Matchball-Drama, Tie-Break-Krimi und das große Kiss-Comeback

Sonnenschein und zarte zweistellige Plusgrade, am Samstag Nachmittag wehte ein erster Frühlingsgruß über die Stadt und die Tennisanlage des UTC La Ville, während die Stars des ersten März-Wochenendes “indoor” die Jubiläums-Feiern zur Austragung des 250. Hallen-Events der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte mit ihrem Auftritt beim 7. März-HTT-250-Turnier begingen. Und das mit einem illustren und abwechslungsreichen Tages-Programm, wie beispielsweise dem Matchball-Drama von Terra Rossa Star Harald Voll, dem gegen den Burgenländer Markus Weidinger gar 14 Matchbälle nicht zum Aufstieg ins Achtelfnale reichten. Oder dem drei Stunden dauernden Tie-Break-Krimi des an Nummer 2 gesetzten Peter Baumann, der den weitaus höher eingeschätzten Josef Buberl am Aufstieg unter die letzten 16 des 12. Saisonturniers hinderte. Zwei außergewöhnliche Matches also, die aber letztlich im Schatten des großen Tour-Comebacks von Top-Star Mario Kiss standen. Die Rückkehr des Ranglisten-Dritten in den Curcuit und das exakt 91 Tage nach seinem bislang letzten Antreten und der anschließenden Operation am Steißbein, überstrahlte das Tagesgeschehen am zweiten Spieltag der großen Indoor-Jubiläums-Gala am Altmannsdorfer Ast. Ein Bericht von C.L

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Er ist wieder da! Mario Kiss feiert nur 50 Tage nach seinem operativen Eingriff am Steißbein sein Comeback auf der Hobby-Tennis-Tour

Er ist wieder da! Samstag Abend 19:54 Uhr, der rekonvaleszente dreifache Grand-Slam-Champion Mario Kiss erwartet beim Return stehend den ersten Aufschlag des Erstrunden-Treffens mit Quali-Sieger Mario Ferrari, das Comeback des 34jährigen Ranglisten-Dritten vom TC Donaufeld ist also perfekt. Und das nur 3 Monate nach seinem bislang letzten Antreten im Circuit beim Masters 2012 gegen Olympiasieger Patrick Wiesmühler und exakt 50 Tage nach seinem notwendig gewordenen operativen Eingriff am Steißbein. Grünes Licht von Ärzten, und ein schneller als erwartet vorangeschrittener Heilungsverlauf machten die frühe Rückkehr des 11fachen Turniersiegers möglich. Für Mitte März war der erste Kontakt des 34jährigen Power-Servers mit Racket, Filzball und den geliebten Courts eigentlich geplant, als ein längst in den Startlöchern scharrender “Super-Mario” zum zweiten Mal in seiner Karriere um die Wildcard bei einem 250er-Turnier der Hobby-Tennis-Tour anfragte. Schon einmal im August 2011 hatte Kiss nach damals ausgeheiltem Bändereinriss, ein HTT-250er-Event als Comeback-Bühne benützt. Beim Heimturnier “auf Donaufeld” war damals im Viertelfinale Schluss, und ein ähnliches Szenario erwarten Experten auch für Marios zweiten Ausflug auf 250er-Ebene. Wie es auch kommen mag, der Top-3-Star ist der Aufputz des 12. Saisonturniers und verleiht der dritten HTT-250-Veranstaltung des Jahres den nötigen “Glamour-Faktor” einer Jubiläums-Gala.

