Lokalmatador Jürgen Buchhammer stürmt ins Finale des Februar-HTT-250-Turniers

UTC-La-Ville-Lokalmatador Jürgen Buchhammer hat am Sonntag Abend im Halbfinale des Februar-HTT-250-Turniers den Erfolgsrun von Comeback-Star Alexander Scheller gestoppt, und sich für sein drittes Karriere-Endspiel auf der Hobby-Tennis-Tour qualifiziert. Der 29jährige behielt in einer attraktiven Vorschluss-Runden-Begegnung mit 6:3, 6:3 die Oberhand, und steht nach seinem dritten – ohne Satzverlust errungenen – Sieg als erster Finalist des 245. Hallenturniers der Open Ära fest. Der Endspielgegner des Ranglisten-Zwanzigsten wird am Montag Abend ermittelt, wenn sich Titel-Mitfavorit Michael Schwärzli und der Februar-HTT-250-Champion des Jahres 2007 Patrick Meinhart in einem Linkshänder-Duell und der Neuauflage des August-HTT-250-Achtelfinales vom vergangenen Sommer gegenüberstehen werden. Brisant verlief derweil auch der Super-Sonntag beim Februar-Future-Turnier im UTC La Ville, wo sich Karl Ader gegen die tags zuvor so blendend agierende Alexandra Schrötter durchsetzte, Spaniens neuer Tour-Star Igancio Martin wie ein Wirbelwind über Russlands Boris Macheev hinwegfegte, und Jens Gudenus einen aufgeheizten und brisanten Schlagabtausch mit WTC-Star Gernot Hansen für sich entschied. Und dann war da auch noch der nächste Strezoski-Auftritt, der entgültig Klarheit darüber brachte, dass der 17jährige Shooting-Star vom City & Country Sportclub keineswegs “überqualifiziert” für den achten Future-Bewerb der offen Ära ist. Ein Bericht von C.L

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Jürgen Buchhammer “man of the day” und erster Finalist beim Februar-HTT-250-Turnier, und Heimkehrer Alexander Scheller darf sich über gelungenes Comeback nach 5 Jahren HTT-Pause freuen

Der Mann des dritten Spieltages beim 7. Februar-HTT-250-Turnier war ohne Zweifel Jürgen Buchhammer. Der 29jährige vom UTC La Ville erkämpfte sich am gestrigen Sonntag mit einem teils fulminant und vorallem stets souveränen Doppelpack-Erfolg als erster Spieler ein Ticket für das siebente Finale der neuen Saison. Die aktuelle Nr. 20 der HTT-Computer-Rangliste räumte zunächst im Viertelfinale Baumann-Bezwinger Matthias Wurzer mit 6:1, und 6:3 aus dem Weg, und stellte dabei im Head to Head mit dem 17jährigen Mauerbacher vom TK Big Point Muckendorf auf 2:0. Richtig sehenswert war aber vorallem das vorgezogene erste Semifinale der oberen Tableau-Hälfte, wo es Buchhammer dann spät abends mit Comeback-Star Alexander Scheller zu tun bekam. Der 25jährige präsentierte sich nach seinem Auftakt-Erfolg am Samstag Nachmittag über Ex-Wimbledonsieger Michael Kunz auch im Viertelfinale von seiner besten Seite, und deklassierte mit dem topgereihten Rares Maftei den einzigen an diesem Wochenende im Einsatz befindlichen Top-Ten-Spieler der HTT. Der glatte 6:2, 6:2 Erfolg über Rumäniens Besten bedeutete Schellers 20. Karriere-Einzelsieg, ehe der “Rückkehrer” im vorgezogenen semifinalen Treff mit Jürgen Buchhammer um das zweite Endspiel seiner Laufbahn kämpfte. Das es am Ende ein 3:6, 3:6 setzte, und damit nichts auf dem zweiten Finaleinzug seiner Karriere wurde, verkam angesichts der hervorragenden Leistung die der 25jährige in seinen drei Comeback-Matches und speziell im Semifinale ablieferte, zur echten Nebensache. Viel zu groß war die Freude über ein großartiges und auf äußerst hohem Niveau geführtes Duell mit Buchhammer, über das beide Akteure im Nachhinein ins Schwärmen gerieten. “Das war einfach eine Super-Partie. Ich bin überaus zufrieden mit einem Semifinale nach über 5 Jahren Pause auf der Hobby-Tennis-Tour”, strahlte Scheller bei der Pressekonferenz. Im allgemeinen Jubel um sein grandioses Comeback, mischte der 25jährige höchst persönlich, aber auch selbstkritische Töne bei. “Was mir noch fehlt, sind die taktischen Spielzüge in gewissen Situationen. Das liegt vielleicht auch an der mangelnden Turnierpraxis der letzten Jahre. Es war auch heute insgesamt nicht so leicht. Da nimmst du zuerst die Nummer 1 des Turniers und den vermeintlichen Titelfavoriten aus dem Rennen, und dann steht da plötzlich schon der nächste saustarke Spieler vor dir. Der Jürgen hat spitzenmäßig gespielt, und die Bälle wahnsinnig getroffen”, lobte Scheller nach dem verloren gegangenen 40. Single-Match seiner HTT-Karriere. Für Jürgen Buchhammer könnte indes das Februar-HTT-250-Turnier einen ganz besonderen persönlichen Stellenwert erlangen. Hier bei diesem Event feierte Buchhammer vor fünf Jahren sein Tour-Debüt, als er am 8. Februar 2008 in Runde 1 gegen Deutschlands David Hühne mit 6:2, 2:6, 1:6 unterlag. Und nun könnte er fünf Jahre nach seinem Premieren-Auftritt den ersten Titel seiner Karriere erobern.

