Hält das Wetter im Finish des Mai-Super-4-Turniers ?

Jetzt wirds langsam mühsam! Der vom Veranstalter ob “Meisterschaft & Muttertag” großzügig ausgedehnte Turnierplan beim Mai-Super-4-Turnier könnte sich als echter Reinfall erweisen. Denn mittlerweile kämpft das zweitgrößte Sandplatz-Turnier der Hobby-Tennis-Tour mit dem bislang gar nicht rosigen Frühlingswetter. Ein heftiges Gewitter am Montag Nachmittag, und die triste Vorhersage für den finalen Schlusstag lassen das Finish des 100 Punkte-Klassikers zur echten Zitterpartie werden. Michael, Alexander und Philipp gegen Mamertus, Pankratius und Servatius – oder anders ausgedrückt, Mayer, Arnoldner und Kunz im Kampf gegen die ersten drei Eisheiligen. Ein Bericht von C.L

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Die Zeit drängt, schon in 8 Tagen stehen die “HTT-French-Open” auf dem Programm

Tag für Tag, Stück für Stück, Match für Match tragen Veranstalter Claus Lippert und die Stars der 15. Mai-Super-4-Auflage vom ausständigen Turnierprogramm ab. Ein mühevolles Unterfangen, weil der sonst in Sachen Turnierplan so gestrenge Tour-Organisator am letzten Wochenende aufgrund des Auftakts zur Mannschafts-Meisterschaft in Ostösterreich und den Feierlichkeiten des kommerzialisierten Tages der Mutter die Zügel locker ließ. Seit Montag Nachmittag läuft also die Aufholjagd, und die Zeit drängt, steht doch ab Freitag mit der Doppel-Veranstaltung Mai-Grand-Prix und Mai-Second-Series schon die Generalprobe für die in 8 Tagen stattfindenden “French Open der Hobby-Tennis-Tour” auf dem Programm.

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Kunz schlägt Wöchtl ehe die Sintflut über Simmering hereinbricht

Bereits am Montag gab es den ersten Rückschlag für die ambitioniert geplante Aufholjagd des ausstehenden Mai-Super-4-Programms. Mit Ausnahme des Viertelfinalduells zwischen Michael Kunz und Peter Wöchtl fiel der Rest des Spielplans buchstäblich ins Wasser. Binnen weniger Minuten hatte ein heftiger Gewitterregen die Courts des TC Top Serve in eine riesige rotbraune Seenlandschaft verwandelt. Unter dunkelgrauem Himmel und gerade noch rechtzeitig vor der Flut, hatten indes der HTT-Wimbledonsieger von 2008 Michael Kunz und der Sensationsmann des Mai-Super-4-Turniers Peter Wöchtl ihr Match zu Ende gebracht. Dabei ging leider der phantastische Erfolgsrun von Qualifikant Peter Wöchtl zu Ende. Der 40jährige vom Body-Club Himberg, der sich mit Siegen über Patrick Khandroo und Basel Abdelmoneim durch die 16er-Quali kämpfte und souverän für den Hauptbewerb qualifizierte, hielt zunächst überraschender Weise auch mit dem namhaften Gegner locker mit. 3:1 führte Wöchtl, das nächste Husarenstück nach seinem Erstrunden-Erfolg über Markus Winter schien in greifbarer Nähe. Doch die rasche Führung im Duell mit dem favorisierten Deutsch Wagramer lähmte Wöchtl, der in der Folge zu keinem einzigen Game-Gewinn mehr kam. Das 3:6, 0:6 am Ende konnte den grandiosen Gesamterfolg Wöchtls beim zweitgrößten Sandplatz-Turnier des Jahres aber nicht schmälern. “Es war total lässig, hier ins Viertelfinale gekommen zu sein. Das Turnier war für mich echt Weltklasse. Der Anfang heute gegen den Michael Kunz war nicht schlecht. Ich bin aber nach dem 3:1 plötzlich sehr unsicher geworden”, schilderte der erfolgreiche Qualifier.