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Mario Kiss genießt das Gefühl endlich wieder Tennis spielen zu können, und heldenhaft kämpfender Mario Ferrari wird nach toller Quali mit dem zweiten Duell seiner Karriere gegen einen Top-Ten-Spieler belohnt

Samstag Abend 19:55 Uhr, eine Minute des Comeback-Auftritts von Mario Kiss ist vorüber, als Quali-Sieger und Neo-WTC-Spieler Mario Ferrari die Gunst des Augenblicks nützt, und für wenige Minuten dem hochkarätigen und prominenten Gegner die Show stiehlt. Der an Nummer 52 im HTT-Entry-Ranking notierte Challenger-Star holt sich zu Null das Auftakt-Game, und liegt für wenige Momente erstmals in seinem Leben gegen einen der absoluten Top-Stars in Führung. Die imaginäre Anzeigetafel “spuckte” eine Ferrari-Führung aus, und das gegen einen Mann, der u.a. schon bei den “French Open und im Wimbledon der HTT” triumphierte, der 5 Wochen lang die Nummer 1 der Szene war, und der es versteht, von der Grundlinie aus den kleinen gelben Filz schneller als die meisten seiner Kollegen zu beschleunigen. Am Ende nach exakt 50 Minuten hatte die rekonvaleszente Nummer 1 des Turniers mit 6:1, 6:3 zwar “planmäßig” das Achtelfinale erreicht, und doch lag irgendwie was “Spezielles” in der Luft rund um diese Erstrunden-Partie. War es für Mario Kiss vielleicht “nicht mehr” als ein erster Schritt zurück ins Wettkampfgeschehen, so fühlte sich der Abgang des unterlegenen Challenger-Spielers vermutlich ganz anders an. Mario Ferrari hatte sich im Duell mit dem Ranglisten-Dritten in jeder Hinsicht mehr als “wacker” geschlagen. Vier Games erobert, eine richtig gute Leistung abgeliefert, und das alles mit einer verletzten und geschwollenen Hand. Bei jedem Seitenwechsel musste eine Eis-Packung für Linderung der heftigen Schmerzen sorgen, die ihm Doppelpartner Peter Steinberger nach einem Zusammenstoß unabsichtlich im Auftakt-Spiel der Babolat-Winter-Doppel-Tour zugefügt hatte. Egal, Mario biß die Zähne zusammen, und nahm die Herausforderung “Mario Kiss” voll an. Das Duell mit dem Ranking-Dritten war sowas wie die Belohnung für eine außerordentlich stark und souverän absolvierte Qualifikation, in der er Lukas Reichel und Dieter Schickbichler ohne Satzverlust beherrschte. Und obendrein spielt man als Challenger-Star nicht so oft gegen die absolut Besten der Branche. Für Mario Ferrari war es übrigens erst sein zweites Duell mit einem Top-Ten-Mann. Am 1. November 2008 verlor er in Runde 2 des November-Masters-Series-1000-Turniers gegen den damaligen Ranglisten-Siebenten Gerald Stangl mit 0:6, 1:6, seither war ihm kein Duell mit einem Top-Ten-Star mehr gegönnt. “Die linke Schulter schmerzt, warum auch immer, aber ansonsten war es ok”, stellte Comeback-Star Mario Kiss nach 15 erzielten Assen und dem Sieg im Erstrunden-Match seines 70. Karriere-Turniers zufrieden fest. “Wie weit ich hier sportlich komme, ist mir völlig egal. Es geht letztlich nur darum zu sehen, wie weit es vom Kopf her geht , und was ich mir im Match zutraue. Ich genieße einfach nur wieder dabei sein zu können. Es überwiegt einfach nur die Freude, endlich wieder Tennis spielen zu können. Und ganz ehrlich: Das Gefühl wieder voll auf diese Kugel zu hauen, hat schon was für sich”, strahlte der 34jährige.

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Persiens Topstar Jan Ohanessi verliert “eurasischen Gipfel” gegen Hüseyin Tüfekci aus der Türkei

