersten von zwei Geschlechter-Duellen des Tages zu oft auch beim zweiten Aufschlag, und damit war der spielfreudigen Margit Sailer nach knapp 90 Minuten endlich ihr erster Indoor-Einzelerfolg sicher. “Heute ist Weltfrauentag, und aus Respekt davor habe ich verloren”, zeigte sich der Ader-Junior im Interview schlagfertig. Um einiges heftiger umkämpft war der zweite “battle of sexes” zwischen Alexandra Schrötter und Reinhard Pillwein, ehe die Ex-Terra-Rossa-Lady den Jubeltag der Damenwelt auch ergebnistechnisch gerettet hatte. Die 43jährige vom Colony Club wanderte eineinhalb Sätze lang am Rande einer neuerlichen Auftakt-Niederlage, ehe sie sich im entscheidenden dritten Heat wieder ihrer konditionellen Vorteile bediente, und mit einem 3:6, 6:4, 6:3 Erfolg das Achtelfinale beim 2. März-Future-Turnier perfekt machte. Viel hätte freilich nicht gefehlt, und Schrötter hätte in ihrem 64. Karriere-Single einen ordentlichen Bauchfleck hingelegt. 3:6, 1:3 lag die 43jährige zurück, als Pillwein einen Spielball zum wohl vorentscheidenden 4:1 ausgelassen hatte. Mit neuem Mut und dem 2:3 ging ein Ruck durch das Spiel der Titel-Mitfavoritin, die in der Folge auch weitaus sicherer als ihr 6 Jahre jüngeres Gegenüber agierte. Nach knapp 2 Stunden hatte Schrötter dann die Vorjahres-Auftakt-Niederlage gegen den späteren Sieger Joseph Regalado vergessen gemacht, und ihre Mitfavoritenrolle unter Beweis gestellt. “Wenn der dritte Satz in einem Match ansteht, dann bin ich schon positiv gestimmt. Dann weiß ich, das wird mein Satz”, lachte die Siegerin, bei der sich das “viele Training” derzeit auch im konditionellen Bereich bezahlt macht. “Ich habe doch eine positive Dreisatz-Bilanz?”, richtete sich die Ex-Terra-Rossa-Lady mit fragendem Blick Richtung Veranstalter. Ja, die hat sie! Am gestrigen Freitag Abend absolvierte Schrötter bereits ihr 17. Dreisatz-Match auf der HTT, und schraubte dabei ihren “Rekord” auf 11:6 Siege, wobei sie heuer bereits 3 Marathon-Schlachten für sich entscheiden hat. “Ich brauche eine Regeländerung auf einen gewonnenen Satz”, scherzte derweil der unterlegene Reinhard Pillwein, “und ich fürchte, dass ich noch nie ein Spiel im dritten Satz gewinnen konnte”, ergänzte der 37jährige nach seinem verpatzten Saison-Debüt. Auch das stimmt, zeigt doch ein Blick ins Tour-Archiv, dass Pillwein eine 0:3 Bilanz in Dreisatz-Begegnungen aufzuweisen hat. “Die Alexandra hat heute aber verdient gewonnen. Sie war sicherer von der Grundlinie, und sie hat auch sehr gut aufgeschlagen”, lobte Pillwein.

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Cocis gewinnt “rumänisches Erstrunden-Derby”, Böck verpatzt sein Saison-Debüt, und Werner Kovarik läßt im Duell mit Gernot Hansen zwei klare Führungen im Jubiläums-Spiel aus

Was tat sich sonst noch am ersten Spieltag des 2. März-Future-Turniers im UTC La Ville? Ioan Cocis gewann das rein rumänische Erstrunden-Duell gegen Catalin Ancutici nach 95 Minuten Spielzeit mit 6:2, 6:2, und fügte seinem Landsmann damit bereits die sechste Erstrunden-Pleite und die 7. Niederlage en suite zu. Nach einer hartnäckigen Grippe-Erkrankung hat am Freitag Abend Friedrich Böck sein Saison-Debüt gefeiert, dort allerdings kraftlos sein 90. Karriere-Match verloren. Der 53jährige musste sich dem Steirer Josef Winkler mit 2:6, 1:6 geschlagen geben, der am Sonntag entweder auf Hartmuth Beck oder auf den an Nummer 3 gesetzten Serben Blagoje Dogandzic treffen wird. Ein emotionales Feuerwerk brannten schließlich noch die Herren Werner Kovarik und Gernot Hansen in Runde 1 des März-Future-Turniers ab. Werner Kovarik im 280. Single-Match seiner Karriere und höchst bemüht, die vorjährige Auftakt-Schlappe gegen Jonas Trischler vergessen zu machen, gegen einen ambitionierten und hoch motivierten Gernot Hansen, der sich – ob des Fehlens von Angstgegner Jens Gudenus – durchaus Chancen ausrechnet, am Dienstag den Pokal des März-Future-Champions in Empfang zu nehmen. “Ich zähle bei jedem Future-Turnier zu den Favoriten”, zeigte sich der WTC-Spieler selbstbewusst, wenngleich er am gestrigen Eröffnungstag phasenweise alles andere als ein aussichtsreicher Titel-Kandidat agierte. Vorallem mental lieferte der 35jährige eineinhalb Sätze lang nicht jene Performance ab, mit der man auf Future-Ebene Titel abholt. Jeder misslungene Ballwechsel wurde lautstark kommentiert, und erst als Kovarik nach klarer 6:2, 4:2 Führung vom Kurs Richtung Achtelfinale abkam, präsentierte sich Hansen so, wie man ihn in vielen seiner Auftritte der letzten Wochen und Monate “verbessert” sah. Ruhig(er) und clever wartete der WTC-Spieler in der Entscheidung auf seine Chance, drehte ein 1:4 im dritten Satz und fixierte so sein achtelfinales Ticket. “Das war eine mentale Meisterleistung”, jubelte Hansen über seinen Aufstieg, während Kovarik nach dem verkorksten Jubiläums-Auftritt richtig sauer war. “So eine Partie kannst normal nicht verlieren. Ganz ehrlich, das ist unglaublich! Hier nicht in zwei Sätzen gewonnen zu haben, dafür gibt es keine Entschuldigung. Dieses Spiel muss ich ganz einfach gewinnen, eigentlich müsste ich schon längst daheim im Bett liegen. Das ist sehr ärgerlich. Außer Spesen nix gewesen. Jetzt habe ich verloren, und morgen tut mir wieder alles weh”, jammerte Kovarik nach seinem 186. Turnierstart.

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