Challenger-Tour in Aufruhr – Riesige Aufregung um geplanten Kobsik-Start

Wenn die fünf Turniertage der 7. Auflage des Februar-Challenger-Turniers der Kategorie 2 im UTC La Ville auch nur annähernd so aufregend verlaufen, wie die letzten Stunden vor der Auslosung für das sechste Saison-Event, dann steht uns dieses Wochenende ganz großes Kino ins Haus. Wir blicken 24 Stunden zurück, in die Abendstunden des Donnerstags, der so wie praktisch Woche für Woche ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf ein langes intensives Turnier-Weekend im Hause des Veranstalters steht. Es ist schon nach 22 Uhr, die Auslosungen für die beiden anstehenden Tour-Veranstaltungen sind bereits vorgenommen worden und warten nur noch auf Veröffentlichung auf der Tour-Webseite, als die Unruhe & Aufruhr in der Challenger-Szene an diesem Abend, in der Form eines am Veranstalter-Handys einlangenden SMS ihren Höhepunkt erreicht. Dort zieht ein Spieler seine Nennung mit der Bemerkung “wegen Berücksichtigung nicht teilnahmeberechtigter Spieler (Nr. 1 der Setzliste) zurück, und reagiert damit auf den in der Nennliste aufgetauchten Sascha Kobsik, der sich als amtierender Jänner-Challenger-Gewinner in die anstehende Konkurrenz “schummeln” wollte. “Ich seh das nicht ein, dass ein Spieler der mindestens eine Klasse über allen anderen Startern steht, hier mit von der Partie ist. Ich zahle doch kein Nenngeld, um dann vielleicht nur 10 Minuten auf dem Platz zu stehen. Solche Leute sollen sich mit gleichstarken Gegnern messen, so wie ich das auch möchte. Das kann ich bei Challenger-Turnieren der Kategorie 1 schon lange nicht mehr, weil zuviele 150er-Spieler dort mitspielen dürfen, und jetzt passiert ähnliches mit der Challenger-Tour KAT 2 auch noch. Sorry, aber dann geht für Leute wie mich, die nur ganz selten Tennis spielen, ab jetzt nur mehr die Future-Tour”, ließ der Protestant seinem Ärger freien Lauf. Und er sorgte nebenbei auch noch für ein echtes Novum, denn erstmals in der 23jährigen HTT-Geschichte musste ein Turnier – durch den Kobsik-Rückzieher und die damit veränderte Setzliste – ein zweites Mal ausgelost werden. Ein Bericht von C.L

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Wie der Veranstalter hinter den Kulissen den Kobsik-Start zu verhindern wusste

Der emotionale SMS-Protest als Ventil frustrierter Challenger-Asse, er war in seiner Art und Weise auch die veröffentliche Meinung vieler motivierter Teilnehmer, die dieser Tage beim ersten Turnier der Kategorie 2 auf der so beliebten Challenger-Tour verärgert den Namen Sascha Kobsik im Teilnehmerfeld erspähen mussten. Was die meisten Spieler natürlich nicht wussten war, dass hinter den Kulissen schon seit Donnerstag Mittag intensive Gespräche zwischen Kobsik und dem Veranstalter geführt wurden, in denen dem 31jährigen zu vermitteln versucht wurde, dass er von einem Auftritt beim 7. Februar-Challenger-Turnier absehen möge. Jetzt wird sich so mancher Leser wahrscheinlich fragen, warum denn der oft als allmächtig kritisierte Tour-Organisator nicht ein Machtwort sprach, um den Kobsik-Auftritt ganz einfach zu unterbinden. Nun, seit voriger Saison gelten für die Teilnahme an den diversen HTT-Events die ITN-Werte der Spieler als Kriterium, und da befindet sich der Jänner-Challenger-Sieger ohne diesen Stärkegrad in einer Art “Graubereich”. Lipperts Appelle an den 31jährigen, fanden zunächst wenig Gehör, erst als der Tour-Veranstalter am Abend die Schiene “Image” bediente, und Kobsik um das “seinige” zu fürchten begann, ließ er von seinem Vorhaben ab. Womöglich hatte auch der frustrierte SMS-Schreiber seinen Beitrag zum Kobsik-Rückzug geleistet, denn der Druck auf den 31jährigen, sich am Wochenende in der Halle mit verärgerten Konkurrenten auseinanderzusetzen und sich womöglich herber Kritik aussetzen zu müssen, dieses Ding wurde Kobsik letztlich zu heiß.