Von den Favoriten des 7. März-HTT-250-Turniers hat sich am zweiten Spieltag eigentlich niemand eine Blöße gegeben. Kunz-Ersatz Hüseyin Tüfekci erreichte als zweiter neben Mario Kiss im Einsatz befindlicher Top-Ten-Star, das Viertelfinale des 12. Saisonturniers. Der 35jährige Linkshänder aus Izmir gewann den ziemlich rasant geführten “eurasischen” Gipfel gegen Persiens Tour-Star Jan Ohanessi mit 6:3, 6:3, und könnte in der Runde der letzten 16 auf Comeback-Star Mario Kiss treffen. Ohanessi wiederum, der wie bei seinem bislang einzigen März-HTT-250-Start im Jahr 2011 das Achtelfinale erreichte, hatte zwar die Heimreise anzutreten, zeigte sich aber trotzdem mit dem frühen Samstag-Abend zufrieden. Die immer noch akuten Probleme mit dem Kreuzbein hielten sich diesmal in Grenzen, und immerhin hatte Asiens Top-Star im Match davor mit Andreas Tolunay die Nummer 21 der HTT glatt geschlagen, und damit im vereinsinternen Terra-Rossa-Derby einen richtig prestigeträchtigen Sieg eingefahren. “Schade, die Partie mit Tüfekci hat irre Spaß gemacht, aber es wäre cooler gewesen, wenn dieses Spiel vor dem Tolunay-Match gewesen wäre”, verabschiedete sich Ohanessi.

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Sieg und Niederlage für Lokal-Matadore des UTC La Ville – Februar-HTT-250-Champion Jürgen Buchhammer gewinnt Erstrunden-Hit gegen Alexander Walter, während Vorjahres-Semifinalist Klaus Stattmann gegen Geheimfavorit Thomas Peyerl ohne Chance ist

Seiner Rolle als Titelfavorit ist am Samstag Nachmittag auch Februar-HTT-250-Sieger Jürgen Buchhammer nachgekommen. Der 29jährige – hier an Nummer 3 gesetzt – hatte zum Auftakt des März-HTT-250-Turniers gut eineinhalb Stunden zu tun, um in einem attraktiven und drei Sätze dauernden Match, Alexander Walter mit 6:0, 5:7, 6:1 in die Schranken zu weisen. Der 41jährige hielt speziell im zweiten Satz mit dem seit nunmehr 5 Spielen ungeschlagenen Buchhammer mit, und nützte dort auch die kurze “körperliche” Schwächephase des 29jährigen zum verdienten Satzausgleich. “Es läuft weiter sehr gut im Augenblick”, lachte Buchhammer nach seinem 35. Karriere-Einzelsieg. hobbytennistour.at hat es bereits im Bericht zum Freitag-Abend angekündigt, Thomas Peyerl könnte jener Mann sein, der in der höchst ausgeglichenen unteren Tableau-Hälfte des März-HTT-250-Rasters das Finale erreichen könnte. Und diese These untermauerte der 28jährige vom TC Terra Rossa mit einem – in dieser Höhe nicht zu erwartenden – 6:2, 6:2 Erfolg über Lokalmatador und Mayerhofer-Bezwinger Klaus Stattmann. Das dem Challenger-Tour-Final-Champion aktuell sehr viel “locker” von der Hand geht, war in den letzten Wochen unübersehbar, dass er aber einen wie Klaus Stattmann derart souverän beherrscht, kam dann doch auch überraschend. Der Terra-Rossa-Star dominierte beinahe die gesamte Partie nach Belieben, und qualifizierte sich damit für sein 190. Karriere-Match im Viertelfinale, wo der Sieger der Partie Peter Baumann gegen Christopher Caesar warten wird. “Der Thomas hat ganz tolles und hochklassiges Tennis gespielt, und ich “erlaufe” es derzeit einfach nicht”, so lautete der knappe aber treffende Kommentar des unterlegenen Lokal-Heros, der genau vor 2 Jahren bei diesem Turnier sein Tour-Debüt feierte, und im Vorjahr hier noch im Semifinale stand. Nur als aktuelle  Nr. 127 im HTT-Computer-Ranking geführt, feierte auch Andreas Motycka einen Favoritensieg im Achtelfinal-Duell mit September-Future-Champion Manfred Buzek. Der Neo-Donaufelder liegt im Ranking zwar exakt 50 Plätze vor Motycka, spielerisch trennten die beiden Achtelfinal-Kontrahenten aber Welten. Zwei Games waren dem Koppensteiner-Bezwinger am Ende gegönnt, dazwischen konnte der bald 30jährige vor den Augen seiner Fans den ein oder anderen Teilerfolg verzeichnen, an einen Sensations-Aufstieg war aber nie zu denken. “Der Gegner war extrem stark, aber ich habe wieder wichtige Erfahrungen gesammelt. Ich kann mir keinen Vorwurf machen. Natürlich habe ich im ersten Satz da und dort einmal die ein oder andere Chance ausgelassen, wodurch das Ergebnis ein bißchen blöd ausschaut, aber sein Sieg geht voll in Ordnung. Ich habe ohnehin jetzt einmal einen Gegner gebraucht, der mir die Bälle richtig um die Ohren schießt. Und man darf auch nicht vergessen, dass das hier eben ein 250er-Turnier ist, und kein Challenger”, so der Donaufeld-Spieler, der zumindest noch eine Woche auf den 20. Einzelsieg seiner Laufbahn warten muss.

