Blago Dogandzic führt serbische Armada beim Februar-Future-Turnier an

Samstag Abend zur Prime-Time! Wir machen gemeinsam einen Rundgang durch die “heiligen Hallen” des UTC La Ville am Altmannsdorfer Ast, wo die Topstars der Szene, und jene die es “zukünftig” einmal werden wollen, beim vierten Doppelpack der Saison um die Teilnahme am Super-Sonntag beim 5. Februar-Masters-Series-1000-Turnier und beim Premieren-Event der Future-Tour auf KAT-2-Ebene kämpfen. Was besonders auffällt – neben durch die Bank höchst motiviert und couargiert agierenden Damen und Herren – ist der Umstand, dass sich die Hobby-Tennis-Tour weiter über einen riesigen Anteil internationaler Spieler erfreuen kann. Auf sieben Courts gab es die rot-weiss-roten Asse in diversen “Inter-Duellen” zu sehen, dazu auch zwei rein ausländische Begegnungen. Algerien gegen Österreich, Serbien gegen Österreich, Rumänien gegen Österreich, Peru gegen Österreich, Türkei gegen Österreich, oder Serbien gegen USA und ein inner-rumänisches Duell, mit einer sensationellen bunten Flaggenvielfalt trägt die Hobby-Tennis-Tour anno 2012 ihren Beitrag zur Integration bei. Darüber hinaus standen aber am zweiten Spieltag des dritten Februar-Weekends freilich wieder die Auftritte der Topstars und ihre erzielten Resultate im Blickpunkt des Geschehens, und da gab es nach dem Überrachungs-Freitag abermals einige doch ganz bemerkenswerte Ergebnisse zu bestaunen. Ein Bericht von C.L

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Peter Klager – der neue Komet am Hobby-Tennis-Tour-Himmel

Am Freitag Morgen sorgte ein Meteoritenabsturz im russischen Ural für Aufregung. Am selben Tag rast ein Asteroid so nahe wie noch nie an der Erde vorbei, und auch am Himmel der Hobby-Tennis-Tour ist am Samstag Nachmittag ein Komet aufgetaucht. Während “2012 DA14” – so die Bezeichnung des Asteroiden über dem Ural- mit 27.800 km/h an Mutter Erde vorbei schrammte, krachte der auf den Namen “Peter Klager” hörende neue Tour-Komet mitten hinein ins Universum der Hobby-Tennis-Tour-Welt. Mit dem 6:2, 6:1 zum Auftakt am Freitag Abend war “Komet Klager” quasi erstmals am HTT-Himmel gesichtet worden, mit dem achtelfinalen 6:3, 6:2 Triumph über den Ranglisten-Fünften Markus Kurzemann hat der 20jährige Shooting-Star aber für einen echten Mega-Knall im HTT-Kosmos gesorgt. Vor dem Turnier war die mögliche Achtelfinal-Begegnung noch ein “normales” Allerwelts-Match, nach dem grandiosen Auftakt-Sieg des Newcomers vom TWR 21, war dem Duell des gebürtigen Korneuburgers mit dem Februar-Masters-Series-1000-Champion von 2011 plötzlich der Status eines echten Schlagerspieles zu Teil geworden. Wobei der Zweitrunden-Hit über weite Strecken spielerisch nicht das halten konnte, was er eigentlich versprochen hatte. Zuviele unerzwungene Fehler auf beiden Seiten, zu selten Klager und Kurzemann auf dem selben Niveau, doch am Ende nach knapp 110 Minuten Spielzeit, stand ohnehin das sensationell anmutende Resultat im absoluten Blickpunkt. Auf der einen Seite der neue umjubelte und wie aus dem Nichts aufgetauchte “HTT-Komet”, auf der anderen Seite der frühzeitig gescheiterte Titel-Mitfavorit, der 2011 noch eine glänzend besetzte und äußerst hochklassige Konkurrenz beim Februar-Masters-Series-1000-Turnier als großer Sieger beherrschte, und 24 Monate später zum tragischen Auftakt-Verlierer avancierte, und damit auch sein 95. Karriere-Single kräftig verbockte. “Natürlich bin ich mit diesem Sieg sehr zufrieden, aber der Markus Kurzemann hat heute sicher nicht sein bestes Tennis gezeigt. Ich hatte eine viel engere Partie erwartet, und ich war wieder brutal nervös, obwohl ich in diesem Match eigentlich als Außenseiter nichts zu verlieren hatte”, erklärte Peter Klager nach dem zweiten Single-Erfolg seiner HTT-Karriere, der ihm einen viertelfinalen Platz gegen Hüseyin Tüfekci sicherte.