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Rumäniens Topstar Rares Maftei und seine traditionelle “Saison-Start-Schwäche”

Ein kurzer Blick sei uns auch noch auf erwähnten Rares Maftei genehmigt, der sich dieser Tage mit seinem traditionellen Jänner-Februar-Tief herumzuschlagen hat. Der 31jährige aus Bukarest kommt wie schon in den vergangenen beiden Jahren zu Saisonbeginn einfach nicht in Fahrt. Woran das liegt, kann der Betroffene selbst nicht sagen. Die Bedingungen in der Halle am Altmannsdorfer Ast können es definitiv nicht sein, herrschen doch im Oktober und November keine anderen Verhältnisse auf den Teppich-Courts des UTC La Ville. Das sich der Ranglisten-Achte aus Rumänien eher auf den Sandplätzen dieser Hobby-Tennis-Welt zu Hause fühlt, ist kein Geheimnis, doch echte Top-Resultate und gar eingeheimste Indoor-Titel, beweisen doch eigentlich ganz klar, dass der TC-Donaufeld-Neuzugang auch mit einem Dach über dem Kopf zu seriösen Tennisleistungen fähig ist. “Vielleicht leide ich an einem Weihnachts-Syndrom”, übte sich Maftei in Galgenhumor. “Ich spiele so schlecht zur Zeit, ich bin kraftlos auf dem Platz, mir fehlt das Timing und Selbstvertrauen, und ich habe keine Ahnung warum”, klagte der mit 6 Titeln erfolgreichste internationele Tour-Spieler der Geschichte. Die Monate Jänner und Februar sind aus Maftei-Sicht in beständiger Regelmäßigkeit zum vergessen, im März ist stets Besserung in Sicht, ehe ab April mit einem echten Aufwärtstrend zu rechnen ist. So stellt sich zumindest ein Blick auf die Statistik dar, die Mafteis traditionelle Saison-Start-Schwäche bestätigt. 2011 krachte Rumäniens Topstar bei den ersten 8 Saisonturnieren gleich 5 Mal in Runde 1 aus dem Bewerb, zusätzliche 2 Mal erreichte er den Hauptbewerb nach verpasster Quali erst gar nicht. Das Highlight in dieser trostlosen Phase war der Finaleinzug beim Februar-Challenger-Turnier der Kategorie 2, als er dort Robert Piatek aus Polen unterlag. 2012 dann ein ähnliches Bild. Die ersten 5 Turnierstarts gingen gründlich und ohne einen einzigen Matcherfolg in die Hose, ehe er sich beim Februar-HTT-150-Turnier mit dem Einzug ins Semifinale erfangen konnte. Und heuer läßt sich das Jahr 2013 – bislang zumindest – auch kaum besser an. Dem Achtelfinale-Aus bei den “Australian Open der HTT” gegen Markus Horacek, folgte die Auftakt-Pleite beim Jänner-HTT-250-Turnier gegen Michael Schwärzli, ehe der gestrige schwarze Sonntag und die glatte Niederlage gegen Alexander Scheller für den vorläufigen Tiefpunkt der Maftei’schen Winter-Schwäche sorgte.