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Starkes Debüt trotz glatter Niederlage – Sonja Sacher unterliegt in Runde 1 Christoph Fragner in zwei Sätzen

Mit riesigen Vorschuss-Lorbeeren von befreundeten Tenniskollegen in ihr Tour-Debüt begleitet, musste am Samstag Nachmittag die gut spielende Sonja Sacher das hohe Niveau der HTT-250er-Serie anerkennen und obendrein einer schwierigen Auslosung Tribut zollen. Dennoch verlief die HTT-Premieren-Vorstellung der 36jährigen Gerasdorferin alles andere als enttäuschend. Auf den ersten Blick wirkt das 1:6, 2:6 gegen Christoph Fragner für Sacher-Freunde wenig “süss & fein”, doch bei genauerem Hinsehen, präsentierte sich die für den TC Deutsch Wagram Meisterschaft spielende Tennislady durchaus von einer guten Seite. Sacher war in diesem “battle of sexes” in vielen vielen Ballwechseln ebenbürtig, und sorgte so über weite Strecken des Spieles für ein optisch sehenswertes Duell. Zumeist hatte am Ende halt der oberösterreichische Gegner das bessere Ende für sich, womit sich letztlich auch das Resultat erklärt. “Urgeil war es, und richtig leiwand dieses Tempo” schwärmte Sacher später im Interview. “Männer spielen halt doch anders als Frauen”, stellte die 36jährige fest, und freut sich schon auf einen ihrer nächsten Starts, der dann aber vermutlich auf Challenger-Ebene erfolgen wird.

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Unfassbares Erstrunden-Match – Harald Voll läßt im Duell mit Markus Weidinger zwei Mal klare Führungen ungenützt und vergeigt obendrein auch noch 14 Matchbälle

