Der Hobby-Tennis-Tour steht superspannender Abend bevor

Endlich ist es soweit! Nachdem auch das 18. Juni-Grand-Slam-Turnier nicht vom feuchten Sommerwetter verschont blieb und das Montag-Abend-Programm kräftig durcheinander gewirbelt wurde, geht am heutigen Donnerstag endlich das große Finale des “Wimbledon-Turniers der Hobby-Tennis-Tour” über die Bühne. Doch nicht nur die beiden Grand-Slam-Final-Debütanten Thomas Müller und Oliver Rauschil fiebern ihrem großen Auftritt entgegen, auch dem Rest der HTT-Familie steht ein megaspannender Abend bevor. Immerhin geht es bei der abendlichen Verlosung im Rahmen der Siegerehrung um einen 1.110 Euro wertvollen Gutschein. Kein Wunder daher, dass das Interesse der Tourspieler am dritten Major-Finale der Saison so groß wie noch nie ist. Ab 16:30 Uhr gehts beim SC Austrian Airlines los. Ein Bericht von C.L

Italien-Juli-Turniere_05_15405.jpg

Ein Jahr gratis auf der Hobby-Tennis-Tour – Megapreis wird am Abend verlost

Wer am vergangenen Wochenende unter den 50 Spielern im Raster des 18. Juni-Grand-Slam-Turniers mit von der Partie war, und am heutigen Abend dem großen Finale zwischen Thomas Müller und Oliver Rauschil “live” vor Ort beiwohnt, der hat unmittelbar nach Spielende die große Chance auf einen echten Mega-Gewinn. HTT-Beau Rebecca Riemer wird im Rahmen der Siegerehrung jenen Glückspilz auslosen, der das kommende Jahr 2010 die gesamte Toursaison gratis spielen wird. Um an der Verlosung teilnehmen zu können ist ein persönliches Erscheinen bis spätestens 17:30 Uhr zwingend notwendig.

Italien-Juli-Turniere_05_21142.jpg

Rauschil und Libal bieten tolle Halbfinal-Show am Centercourt des SC AUA

Zurück zu den sportlichen Aspekten rund um das “Wimbledon-Turnier der Hobby-Tennis-Tour”. Als erster Spieler für das prestigeträchtigste Endspiel des Jahres hat sich am Dienstag Abend Oliver Rauschil qualifiziert. Der 27jährige Jänner-GP-Sieger von 2008 gewann ein hochklassiges Vorschlussrunden-Duell gegen den “US Open Champion der HTT” Robert Libal nach zweieinhalb stündiger Spielzeit mit 6:4, 7:6 und erreichte so zum ersten Mal in seiner Karriere das Finale eines Grand-Slam-Turniers. Rauschil startete verhalten, oder wie er es später im Interview ausdrücken sollte “zu blöd um von Beginn weg in Führung zu gehen”. Stattdessen setzte sich ein bärenstark wirkender und wie immer von der Grundlinie überaus sicher agierender Robert Libal mit einer 4:2 Führung ab. Was Rauschil aber nicht weiter beunruhigte, “weil ich von Anfang an genau das gespielt habe, was ich mir vorgenommen hatte”, so der 27jährige. Und dieses taktische Konzept gegen das Grundlinien-Monster war wie folgt gestrickt: Druck machen auf Libals Rückhand und am Netz den Abschluss suchen. Alleine die Umsetzung seiner Pläne hätte nicht gereicht, wenn “Oli” nicht im Finish des ersten Satzes ganz grandios aufgespielt hätte. Mit 10 Winnern und 4 Games in Serie machte der an Nummer 7 gesetzte Rauschil die große Aufholjagd perfekt, der erste Head war mit 6:4 gewonnen. “Da habe ich alles getroffen, da ist mir wirklich alles aufgegangen”, strahlte der spätere Sieger. Danach liefern sich die beiden Tourstars am Centercourt einen sensationellen Schlagabtausch auf allerhöchstem Niveau. Kaum ein Game, das nicht über Einstand geht, viele hochklassige Ballwechsel, Libals Vater im Zuseherbereich hatte seine helle Freude, zumal der Sohnemann mit einer 5:3 Zwischenführung das Ruder noch einmal herum zu reißen schien. Doch im Finish ereilte den Hartplatz-Grand-Slam-Champion das Schicksal des ersten Satzes. Wieder konnte der 31jährige einen 2-Game-Vorsprung nicht über die Distanz retten. Zwar wehrte Libal noch vier Matchbälle ab, doch mit 10:12 ging letztlich der entscheidende Tie-Break verloren. “Gratulation an den Robert. Er hat sehr gut gespielt heute. Dieses Match hatte so viele enge Games, und die meisten dieser Games sind eigentlich fast immer an mich gegangen. Für das Finale gegen den Müller sehe ich eine 50:50 Chance. Wir haben bisher 4x gegeneinander gespielt, jeder von uns hat 2x gewonnen”, so der 27jährige. Ähnlich beurteilte auch der unterlegene Robert Libal das erste Semifinale des 18. Rasen-Grand-Slam-Turniers. “Das war ein Supermatch über zweieinhalb Stunden lang. Ich bin ein überglücklicher Verlierer. Es war ein grandioses Spiel. Letztlich haben nur ein paar Punkte entschieden. 2 Sätze – zweieinhalb Stunden, das sagt eh alles, das 12:10 im Tie-Break war auch sehr eng. Es hätte auch ganz anders kommen können. Aber der Oliver hat sich diesen Sieg absolut verdient”, kommentierte Liibal sein Halbfinal-Aus.

