Andreas Motycka fordert bei Final-Debüt einen seit 8 Spielen unbesiegten Lokalmatador

Im Semifinale des 7. März-HTT-250-Turniers hat das triumphale Comeback von HTT-Topstar Mario Kiss ein “erwartetes” Ende genommen. Der topgesetzte 34jährige vom TC Donaufeld musste sich am Montag Abend im Halbfinale der oberen Tableau-Hälfte, dem seit nunmehr 8 Matches unbesiegten Lokalmatador Jürgen Buchhammer nach 2:03 Stunden Spielzeit mit 6:4, 3:6, 3:6 geschlagen geben, und verpasste damit bei seiner – trotz allem höchst imposanten – Tour-Rückkehr den 22. Finaleinzug seiner Karriere. Endspielgegner von Buchhammer im Kampf um den Titel beim 12. Saison-Event ist übrigens Hobiger-Bezwinger Andreas Motycka, der in vergleichsweise kurzweiligen 78 Minuten Christopher Caesar vom Vienna Cricket Club mit 6:4, 6:4 bezwang, und damit erstmals ein Finale auf der Hobby-Tennis-Tour erreichte. Ein Bericht von C.L

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Der mit einer Wildcard ausgestattete Ranglisten-Dritte Mario Kiss zieht am Ende eine positive Comeback-Bilanz

Es kam wie es kommen musste, auch wenn sich die Nummer 1 des 7. März-HTT-250-Turniers im UTC La Ville am Montag Abend im Semifinale nach Kräften wehrte. Doch nach dem kraftraubenden Viertelfinal-Auftritt gegen Kunz-Ersatzmann Hüseyin Tüfekci, hatte der in Wiener Neustadt lebende Mario Kiss im Vorschluss-Runden-Duell mit La-Ville-Star Jürgen Buchhammer den Anstrengungen des 24 Stunden zuvor stattfindenden epochalen Fights mit der türkischen Nummer 1 Tribut zu zollen. Der 34jährige wurde im zweiten direkten Duell mit dem seit Wochen in Hochform agierenden Buchhammer wie erwartet das Opfer schwindender Kräfte, was nach 3 Monaten Tennis- und Sportpause nicht weiter verwunderlich war. Die 91tägige Zwangspause war ja letztlich auch der Grund, warum Tour-Veranstalter Claus Lippert den Ranglisten-Dritten ohne große Sorge mit der gewünschten Wildcard ausgestattet hatte. “Er wird das konditionell und kraftmäßig noch nicht durchstehen”, das war mir schon vor Turnierbeginn klar, betonte der 45jährige nach dem gestrigen Kiss-Aus im Semifinale. Trotzdem hat der zweite Karriere-Auftritt des 3fachen Grand-Slam-Siegers auf HTT-250-Ebene seinen Zweck mehr als erfüllt. Kiss wollte Matchpraxis sammeln, sehen wie weit er spielerisch nach der “Künstlerpause” ist, und ob die Verletzung noch Probleme macht. Am Ende nach drei Matches und 8 Sätzen im Single konnte der rekonvaleszente Comeback-Star eine positive Bilanz ziehen: “Ich habe Spielpraxis bekommen, absolut keine Schwierigkeiten mit der Wunde, und mit dem Erreichen des Semifinales kann ich auch sportlich sehr zufrieden sein” resümierte der 34jährige vom TC Donaufeld.

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Jürgen Buchhammer kämpft im zweiten Saisonfinale um den 9. Einzelsieg en suite

Davor hatte der topgesetzte Wiener Neustädter zumindest eineinhalb Sätze lang die Hoffnung seiner vor Ort anwesenden Fans geschürt, vielleicht doch gleich auf Anhieb beim Comeback das Endspiel zu erreichen. Kiss hatte einen von Breaks durchzogenen ersten Satz nach 43 Minuten mit 6:4 gewonnen, und nach weiteren vier Breaks in Serie zu Beginn des zweiten Heats voll mit dem konditionsstärkeren Gegner mitgehalten. Mit Fortdauer der Partie wurde der 11fache Titelträger aber immer müder, und damit war es letztlich auch um die Beinarbeit von Super-Mario geschehen. Ohne der waren die sonst so hammerharten und präzisen Grundlinienschläge nicht mehr praktizierbar, und damit letztlich die Niederlage gegen einen engagiert spielenden Gegner nur eine Frage der Zeit. Das entscheidende Break im zweiten Satz gelang Buchhammer zum 4:2, womit er nach weiteren 39 Minuten zum 1:1 in Sätzen ausgeglichen hatte. Und weil der 34jährige Tour-Rückkehrer im entscheidenden dritten Durchgang nur noch eines von fünf Aufschlagspielen durchbringen konnte, hatte Buchhammer am Ende nach exakt 2:03 Stunden mit 4:6, 6:3, 6:3 sein zweites Saisonfinale und das vierte Endspiel seiner Karriere fixiert. “Ich freue mich, endlich einmal eine echte Größe der Hobby-Tennis-Tour besiegt zu haben, und 8 Siege in Folge sind nicht so schlecht”, strahlte der Sieger. “Ich habe heute fürchterlich aufgeschlagen, und am Anfang hatte ich auch zu viel Respekt vor den Returns meines Gegners. Da wollte ich dann am zweiten Aufschlag besonders gut servieren, und dann sind mir eben viele Fehler unterlaufen. Das war sicher nicht eines meiner besten Matches, aber auch der Mario Kiss wird für seine Verhältnisse heute nicht gut gespielt haben. Auf das Finale freue ich mich schon extrem. Ich kann es genießen, habe keinen Druck, denn mein Saisonziel habe ich ja schon vor drei Wochen erreicht”, äußerte sich der seit 8 Spielen ungeschlagene Buchhammer.