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Angesagte Revolutionen finden selten statt – Franz Mayrhuber wehrt Angriff des rumänischen Serve & Volley-Stars Rased Schmid souverän ab und feierte “Triple-Jubiläum”

Der kometenhafte Aufstieg des Peter Klager war das eine Gesprächsthema des Tages, das zweite Top-Thema am Samstag Nachmittag war der abendliche Schlager zwischen dem in Runde 1 mit einem Freilos ausgestatteten Ranglisten-Ersten Franz Mayrhuber, und dem rumänischen Serve & Volley-Strategen Rased Schmid. Das dem routinierten Masterssieger offensive Zeitgeister wie Adam Goodsell, Franz Korger oder eben Rased Schmid wenig behagen, und er mit permanent ans Netz stürmenden Gegnern in der Vergangenheit immer wieder seine liebe Not hatte, ist in Szene-Kreisen kein großes Geheimnis. Gerade deshalb baute sich unter Spielern und Fans während des zweiten Spieltages eine gewisse Stimmung auf, wonach die Night Session zwischen dem 11fachen Turniersieger und dem rumänischen Newcomer neben der gewissen Brisanz auch eine Überrachung liefern könnte. Die durch viele Kommentare, Anaylsen und Statements aufgekommene prickelnde Atmosphäre rund um den abendlichen Achtelfinal-Hit hielt aber gerade einmal 75 Minuten lang an, ehe Franz Mayrhuber den offensiven Angriff seines rumänischen Herausforderers souverän und vorallem mit unendlich viel Routine und Cleverness abgewehrt hatte. Ja, angekündigte Revolutionen finden eben zumeist doch nicht statt, dieses Sprichwort hatte auch für den HTT-Hit am Centercourt des UTC La Ville Gültigkeit. Indes: So einfach wie es das 6:3, 6:4 vermuten lassen würde, war es für den 48jährigen Masters-Champion der Hobby-Tennis-Tour auch nicht, den rumänischen “Serve & Volley-Angriff” abzuwehren. Speziell gegen Ende des zweiten Satzes, als Schmid bei 4:5 noch einmal kräftig an einem “Break” schnupperte, hätte dieser Achtelfinal-Kracher auch noch kippen können. “Ich bin heilfroh, über diese schwere erste Runde drüber zu sein”, zeigte sich der Sieger erleichtert. “Über zwei Sätze lang gab es keinen Ballwechsel, bei dem wir den Ball mehr als drei Mal über das Netz gespielt haben”, schmunzelte Mayrhuber, der sich mit dem Erfolg in einem echten “Triple-Jubiläums-Match” für das Viertelfinale qualifizierte. Das 6:3, 6:4 im 175. Match bei seinem 50. Turnierstart bedeutete Einzelsieg Nr. 135 in Mayrhubers phantastischer Karriere. Ein tolles 3fach-Jubiläum!

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Rares Maftei gewinnt “rumänisches Erstrunden-Derby” gegen George Lucian

Rares Maftei, rumänische Nummer 1, und mit 6 Turniersiegen der erfolgreichste internationale Spieler der HTT-Geschichte, kämpft seit wenigen Wochen nicht mehr alleine an der “blau gelb roten Karpaten-Front” um “Titel & Trophäen” im immer weiter wachsenden Tour-Zirkus. Der Neo-Donaufelder hat schlagkräftige Verstärkung bekommen, und zwar nicht nur zahlenmäßig, sondern auch was das Niveau betrifft. Neben Doppel-Spezialist Rased Schmid hat sich da vorallem George Lucian hervorgetan, der am vergangenen Wochenende mit einem starken Debüt beim Februar-HTT-250-Turnier überzeugen konnte. Der 25jährige aus Cluj schockte in Runde 1 Challenger-Star Thomas Löffelmann mit einer Doppel-Null, und rang in der Folge auch dem späteren Finalisten Patrick Meinhart einen Satz ab. Ob sich Maftei über die Verstärkung aus dem eigenen Lager freut, oder sich über die immer stärker aufkommenden Landsleute sorgt, ist noch nicht so ganz raus, in jedem Fall aber wehrte der 31jährige aus Bukarest den ersten Angriff auf seine “rumänische Leader-Rolle” eindrucksvoll ab. Im 190. Karriere-Spiel ausgerechnet gegen einen Landsmann zu verlieren, das wäre für Maftei richtig bitter gewesen, zumal er sich noch am Vorabend gemeinsam mit Markus Kurzemann für diese Herausforderung eingeschlagen hatte. Am Ende aber war die rumänische Nummer 1 bravourös und problemlos mit 6:2, 6:2 ins Achtelfinale eingezogen, wo er im Anschluss auch gleich noch einen phasenweise stark spielenden und gut mithaltenden Martin Thier mit 7:5, 6:2 aus dem Bewerb werfen konnte. Mit dem Erreichen des Viertelfinales bei einem Masters-Series-1000-Turnier ist Maftei überdies ein wenig seiner traditionellen “Jänner-Februar-Krise” enteilt.