Die Favoriten setzten sich also am zweiten Spieltag des 7. März-HTT-250-Turniers beinahe kollektiv durch, doch die beiden Matches die für das meiste Aufsehen sorgten, waren zwei Erstrunden-Partien, die für Insider vor Turnierbeginn eher nicht im Fokus der Tour-Öffentlichkeit zu erwarten waren. Speziell die Begegnung zwischen Harald Voll und Markus Weidinger schien eines dieser tausenden x-beliebigen Auftakt-Matches in der über zwei Jahrzehnten dauernden Open Ära zu sein, die es nicht weiter als über die Registrierung in den unendlichen Weiten des Resultats-Archivs schaffen. Auf der einen Seite mit Harald Voll die Nr. 124 der HTT, ein Mann der zwar den gewissen Unterhaltungswert in ein Tennismatch bringen kann, der aber bislang sportlich betrachtet keine Bäume ausgerissen hatte. Und auf der anderen Seite des Netzes stand mit Markus Weidinger ein junger Mann aus dem Burgenland, der bei bislang drei Turnierstarts ebensooft in Runde 1 die Segel streichen musste, und bereits einen Fluch und schlechtes Karma im UTC La Ville ausmachte. Und dann feierte der 30jährige Mannersdorfer doch noch seinen ersten Sieg auf der HTT, und was für einen! Die drei Sätze beim 2:6, 7:6, 7:5 waren es nicht die so beeindruckten, genauso wenig wie die Spielzeit von knapp über 165 Minuten. Nein, es war der Spielverlauf – einer der kuriosesten der Geschichte – mit denen Weidinger und Voll am Samstag Nachmittag für Furore sorgten. 14 Matchbälle hatte Weidinger abgewehrt, oder hatte Voll sie vergeben? Wie überhaupt dieses Matchball-Drama nur sehr schwer einzuschätzen ist. Weidinger lag 2:6, 1:5 zurück, rettete sich via Tie-Break in den dritten Satz, wo er erneut mit 2:5 hinten lag, ehe er mit einem 7:5 den Achtelfinal-Einzug fixierte. Oder anders betrachtet: Harald Voll wurde zum tragischen Helden des Tages, weil er einen 6:2, 5:1 Vorsprung und ein 5:2 im entscheidenden “Dritten” nicht über die Bühne brachte, und zur Krönung des Dramas auch noch rekordverdächtige 14 Matchbälle ausließ. “Gefühlsmäßig bin ich leicht angesäuert. Aber bitter ist diese Niederlage nicht, weil Weidinger ab 6:2, 5:1 aus meiner Sicht sehr aktiv und gut gespielt hat”, resümierte Voll in einer ersten Stellungnahme. So locker nahm der Terra-Rossa-Star das wohl kurioseste Aus seiner Karriere dann aber doch nicht. “Ja es bleibt ein ungutes Gefühl. Wir wollen doch alle das Gefühl des Sieges auskosten. Es ist doch besonders bitter, wenn man den ersten Satz souverän gewinnt, und auch im zweiten genauso klar führt. Es ist wie das Sprichwort aus dem Fußball. Wenn man das Tor nicht schießt, dann bekommt man es”, so Voll. “Dennoch war diese Partie genau der richtige Anstoß für mich, um die Fäden für die Zukunft zu ziehen. Jetzt geht es um die Umsetzung, und dafür bin ich voll motiviert”, äußerte sich Voll später am Nachmittag in einem ausführlichen SMS. “Die Erleichterung ist riesengroß, endlich einmal auf der Hobby-Tennis-Tour ein Match gewonnen zu haben”, freute sich derweil Markus Weidinger.

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Peter Baumann gewinnt dreistündigen Tie-Break-Krimi gegen Josef Buberl und feiert den 40. Einzelsieg seiner Karriere

Einen dreistündigen Tie-Break-Krimi lieferten sich am Samstag Abend Terra-Rossa-Star Josef Buberl und der an Nummer 2 gesetzte Peter Baumann. 7:6, 6:7, 6:4, nach drei kampfbetonten und spannenden Stunden hatte Baumann das Achtelfinale erreicht, und bei einer Portion Schinkenfleckerl im La-Ville-Restaurant nur lobende Worte für seinen knapp unterlegenen Gegner. “Es war sehr schwer heute. Der Josef ist auf jeden Fall der viel bessere Tennisspieler als ich. Sein Nachteil heute war, dass ihm die Matchpraxis fehlt”, analysierte der 49jährige nach seinem 40. Karriere-Einzelsieg. Wie wichtig erwähnte Matchpraxis tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Baumann-Bilanz der letzten Monate. Seit April 2012 auf der Tour, spielt der 49jährige dieser Tage bereits sein 48. Karriere-Turnier. “Ja, ich habe zuletzt nicht viel gespielt, und das hat sich letztlich ausgewirkt”, meinte auch Josef Buberl. “Ich habe praktisch alles gemacht, die Punkte und die Fehler”, so der Terra-Rossa-Star, und von Letzterem am Ende doch zu viel!

