Kalt und Warm am Super-Samstag beim März-Super-4

Am gestrigen Sonntag fielen zwar die bisher wichtigen Entscheidungen dieses 15. März-Super-4-Turniers 2010, doch auch der zweite Spieltag am Samstag zuvor hatte durchaus einige ganz interessante Aspekte zu bieten. Einmal kalt und dann wieder warm, so wie das vorherrschende April-Wetter, gab es auch für viele arrivierte Tour-Star eine Hochschaubahnfahrt der Gefühle auf den beiden Hartplatz-Courts des Tennispoint Südstadt. Ein Bericht von C.L

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“Kalt” – Kova, Peyerl, Hobiger, die Enttäuschungen der 15. März-Super-4-Auflage 2010

Eiskalt erwischte es am zweiten Spieltag des März-Super-4-Turniers Thomas Peyerl. Der 25jährige legte einmal mehr auf Hartplatz eine katastrophale Vorstellung hin und musste sich gegen Mödlings Roland Armbruster mehr als deutlich 3:6, 1:6 geschlagen geben. Es passte wie so oft wenn die Nummer 38 der HTT auf Hartplatz aufschlägt nichts zusammen. Fehlt Peyerl das entsprechende Timing auf dem ungeliebten Belag oder ist es eher der Glaube an mögliche Erfolge. “Ich verzweifle langsam innerlich”, beschrieb “Tom” sein Gefühlsleben nach der bereits dritten Erstrunden-Niederlage beim März-Super-4-Turnier in Folge. Verzweifelt, das war auch das Stichwort für Markus Hobiger. Der Lokalmatador – wie immer mit großen Erwartungen gestartet – wurde schon in Runde 1 von Markus Seitner in die brutale Super-4-Realität geschossen. Dabei war der Salzburger beim 6:3, 6:3, mit einer alles andere als überzeugenden Vorstellung noch gnädig mit dem 33jährigen Guntramsdorfer. “So viel wie heute war überhaupt noch nie drinnen gegen einen Top-Ten-Spieler. Aber wenn in jedem Game ein anderes Wetter herrscht, dann ist es schwer sein bestes Tennis zu spielen”, grantelte der gescheiterte Lokal-Hero. Ebenfalls eine kalte Dusche setzte es für den Rekordteilnehmer des März-Super-4-Turniers, Vorjahresfinalist Martin Kova. Der 26jährige musste sich bei seinem 9. Start erst zum zweiten Mal in Runde 1 geschlagen geben. Famose sieben Mal stand der ehemalige Ranglisten-Erst hier im Semifinale, und auch diesmal hatte Kova durchaus die Chance, zumindest ein Erstrunden-Aus zu vermeiden. Auch obwohl der Gegner Thomas Müller hieß, und als Nummer 1 des Turniers natürlich der unangenehmste aller möglichen Auftaktgegner für Kova war. Doch der 29fache Turniersieger nahm wie immer eine solche Herausforderung voll motiviert an, und er nützte auch gleich einmal die windigen Verhältnisse am Centercourt, um der Nummer 2 des Circuits mit 5:2 davon zuziehen. Doch als sich die für Kova von Vorteil erweisende Brise legte, kam Müller so richtig in Fahrt. “Jetzt ist wieder Müller-Time” erkannte der zusehende Christoph Kramer höchst fachmännisch die Situation beim Stand von 2:5. Und in der Tat legte Müller wieder einmal in Rückstand liegend so richtig fulminant los. Der 40jährige drehte den Satz und das Match, und bescherte Kova damit die insgesamt bereits vierte Erstrundenniederlage in Serie.

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“Warm” – Second-Series-Stars nützen die Gunste der Stunde beim März-Super-4

Die Sieger des Tages kamen durchwegs aus dem Second-Series-Lager. Michael Pichler hatte im einzigen Dreisatz-Match des Samstags seinen momentanen Erfolgslauf auf der HTT fortgesetzt, und mit seinem fünften Einzelsieg in Serie Ägyptens Basel Abdelmoneim aus dem Turnier geworfen. Der amtierende März-Second-Series-Sieger startete allerdings wenig berauschend in sein Outdoor-Debüt auf der Tour. Mit 2:6 musste er Afrikas Nummer 1 den Startsatz überlassen, und auch nach zwischenzeitlicher Aufholdjagd, im Finish auf kräftige Mithilfe seines Gegenübers bauen. Denn Pichler hatte die Partie bei 4:5 längst mental aufgegeben, als Abdelmoneim ihm mit zwei Doppelfehlern in Folge auf die Sprünge und zurück ins Match verhalft. “Ich ärgere mich sehr. Ich hatte das Match schon in der Hand und ich habe auch gesehen, dass der Michael keine Lust mehr hatte. Umso ärgerlicher ist das Ausscheiden jetzt”, grollte Basel. Nach zwei Auftakt-Niederlagen zuletzt hat auch Peter Wenitzky endlich wieder einmal zugeschlagen. Der Zwölfaxinger eliminierte im Eröffnungsspiel des Turniers den enttäuschend spielenden Türken Oktay Koc mit 6:0, 6:1 und qualifizierte sich so für das Achtelfinale. Dorthin schaffte es auch Clemens Poteschil, der mit dem zweiten türkischen Turnierstarter ebenfalls kurzen Prozess machte. Adem Köse lieferte zwar einige gefällige Ballwechsel ab, insgesamt reichte seine Performance aber nicht annähernd zum Aufstieg. Souverän unter die letzten 16 schaffte es auch noch Nicklas Iversson. Der Skandinavier deklassierte Reinhard Paizoni mit 6:2, 6:3 und sorgte so für ein enttäuschtes Gesicht bei seinem Gegner. “Das ist sehr frustrierend. Das Resümee nach diesem Match ist, dass ich noch sehr viel trainieren muss”, so Paizoni.

Claus Lippert, 12. April 2010