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Michael Schwärzli läßt gegen Hüseyin Tüfekci die gute Chance auf seinen zweiten Sieg über einen Top-Ten-Spieler aus, und Nemanja Dejanovic liefert gelungene Talentprobe ab

Was tat sich sonst noch auf Masters-Series-1000-Ebene? Terra-Rossa-Star Thomas Peyerl qualifizierte sich mit einem 7:6, 6:4 Erfolg über Erich Schneider für das Achtelfinal-Duell mit Ex-Wimbledonsieger Michael Kunz, und durfte sich im 185. Match seiner Laufbahn über den 85. Einzelsieg freuen. TC Alt Erlaa-Jungstar Michael Schwärzli ließ im Erstrunden-Duell mit der türkischen Nummer 1 Hüseyin Tüfekci die große Chance aus, nach einem stark gespielten ersten Satz, zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Top-Ten-Spieler auszuschalten. Das eineinhalb Sätze lang recht ansehnliche Linkshänder-Duell wurde im Finish aber zu einer einseitigen Angelegenheit, weil Schwärzli die nötige Ruhe vermissen ließ, und mit einer inferioren Vorstellung in ein 0:6 Debakel düste. “Ob du 0:6 oder 6:7 den dritten Satz verlierst, ist auch schon egal”, polterte Schwärzli. “Dabei muss ich diese Partie eigentlich in zwei Sätzen gewinnen. Letztlich hat Tüfekci aber den Ball einmal mehr übers Netz gespielt, und darauf kommt es eben in diesem Sport nun einmal an”, ergänzte der Jungstar. Eine gelungene Talentprobe lieferte am späten Samstag Nachmittag auch Nemanja Dejanovic ab. Die 13jährige serbische Nachwuchshoffnung deklasierte in der letzten Quali-Runde den 56 Jahre älteren Karl Ader mit 6:1, 6:1, ehe er in Runde 1 des Hauptbewerbs gegen den Vorarlberger Wolfgang Tschanett noch teils – ob seines jugendlichen Alters – logische Defizite aufgedeckt bekam. In Sachen “körperlicher Robustheit, taktischer Varianten und Erfahrung”, war der Junior-Star seinem “grau melierten” Gegenüber doch noch klar unterlegen. Einen “spaßigen” und drei Sätze dauernden Tennis-Abend verlebte letztlich auch noch die Nummer 4 des Turniers Renee Glatzl. Der Jänner-Grand-Slam-Finalist ließ Sichra-Bezwinger Andreas Tolunay “nur” in drei Sätzen über die Klinge springen.

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Manfred Sacher jubelt über seinen ersten Einzelsieg auf Tour-Ebene, und Jens Gudenus gilt in Spielerkreisen nach dem frühen Schrötter-Aus als erster Titel-Aspirant beim Februar-Future-Turnier

Zur Sache ging es am Samstag Nachmittag auch bei der Premieren-Veranstaltung der Future-Tour auf KAT-2-Niveau. Die von vielen Mitspielern als ganz klare Titelfavoritin auserkorene Alexandra Schrötter, hatte sich ja bereits am Freitag Abend verabschiedet, der “Neue” der es jetzt nach der Meinung vieler selbsternannter Fachleute richten wird, heißt Jens Gudenus. Der “hoch aufgeschossene” 29jährige war der Mann des Tages auf Future-Tour-Ebene, nachdem er sich im Achtelfinale gegen Christoph Mayer II mit 6:2, 6:3 durchgesetzt, und wenig später auch noch die erste Quali-Hürde beim Februar-Masters-Series-1000-Turnier mit Thomas Kren übersprungen hatte. Den ersten Einzelsieg seiner Tour-Karriere feierte am Samstag auch Manfred Sacher, der das Eröffnungsspiel des zweiten Spieltages im “Namens-Derby” gegen “Manfred” Ader mit 6:2 und 6:2 gewann. Böse Zungen behaupteten, dass Manfred Ader der “gewichtige” Future-Tour-Star, im Treffen mit Hrn. Sacher ob des Nachnamens seines Gegenübers zu sehr abgelenkt war, und statt an die richtige Taktik auf dem Court, an die feine Köstlichkeit der Wiener Küche gedacht zu haben. Nein Spaß beiseite, Ader war nach fast drei Monaten Tennispause – verursacht durch Krankheit und Verletzung – weit weg von jener Performance, mit der er im November beim letzten Future-Turnier des Jahres 2012 aufwarten konnte.

