Teenie-Star Stefan Kraberger mit imposantem Final-Triumph

Jungstar Stefan Kraberger ist am letzten Jänner-Wochenende zum ganz großen Abräumer auf der Hobby-Tennis-Tour avanciert. Der 14jährige Tullner – im Mai 2011 mit dem Sieg beim Mai-Challenger-Turnier im La Ville kometenhaft im Tour-Circuit aufgetaucht – holte sich 20 Monate nach seinem schlagzeilenträchtigen Premieren-Titel seinen zweiten Turniersieg auf der HTT. Die große Nachwuchs-Hoffnung aus Niederösterreich triumphierte nämlich am Mittwoch Abend im Endspiel des 12. Jänner-HTT-250-Turniers gegen Rainer Stolz in atemberaubender Manier und nach nur 50 Minuten Spielzeit mit 6:0, 6:1, und katapultierte sich mit seinem überaus imposant ausgefallenen 20. Karriere-Einzelsieg unter die Top 60 im neuesten HTT-Entry-Ranking. Ein Bericht von C.L

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Junior-Star tritt die Nachfolge von Vorjahres-Champion Michael Kovar als Jänner-HTT-250-Sieger an

Der in Diensten des TC Top Serve stehende Teenie-Star Stefan Kraberger darf sich weiter über eine blütenweiße Weste in Endspielen der Hobby-Tennis-Tour freuen. Nachdem der motivierte Junior aus der Tennisakademie von Roland Berger und Werner Eschauer im Mai 2011 ein grandioses Tour-Debüt ablieferte, und beim Mai-Challenger-Turnier im UTC La Ville mit Finalgegner Thomas Pratsch beim 6:1, 6:1 in gerade einmal 61 gespielten Minuten Schlitten fuhr, und dabei erstmals auf sich aufmerksam machte, hielt sich Kraberger auch im gestrigen finalen Showdown des dritten Saisonturniers nicht lange mit seinem Gegenüber auf. Nach 50 höchst einseitigen Minuten hatte der 14jährige die Nachfolge von Vorjahressieger Michael Kovar angetreten, und sich in eine prominent besetzte Siegerliste dieses Turniers eingetragen. In einem Atemzug mit Spielern wie Harald Selak, Hans Ebner, Gerald Scheller, David Hühne und Michael Kovar genannt zu werden, belegt den unheimlichen Aufwärtstrend, den die Karriere des jungen Tullners in den vergangenen beiden Jahren erfahren hat.

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Training in der Tennisakademie von Roland Berger und Werner Eschauer trägt Früchte

Vor 20 Monaten stürmte Kraberger beim Mai-Challenger-Turnier mit zarten 13,1 Jahren und damit als drittjüngster Turniersieger der Open Ära seit 1990 in die Geschichtsbücher der HTT. Seither sind mehr als eineinhalb Jahre vergangen, in denen sich der talentierte Junior in der “Tenniszone International” der Tennisakademie von Roland Berger und Werner Eschauer mit hartem Training scheinbar prächtig weiterentwickelt hat. Das höchst professionelle Umfeld, aus dem auch Stadthallenfinalist Grega Zemlja und der slowenische Profi Aljaz Bedene kommen, bietet dem Nachwuchs-Crack perfekte Voraussetzungen und Bedingungen, um Tennis und alles was zu einem erfolgreichen Turnierspieler gehört, optimalst zu erlernen. Am Mittwoch Abend lieferte der Tullner Teenager vor den Augen seiner Familie eine großartige Vorstellung ab, und ließ mit einer atemberaubend wirkenden Gala-Darbietung 50 Minuten lang sein großes Können aufblitzen. Es war schon beeindruckend, mit welcher Dynamik und gleichzeitiger Konstanz der 14jährige sein zweites Karriere-Finale auf der Hobby-Tennis-Tour abspulte. Rainer Stolz, auf dem Weg ins Finale mit nur 5 abgegebenen Games und vier zu Null gewonnenen Sätzen auch nicht gerade ein Anfänger in seinem Metier, war wohl noch nie in seiner Tennis-Karriere derart chancenlos wie an jenem Abend des 30. Jänner 2013.

