WTC-Star Markus Eichleter qualifiziert sich für Achtelfinal-Schlager gegen Markus Hobiger

Das aktuelle Winter-Wetter mit Schnee und Kälte hängt Dir – auf gut Deutsch – auch schon zum Hals raus? Dann haben wir für Dich hier eine ganz erfreuliche Nachricht! Bereits genau in einem Monat kommen Fans des Frühlings mit viel Sonne und angenehm milden Temperaturen auf ihre Kosten, und dann hat General Winter endgültig ausgedient. Was uns zu dieser gewagten Feststellung veranlasst, wo doch Koryphäen in Sachen Meteorologie und die Experten der Hohen Warte, Wetterprognosen, die mehr als eine Woche in die Zukunft reichen, nicht exakt vorausberechnen können! Nun, obwohl derzeit massigst Schnee und knackige Minus-Grade unser Wetter prägen, steht bereits in einem Monat der Freiluft-Auftakt der Hobby-Tennis-Tour auf dem Programm, und dort kam bislang noch immer herrlichstes Frühlings-Feeling bei den Akteuren des HTT-Circuits auf. Die Hallensaison 2012/2013 ist also bereits auf die Zielgerade eingebogen, schon in drei Wochen schlagen die Stars der Szene letztmalig unter den Dächern des UTC La Ville auf, und das obwohl bei einem Blick aus dem Fenster noch tiefster Winter die Outdoor-Courts dieser Stadt unter einem dicken “Weiss” begräbt. Ein Bericht von C.L

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2 Stars im Fokus – wer kann Michael Kunz auf 150er-Ebene stoppen, und wie stark ist “Don Ignacio” wirklich

Sportlich betrachtet steht am letzten Turnier-Wochenende im Monat Februar die erste 150er-Entscheidung der Saison auf dem Programm, und bei der 6. Auflage des Februar-HTT-150-Turniers ohne den abwesenden Titelverteidiger Rainer Bauer vom TC Terra Rossa, sind die Augen der Tour-Familie auf zwei Herren gerichtet, die in den vergangenen Wochen für kräftigst Schlagzeilen im Circuit gesorgt haben. Da ist natürlich einmal Michael Kunz, der hier an Nummer 4 gesetzte Niederösterreicher, der vor einer Woche ein glänzendes Februar-Masters-Series-1000-Turnier spielte, und nach grandiosen Erfolgen über Filip Markovic, Thomas Peyerl und Alexander Scheller, erst im Semifinale vom späteren Überraschungs-Champion Peter Klager gestoppt werden konnte. Und Kunz ist zudem auch jener Spieler, der das letzte 150er-Turnier im November nach einem Finalerfolg über Andreas Tolunay für sich entschied, und auf 150er-Ebene damit seit 5 Spielen ungeschlagen ist. “Performt” der 41jährige Deutsch Wagramer an diesem Weekend ähnlich wie vor sieben Tagen, dann wird es für die 32 Damen und Herren starke Konkurrenz äußerst schwierig, den 8. Karriere-Titel des Ex-Wimbledon-Champions zu verhindern.  Der zweite Spieler im Fokus der Tour-Community kommt aus Spanien und heißt Ignacio Martin. Wie stark ist er wirklich, der 25jährige Madrilene, der vor 14 Tagen die Future-Tour-Gegnerschaft in Grund und Boden spielte. Spannend wird zu sehen sein, welches Niveau “Don Ignacio” tatsächlich auszuspielen im Stande ist. Noch gehen ja die Meinungen der Fachleute und Mitspieler extrem auseinander. Das Martin kein Future-Tour-Spieler ist, darüber sind sich sogar die ahnungslosesten Mitplauderer im Tour-Zirkus einig, doch vom aussichtsreichen Challenger-Akteur bis hin zum Mitfavoriten auf 250er-Ebene, waren in den letzten Wochen aus HTT-Kreisen sämtliche Prognosen wahrnehmbar.

