Jungstars Karner & Goodsell scheitern im Semifinale

Der Siegeszug von Sensationsmann Michael Karner beim März-Super-4-Turnier ist zu Ende. Nachdem der 18jährige Stockerauer wie berichtet am Sonntag die Turnierfavoriten Thomas Müller und Gerald Stangl aus dem Bewerb genommen hatte, musste er sich am gestrigen Montag Abend im Semifinale gegen Martin Kova geschlagen geben. Ebenfalls im Semifinale endete auch die großartig ausgefallene erste Turnierwoche des britischen Tour-Neuings Adam Goodsell. Der 19jährige aus Südostengland lieferte im Duell mit Deutschlands Robin Douglas erneut eine Talentprobe ab, verpasste aber am Ende seinen zweiten Finaleinzug mit 3:6 und 2:6 doch deutlich. Ein Bericht von C.L

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Martin Kova kämpft Michael Karner in 2:26 Stunden nieder

Dem Ranglisten-Vierten Martin Kova fehlt nur mehr ein Sieg zum heißersehnten 30. Karriere-Titel. Der 25jährige Wiener hat sich am Montag Abend in seinem siebenten März-Super-4-Halbfinale mühsamst einen der beiden Finalplätze erkämpft. Der 2fache März-Super-4-Champion (2003, 2004) fand in Michael Karner den erwartet schweren Gegner vor und lange Zeit überhaupt nicht zu seinem Spiel. Selbst eine 5:2 Führung im ersten Satz reichte dem ehemaligen Ranglisten-Ersten nicht, Durchgang 1 ging mit 6:7 im Tie-Break verloren. Einen spannenden zweiten Satz sicherte sich Kova mit 6:4, ehe das äußerst fair und freunschaftlich verlaufende Duell im Finish zu einer echten Schlacht ausartete. Kurios dabei, dass der in Insiderkreisen als topfit gehandelte und im bisherigen Turnierverlauf kaum geforderte Kova in der Entscheidung kraftlos über den Court taumelte, während Karner nach drei mörderischen Vorrunden-Auftritten frisch und spritzig wirkte. Eine klare 4:0 Führung stand plötzlich aber dennoch für Kova zu Buche, der mit einer seiner bekannten Bringer-Nummern den eigentlich recht disziplinierten Angriffen seines Gegners trotzte. Nur einmal verlor Karner die Geduld, als er mit drei gewaltsamen Versuchen zum Punkt zu kommen sich Break Nummer 2 samt 0:4 Rückstand einhandelte. Damit war die Partie entschieden, auch wenn Karner im Finish noch auf 3:6 verkürzen konnte. Kova hatte nach exakt 2:26 Stunden zwar den ersten Satz im Verlauf des 14. März-Super-4-Turniers abgegeben, insgesamt aber mit einem Sieg im 455. Einzelmatch seiner Tour-Karriere die Chance auf den 30. Turniersieg seiner großartigen Laufbahn gewahrt. “Ich konnte im dritten Satz nicht mehr laufen. Ich bin froh, dass ich dieses Match gewonnen habe”, zeigte sich der Sieger erleichtert. Sportlich fair zeigte sich auch der unterlegene Michael Karner. “Schade, ein bißchen bin ich enttäuscht, weil das Finale bei diesem Turnier in greifbarer Nähe war. Aber man es gibt hoffentlich ein nächstes Mal, und dann werde ich ihn besiegen. Sein Tennis war heute sehr effektiv, auch wenn es nicht schön anzusehen war”, meinte der Stockerauer März-Super-4-Riesentöter.

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Deutsch-britischer Tour-Gipfel geht in zwei Sätzen an Robin Douglas

Im zweiten Semifinale des März-Super-4-Turniers 2009, dem deutsch-britischen Gipfeltreffen auf Tour-Ebene zwischen Robin Douglas und Adam Goodsell wurde Kovas Finalgegner ermittelt und nach einer Spielzeit von 1:16 Stunden in Person von Robin Douglas gefunden. Der 30jährige setzte sich in einem äußerst attraktiven Match mit 6:3, 6:2 durch, und machte 24 Stunden nach seinem eher mäßigen Viertelfinal-Auftritt gegen die slowakische Nummer 2 Michal Chudy wieder einiges an Renomee gut. Douglas ist und bleibt nicht der geborene Hartplatz-Spezialist, am Montag Abend im Centercourt-Hit mit dem britischen März-First-Series-Finalisten bot “Robinho” aber eine mehr als anständige Leistung. Zwar fiel der Sieg mit nur 5 abgegebenen Games viel zu deutlich aus, verdient war er aber allemal. Der Deutsche wirkte geduldig, konzentriert und war in den entscheidenden Phasen der entschlossenere Spieler. So konnte sich der Ranglisten-Neunte am Ende über seinen 70. Karriere-Einzelsieg, der ihm zugleich die neunte Finalteilnahme seiner Laufbahn bescherte. “Ich habe heute sehr gut gespielt, besser kann ich auf Hartplatz nicht spielen. Gratulation auch an Adam Goodsell. Der Junge ist ganz stark, hat sicher Potential für die Top Ten und kann alle Topspieler schlagen, wenn diese eine schlechten Tag haben”, befand Douglas. “I`m tired”, bekundete derweil der unterlegene Engländer, was angesichts seines absolvierten Monsterprogramms bei seinem Tour-Debüt nicht verwunderlich war. Mit 8 Partien in nur 7 Tagen war die körperliche Belastung in der vergangenen Woche enorm. “Jetzt freue ich mich, dass diese Woche Pause ist, aber beim nächsten Turnier auf Sand werde ich wieder voll angreifen”, so der 19jährige Brite.