Italien-Juli-Turniere_05_21147.jpg

Thomas Müller steht erstmals in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Finale

Das alles entscheidende finale Duell um den Titel komplettierte am Mittwoch Abend übrigens der topgesetzte Thomas Müller. Der 39jährige deklassierte in einem einseitigen und farblosen zweiten Semifinale den an Nummer 4 gesetzten Kunz-Bezwinger Christoph Kramer erwartungsgemäß deutlich mit 6:3, 6:1 und blieb damit in seinem dritten halbfinalen Versuch ein Major-Endspiel zu erreichen, erstmals erfolgreich. In nur 56 Minuten machte der Ranglisten-Erste in seinem 20. Grand-Slam-Karriere-Einzelspiel gegen einen schwer enttäuschenden Kramer alles klar. Ohne zu glänzen, und ohne auch nur annährend Vollgas zu spielen, prügelte “Tom” jenen Mann vom Platz, der immerhin eine Runde davor den Titelverteidiger frühzeitig nach Hause schickte. Doch 72 Stunden nach diesem vielumjubelten Husarenstück, enttäuschte Kramer auf allen Linien. Dem 26jährigen gelang vom ersten Ballwechsel an praktisch überhaupt nichts. Er machte alles erdenkliche falsch was man in einem Grand-Slam-Semifinale nur falsch machen kann. Aber warum? War Kramer mit der höchst speziellen und für ihn einmaligen Situation eines Major-Halbfinales überfordert, oder nach dem viertelfinalen Triumph über Titelverteidiger Michael Kunz womöglich schon zu sehr zufrieden? Wie auch immer, seine Vorstellung im zweiten Vorschlussrunden-Match war eine echte Katastrophe. So war selbst eine Einschätzung der Müller-Leistung nur schwer möglich. “Ich hoffe nur, dass ich den Rhythmus für das Finale morgen nicht verloren habe”, meinte der Ranglisten-Erste nach dem 13. Kunstrasen-Einzelsieg in Folge. “Das war eine echte Galavorstellung”, lachte hingegen Kramer süffisant. “Ich bin leider in keiner Phase in dieses Match hingekommen. In jedem der beiden Sätzen gleich 0:4 zurückzuliegen ist heftig. Das war ein echtes Highlight von mir. Dennoch bin ich mit dem Erreichen des Semifinales sehr zufrieden”, zog Kramer eine abschließende Bilanz.

Italien-Juli-Turniere_05_21172.jpg

Thomas Müller könnte als erster Spieler der Geschichte den “Rasen-Hattrick” schaffen

Mit dem Duell des an Nummer 1 gesetzten Thomas Müller und der Nummer 7 des Turniers Oliver Rauschil steht also die Finalpaarung des dritten Grand-Slam-Turniers der Saison fest. Ein Match das Spannung garantiert, wie die Statistik von hobbytennistour.at beweist. In bislang vier Duellen gab es für beide Akteure je zwei Siege zu bejubeln. Interessant wird aber auch der Umstand, dass die 5. Auflage dieses Giganten-Duells erstmals nicht in der Halle ausgetragen wird, womit sich die Frage stellt, wer der beiden Finalstars unter freiem Himmel am Oberlaaer Grün besser zurecht kommen wird. “Der Belag kommt dem Thomas sicher mehr entgegen als mir. Auf Sand hätte ich wahrscheinlich die besseren Karten”, so Rauschil. “Der Oliver muss im Finale gegen den Müller Thomas sicher besser aufschlagen als heute gegen mich. Aber ich glaube die Chancen sind 50:50 verteilt”, sieht Robert Libal die Endspiel-Möglichkeiten seines Bezwingers durchaus intakt. Die “große Unbekannte” für Rauschil ist aber so wie für alle Major-Final-Debütanten die Causa “best of five”. “Ich freue mich eigentlich eher darauf. Ein bißchen Angst habe ich nur vor möglichen fünf Sätzen”, so Rauschil. Ebenfalls keine Erfahrung auf diesem Gebiet kann der 39jährige Thomas Müller aufwarten. Doch womöglich ist das auch gar nicht wirklich wichtig, zumindest dann nicht, wenn der neue Ranglisten-Erste die bislang in den vergangenen zwei Wochen gezeigte Rasen-Performance ein letztes Mal wiederholen kann. 13 Einzelsiege auf Kunstrasen in Serie, dabei nur einmal über drei Sätze gegangen, Müller dominierte die Rasensaison so deutlich und überlegen wie noch kein Spieler in der Geschichte vor ihm. Um seine momentane Ausnahmestellung auf Kunstrasen auch entsprechend zu dokumentieren, könnte Müller am Abend ein ganz sensationeller Rekord gelingen. Das “Rasen-Triple”, also der Sieg bei allen 3 Kunstrasen-Events der HTT ist in 20 Jahren Hobby-Tennis-Tour noch keinem Spieler gelungen. “Ich bin gut in Form und sehr optimistisch für das Finale”, gibt sich Müller im Vorfeld des großen Schlagers selbstbewusst.