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Titel-Mitfavorit Michael Schwärzli muss gegen Kobsik-Bezwinger Erich Schneider über die volle Distanz von drei Sätzen gehen, ehe das zweite Semifinale seiner Karriere fixiert war

Während also in der oberen Tableau-Hälfte die Herren Jürgen Buchhammer und Alexander Scheller für die positiven Schlagzeilen des Wochenendes zuständig waren, sorgten in der unteren Raster-Hälfte die U23-Stars Michael Schwärzli und Patrick Meinhart für Furore. Wobei sich das Linkshänder-Duo auf seinem Weg ins Semifinale wesentlich schwerer tat, als das kongeniale Duo Buchhammer-Scheller im oberen Abschnitt des Februar-HTT-250-Tableaus. Michael Schwärzli musste nach seinem lockeren Aufgalopp am Samstag Nachmittag gegen Christoph Haudek diesmal über die volle Distanz gehen, um  Kobsik-Bezwinger Erich Schneider am Semifinal-Einzug zu hindern. Der 17jährige Jungstar vom TC Alt Erlaa bekam mit dem konstanten Grundlinien-Tennis – vorallem aber mit den gerade vorgetragenen Schlägen – seines Gegners zwei Sätze lang echte Probleme, ehe er im dritten Heat seine individuelle Klasse ausspielte, und wohl auch vom körperlichen Vorteil profitierte, den er im Finish ausspielen konnte. Den in diesen heißen Phasen des Viertelfinales, stand Schneider bereits in seinem fünften Satz, während Schwärzli mit geballter Energie die Entscheidung zu seinen Gunsten herbeiführen, und das zweite Semifinale seiner Karriere erreichen konnte. “Er hat mir alles genommen”, klagte Schwärzli nach dem Spiel. “Er hat mit meinen Rhythmus genommen, meine Sicherheit und meine Spielfreude. Er hat gut gespielt, und ich habe einfach zu viele Fehler gemacht”, befand der Sieger, während der Unterlegene sein konditionelles Problem im Finish der Partie eingestehen musste. “Ich bin im dritten Satz regelrecht eingegangen. Aber es war trotzdem ok, denn der Schwärzli spielt schon sehr stark. Vorallem sein Service ist große Klasse”, lobte der TSV-Tattendorf-Star.

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Patrick Meinhart feiert gegen Rumäniens Tour-Newcomer George Lucian den sechsten Februar-HTT-250-Einzelsieg in Serie

Im Semifinale am Montag Abend wartet auf Titel-Mitfavorit Michael Schwärzli mit dem Duell gegen Patrick Meinhart allerdings eine echte Bewährungsprobe. Zwar weiß der 17jährige Jungstar vom TC Alt Erlaa wie man gegen den Top-Server aus Simmering zu Werke gehen muss, um Erfolg zu haben, immerhin besiegte er doch Meinhart in einem achtelfinalen Tie-Break-Krimi beim letztjährigen August-HTT-250-Turnier, doch Meinhart und das Februar-HTT-250-Turnier, das scheint eine ganz besondere Beziehung zu sein. Der 22jährige – 2007 bereits Champion beim Februar-HTT-250-Turnier – ist bei diesem Event auch nach seinem sechsten Match noch unbesiegt, und nach einem 6:3, 4:6, 6:2 über Rumäniens spielstarken Tour-Neuling George Lucian guter Dinge, zum zweiten Mal nach 2007 die Sieger-Trophäe dieses Turniers mit nach Hause zu nehmen. Den Optimismus dafür kann Meinhart aus dem gewonnenen Viertelfinal-Duell mit Löffelmann-Bezwinger Lucian ziehen, bei dem der 22jährige vom TC Top Serve beinahe zwei Sätze lang eine höchst solide und bemerkenswerte Leistung bot. Erst als sich gegen Ende des zweiten Satzes die ein oder andere kleine Konzentrationslücke auftat, kam Meinhart kurz vom Semifinal-Kurs ab. Lucian nützte diese kleine Schwäche sofort zum Satzausgleich, ehe sich der 25jährige aus Cluj Napoca im dritten Satz vom Traum des Semifinales beim Tour-Debüt verabschieden musste. “Ich bin trotzdem sehr glücklich über mein Ergebnis beim ersten Antreten auf der Hobby-Tennis-Tour. Es hat mir viel Spaß gemacht, und vielleicht bin ich schon beim Masters-Series-1000-Turnier am kommenden Wochenende wieder dabei”, erklärte der Rumäne. Wie überhaupt die Tennis-Cracks aus dem Karpaten-Land derzeit wie die Schwammerln aus dem Boden schießen. Nach Rares Maftei und Ioan Cocis, haben Catalin Ancutici und Rased Schmid zuletzt vorallem im Doppel aufgezeigt. Und mit Dan Iosif, Adrian Moldovan und jetzt George Lucian, kann Rumänien im heurigen Frühsommer ein echt starkes Daviscup-Team stellen.