Auftakt zur Second-Series-Ära

Start in eine neue Ära. Die Hobby-Tennis-Tour hat am Freitag Nachmittag ein neues Kapitel ihres 16jährigen Bestehens geschrieben. Saroy, Mersich & Co schlugen erstmals im Rahmen der neu ins Leben gerufenen Second-Series-Turnierreihe auf. Und heiß wie die sommerlichen Bedingungen verlief auch der erste Spieltag dieser Premierenveranstaltung. Eine Zusammenfassung von C.L

Christian Mersich startet mit Kantersieg ins Turnier

Sieg und Niederlage für die beiden Aushängeschilder des Juni-Second-Series-Turniers am Eröffnungstag. Christian Mersich und Jaswinder Saroy, charismatisches Duo im 24 Mann starken Turnierraster, haben mit unterschiedlichen Erfolgen ihre Premiere auf Second-Series-Ebene hinter sich gebracht. Mersich zog mit einem souveränen 6:0, 6:1 über Future-Tour-Bambini-Star Clemens Kerschenbauer ins Achtelfinale ein, und ließ dabei am Centercourt nie Zweifel über seinen Erfolg aufkommen. Zu überlegen gestaltete der als “Mr. Bullshit” bekannte Mersich die Erstrundenpartie mit dem jüngsten Teilnehmer im Feld, während sein 9jähriges Gegenüber vor den Augen seiner Familie und vieler Freunde teilweise “übermotiviert” wirkte. Einige schöne Schläge konnte der jüngste Spross des Kerschenbauer-Clans dennoch als Teilerfolg verbuchen, seine große Zeit sollte aber am Sonntag im Bambini-Bewerb der Future-Tour kommen. Für Mersich wird es auch am Sonntag wieder ernst, wenn sich im Achtelfinale gegen Helmut Gruna die Chance auf Revanche für die Juni-Grand-Slam-Erstrundenniederlage vom Vorjahr ergibt.

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Jaswinder Saroy nach Auftaktniederlage gegen Michael Holzer enttäuscht

Während sich Mersich also quasi im spazieren gehen für die zweite Runde qualifizierte, setzte es für seinen Doppelpartner Jaswinder Saroy ein überraschendes Aus zum Auftakt. Der Asiate musste sich gegen Michael Holzer mit 3:6, 5:7 geschlagen geben, und die Überlegenheit seines 25jährigen Gegners anerkennen. Für den Inder war es zudem eine ganz besonders bittere Niederlage, endete doch mit dem Scheitern in Runde 1 seine imposante fünf Turniere andauernde Serie, in der Saroy immer zumindest die zweite Runde erreichte. “Ich habe den Start verschlafen, war rasch mit 0:3 zurück. Dann bin ich nochmals ins Spiel zurück gekommen, konnte auf 3:4 verkürzen, ehe ich den Satz doch noch verloren habe. Im zweiten Durchgang war es dann knapp. Vielleicht hätte ich in einem dritten Satz gewonnen. Aber ich habe heute auch nicht sonderlich gut gespielt. Ich muss vor allem an meinem Aufschlag arbeiten”, klang Saroy doch recht enttäuscht. Newcomer Holzer steht hingegen beim zweiten Antreten auf der Tour als erster Spieler im Viertelfinale.

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Rene Karlik kämpft Tatjana Aubram nieder

Dorthin möchte mit Sicherheit auch Holzers Freund und Doppelpartner Rene Karlik. Den ersten von zwei notwendigen Schritten auf dem Weg ins Viertelfinale absolvierte der 21jährige am Freitag Nachmittag mit Erfolg. Im Centercourt-Duell mit “Teenie” Tatjana Aubram feierte Karlik den zweiten Einzelsieg seiner Karriere, der im zweiten Satz aber äußerst umkämpft war. Erst im Tie-Break konnte Karlik die kampfkräftige “Jana” in die Schranken weisen. Der knapp 90minütige Second-Series-Auftritt war Aubram aber scheinbar zu wenig anstrengend, sodaß sie sich im Anschluss eine Trainingseinheit mit Tourcoach Harald Selak zu Gemüte führte. Weit entspannter, nämlich bei einem Bier und lockerem Ausschlagen mit Kumpel Michael Holzer ließ Karlik den Eröffnungstag beim Juni-Second-Series ausklingen.

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Bernd Ruiss feierte ersten Karriere-Einzelsieg auf der Hobby-Tennis-Tour

Entspannt während des Spieles und erst recht nach seinem Auftaktmatch wird wohl auch Bernd Ruiss sein. Kein Wunder, kam der Doppelpartner von Florian Dinter im vierten Anlauf doch endlich zum ersten Einzelsieg seiner Karriere. Und das gleich recht souverän mit 6:1, 6:0 gegen einen chancenlosen Mathias Hauser. Der Future-Tour-Akteur zeigte auf einem Nebenplatz in keiner Phase sein ganzes Können, ein Umstand der seinem Gegner nicht ungelegen kam. “Zum heutigen Match und meinem ersten Sieg kann ich nicht sehr viel sagen. Nur eines: Es wurde Zeit für den ersten Erfolg, sonst hätte ich mich nach einer neuen Sportart umgesehen”, scherzte Ruiss, der nun am Samstag im Achtelfinale auf den Sieger der Partie Zwetkow gegen Gellner treffen wird. Für Hauser gilt hingegen ähnliches wie für Clemens Kerschenbauer. Niederlage abhaken, und auf den Future-Tour-Auftritt am Sonntag konzentrieren. “Ich habe heute einfach keine Chance gehabt”, lautete der lapidare Kommentar des Juniors.

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Eröffnungspartie zwischen Tinauer und Burianek endet frühzeitig

Die vielleicht ausgeglichenste Begegnung des ersten Spieltages beim Juni-Second-Series-Turniers fand leider ein enttäuschendes Ende. Die Herren Burianek und Tinauer hatten die große Ehre, am späten Nachmittag die erste Veranstaltung der neuen Turnierserie zu eröffnen. Und mit ziemlicher Sicherheit wäre gleich das Eröffnungsspiel eine ganz heiße Partie geworden. Drei Sätze lagen in der Luft, als April-GP-Halbfinalist Manfred Tinauer am Netz erschien, seinem verdutzten Gegner zum Aufstieg gratulierte und wegen akutem Zeitmangel w.o geben musste. “Schade, aber ich muss dringend zum Flughafen. Das Spiel wäre zu gewinnen gewesen, wie ich auch im Turnier eine gute Chance gehabt hätte” trauerte Tinauer der Aufgabe beim Stand von 6:4, 1:4 nach. Damit ist auch das Burianek-Comeback nach 9 Monaten Turnierpause als gelungen zu betrachten. “Ich habe mir die Sache wieder einmal selbst schwer gemacht”, urteilte der Sieger, dem mit Rene Karlik eine weitere schwere Hürde im Achtelfinale am Samstag bevorsteht.

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Claus Lippert, 24. Juni 2006