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Ibero-Star Ignacio Martin mit sensationeller Tour-Bilanz nach 5 Spielen auch von Quali-Sieger Thomas Dewald nicht aufzuhalten

Nun, langsam ist es aber an der Zeit, dass sich irgendeiner der Tour-Stars als “Matador” aufmacht, um den wild und schonungslos durch die Arena wütenden “spanischen Stier” zu bändigen. Denn nach dem Eröffnungs-Tag des 6. Februar-HTT-150-Turniers ist Spaniens Tour-Beitrag Ignacio Martin weiter ungeschlagen, und schön langsam dürfte ihm die von seiner Heimatsprache ins Deutsche übersetzte Webseite von hobbytennistour.at sprichwörtlich “spanisch” vorkommen. Die Lobgesänge auf die ach so starke Hobby-Tennis-Szene, dazu die Versprechungen, dass nach dem gemütlichen Kennenlern-Spaziergang beim Februar-Future jetzt endlich stärkere Gegner auf ihn zukommen würden, die Februar-HTT-150-Matadore sind gefordert, den spanischen Tour-Newcomer endlich einmal in ein enges spannedes Tennis-Match zu verwickeln. Denn auch nach seinem Auftakt-Spiel am gestrigen Freitag gegen Deutschland-Heimkehrer Thomas Dewald, weiß der “Neue aus Madrid” immer noch nicht, dass auf der Hobby-Tennis-Tour exquisites Tennis geboten wird. Die unglaubliche Bilanz des Ibero-Stars nach 5 Spielen, in denen er kaum gefordert wurde, steht bei 5:0 Siegen, 10:0 Sätzen, nur 7 abgegebenen Games, und mittlerweile bereits 5 zu Null gewonnenen Heats, wobei der 25jährige in den letzten vier Matches zumindest jeweils einen Durchgang zu Null erledigte. Werner Kovarik hielt sich im Debüt-Match des Spaniers mit 2:6, 2:6 noch am Besten, der Rest der Herausforderer agierte unter ferner liefen. So auch Thomas Dewald, der sich am späten Freitag Abend mit 0:6, 0:1, w.o. geschlagen geben musste. Was dem unterlegenen 37jährigen zwar nicht völlig egal war, aber zumindest nicht näher tangierte, hatte er doch den gesamten Fokus und seine komplette Energie in die Quali-Begegnung mit Dogandzic-Ersatz Markus Krischanitz gelegt. Ein klarer Sieg war das Resultat aus der Konzentration der Kräfte, der Dewald sichtlich zufrieden stellte. “Ich war heute zum 1x richtig voll nervös, weil ich mir im Vorfeld dachte, es wird Zeit, endlich wieder einmal ein Match zu gewinnen”, erzählte der Sieger.

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Robert Priewasser fixiert mit Quali-Sieg über Stefan Seebacher die Neuauflage des Oktober-Challenger-Achtelfinal-Duells mit Nina Geretschläger

Ebenfalls die Quali beim Februar-HTT-150-Turnier haben November-Future-Champion Robert Priewasser und der stark in Form befindliche Jens Gudenus überstanden. Nur 4 Games gab Oberösterreichs Future-Tour-Star Robert Priewasser ab, der im Bundesländer-Duell mit dem Kärntner Stefan Seebacher sein Hauptbewerbs-Ticket souverän löste. Auch deshalb, weil der sonst so kampfkräftige Seebacher an diesem Abend “körperlich” schwächelte, und seine große Stärke – den Gegner in lange, intensive und kraftraubende Ballwechsel zu verstricken – nie ausspielen konnte. “Das war nicht mein Tag, kein Kommentar”, verabschiedete sich der Kärntner, ehe er sich ins Restaurant zu einem Bierchen gemeinsam mit seinem Bezwinger zurückzog. Bis 3:3 im ersten Heat konnte Seebacher die Partie noch offen halten, dann stürmte Priewasser unaufhaltsam jenem Duell entgegen, auf das der 31jährige seit Bekanntwerden der Auslosung brennt. “Das heutige Match in allen Ehren, aber mein Fokus ist seit Beginn nur auf die Partie mit der Nina gerichtet”, lachte Priewasser, und sprach damit auf die Neuauflage des Achtelfinales beim letztjährigen Oktober-Challenger-Turnier an, wo ihn seine 16jährige Gegnerin ziemlich brutal vermöbelt hatte. Geretschläger siegte damals 6:3, 6:0, und große Chancen auf eine geglückte Revanche rechnet sich der November-Future-Tour-Champion nicht aus. “Ich muss versuchen, die Nina zu bewegen, ansonsten habe ich da keine Chance”, grinste Priewasser.