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Kova gegen Douglas – das März-Super-4-Finale 2009 mit enormer Brisanz

Während also die Stars der Hobby-Tennis schon in Osterferien sind, müssen die beiden März-Super-4-Finalisten Robin Douglas und Martin Kova am Dienstag Nachmittag noch Überstunden schieben. Das große Finale beim 14. März-Super-4-Turnier 2009 steht auf dem Programm, kein gewöhnliches wie Tour-Insider wissen. Die Brisanz dieses Duells liegt weniger am Umstand, dass der Sieger 100 Champions-Race-Punkte mit nach Hause nimmt, sondern vielmehr an der Tatsache, dass sich Douglas und Kova nicht “grün” sind. Beide halten voneinander “wenig bis gar nichts”, eine gegenseitige Antipathie, deren Ursprung wohl vom Mai 2007 ausgeht. Damals beim zweiten und bislang letzten direkten Duell der beiden Tour-Stars matchten sich Douglas & Kova um den Titel des Mai-Grand-Prix-Siegers. Das Finale endete in einer Farce und mit einem Sieg des Deutschen. Und der finale Showdown heute, beinahe zwei Jahre danach, birgt wieder einigen Zündstoff, geht es doch für beide Spieler um sehr viel. Die ganze Hobby-Tennis-Szene in Wien kennt die Story von Martin Kova und dem scheinbar unerfüllbaren Traum vom 30. Karriere-Turniersieg. Fast 3 Jahre liegt er zurück, der bislang letzte gewonnene Tour-Titel beim April-Grand-Prix 2006. Seither hatte Kova vier vergebliche Anläufe unternommen, den heiß ersehnten Jubiläumssieg einzufahren. Beim Mai-GP 2007 gegen Robin Douglas, beim November Super-4-Turnier 2007 gegen Mario Kiss, beim September-Grand-Prix 2008 gegen Thomas Müller mit 6 vergebenen Matchbällen und beim Oktober-Grand-Prix des Vorjahres gegen Florian Böhm blieb ihm das Happy End versagt. Im fünften Versuch freilich könnte es klappen. Und dafür sprechen einige Faktoren. Zunächst einmal die Statistik. Kova steht zum dritten Mal in einem März-Super-4-Finale, und hat noch nie ein solches verloren. Dazu kommt, dass der 25jährige das erste direkte Duell gegen Douglas – übrigens auch auf Hartplatz – gewonnen hatte. Und da sind wir auch schon beim zweiten Punkt, der für einen Kova-Erfolg spricht. Auf keinem anderen Bodenbelag hat Kova derart große Chancen gegen Douglas wie auf dem eher langsamen Hartplatz im Tennispoint Südstadt. Dort kommt das Spiel des Deutschen nicht so effektiv wie beispielsweise auf Sand oder auch auf Teppich.

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Robin Douglas erwartet im Finale ein ganz schweres Spiel gegen Martin Kova

Ein kleiner, wenn auch nicht so entscheidender Faktor könnte die Routine in Sachen Finalteilnahmen sein. Kova bestreitet am Nachmittag sein 51. Karriere-Finale (bisher 29 Siege bei 21 Niederlagen) und sein 10. Endspiel auf Super-4-Ebene. Kova will also den 30. Karriere-Titel und Revanche für das Mai-GP-Final-Desaster, während Douglas vorallem auf die 100 Champions-Race-Punkte spitz ist. Revanche-Gedanken für die achtelfinale Hartplatz-Niederlage beim September-Grand-Slam-Turnier 2006 gegen seinen heutigen Finalgegner werden in den Überlegungen des Deustchen wohl keine Rolle spielen, den Titel wird der 30jährige aber in jdem Fall gerne abstauben wollen. Denn der letzte Turniererfolg des charismatischen Ranglisten-Neunten liegt ja auch nicht gerade erst seit “gestern zurück”, und datiert viel eher auch schon mehr als eineinhalb Jahre zurück. Douglas gewann im August 2007 den damaligen Skandal-GP, seither scheiterte er zwei Mal am Versuch seinen sechsten Karriere-Titel zu erobern. “Es wird ganz schwer gegen den Kova. Wer den Nenad zu Null nach Hause schickt, der muss gut drauf sein. Sein Spiel liegt mir nicht, aber ich werde alles unternehmen um die 100 Punkte für den Sieg mitnehmen zu können”, zeigte sich Douglas zuversichtlich.

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Claus Lippert, 7. April 2009