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Der abartige “Tennis-Kleinkrieg” zwischen Sascha Kobsik und Manfred Buzek

Am nächsten Morgen bekam der SMS-Wachrüttler dann auch noch verbale Unterstützung seiner Tour-Kollegen, wie beispielsweise von Rudolf Ronovsky. “Also nicht böse sein, aber das wäre eine Frechheit gewesen, wenn Kobsik in einem Challenger-KAT 2 Turnier aufgeschlagen hätte”, urteilte der Kapellerfeld-Star. Nur einer war über den Kobsik-Rückzug sauer, und das war sein Ex-Spezi Manfred Buzek. Der 29jährige ließ per SMS sein Unverständnis über die Herausnahme Kobsiks durchklingen, ging ihm doch so ein möglicher und heiß ersehnter Schlagabtausch mit dem Jänner-Challenger-Champion durch die Lappen. Für nicht Insider sei kurz erklärt, dass die beiden ehemaligen Freunde derzeit eine Art “Tennis-Kleinkrieg” führen, und in einem permanenten und nicht mehr “gesunden” Wettbewerb stehen. Wer hat welchen Titel als Erster gewonnen, welcher Turniersieg hat mehr Wert, welcher Titelgewinn ist wie zustande gekommen, ein privates Zerwürfnis – auf das wir an dieser Stelle nicht näher eingehen möchten – hat einen absurden Konkurrenzkampf ausgelöst. Nachdem Manfred Buzek im vergangenen Spätsommer beim September-Future-Turnier mit dem Titelgewinn vorgelegt hatte, und sich Kobsik vom Veranstalter aufgrund niemals erteilter Genehmigung für einen Future-Start um die gleichwertige Chance einen Turniersieg zu holen, betrogen fühlte, setzte der 31jährige den Future-Erfolg seines ehemaligen Freundes als wortwörtlichen “Kindergarten-Titel” herab. Erst mit dem lange erträumten Sieg beim Jänner-Challenger-Turnier hatte Kobsik mit dem Thema dieser ach so krassen “Benachteiligung” Frieden geschlossen. Dafür kam der Konter des Manfred B., der ausrichten ließ, Kobsik den Turniersieg zwar zu vergönnen, doch er habe das Finale gesehen, und er wolle auch keine Leistung schmälern, aber………………”. Man ist sich also untereinander nicht mehr grün, was hobbytennistour.at einen würzigen Schlagabtausch für die kommenden Wochen und Monate bescheren dürfte.

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Manfred Buzek setzt mit Sieg über Christoph Mayer II den ersten Schritt in Richtung erhofften zweiten Karriere-Titel

Kommen wir zu den sportlichen Highlights des ersten Spieltages, und da auch wieder zu Manfred Buzek, der an diesem Wochenende im persönlichen Duell mit Kobsik auf 2:1 in Sachen Titelgewinnen stellen möchte. Den ersten Schritt dahin, setzte der 29jährige im Eröffnungsspiel des 7. Februar-Challenger-Turniers mit einem 6:4, 6:4 Erfolg über Christoph Mayer II. Ein Sieg, der allerdings mehrere Interpretationsmöglichkeiten offen ließ. Für einen Titel-Mitfavoriten, der groß in Form befindlich in den letzten Wochen mit starken Auftritten dies auch untermauerte, schien ein knapper Sieg über die Nummer 137 im HTT-Computer-Ranking nicht ausreichend, um in Euphorie verfallen zu können. Andererseits ließ der Rotschopf in diesem Match mit gelegentlichen Winnern & Schüssen erkennen, dass es ihm mehr als ernst ist, im imaginären Duell mit Kobsik auf 2:1 zu stellen. Vorallem weil an diesem Abend auch durchsickerte, dass sich Kobsik einzig und allein deshalb für das Februar-Challenger-Turnier anmeldete, um den zweiten Titelgewinn seines neuen Intim-Feindes verhindern zu können. “Denn – so Kobsik – von den Teilnehmern hier bei diesem Turnier kann keiner den Buzek aufhalten”. Die Hobby-Tennis-Tour als Spielwiese für einen privaten Kleinkrieg, beiden Akteuren wurde seitens der Turnier-Organisation bereits mitgeteilt, dass dieses Szenario untragbar wäre.

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Der Februar-Challenger-Sieger von 2011 Robert Piatek muss sich nach Niederlage im polnisch-griechischen Auftakt-Duell gegen Vasilis Vamvakidis beim 5. Antreten erstmals überhaupt bei diesem Turnier in Runde 1 geschlagen geben