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Jens Gudenus beweist auch zum Auftakt des Februar-HTT-150-Turniers seine aktuell gute Form, und besiegt in der Quali TC-Tennisfriend-Frontfrau Margit Sailer

Echt gut in Form scheint derzeit Jens Gudenus zu sein. Obendrein scheffelte der 29jährige in den ersten beiden Monaten des neuen Tennisjahres bei 9:6 Siegen in 15 Matches richtig viel Selbstvertrauen. Vergessen schien im gestrigen Quali-Duell mit Margit Sailer auch die Halbfinal-Pleite, als die man seinen Auftritt am vergangenen Montag im Semifinale des Februar-Future-Turniers gegen Markus Fessel bezeichen muss. Neues Turnier, neues Glück, unter diesem Motto nahm der 1,96 Meter Hüne den “battle of sexes” mit der Front-Frau vom TC Tennisfriends auf, und siegte überraschend deutlich mit 6:1, 6:2. Als Belohnung für den Kantersieg darf Jens nun im Hauptbewerb gegen einen der Titel-Mitfavoriten ran, und gegen Thomas Peyerl beweisen, dass er sich auch spielerisch in den vergangenen Wochen entscheidend weiterentwickelt hat. Derweil muss Margit Sailer noch auf ihren ersten Indoor-Einzelsieg auf der HTT warten. Nach dem Vorwochen-Aus gegen den späteren Turniersieger Markus Fessel, konnte sie am gestrigen Eröffnungstag abermals ihr durchaus vorhandenes Potential nicht in den Wettkampf hinüber transportieren. “Bei 10 Doppelfehlern habe ich aufgehört zu zählen”, schilderte Sailer, die sich aber dennoch höchst motivert zeigte. “Ich weiß, dass ich dringend diese Matches brauche, und ich lasse mich auch ganz sicher nicht aus dem Konzept bringen. Ich werde weiter arbeiten und Turniere spielen, denn auch heute gegen Gudenus hat es richtig viel Spaß gemacht”.

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Manfred Buzek muss sich im 40. Match seiner Tour-Karriere gegen Thomas Löffelmann geschlagen geben

Hoch motiviert, das ist auch das Stichwort für Manfred Buzek, der sich zum gestrigen Jubiläums-Auftritt aber nicht mit einem Erfolgserlebnis selbst belohnen konnte. Der 29jährige Wiener, ist aktuell und permanent auf der Suche, sich tennismäßig zu verbessern. Den richtigen Weg scheint der Neo-Donaufelder noch nicht gefunden zu haben, was ihm aber freilich nicht davon abhält, sich intensivst mit der Materie zu beschäftigten. Die Zusammenarbeit mit dem Briten Adam Goodsell ist bereits nach einer Woche nur mehr ein Eintrag für die Buzek-Biographie, jetzt glaubt der “rote Baron” im Mannschafts-Training seines neuen Clubs die idealen Bedingungen und Voraussetzungen gefunden zu haben, um seinem Tennis den entscheidenden Kick geben zu können. Nach der ersten Einheit auf Donaufeld krachte Buzek freilich gleich in Runde 1 aus dem Bewerb, auch weil der 29jährige die intensive Kondi-Schicht nicht wegstecken konnte. Der September-Future-Champion von 2012 bewegte sich schwerfällig über den Teppich-Court des UTC La Ville, er ließ die nötige Spritzigkeit vermissen, um einen wie Löffelmann aus der Reserve locken zu können, und ohne die notwendige Beinarbeit, klappte auch das zuletzt schon äußerst gefällig wirkende Spiel des Floridsdorfers nicht nach Wunsch. “Ich bin regelrecht tot vom Mannschaftstraining. Überall zwickt und zieht es im Oberkörperbereich, so war es heute nicht möglich, Löffelmann zu schlagen. Aber ganz ehrlich, ich bin ja Realist, und um den Thomas zu schlagen, brauche ich schon einen außerordentlich guten Tag, während er schwächeln muss”, betonte Buzek, der allerdings im zweiten Durchgang sehr wohl mit seinem Bezwinger mithalten konnte.Am Ende musste sich Buzek in seinem 40. Karriere-Match mit 1:6, 4:6 geschlagen geben, die Nennung für das März-HTT-250-Turnier hat der 29jährige aber dennoch bereits abgegeben.