Italien-Juli-Turniere_05_21143.jpg

Drama um Patrick Meinhart – wie das Rasen-Grand-Slam-Doppel-Finale verloren ging

Eine Woche nach dem Doppel-Debakel beim Juni-Super-4, ist der angeschlagene Bewerb am Dienstag Abend kurzzeitig einmal aus dem Schatten des Singles getreten. Und wie noch dazu! Ein an Dramatik kaum zu überbietender Finalabend wurde da von den Doppel-Protagonisten geboten. Im Mittelpunkt dabei stand vorallem der britische Tourstar Adam Goodsell. Worauf bei den Profis ganz England schon Jahrzehnte lang wartet, nämlich einen Finalisten beim traditionsreichsten Tennisturnier der Welt in Wimbledon zu stellen, die Hobby-Tennis-Tour schafft das, mit Adam Goodsell noch dazu gleich im ersten Versuch. Der 19jährige aus Südostengland düste mit perfektem Spiel am Netz gemeinsam mit seinem Partner Patrick Meinhart durch den Raster auf dem Weg zum größten aller Doppeltitel. In der Vorschlussrunde das arrivierte Duo Kunz-Scharbl im Champions-Tie-Break besiegt, schickte sich Goodsell im Finale gegen die “Wimbledon-Doppel-Sieger von 2007 Korger-Heuberger an, die ganz große Sensation zu schaffen. “Auf dem “Goodsell-Hill” in Anlehnung an den “Henman-Hill aus Wimbledon” verfolgten die Zuseher eine superspannende Finalentscheidung, die es ganz gewaltig in sich hatte. Spannender gehts nimmer, und frustrierter aus Sicht Meinharts wohl auch nicht. Er war der tragische Held in einem Super-Match, das noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht weniger als 10 Matchbälle ließ das zusammengewürfelte Duo Goodsell-Meinhart ungenützt, ehe sie den zum Greifen nahe scheinenden Titel verspielt hatten. 6:2, hatten die späteren Verlierer den ersten Satz gewonnen, und mit selbigem Ergebnis auch den Tie-Break von Durchgang 2 zunächst klar dominiert. Doch dann folgte jene Szene, die den Umschwung zugunsten der späteren Sieger brachte. Heuberger donnerte mit voller Wucht eine Vorhand übers Netz, der Ball schien für alle Anwesenden, für die Zuseher draußen auf dem Goodsell-Hill, für den Briten selbst und für Korger-Heuberger meilenweit ins Out zu fliegen. Nur Meinhart dürfte das anderes gesehen haben, greift er doch mit seinem Rackt in Richtung kleiner gelber Filz. Als auch er die Flugbahn des Balles zu erkennen scheint, ist es längst zu spät. Patrick versucht seinen Schläger noch zurückzuziehen, doch um 2 lächerlich knappe Zentimeter geht sich sein Rettungsversuch nicht aus. Meinhart berührt den ins Out fliegenden Ball, der Anfang vom Ende. Insgesamt 10 Matchbälle vergeigen Meinhart-Goodsell danach, der Tie-Break geht mit 12:14 verloren. Genauso wie der entscheidende Champions-Tie-Break mit 7:10. Die beiden Verlierer flüchten von der Anlage, Korger-Heuberger stellen sich hingegen der Presse. “Unser Wiedereinstieg war holprig. Wir waren eigentlich im ganzen Turnier hinten nach und bei vielen Matchbällen eigentlich schon lange draußen aus dem Bewerb. Dieser Sieg freut uns aber besonders, weil er letztlich so hart umkämpft war”, meinte Korger nach seinem insgesamt 5. Major-Doppel-Titel und seinem 3. “Wimbledon-Doppel-Erfolg auf der HTT”. Eine besondere Genugtuung war der zweite gemeinsame Rasen-Grand-Slam-Doppelsieg auch für Norbert Heuberger. Vor wenigen Wochen von seinen Vereinskollegen ausgebootet und als zu schwacher Doppelspieler bezeichnet, bewies ihnen der 38jährige nun das genaue Gegenteil. “Natürlich freut mich nach den Vorkommnissen der letzten Wochen dieser Erfolg besonders. Ich spiele sehr gerne mit dem Franz zusammen. Egal wieviele Fehler ich auch mache, er hat in jeder Situation Verständnis dafür”.

Italien-Juli-Turniere_05_21165.jpg

Italien-Juli-Turniere_05_21170.jpg

Claus Lippert, 9. Juli 2009