Clemens Wimmer wahrt am “Tag der Trostlosigkeit” seine Aufstiegs-Chancen ins Semifinale

Nach dem vielversprechenden Eröffnungstag beim 3. Babolat-Challenger-Tour-Final, endete der zweite Spieltag beim Saisonfinale der erfolgreichsten Challenger-Spieler des Jahres in tiefster sportlicher Ernüchterung. Die noch am Vortag in höchsten Tönen gelobte und gepriesene Challenger-Szene ist am gestrigen Samstag in eine Art Schockzustand verfallen. Die Lobhudelei zum Auftakt des “Finals im UTC La Ville” dürften einige Herren ganz grob missverstanden haben, denn das was man am gestrigen Samstag  beim wichtigsten Challenger-Turnier des Jahres zu sehen bekam, war völlig konträr zu dem, was man als neutraler Beobachter noch am Vorabend auf der Tour-Homepage zu lesen bekam. Da stand was von “beachtlichem spielerischen Niveau, und einem seriösen Ansehen bei den Spitzenspielern im Circuit”. Euphorie und Aufbruchstimmung hatten sich breit gemacht, ehe ein mehr als trister Vierer-Pack am zweiten Spieltag des Challenger-Tour-Finals, die Challenger-Szenerie wieder auf den Boden der Realität zurückholte. Zwischen den Leistungen “indoor” und dem deprimierenden “Grau in Grau” vor den Hallen des UTC La Ville war kein Unterschied mehr auszumachen, beides zusammen verwandelte diesen Spieltag in eine kollektive Trostllosigkeit. Von Werbung für die Challenger-Tour konnte keine Rede sein, die Aufreger des Tages waren noch ein erstmals im Einsatz gewesener ausgebildeter Stuhlschiedsrichter, ein demoliertes Racket und die Herren Maftei & Kurzemann, die sich am Opti-Court-Belag zu später Stunde in einer Trainings-Session für das am Donnerstag beginnende Masters in Form zu bringen versuchten. Ein Bericht von C.L

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Pratsch und Löffelmann von kollektiver Kritik zum zweiten Spieltag beim Challenger-Tour-Final ausgenommen

Nun, es könnte ganz gut sein, dass wir am gestrigen Samstag des 3. Babolat-Challenger-Tour-Finals keinen einzigen der vier heurigen Semifinalisten zu sehen bekommen haben, und sich deshalb am Ende des Tages eine herbe Enttäuschung in der Szene breitgemacht hatte. Die Herren Cabildo, Kobsik, Baumann und Peyerl mit “ihrem traditionellen Ruhetag”, da war es plötzlich mit dem Niveau beim 79. Saisonturnier vorbei. Vielleicht sollten wir uns bei der Tageszusammenfassung darauf beschränken, die Ergebnisse zu veröffentlichen, die Auswirkungen auf die diversen Gruppenstände und das Aufstiegsrennen zu analysieren, auf die spielerischen Darbietungen aber nicht näher eingehen. Manchmal ist es eben besser, Dinge ganz einfach nur tot zu schweigen. Vielleicht muss man aus der kollektiven Kritik aber die Herren Thomas Pratsch und Thomas Löffelmann ausnehmen, die sich in Gruppe D einen ganz ansehnlichen Fight lieferten, den Quali-Sieger Löffelmann nach knapp mehr als 90 Minuten 7:6, 6:1 für sich entschieden hatte. Der 33jährige im 30. Karriere-Match wie immer hoch motiviert, raubte Gegner Thomas Pratsch mit einem Zweisatz-Erfolg dessen letzte Chance, sich nach dem Freitag-Abend-Ausrutscher gegen Thomas Peyerl doch noch für das Challenger-Tour-Final-Semifinale zu qualifizieren. Pratsch – der weiter auf seinen 70. Karriere-Einzelsieg warten muss – beendete damit seine erste volle HTT-Saison mit zwei Niederlagen und einem zertrümmerten Racket, womit er wie schon erwähnt für einen der Höhepunkte des Tages sorgte. Ansonsten wird die Saisonbilanz des 33jährigen vermutlich zwiespältig ausfallen. 34 Turniere absolviert, dabei mit 33 Siegen bei 34 Niederlagen eine beinahe ausgeglichene Matchbilanz fabriziert, blieb der Linkshänder vorallem aber ohne der erhofften Titelgewinn. Vier Endspiele erreicht, wird Pratsch die Saison 2012 auch knapp außerhab der Top 30 abschließen. Was bleibt für die kommende Saison? Zunächst einmal sollte sich der 33jährige einmal auf Shopping-Tour begeben, und sich drei gleiche Rackets zulegen, und dann steht einer erfolgreicheren Spielzeit im Jahr 2013 eigentlich nichts mehr im Wege. Thomas Löffelmann hingegen, hat am Sonntag Abend nun die Möglichkeit, sich mit einem Sieg gegen Thomas Peyerl direkt für das Halbfinale zu qualifizieren. “Die Chancen stehen aber 30:70 aus meiner Sicht”, übte sich der Sympathikus in Understatement.