So klar wie Sascha Kobsik die Favoritenrolle seines Ex-Freundes sieht, so deutlich ist diese aber – beim Studium der Nennliste des 7. Februar-Challenger-Turniers – gar nicht. Wenngleich sich am ersten Spieltag mit Robert Piatek einer der aussichtsreichsten Titel-Aspiranten gleich zum Auftakt und entgegen aller Statistiken verabschieden musste. Der routinierte Pole, bei vier Februar-Challenger-Teilnahmen in der Vergangenheit nie vor dem Viertelfinale ausgeschieden, musste sich in Runde 1 dem griechischen Tour-Newcomer Vasilis Vamvakidis mit 2:6 und 6:7 geschlagen geben. Der Februar-Challenger-Sieger von 2011, der damals vor zwei Jahren im Endspiel einen gewissen Rares Maftei bezwingen konnte, war ausgezogen, um dieser Tage seinen 70. Einzelsieg im Circuit einzufahren. Doch dafür hätte es ein wenig mehr Initiative bedurft, zumal sein griechisches Gegenüber mit der Variante Sicherheitstennis zum Erfolg kommen wollte. Was Piatek noch weniger schmeckte war der Umstand, dass die kleinen gelben Filzkugeln nicht mit entsprechend Fahrt und Geschwingkeit übers Netz geflogen kamen. Genau dann kann der Pole nämlich seine Stärken ausspielen, und mit perfekten Kontern reüssieren. Diesen Gefallen tat ihm Vamvakidis freilich nicht, der mit ungewohnt stoischer Ruhe sein vermutlich durchaus vorhandenes südländisches Temperament ausblendete, und seelenruhig den Aufstieg ins Achtelfinale fixierte. “Ich wusste wie hart es wird”, freute sich der Sieger, während Piatek den allerersten Februar-Challenger-Erstrunden-Ausrutscher seiner Karriere zu erklären versuchte. “Ich bin selber schuld, da brauchen wir keine Ausreden zu suchen. Ich bin zu spät aufgewacht, und mit dem wenigen Tempo meines Gegners, hätte ich aggressiver auftreten müssen”, äußerte sich Piatek.

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Serbische Seuche – krisengebeutelter Milan Stojkov überlegte kurzfristig sogar sein Karriere-Ende

Einen richtigen Durchhänger und eine echte Krise hat derzeit Milan Stojkov zu beklagen. Dem 28jährigen Serben, hier an Nummer 4 gesetzt, klebt eine wahre Seuche an der Hand. Beim 1:6, 6:4, 1:6 zum Auftakt gegen Tour-Neuling Hartmuth Beck, konnte Stojkov zwar den ersten Satzgewinn in dieser neuen Saison verbuchen, am Ende stand aber doch die ernüchternde und bereits fünfte Erstrunden-Schlappe in Serie fest, die den gewichtigen Serben doch ziemlich frustet. Selbst ein unter der Woche im UTC La Ville eingeschobenes Training mit Landsmann Miroslav Jelic brachte nicht den gewünschten Erfolg, und so überlegt “Milan” ernste Konsequenzen ob seines derzeitigen und auch unerklärlichen Formtiefs. Nach dem Quali-Aus bei den Australian Open der HTT stand sogar das Karriere-Ende im Raum, von diesem Szenario hat sich Stojkov glücklicher Weise wieder verabschiedet. “Natürlich werde ich nicht mit Tennis aufhören, dafür spiele ich zu gerne, aber nach dem Future-Turnier am kommenden Wochenende werde ich einmal eine Pause einlegen”, ließ der 28jährigen verlautbaren, während sein Bewzinger im Achtelfinale auf den Sieger des jugendlichen Geschlechter-Duells zwischen Katharina Bieder und Daniel Strezoski treffen wird.

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Top-Debüt – Schattenmann Manuel Klvana schlägt Lukas Lachnit und gewinnt sein Premieren-Match auf der Hobby-Tennis-Tour

Für eine beachtliche Leistung und einen Überraschungs-Coup sorgte am Freitag Abend schließlich noch ein Mann namens Manuel Klvana. Das Gesicht des 30jährigen ist im Tour-Zirkus kein unbekanntes, sah man den Tour-Neuling doch bislang in der Vergangenheit stets als treuen Begleiter von Manfred Buzek. Jetzt am ersten Februar-Wochenende griff der Buzek-Schatten erstmals selbst zum Racket, und trat dann auch gleich aus dem erwähnten Schatten seines Freundes heraus. Vor einer Woche beim letzten Turnier-Doppelpack war Klvana wieder als Zuseher in der Halle, und da erlag der 30jährige endgültig dem Reiz, selbst Turniertennis zu spielen. Den Entschluss zur Teilnahme nach langem Hin & Her gefasst, musste der Neue bei seinem Debüt gegen Lukas Lachnit ran, der jetzt zwar auch noch nicht über die Wahnsinns-Routine im Circuit verfügt, immerhin aber bereits 7 Karriere-Matches hinter sich gebracht hat. Auf das erste Erfolgserlebnis muss Lachnit aber weiter warten, wenngleich der gewonnene erste Satz im Duell mit Klvana, Hoffnung darauf aufkommen läßt. Über ein erfolgreiches Debüt jubelte hingegen Manuel Klvana, der im allerersten Interview seiner HTT-Karriere eine irrsinnige Nervosität eingestand. “Es war verdammt schwierig die Nervosität in den Griff zu bekommen. Immerhin war das mein erstes Turnier-Match, und im Großen und Ganzen hat dafür alles gepasst”, strahlte der Neue.