Terra Rossa-Star Rares Maftei verliert sein Masters-Debüt gegen Franz Mayrhuber

Franz Mayrhuber hat sein erstes Match bei der 23. Auflage des Babolat-Masters-Turnier 2012 im UTC La Ville gewonnen, und mit einem 7:5, 6:3 Erfolg über den rumänischen Masters-Neuling Rares Maftei für einen gelungenen Auftakt aus seiner Sicht gesorgt. Der 47jährige Masters-Champion von 2009 hatte in der insgesamt 1:22 Stunden dauernden Eröffnungs-Partie von Gruppe A nur gegen Ende des ersten Satzes ein paar kleine Schwierigkeiten, um den Ranglisten-Sechsten aus Bukarest im vierten direkten Duell zum vierten Mal ohne Satzverlust in die Schranken zu weisen. Mayrhuber führt nach seinem 125. Karriere-Einzelsieg demnach auch die Gruppe A vor dem morgigen Match zwischen Markus Kurzemann und Franz Korger an. Ein Bericht von C.L

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Maftei läßt nach schwachem Start zwei Break-Chancen zur möglichen 6:5 Führung ungenützt, ehe er den ersten Satz gegen Mayrhuber mit 5:7 verliert

Mit rund eineinhalb Stunden Verspätung, betraten der Ranglisten-Erste Franz Mayrhuber und sein rumänischer Herausforderer Rares Maftei am Donnerstag spät Abends den Centercourt, um sich im Auftakt-Duell der Gruppe A mit einem vollen Erfolg eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Aufstieg ins Semifinale zu sichern. Die Vorzeichen war natürlich klar! Auf der einen Seite der überlegen im Ranking führende Branchen-Primus, der sich am kommenden Montag bereits die 53. Woche als Nummer 1 der Hobby-Tennis-Tour präsentieren wird. Und auf der anderen Seite des Netzes ein junger Mann, der dieser Tage zwar sein persönliches Tennis-Märchen schreibt, und sich allerorts im Circuit Respekt und Anerkennung abholt, dem bei seinem Masters-Debüt aber nicht mehr als ganz geringe Außenseiter-Chancen zugebilligt werden. Und so schien alles im ersten Durchgang den erwarteten Lauf zu nehmen, als Mayrhuber knapp nach 23 Uhr die Night-Session des ersten Masters-Tages eröffnete, und nur 18 Minuten später bereits deutlichst mit 4:1 in Front lag. Maftei hatte in der Folge dann das Premieren-Lampenfieber abgelegt, und sich zumindest beim eigenen Service konsolidiert. Ohne Probleme brachte er seine Aufschlag-Spiele zum 2:4 und 3:5 durch, ehe er mit seiner ersten Break-Chance und einem am Netzband hängen bleibenden Rückhand-Sliceball Mayrhubers zum 4:5 verkürzt, und der Night-Session neue Spannung verleiht. Und die wurde noch größer, weil der Ranglisten-Erste im nächsten Game zwei Satzbälle ausläßt, und plötzlich nach sicher scheinender 5:2 Führung den 5:5 Ausgleich hinnehmen muss. In dieser spannenden Schlussphase setzt sich dann schließlich aber die Routine Mayrhubers durch, während der in Top-Duellen auf höchster Ebene noch unerfahrene Maftei, echtes Lehrgeld bezahlen muss. Der 30jährige Rumäne läßt zwei Break-Gelegenheiten zum 6:5 aus, während Mayrhuber kurz darauf seinen ersten Satzball zum 7:5 kaltschnäuzig verwandelt.

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Franz Mayrhuber feiert den 125. Einzelsieg seiner Karriere, verpasst aber den Uralt-Rekord für die meisten Einzelsiege in einer Saison aus dem Jahre 1999

10 Minuten vor Mitternacht war der laut Statistik um die Spur effektivere Ranglisten-Erste mit 1:0 in Sätzen in Führung gegangen, und auf bestem Wege, im 13. Masters-Match seiner Karriere den 9. Sieg bei einem Saisonfinale einzufahren. Allerdings hatte sein rumänisches Gegenüber vom TC Terra Rossa nicht die Absicht, sich kampflos in die Debüt-Niederlage beim Masters zu ergeben. Der 30jährige Bukarester servierte in seinen ersten beiden Aufschlagspielen des zweiten Satzes exzellent, gab nur einen Punkt ab, und hielt damit Anschluss zu dem vorne weg servierenden Ranglisten-Ersten, als er mit dem Break zum 3:2 sogar erstmals in diesem Match in Führung ging. Wer jetzt freilich an eine Wende glaubte, der hatte einmal mehr nicht mit dem Kampfgeist des Franz Mayrhuber gerechnet, der postwendend die “Dinge am Centercourt” wieder klar stellte, und mit einem zu Null gewonnenen Break, etwaigen Maftei-Gedanken an eine Sensation eine glatte Abfuhr erteilte. Dann die verflixte Minute 13 nach Mitternacht, als Maftei blendend positioniert am Netz stehend, einen kinderleichten Volley im Netz versenkt. Der Anfang vom Ende, denn mit diesem Geschenk ebnete der Terra-Rossa-Star seinem prominenten Gegenüber den Weg in Richtung 4:3. Mayrhuber punktet mit einem Volley zu diesem erwähnten 4:3, und schnappte sich binnen 11 Minuten auch noch die beiden restlichen zum Auftaktsieg notwenigen Games. Mit einem starken ersten Aufschlag nützt der 47jährige seinen dritten Matchball zum 7:5, 6:3 Erfolg über Rares Maftei, und kann sich schließlich über den 125. Einzelsieg seiner außergewöhnlichen Tour-Karriere freuen. Zudem feierte Mayrhuber am Donnerstag Abend bereits seinen 44. Einzelsieg in dieser Saison, kein Spieler im Circuit hat heuer mehr Matches gewonnen. Dennoch verpasst Mayrhuber in Sachen Saison-Einzelsiege einen Rekord. Sollte der 4fache Saison-Turniersieger das Masters ungeschlagen gewinnen, dann würde er auf 48 Saison-Einzelerfolge kommen, und damit den Rekord von Claus Lippert um einen Sieg verpassen. Der ehemalige Ranglisten-Erste feierte in der Saison 1999 bis heute unerreichte 49 Einzelsiege. “Ich bin wirklich froh, in zwei Sätzen gewonnen zu haben. Das kann in der Aufstiegsfrage noch entscheidend sein”, freute sich der Sieger.