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Der Februar-HTT-150-Champion von 2011 Gerald Marhold weist den stark “debütierenden” Bernhard Koppensteiner knapp in die Schranken

Auf eine bewegte Geschichte kann TWR/CLUB 21-Star Gerald Marhold beim Februar-HTT-150-Turnier zurückblicken. In schöner Regelmäßigkeit ist der 34jährige Wiener nicht nur hier am Start, sondern mit abwechselnd und höchst unterschiedlichen Resultaten in den Ergebnislisten zu finden. Bei seiner Premiere im Jahr 2009 verschlug es Marhold bis ins Finale, 2010 entpuppte sich der Deutsche Max Morwind bereits in Runde 1 als Spielverderber, ehe er 2011 zum ganz großen Coup ausholte, und sich mit einem Finalerfolg über den Serben Slobodan Vasiljevic seinen zweiten Karriere-Titel sicherte. Im Vorjahr dann das scheinbar schon obligate Auftakt-Aus gegen Martin Mayerhofer, und wenn es nach der Statistik geht, dann darf sich der 34jährige dieser Tage wieder ein Spitzen-Resultat in Form eines Finaleinzuges ausrechnen. Die Basis für sein drittes Februar-HTT-150-Endspiel legte Marhold am Freitag Abend mit einem 7:6, 6:4 Erfolg über Tour-Neuling Bernhard Koppensteiner, der nicht verwandt mit Future-Tour-Spielerin Verena Koppensteiner, trotz knapper Niederlage ein gelungenes Tour-Debüt abliefern konnte. Immerhin hatte der 26jährige vom UTC Schweiggers sechs Jahre lang nicht mehr wettkampfmäßig Tennis gespielt. Noch schlimmer, Koppensteiner agierte bei seinem Premieren-Match auf der Tour mit jenem Racket samt Besaitung, mit dem er vor 6 Jahren letztmalig auf einen kleinen gelben Filzball gedroschen hatte. “Das er sich damit eniges an “Zug und Kontrolle” nahm, war nach dem Spiel gar nicht so großes Thema beim gebürtigen Zwettler. “Das ist überraschend positiv ausgegangen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Immerhin war es mein erstes Tennismatch nach 6 Jahren Pause. Ich brauche Matchpraxis, weil ich im Sommer Mannschaftsmeisterschaft beim UTC Schweiggers spielen möchte”, lachte Koppensteiner, der sich für seinen nächsten Auftritt neue Rackets besorgen möchte. Lob gab es auch vom Bezwinger, der bei seinem 101. Turnierstart den 85. Einzelsieg seiner Karriere fixierte. “Der erste Aufschlag hat mich heute gerettet, ansonsten sah ich keinen großen Unterschied”, analysierte Marhold, der nun im Achtelfinale auf den großen Titelfavoriten Michael Kunz treffen wird.

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Thomas Pratsch “kämpft” Philipp Scheider mit “links” nieder, und trifft nun auf Marko Bogdanov, der Christoph Haudek dessen allererste Startpleite zufügte

Mühsam erreichte auch Thomas Pratsch die Runde der letzten 16 beim Februar-HTT-150-Turnier. Der 33jährige Wiener kämpfte Philipp Scheider mit 7:5, 7:6 nieder, und machte sich dabei vorallem seinen Linkshänder-Status zum Vorteil. “Das war sehr unangenehm zu spielen, speziell weil Pratsch über eine starke Vorhand verfügt”, meinte Scheider, der im ersten Satz eine klare 4:2 Führung nicht nützen konnte. Der City & Country-Club-Star, der sonst in seinen bisherigen Matches stets aggressiv und spielbestimmend auftrat, wurde durch das gefährliche Linkshänder-Tennis seines Gegenübers regelrecht zur “Defensiv-Arbeit” gezwungen. Dort wo ich meine druckvollen Schläge normal anbringe und hinplatziere, wartete Pratsch mit seiner tollen Vorhand, und damit kam ich eigentlich nie richtig ins Spiel”, seufzte der Unterlege. Pratsch hingegen blieb über weite Strecken dieses Erstrunden-Duells konzentriert, legte Mitte des Matches mit 8:1 Games einen gewaltigen Zwischenspurt hin, und spielte letztlich die Partie doch noch nach Hause. “Ich bin schlecht reingestartet, und immer wenn ich abgeschaltet habe, wurde es eng”, schilderte der Sieger, der nun auf Deutschlands Marko Bogdanov treffen wird. Der Dusiburger bezwang Christoph Haudek mit 6:4, 6:2, und hat damit bereits die Startpleite von 2009 vergessen gemacht, als er im Auftakt-Match in der Runde der letzten 64 gegen Friedrich Pliemitscher unterlag. Im ersten wettkampfmäßigen Spiel seit vergangenen September, kämpfte der Ruhrpottler nicht nur mit fehlender Spielpraxis, sondern auch mit neuem Racket und neuem Schuhwerk, das für ungewohntes Tennisfeeling sorgte. Enttäuscht wirkte derweil Christoph Haudek, der sich bei seinem dritten Turnierstart erstmals in Runde 1 geschlagen geben musste. “Ich habe heute einfach zu wenig getan. Die erste Runde wollte ich auf alle Fälle überstehen, damit habe ich mein Ziel für dieses Wochenende klar verfehlt”, äußerte sich der 27jährige selbstkritisch.