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Nach nur 21 Minuten gewinnt Stefan Kraberger den ersten Satz mit 6:0

21:3 Winner spuckte die Match-Statistik von hobbytennistour.at am Ende des einseitigsten Endspiels in der 12jährigen Geschichte des Jänner-HTT-250-Turniers aus, und damit war auch schon perfekt dokumentiert, wie das Finale des 651. Turniers der Open Ära verlief. Kraberger diktierte von der Grundlinie aus die Ballwechsel, servierte solide 61 Prozent an ersten Aufschlägen ins Feld seines Gegners, und dominierte auch beim Return die Szenerie am Centercourt des UTC La Ville nach Belieben. Dazu kam, dass bei Gegner Rainer Stolz einfach überhaupt nichts nach Wunsch klappte. Der 37jährige hatte einen überaus nervösen Start in sein zweites Karriere-Finale zu verzeichnen, und vorallem bei eigenem Aufschlag mit extremen Schwächen zu kämpfen. Mit 4 Doppelfehlern in den ersten beiden Service-Games hievte er sich recht rasch in eine aussichtslose Situation. Gerade einmal 15 Minuten waren gespielt, da lag Stolz schon 0:5 zurück und mit einer desolaten Quote von nur 10 Prozent “beim Ersten” alles andere als in einem akzeptablen und vorallem konkurrenzfähigen Niveau beim Aufschlag. Das dritte Break mit zwei weiteren Doppelfehlern zum 0:6 war letztlich der Gipfel der traurigen Aufschlag-Performance des 37jährigen.

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Rainer Stolz muss sein zweites Karriere-Finale ohne Game-Gewinn bei eigenem Aufschlag beenden

Womöglich wäre Stolz vielleicht ins dieses Match gekommen, wenn – ja wenn – er seine erste Break-Chance in diesem Finale gleich im Auftakt-Game des zweiten Satzes genützt hätte. Ein 14jähriger, ohne die ganz große Finalerfahrung, durchaus denkbar, dass Kraberger in Rückstand geratend, zumindest in ein engeres Match verwickelt worden wäre. Doch mit der neuerlichen 1:0 Führung im Rücken, spielte der Youngster in der Folge ganz groß auf. Der Tullner benötigte nur 14 weitere Minuten, um sich via Doppel-Break vorentscheidend mit 4:0 abzusetzen, ehe er in einer kurzen – und für sein Alter verzeihbaren – Verschnaufpause “sein” einziges Break kassierte. Was an diesem Abend aber keine Rolle spielte, weil Stolz bei eigenem Aufschlag bis zum “bitteren Ende” nie auch nur annähernd gewohnte Qualitäten erkennen ließ. Stattdessen “polierte” der Routinier im letzten Aufschlag-Spiel seine Doppel-Fehler-Statistik auf eine “unschöne” zweistellige Zahl auf, und musste bei 1:5 die traurige Gewissheit zur Kenntnis nehmen, dass es im zweiten Finale seiner HTT-Laufbahn zu keinem einzigen Spielgewinn bei eigenem Service reichte. Ein letzte Chance dies zu ändern gab es nämlich nicht, weil sein Gegner wenig später souverän die Partie ausseriverte, und nach verwandeltem Matchball den verdienten Applaus des Publikums genoss.

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Papa & Sohnemann mit vergangenen drei HTT-Wochen höchst zufrieden

“Ich freue mich riesig über diesen Turniersieg. Ich habe gut gespielt, mein Gegner hat viele Fehler gemacht, so ist dieses Resultat zustande gekommen. Die ersten beiden Partien gegen Philipp Mayer und Filip Markovic waren die schwersten Matches in diesem Turnier für mich”, resümierte der Sieger, während Papa Kraberger noch freudig ergänzte: “Die letzten drei Wochen hat der Stefan unheimlich viel gelernt. Die Matches auf der Hobby-Tennis-Tour waren perfekt für ihn”. Ohne Kommentar verabschiedete sich derweil der unterlegene Rainer Stolz. Wer will es ihm verdenken, nach einem total verkorksten 45. Karriere-Match. Und so machte der 37jährige bei der Siegerehrung “gute Miene zum bösen Spiel”.