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Die Mayrhubers siegen auch auf Future-Tour-Ebene, und Stephanie Lassbacher freut sich über gelungenes Tour-Debüt

5:7, 6:3, 6:0, auch auf Future-Tour-Ebene haben die Mayrhubers am Samstag Abend zugeschlagen. Tobias Mayrhuber, 15jähriger Sohn des Ranglisten-Ersten Franz Mayrhuber, hat sich im Erstrunden-Duell mit Serbiens Sladjan Matejevic den Traum vom ersten Einzelsieg seiner Karriere erfüllt, und in drei Sätzen des Achtelfinale des Februar-Future-Turniers erreicht. Der 15jährige ließ sich auch nach einem knapp verlorenen ersten Durchgang nicht aus der Ruhe bringen, und vermieste mit der verteilten Höchststrafe von 6:0 im dritten Heat, seinem serbischen Gegner dessen Saison-Debüt. “Ich bin jetzt überglücklich, weil es eine sehr enge Partie war, obwohl der dritte Satz mit 6:0 endete. Am Anfang bin ich schwer reingekommen, doch als der Papa plötzlich auf den Platz kam, wollte ich ihm gutes Tennis bieten”, strahlte der Mayrhuber-Junior, der damit bereits der vierte Akteur aus diesem “tennisverrückten Clan” ist, der sich über einen Sieg auf der HTT freuen durfte. Über einen Debüt-Erfolg strahlte spät Abends auch noch Stephanie Lassbacher. Die 21jährige Wienerin nahm  Elias Hamidane mit 6:4, 7:5 aus dem Rennen, und zeigte im Geschlechter-Duell mit dem jungen Algerier neben schönen Spielzügen auch jede Menge Kampfgeist. Speziell im zweiten Satz, als es vorallem bei eigenem Aufschlag nicht ganz rund zu laufen schien, erwies sich Lassbacher als echte Fighterin. Sie kam nach 0:3 und 1:4 Rückstand zurück, und war nach dem Aufstieg ins Achtelfinale sichtlich erleichtert. “Im zweiten Satz war plötzlich mein Aufschlag weg, und bei 0:3 bin ich auch nervös geworden. Der zweite Satz war überhaupt enger”, schilderte die “Neue”, die im Achtelfinale auf Verena Koppensteiner treffen wird.

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Dogandzic, Stojkov & Co – Serbische Future-Tour-Stars peilen Titelgewinn an

Drei serbische Spieler führen die Setzliste des Februar-Future-Turniers im UTC La Ville an, und nach dem “walk over Erfolg” von Miroslav Jelic am Freitag Abend über Alexandra Schrötter, stellten die serbischen Tennis-Cracks am zweiten Spieltag abermals ihre Anwartschaft auf den Titelgewinn unter Beweis. Angeführt von Blogoje Dogandzic, der das innerserbische Auftakt-Duell mit Mile Markovic glatt mit 6:1, 6:3 für sich entschied, zog am späten Abend auch Milan Stojkov in die Runde der letzten 16 ein. Allerdings hatte der 28jährige mehr Mühe als ihm lieb war, um im 70. Match seiner Karriere einen hart umkämpften 6:3, 6:7, 6:0 Erfolg über US-Amerikaner Frederick Campbell einzufahren. “Ich habe es bis jetzt nicht verstanden, wie ich den dritten Satz 0:6 verlieren konnte”, zeigte sich Campbell zerknirscht. Souverän das Achtelfinale erreichten übrigens auch Russlands Boris Macheev (6:2, 6:2 über Stefan Dichtl) und der Slowake Georg Gallo, der sein gelungenes Saison-Debüt mit einem 6:0, 6:3 Erfolg über Marcin Schiermayer feierte.