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Philipp Mayer nach Sieg über Martin Kova bereits seit 8 Sandplatz-Matches unbesiegt

24 Stunden später, die Unmengen an Regenwasser waren längst versiegt, da verebbte auch die leise Hoffnung der Kova-Fans auf die mögliche Rückkehr ihres Schützlings in die Siegerlisten der Hobby-Tennis-Tour. Das Ende der Niederlagenserie gegen Robert Rath, der Sieg im Prestige-Duell mit seinem einstigen Erzfeind und Dauerrivalen Patrick Schwing, vorallem aber der hochmotivierte Eindruck den der 27jährige dabei hinterließ, nährten die Hoffnungen auf den ersten Kova-Titel seit April 2006. Auch weil die ganz großen Namen längst nicht mehr im Bewerb waren, hatten viele Insider den ehemaligen Ranglisten-Ersten plötzlich wieder auf der Rechnung. Doch diese Rechnung hatte das Kova-Lager ohne Philipp Mayer gemacht. Denn der 27jährige Oberösterreicher scheint auf Sand derzeit unbezwingbar zu sein. Kova jedenfalls hatte binnen 10 Tagen zum zweiten Mal in Folge gegen den Linkshänder aus Schärding das Nachsehen, womit die 4:6, 3:6 Niederlage dem 29fachen Turniersieger die insgesamt 55. Turnierteilnahme in Folge ohne Titelgewinn bescherte. “Ich kann gegen solche Leute mit so einem Tennis einfach nicht mehr spielen”, tobte Kova, während Mayer sich über den bereits achten Sandplatz-Einzelsieg in Serie freuen durfte.

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Alexander Arnoldner rückt nach Halbfinalsieg über Michael Kovar immer mehr in die Favoritenrolle für den Mai-Super-4-Titel 2010

Der tägliche bange Blick am frühen Morgen in Richtung pechschwarzem Himmel, er ließ am gestrigen Mittwoch für das letzte offene Viertelfinale zwischen Kramer-Bezwinger Michael Kovar und Newcomer Alexander Arnoldner vorerst nichts Gutes erahnen. Doch irgendwie blieb es dann entgegen vieler Wetter-Prognosen doch trocken, und pünktlich zum ersten Aufschlag des abendlichen Treffens, blinzelte sogar die Sonne auf den Centercourt des TC Top Serve herab. Da April-WTB-Champion Thomas Guem am Nachmittag krankheitsbedingt seinen Rückzug aus dem Turnier bekanntgab und das mit Spannung erwartete Halbfinale gegen Philipp Mayer entfallen musste, blieb es den Herren Kovar und Arnoldner vorbehalten, den mittlerweile bereits fünften Turniertag beim Mai-Super-4-Turnier abzuschließen. Und dabei präsentierte sich Alexander Arnoldner in nur 57 Minuten neuerlich als ganz starker Newcomer. Der 23jährige Linzer besiegte in einem gefälligen Viertelfinalduell den Olympia-Silbermedaillen-Gewinner von 2004 Michael Kovar mit 6:2, 6:2 und qualifizierte sich so für den abschließenden Finaltag, wo im Halbfinale Michael Kunz warten wird. Keine leichte Aufgabe für den Rasen-Grand-Slam-Champ von 2008, der trotz des wiedergewonnenen Selbstvertrauens eine weitere Leistungssteigerung benötigen wird, um den Neuling aus Oberösterreich am Finaleinzug hindern zu können. “Ich bin heute ganz zufrieden mit meiner Leistung. Ich habe mich im Verlauf des Turniers immer weiter gesteigert. Das Ziel ist nun der Titel”, gab Arnoldner die neue Marschroute vor.

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Wiener Tennis-Cracks kommen nicht in Fahrt – Bundesländer-Stars dominieren die bisherige Sandplatz-Saison mit 9 von möglichen 10 Finalplätzen

Was gegen Ende des Mai-Super-4-Turniers sonst noch auffiel, war der Umstand, dass die Wiener Tennis-Cracks auf Sand einmal mehr keine große Rolle spielten. Am vorletzten Turniertag war keiner der Asse aus der Bundeshauptstadt mehr im Rennen. Vielmehr machten die Bundesländer-Stars neuerlich einen der heurigen Sandplatz-Titel untereinander aus. Zwei Niederösterreicher mit dem Mödlinger Michael Kovar und Michael Kunz aus Deutsch Wagram und zwei Oberösterreicher mit dem Schärdinger Philipp Mayer und Alexander Arnoldner aus Linz durften mit den siegbringenden 100 Champions-Race-Punkten spekulieren. Und die Wiener Hobby-Tennis-Tour-Elite? Die floppt zur Zeit auf Sand gewaltig. Bei fünf Turnieren auf Asche und damit verbundenen 10 Finalplätzen schafften die Hauptstädter mit Franz Mayrhuber gerade einmal eine einzige Endspielteilnahme. Am Rande sei auch noch erwähnt, dass der Sieger des Mai-Super-4-Turniers 2010 nicht nur nicht aus Wien, sondern nach dem Ausscheiden von Thomas Guem auch nicht aus den aktuellen Top Ten kommen wird. Für das zweitgrößte Sandplatzturnier eine Schande, oder einmal mehr der Beweis, wie dicht das Feld selbst hinter den Topstars der Szene geworden ist.

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Claus Lippert, 13. Mai 2010