November-Challenger mit Kastler-Blackout und einem neuen Indoor-Rekord

War das November-HTT-500-Turnier hinsichtlich der anstehenden Tour-Final-Entscheidungen nur für Markus Kurzemann eine nervenaufreibende Angelegenheit, so stand beim gleichzeitig stattfindenden November-Challenger-Turnier beinahe die gesamte Konkurrenz unter Strom. Für fast alle der 46 Teilnehmer stand an diesem vergangenen Weekend eine Menge auf dem Spiel, immerhin ging und geht es um nicht weniger, als die im letzten Moment noch mögliche Qualifikation für das 2. Challenger-Tour-Final der Open Ära. Dementsprechend ambitioniert und motiviert gingen Baumann & Co in dieses fünfzehnte und letzte Challenger-Saison-Event, das schon vor dem ersten Aufschlag am Freitag Abend durch den gleichzeitigen Startverzicht des beim parallel ausgetragenen November-HTT-500-Turnier im Einsatz befindlichen Titelverteidigers Klaus Stattmann ein neues Siegergesicht sicher hatte. Ehe freilich feststeht, wer als neuer November-Challenger-Champion 2012 die “hall of fame” zieren wird, war ein 41 Matches umfassender Tennis-Marathon nötig, der mit außergewöhnlichen Momenten, kuriosen Aktionen und Rekorden aufwarten konnte. Wer sich nach einem der intensivsten Tennis-Wochenenden des Jahres noch berechtigte Hoffnungen auf den Titel und die damit verbundene letzte Fahrkarte zum am kommenden Freitag startenden Challenger-Tour-Final machen kann, kannst Du im nachfolgenden Bericht von C.L nachlesen.

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Daniel Strezoski mit phantastischem Tour-Debüt in der November-Challenger-Quali, und Donaufelder Kultfigur Karl Ader mit 30. Karriere-Einzelsieg und neuem HTT-Rekord

Um sich überhaupt einmal Hoffnungen machen zu können, via Hauptbewerb des 7. November-Challenger-Turniers 2012 ein Ticket für das nahende Challenger-Tour-Final zu ergattern, war für gleich 18 Mann des umfangreichen und 46 Spieler umfassenden Tableaus, Quali spielen angesagt. Bis zu drei Siege wären möglicher Weise notwendig gewesen, um sich als Qualifikant einen der vier Plätze im Hauptfeld des letzten Challenger-Saison-Events zu sichern. Das Quartett an Glückspilzen der wöchentlichen Quali-Lotterie war diesmal ein buntes “Potpourri” quer durch das HTT-Ranking. Es beinhaltete mit der Donaufelder Kultfigur Karl Ader den ältesten Spieler mit einem Einzelsieg in der Geschichte, mit Daniel Strezoski einen erst 17jährigen hoffnungsvollen Tour-Debütanten, mit Johanna Krivy eine Vertreterin der Damenwelt und mit Rainer Draxler einen der arrivierten Herren, der sich vor drei Jahren im Endspiel des November-Challenger-Turniers mit Eduard Hofmeister duellierte, anno 2012 aber in die Quali verbannt war. Am souveränsten meisterte dabei der Jüngste im Bunde die zwei Runden umfassende Qualifikation. Mit lediglich vier abgegebenen Games und einer beeindruckenden Vorstellung, hatte sich Tour-Neuling Daniel Strezoski seinen Platz im Hauptbewerb mehr als verdient. Lachnit-Bezwinger Manfred Ader wurde von dem frech und frei spielenden Jüngling gar eine Doppel-Null umgehängt, und auch Catalin Ancutici war nach seinem Auftaktsieg vom Freitag Abend – zumindest was das Resultat betrifft – ohne Chance. “Ich war überhaupt nicht nervös, und habe sehr konstant gespielt”, wusste der Tour-Debütant aus Favoriten um die Gründe seiner souveränen Qualifikation. Das November-Challenger im UTC La Ville war an diesem Wochenende aber auch ein Turnier, das wieder einmal für so manchen Rekord verantwortlich zeichnete. So trug sich Karl Ader erneut in die Rekordbücher der Hobby-Tennis-Tour ein, und der rüstige Donaufeld-Star tat dies wie immer mit jeder Menge Charme & Esprit. Gegen Russlands Boris Macheev, entgegen ersten Recherchen doch verwandt mit dem ehemaligen Challenger-Star Robert Macheev, der beim März-Challenger-Turnier 2007 übrigens für den ersten russischen Turniersieg der Geschichte sorgte, feierte Ader nicht nur den 30. Einzelsieg seiner Karriere, sondern er ist mit 69,5 Jahren auch wieder der älteste Spieler, der je ein Match auf der Hobby-Tennis-Tour für sich entschied. Der Kantersieg über den Serben Milan Stojkov war dann nur noch Draufgabe, und ebnete dem Oldie den Einzug in den Hauptbewerb.