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“Buchhammers Sieg geht voll in Ordnung, weil er das Heft selbst in die Hand genommen hat”

“Der Ausgang des Semifinales geht für mich ok. Ich habe kein Problem damit, heute verloren zu haben. Nach drei Monaten absolut gar nichts tun und dem gestrigen Sonntag mit 5 Stunden Tennis, war das vermutlich doch zuviel beim Comeback. Ich bin aber heute auch ohne große Erwartungen in dieses Match gegangen. Mein Plan war, fahre mal in die Halle, fange an zu spielen und schau was passiert. Den ersten Satz habe ich auch gewonnen, weil Buchhammer mehr Fehler gemacht hat, im zweiten Durchgang hat er sich aber gefestigt, und vorallem auf der Vorhand brav getroffen. Ich war leider dann körperlich am Ende, und bin bei vielen Schlägen schlecht gestanden. Unterm Strich hat Buchhammer verdient gewonnen, allein schon deshalb, weil er im Verlauf des Matches nicht auf meine Fehler gewartet, sondern selbst das Heft in die Hand genommen hat. Für mich geht es ganz normal weiter. Ich mache jetzt eine kurze Pause, lasse das März-HTT-500-Turnier aus, und hoffe dann in ein bis zwei Monaten körperlich wieder besser dazustehen, dann wird auch das Timing passen”, so der 34jährige.

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Andreas Motycka vom AZ Tennisclub steht nach Sieg über Christopher Caesar zum ersten Mal in seiner Karriere im Finale auf der Hobby-Tennis-Tour

Die aktuelle Siegesserie von Lokalmatador Jürgen Buchhammer möchte heute Abend Andreas Motycka beenden, der sich sein erstes Final-Ticket auf der Hobby-Tennis-Tour mit einem 6:4, 6:4 Erfolg über Peyerl-Bezwinger Christopher Caesar sicherte. Der 43jährige hatte dabei aber in beiden Durchgängen jeweils ein 1:3 aufzuholen, ehe feststand, dass der Linkshänder vom AZ Tennisclub am Dienstag Abend sein Final-Debüt im Circuit geben darf. Auch das Vorschluss-Runden-Duell der unteren Tableau-Hälfte lieferte dem Zuschauer nicht das ganz große spielerische Feuerwerk, auch weil beide Akteure nie zur gleichen Zeit ihr bestes Tennis spielten, und obendrein beide Spieler auch mit körperlichen Wehwehchen zu kämpfen hatten. Caesar klagte über Schmerzen im Ellbogen seiner Schlaghand, und Motycka hatte schon am Vorabend Probleme mit heftigen Rückenschmerzen geäußert. Nach gewonnenem ersten Satz nach genau 37 Minuten, war Motycka das entscheidende Break im zweiten Satz beim Stand von 4:4 geglückt. Mit dem Break zum 5:4 im Rücken, servierte der Routinier schließlich die Partie nach Hause, und steht völlig unerwartet erstmals in seiner Karriere im Endspiel eines HTT-Bewerbs. “Ich habe das Finale erreicht, und damit bin ich hoch zufrieden. Das hatte ich vorher nie und nimmer erwartet. Was will man mehr! Ich bin einfach nur froh, im Endspiel zu stehen, der Favorit ist aber ganz klar der Jürgen Buchhammer, begann schon 24 Stunden vor dem finalen Showdown das taktische Geplänkel. “Der Rücken war heute nicht das Problem, aber mit den Siegen in den Runden zuvor, ist auch gleichzeitig die Erwartungshaltung gestiegen. Heute wollte ich immer gleich auf den Punkt gehen, dabei war das gar nicht notwendig. Im zweiten Satz war das Spiel besser, da sind uns auch einige gute Ballwechsel gelungen. Nach 4 Monaten Tennispause weiß man ja nie so genau wo man steht, und was kommt”, betonte der Sieger. “Schade, da war heute mehr drinnen. Ich hatte beim 1. Aufschlag Probleme mit dem Ellbogen, und mir sind zuviele Doppelfehler unterlaufen, das ist halt frustrierend. Leider konnte ich heute gegen Motycka nicht so sicher spielen wie im Viertelfinale gegen Peyerl, aber mit dem Erreichen des Semifinales bin ich natürlich trotzdem zufrieden”, verabschiedete sich Christopher Caesar.

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