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Filip Dogandzic mit dem Quali-Aufreger des Tages

Machen wir noch einen abschließenden Blick in die Qualifikation, die am Samstag Abend fast komplett abgeschlossen wurde. Da sorgte Serbiens Jungstar Filip Dogandzic für den Aufreger des Tages. Weil der Junior um 25 Minuten zu spät kam, wurde er vom Veranstalter mit einem “w.o” belegt. Besonders bitter, weil er gegen den deutschen Terra-Rossa-Spieler Matthias Dietrich in einer Art “Exhibition” 3:0 in Führung lag. Ob er gewonnen hätte, steht auf einem anderen Blatt Papier, in jedem Fall hat er den Tennis-Nachmittag seines deutschen Tour-Kollegen ordentlich ruiniert. Denn nachdem Dietrich durch die Disqualifikation seines Gegners warten musste, ging ihm auch die zweite Quali-Runde gegen Dogandzic-Landsmann Miroslav Jelic völlig danaben. Jetzt war der 32jährige zwar ergebnistechnisch mit 4:6, 5:7 dabei, doch die lange Pause hatte dem sympathischen Wahl-Wiener ordentlich zugesetzt. “Schade, das war heute nicht mein Tag”, urteilte Dietrich. Stark hingegen präsentierte sich erwähnter Miroslav Jelic, der in der Runde zuvor auch schon Manfred Sacher in zwei Sätzen aus dem Bewerb warf. “Ich bin absolut unzufrieden, weil der Gegner einer war, den ich schlagen kann”, brummte Manfred Sacher. Richtig unzufrieden war auch Tour-Neuling Christian Karl, der nach seinem starken Debüt-Auftritt am Freitag Abend, 24 Stunden später gegen Jens Gudenus eine auf den “berühmten Deckel” bekam. Spielerisch weit weg von seinem Standart, war gegen den weiter stark in Form befindlichen Gudenus nichts zu holen. “Ich habe auf der Vorhand heute Null getroffen, und praktisch eineinhalb Sätze ohne Vorhand gespielt”, so Karl.

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Schwechat gegen Hollabrunn oder Löbel gegen Trischler im Duell um den letzten freien Platz im Hauptbewerb

4:6, 6:3, 6:2, so lauten die Glückszahlen von Matin Löbel, der am Samstag im Eröffnungsspiel des Tages Manuel Klvana niederkämpfte, und so für ein siegreiches Tour-Debüt sorgte. Der 36jährige vom UTC Schwechat gewann eine ziemlich ausgeglichene Partie, und zeigte sich danach zufrieden. Im Kampf um einen Platz im Hauptbewerb, wartet nun in Quali-Runde Nr. 2 der Hollabrunner Jungstar Jonas Trischler. Der 16jährige schlug Sharif-Bezwingerin Alexandra Schrötter mit 6:3, 7:6, und sorgte dafür, dass seine 43jährige Gegnerin beim dritten März-HTT-250-Start ihrer Karriere erstmals schon vor dem Hauptbewerb scheiterte. “Es war trotzdem nicht so schlecht, weil der Jonas um einiges stärker spielte als mein Erstrunden-Gegner”, zeigte sich die unterlegene Terra-Rossa-Lady nach ihrem 35. Turnierstart nicht großartig enttäuscht.

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Wie sich Jungväter in Begleitung ihrer Kinder auf ein Tennismatch vorbereiten müssen

Volle Wasserflaschen, Handtücher, Bananen und frisch bespannte Rackets, motivierte Hobby-Tennis-Spieler unterscheiden sich in ihren Vorbereitungen auf ein Tennis-Match nicht sonderlich von den Profis. Doch unter den HTT-Stars gibt es doch ganz feine Unterschiede in Sachen Vorbereitung. Jungväter beispielsweise haben vor dem Spiel ganz andere Prioritäten zu setzen, wie man bei Dieter Schickbichler am Samstag Nachmittag sah. Vor seinem Quali-Duell mit Mario Ferrari galt es, Töchterchen Sophie “fit” für den Filzball-Auftritt zu machen. Knallig rosa Mini-Laptop, modisch gestylte Kopfhörer, ein spannender Kinderfilm eingelegt, eine große Schüssel Popcorn serviert, dazu vorher die Toilette aufgesucht, und schon war “Klein-Sopherl” richtig matchtauglich. Eineinhalb Stunden merkte man gar nicht, dass die Kleine am Centercourt saß! “Süss und brav” in einer Person, Papa Dieter ein richtiger Glückspilz!

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