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Alexandra Schrötter und Jens Gudenus sorgen in der Quali zum November-Challenger-Turnier für das längste Hallen-Match der Tour-Geschichte und mit 3:48 Stunden für einen neuen Indoor-Rekord

Apropos Rekorde: Die Qualifikation zum letzten Challenger-Event des Jahres hatte noch eine weitere Bestleistung zu bieten. Terra-Rossa-Lady Alexandra Schrötter und Top-100-Mann Jens Gudenus sind seit Samstag Nachmittag 17:21 Uhr gemeinsame Rekordhalter in Sachen “längstes Indoor-Match” der Open Ära. Drei Stunden und achtundvierzig Minuten lang duellierten sich die beiden Challenger-Stars, womit der “battle of sexes” ganze 5 Minuten länger dauerte, als der bisherige Rekord für das längste Hallen-Match der Geschichte. Und den hielten die Herren Markus Altsinger und Andreas Mayer, die am 14. Februar 2009 im Achtelfinale des Februar-HTT-250-Turniers im Tennispoint Vienna 3:43 Stunden lang um den Sieg kämpften. Doch Schrötter & Gudenus “pulverisierten” diesen alten Rekord, auch wenn sie ihn letztlich nur um “zarte” 300 Sekunden oder die berühmten 5 Minuten überboten. Um sich die Dauer dieses “Marathons der Geschlechter” besser vor Augen führen zu können, macht man am besten einen Blick auf das Geschehen des Nachbar-Courts, wo zur gleichen Zeit beinahe ein halbes Tagesprogramm des zweiten Spieltages abgewickelt worden war. Fast zur selben Zeit wie Schrötter und Gudenus betraten nämlich TK Big Point Muckendorf-Teenie Katahrina Bieder und TC Hrubesch-Lady Johanna Krivy den Nebenplatz. Und obwohl der “Debütantinnen-Auftritt” zwischen Bieder und Krivy auch über drei Sätze ging, und bei 34 ausgespielten Games sogar eines mehr zu bieten hatte als das Rekord-Paar, waren die beiden Ladies nach 2:15 Stunden durch. Danach spazierte Tour-Neuling Sebastian Fisar bei seinem Debüt in Runde 1 des November-HTT-500-Turniers in einer schwachen Dreiviertelstunde gegen Martin Kova ins Achtelfinale, und auch die Anfangsphase im NÖ-Jugend-Derby zwischen Patrick Joksch und Albert Wanka lief bereits, als sich Schrötter und Gudenus nach drei kraftraubenden und intensiven Sätzen am Netz zum Shakehands trafen, und sich gegenseitig zu einer unglaublichen Leistung gratulierten. Die gewaltige körperliche Höchst-Performance, die die beiden Challenger-Asse ablieferten war wirklich beeindruckend und aller Ehren wert. Über die spielerische Darbietung gingen die Meinungen der beobachtenden Mitkonkurrenten freilich auseinander. Ob das, was der “Gender-Fight” an spielerischen Höhepunkten zu bieten hatte, großartig, vielleicht nur ansprechend oder gar enttäuschend war, darüber schieden sich die Geister. Für die beiden Akteure war es – no na – das Spiel ihres Lebens! Eben erst aus einem intensiven und 228 Minuten dauernden Schlagabtausch gekommen, musste die Einschätzung des gerade Erlebten, logischer Weise subjektiv ausfallen. “Das war mein bislang längstes je bestrittenes Tennismatch und der mit Abstand schönste Sieg meiner Karriere”, befand der Sieger, und auch die unterlegene Terra-Rossa-Lady zeigte sich voll zufrieden. “Wenn meine Rückhand wie meine Vorhand funktioniert hätte, dann hätte es nicht so lange gedauert”, mutmaßte die 43jährige. Papa Schrötter sprach nach der vollbrachten Energieleistung von einer wirklich tadellosen Vorstellung seiner Tochter, doch die draußen mit dem stetigen Blick Richtung 8er-Court postierten Mitspieler, sahen den Challenger-Marathon weniger rosig. Vielleicht auch weil sie warten mussten, rief der über weite Phasen nicht sehr temporeich geführte Geschlechter-Kampf keine Begeisterungsstürme im Publikum hervor.