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WTC-Star Markus Eichleter meistert “französisch-peruanische Verwirrung”

Im Vorjahr stand er im Viertelfinale des Februar-HTT-150-Turniers, und im vergangenen Oktober triumphierte er sogar erstmals in seiner Karriere bei einem Event auf 150er-Ebene, dementsprechend hoch, wird der Kärntner WTC-Star Markus Eichleter von Insidern und Fachleuten für das anstehende Turnier-Wochenende eingeschätzt. Der 38jährige aus Arnoldstein, hatte zum Auftakt des 6. Februar-HTT-150-Turniers im UTC La Ville vor den Augen vor Freundin Sabine allerdings mit empfindlichen Startschwierigkeiten zu kämpfen, ehe er den Südamerikaner Erik Sichra mit 1:6, 6:0 und 6:2 aus dem Rennen geworfen hatte. Vielleicht war es auch eine Sache der Einstellung, hatte Eichleter doch den ganzen Tag ein Erstrunden-Match mit “Monsieur Grange” im Kopf. Auf den französischen Tour-Star fokussiert, musste der WTC-Spieler am späten Nachmittag plötzlich auf der Tour-Webseite die letzte Meldung vernehmen, wonach der Peruaner Erik Sichra den absagenden Sebastian Grange ersetzen würde, und damit plötzlich auch den zurecht gelegten Schlachtplan über Bord werfen. “Das war gar nicht so einfach”, erzählte Eichleter später. Vom druckvollen Französisch, hin zum sicheren Peruanischen, da bekam der Kärntner in Durchgang 1 so seine liebe Not. “Da war ich geistig auch nicht da, keine Ahnung was los war, aber da bin ich kurzfristig in alte Muster verfallen”, resümierte der 38jährige später im Interview. Die neue Qualität des Arnoldsteiners aber ist es, sich aus schwierigen Situationen am eigenen Schopf “herauszuspielen”, und Rückschläge dementsprechend wegzustecken. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit, hätte Eichleter als nervliches Wrack, einen 2:6 Satzverlust – noch dazu gegen einen eher destruktiv spielenden Gegner – mit großer Sicherheit ausgeschüttet. Doch der Oktober-HTT-150-Champion hat sich nicht nur spielerisch extremst positiv weiter entwickelt, sondern auch im mentalen Bereich drastisch zugelegt. Wenn man weiß, wo Markus einst “kopftechnisch” platziert war, und wie er seine argen psychischen Problemchen aufzuarbeiten versuchte, muss man fast von einem mentalen Quantensprung sprechen, den Eichleter in den letzten Monaten gemacht hat. Und mit dieser Stärke geht der Sichra-Bezwinger auch in den emotional durchaus aufgeladenen Schlager gegen den an Nummer 2 gereihten Markus Hobiger. Das wird kein normales Match, und warum dem so ist, kannst Du im Bericht zu diesem Achtelfinal-Hit nachlesen.

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Robuster Pretl mit mehr Kraftreserven als sein Gegenüber

Gelungen fiel auch der erste Auftritt von Thomas Pretl nach seiner Final-Niederlage beim Februar-Challenger-Turnier gegen Jungstar Daniel Strezoski aus. Der 35jährige Oberösterreicher erwies sich im Erstrunden-Duell mit Sebastian Horstmann als der körperlich robustere Spieler, und kam dadurch zu einem 6:2, 4:6, 3:0, w.o. Sieg. Der Schwertberger war am Freitag Abend aber höchstens mit dem Resultat und dem damit verbundenen Aufstieg ins Achtelfinale glücklich, die Leistung gegen Horstmann stellte den Februar-Challenger-Finalisten nicht zufrieden. “Es waren zu viele Fehler in diesem Spiel, und der zweite Satz darf mir auch nicht passieren. Zumindest habe ich ihm aber einiges an Kraft gekostet, wie man im dritten Satz sieht. Am Ende war es dennoch ein ganz guter Auftakt. Zwei Mal bei einem Turnier spielen, damit bin ich zufrieden. Mein Ziel wäre es jetzt, das Viertelfinale zu erreichen, um gegen Michael Kunz und damit einmal gegen einen bekannten Spieler der Tour antreten zu können. Da würde ich dann sehen, wo ich wirklich mit meinem Tennis stehe”, so der 35jährige Schwertberger.