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“Ein Aufstieg von mir wäre jetzt ungefähr so, wie wenn ich beim Würfelpoker im letzten Versuch eine Grande mache”

Die Herren Clemens Wimmer und Bernhard Sladek, beide engagiert in Vorrundengruppe C, sorgten mit ihrem zweiten direkten Duell im Eröffnungsspiel des Tages auch nicht unbedingt dafür, dass der zweite Spieltag “euphorisiert” startete. Für den 4fachen Challenger-Champion Clemens Wimmer ging es nach der glatten Auftakt-Niederlage vom Freitag Abend gegen Peter Baumann schon um “Alles oder Nichts”, und der 31jährige Blondschopf wahrte seine zumindest theoretische Chance auf die Top 4 mit einem 6:4, 6:2 Erfolg. Sladek wiederum kam mit dem defensiv ausgerichteten Spiel seines Gegenüber überhaupt nicht zurecht, hat aber trotz der Niederlage so wie Wimmer noch die Chance, sich einen Platz im Semifnale zu sichern. Und im Unterschied zu Wimmer – gegen den er nun die zweite deutliche Niederlage im Head to Head einstecken musste – kann es sich der 47jährige Routine sogar noch aus eigener Kraft richten. “Wie der Clemens heute gespielt hat, ist sein gutes Recht, aber das Spiel mit diesen hohen Bällen liegt mit überhaupt nicht”, übte Sladek Kritik an der Spielweise seines Bezwingers. Und dieser Clemens Wimmer, vor wenigen Monaten noch der “gefürchtetste alle Challenger-Spieler”, ist aktuell nur mehr ein “bleicher Schatten” seiner selbst, und überzeugt davon, dass es nicht so wie im Vorjahr zu einem Semifinal-Auftritt beim Challenger-Tour-Final reichen wird. “Ein Aufstieg von mir wäre jetzt ungefähr so zu vergleichen, wie wenn ich beim Würfelpoker im letzten Versuch eine Grande mache”, lachte der 31jährige, der zudem auch Selbstkritik übte. “Ich war das ganze Turnier über nicht entschlossen genug, und ich hätte nicht gedacht, wie schädlich eine so lange Turnierpuase sein kann”.

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Rudolf Ronovsky verpasst mit verkrampften Arbeitssieg, seinen Aufstiegs-Konkurrenten Sascha Kobsik entsprechend mental unter Druck zu setzen

In Gruppe B des Challenger-Tour-Finals 2012 hatte man vor dem zweiten Spieltag einen neuen Lichtblick ausgemacht. Der ist allerdings am Samstag Nachmittag auch schon wieder erloschen. Rudolf Ronovsky schien sich ernsthaft aufzuschwingen, dem erklärten Gruppenfavoriten Sascha Kobsik seriös Paroli im Kampf um den Aufstieg ins Semifinale zu bieten. Nun, rein ergebnistechnisch ist das weiterhin der Fall, nur hat der 46jährige vom TC Kapellerfeld in seinem ersten Gruppenspiel beim Challenger-Tour-Final die riesige Chance vergeben, seinen Kontrahenten im Aufstiegskampf daheim vor dem Laptop eine schlaflose Nacht und eine intensive Phase des Nachdenkens zu bescheren. Mit einem überzeugenden Ergebnis und einer fulminanten Leistung, hätte sich Ronovsky selbst ein bißchen was an Nervosität und Unsicherheit genommen, und den auch nicht gerade als “Mister Mental” bekannten Sascha Kobsik verunsichern können. Aber ein mühsam “erwurschteltes” 6:7, 6:1, 6:0 über einen Christoph Mayer II, der seit Juli seine Rackets nicht aus der Tasche geholt hatte, wird Kobsik kaum in irgendeiner Weise berühren. Was Ronovsky nach seinem 24. Karriere-Einzelsieg bleibt ist die Tatsache, dass er nach zwei Spieltagen beim Challenger-Tour-Final mit seinem dritten 6:0 die Wertung der zu Null gewonnenen Sätze souverän anführt, und das er als Qualifikant das Semifnale noch immer aus eigener Kraft erreichen kann. Für Christoph Mayer hingegen heißt es Abschied nehmen. “Das war es dann”, verabschiedete sich der 27jährige, der aber immerhin ein Versprechen vom Vortag hielt. “Im zweiten Spiel wird es besser”, meinte Mayer nach seiner klaren Auftakt-Klatsche gegen Sascha Kobsik.

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Wenn ein anwesender Stuhlschiedsrichter zum absoluten Höhepunkt eines Matches wird

Wenn man die Trostlosigkeit des zweiten Spieltages “beim Namen nennen will”, dann muss man ihr sogar einen “Doppelnamen” verleihen. “Pliemitscher und Perepelkin” haben am Samstag Abend ein Tennismatch abgeliefert, über das wir uns in diesem Bericht lieber nicht medial auslassen wollen. Nur kurz die Fakten zusammengefasst: 3:18 Stunden trister Eintönigkeit vor Stuhlschiedsrichter Marko Bogdanov aus Deutschland, dessen Entlohnung mehr als hart verdient war. Fritz Pliemitscher – am Vortag noch gefeierter Quali-Held gegen Peter Steinberger – in seinem 135. Karriere-Match, unterliegt dem 3fachen russischen Challenger-Saison-Champion Stanislav Perepelkin mit 4:6, 6:2, 1:6, hat aber trotzdem mit einem Zweisatzsieg über Bernard Cabildo am heutigen Sonntag noch die Chance, das Semifinale zu erreichen. Spielerisch war es ein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

 

 

 

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Liebe Leser! Glaubt mir bitte, es ist für alle Beteiligten besser, wenn die Meinung und Gedanken des Artikelschreibers in diesem Fall in dessen Kopf verbleiben!

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