Prinz-Gala beim Comeback mit finaler Lehrstunde für gut spielenden Beywinkler

Nach einer imposanten Leistung und sensationellen Vorstellung hat UTC-Schweiggers-Star Christoph Prinz in eindrucksvoller Manier die 22. Auflage des Februar-HTT-500-Turniers für sich entschieden, und damit sein mit Spannung erwartetes Tour-Comeback nach fast einem Jahr Pause gekrönt. Der 29jährige gab auf dem Weg zu seinem zweiten Karriere-Titel keinen Satz und insgesamt nur 14 Games ab, was ihm 500 Ranglistenpunkte und die Rückkehr unter die Top 60 der HTT-Entry-List bescherte. Auch im Finale gegen den “US-Open-Semifinalisten der HTT” Clemens Beywinkler blieb der Waldviertler ungefährdet. Prinz benötigte für seinen 6:4, 6:1 Finalerfolg lediglich 48 Minuten, und hielt sich im Verlauf des fünften Saisonturniers mit seinen fünf Gegnern gerade einmal rekordverdächtige 3:45 Stunden auf. Ein Bericht von C.L

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Prinz gewinnt nach Gala-Vorstellung das Finale des 200. Turniers der HTT-500er-Serie

Was für eine atemberaubende Gala, was für eine unglaubliche Performance, welch spielerischer Glanz! Nach der galaktisch anmutenden Darbietung, die der Zwettler Christoph Prinz beim Februar-HTT-500-Turnier abgeliefert hat, gehen einem beinahe die Superlativen aus. Das war schon großes Kino, wie der Waldviertler am ersten Februar-Weekend vom Prinz(en) zum König des 200. HTT-500-Events der Open Ära avancierte. Im Finale erteilte er einem stark spielenden Clemens Beywinkler eine 48minütige Lehrstunde, hatte damit auch den fünften und letzten überforderten Gegner zum Statisten degradiert, und sein Comeback so zu einer triumphalen Rückkehr verwandelt. Zunächst freilich war die finale Auseinandersetzung beim Jubiläums-Event der 500er-Turnierserie alles andere als eine einseitige One-Man-Show. Denn Clemens Beywinkler, der nach einer Schulterverletzung erstmals seit den US Open der HTT Anfang September letzten Jahres wieder Tourluft schnupperte, hielt großartig dagegen, und sorgte mit phantastischer Tenniskunst seinerseits dafür, dass der erste Satz des 22. Februar-HTT-500-Turniers zum Besten wurde, seit dem legendären “Wimbledonfinale” im vergangenen Jahr zwischen Ari Davis und Vladimir Vukicevic. Selten sah man zwei Spieler auf derart hohem Niveau, wie die beiden Niederösterreicher an diesem späten Dienstag Abend.

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Traumhafter erster Satz mit Top-Niveau – Beywinkler mit Prinz auf Augenhöhe

Nur 25 Minuten dauerte der erste Satz, der immerhin 10 Games umfasste, dementsprechend kann man sich vorstellen, mit welch atemberaubendem Tempo die beiden Herren zu Werke gingen. Je ein frühes Break, damit hatten die beiden Final-Protagonisten die leichten Startschwierigkeiten beiderseits abgelegt, als es so richtig zur Sache ging. Beywinkler brillierte in seinem 60. Karriere-Match mit gigantischer Wucht und Präzision von der Grundlinie, Prinz glänzte immer wieder mit seinem Paradeschlag dem gefühlvoll getimten Stoppball, und beide zusammen hielten noch dazu ihr Service, ehe Beywinkler bei 4:5 gegen den Satzverlust servieren musste. Und weil er bei 0:15 nicht gerade vom Glück verfolgt ist, und ein Netzroller zu seinen Ungunsten ausfällt, ist der Druck gegen einen konzentriert und stark retournierenden Gegner bei 0:30 plötzlich hoch. Zu hoch, denn Prinz läßt sich nicht lange bitten, und nützt praktisch die einzige kleine Schwächephase seines Gegners gnadenlos zum Satzgewinn aus. Danach ist die Luft raus, weiß Beywinkler wohl rasch, dass dieser Christoph Prinz an diesem Abend nie und nimmer zu biegen ist. 2 Doppelfehler des 24jährigen BMTC-Stars im vierten Game des zweiten Satzes, damit war das erste Break in Durchgang 2 und die finale Niederlage besiegelt. Minuten später ist das zweite Break zum 5:1 fixiert, und selbst ein beim Gegner geborgtes Racket, kann den Waldviertler nicht mehr stoppen. Prinz verwandelt seinen dritten Matchball, und kann sich am Ende auch über eine statistisch belegte Wahnsinnsleistung freuen. Der selbstsichere Niederösterreicher ließ im zweiten Satz keine einzige Breakchance zu, hatte weniger Fehler und mehr direkte Punkte als sein Gegenüber gemacht, und mit einer perfekten Aufschlagleistung den Grundstein zum zweiten Titelgewinn seiner Karriere gelegt.

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Die Stimmen zum Finale beim 22. Februar-HTT-500-Turnier 2013 aus dem UTC La Ville

“Lässig, das war eine coole Partie. Ich habe mich schon auf dieses Match mit Clemens gefreut, weil ich ihn während des Turniers schon ein bißchen beobachtet hatte. Sein Spielanlage taugt mir, weil er sein Tennis auch variieren kann. Der erste Satz war auch sehr umkämpft und hatte wirklich ein voll gutes Niveau. In einem Jahr sehen wir uns wieder”, scherzte der Sieger angesichts seines dieser Tage absolvierten Comebacks nach fast 12 Monaten Tourpause. Und auch der unterlegene Clemens Beywinkler hatte ein spitzbübisches Strahlen in den Augen, als er zur Pressekonferenz erschien. Kein Wunder, nach einem Match wie diesem. “Ich bin unglaublich zufrieden. Das war nach langer Zeit endlich wieder einmal ein Super-Spiel. Das Niveau im ersten Satz war wirklich unglaublich. Es hat irrsinnigen Spaß gemacht. Im zweiten Satz ist er noch stärker geworden, er hat meine Schwächen gnadenlos ausgnützt und mich so schließlich gebrochen. Mit dem Turnier insgesamt bin ich total happy. Abgesehen vom ersten Match, das nicht gut war, hatte ich sonst nur tolle Partien”, strahlte der BMTC-Star.

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