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Jens Gudenus mit Pyrrhussieg in der Quali, Karl Ader schrammt nach vergebenem Matchball gegen Martin Haslinger am Achtelfinale vorbei, und Daniel Strezoski muss auch erst im Achtelfinale das Feld räumen

Für Jens Gudenus war es überdies ein Pyrrhussieg, war er doch eine Runde später im nächsten “battle of sexes” zur zweiten Quali-Runde ein sowas von streichfähiges Opfer. Der 29jährige zahlte in seinem zweiten Auftritt definitiv auch die Zeche für insgesamt vier vergebene Matchbälle im Duell davor gegen Alexandra Schrötter. Bei 5:4 und 6:5 im zweiten Satz hätte Gudenus den Sack zumachen können, und dann vielleicht noch die nötigen “Körner” gehabt, um auch Tour-Newcomerin Johanna Krivy aus dem Bewerb zu werfen. Doch die 38jährige vom TC Hrubesch ließ sich die Chance auf einen Platz im Hauptfeld nicht entgehen, und schaffte wie schon in der ersten Quali-Runde das Kunststück, sich mit gewonnenem Tie-Break siegreich in Szene zu setzen. Den vierten und letzten via Quali erreichbaren Platz im Hauptfeld eroberte Rainer Draxler. Der Terra-Rossa-Star stand wie schon erwähnt 2009 im Endspiel dieses seit 2006 im Tourkalender etablierten Events, und musste sich damals knapp seinem Vereinskollegen Eduard Hofmeister geschlagen geben. Knapp waren auch die beiden Draxler-Auftritte in der 2012er-Quali. Denn nachdem der 29jährige schon am Freitag Abend Mühe hatte, Tour-Neuling Markus Maier in drei Sätzen am Aufstieg zu hindern, musste er auch am Samstag im Duell mit Freund und Trainingspartner Günther Leitner Überstunden schieben, ehe der 4:6, 6:2, 6:3 Erfolg unter Dach und Fach gebracht war. Mit mäßigem Erfolg ging für das siegreiche Qualifikanten-Quartett in der Folge die erste Runde des November-Challenger-Hauptbewerbs über die Bühne. Rainer Draxler musste sich September-Challenger-Finalist Rudolf Ronovsky mit 4:6, 4:6 geschlagen geben, und Johanna Krivy war beim 5:7, 3:6 gegen Terra-Rossa-Spieler Lucas Rydl nur im ersten Satz ergebnistechnisch dabei. Anders sah die Sache hingegen bei Karl Ader aus, der trotz Niederlage seinen Platz im Hauptbewerb voll rechtfertigte. Der 69jährige Super-Oldie forderte in einem abwechslunsgreichen und phasenweise recht guten Generationen-Duell den 55 Jahre jüngeren Martin Haslinger, ehe er sich auf Augenhöhe duellierend doch noch knapp geschlagen geben musste. Ein völlig verkorkster Tie-Break brachte Ader um die Früchte seiner Arbeit, die der routinierte Fast-Siebziger eigentlich schon viel früher hätte ernten müssen. Immerhin führte das Donaufelder Urgestein im dritten und entscheidenden Satz bereits mit 5:2, ließ bei 5:4 obendrein noch einen Matchball aus, ehe er dem Jüngling aus Hollabrunn den Vortritt ins Achtelfinale überlassen musste. “Ich bin schon sehr traurig”, urteilte Ader nach dem verloren gegangenen 60. Single-Match seiner HTT-Karriere. Für den einzigen Sieg eines Qualifikanten im Hauptbewerb dieses Wochenendes sorgte indes Jungstar Daniel Strezoski. Der Auftritt des 17jährigen aus dem 10 . Wiener Hieb imponierte. Frei von der Leber, engagiert, motivert und bemüht Druck zu machen, deklassierte der Debütant vom City & Country Sportclub in Runde 1 Clemens Lederbauer mit 6:0, 6:1 und durfte als Belohnung im Achtelfinale gegen Lucas Rydl in sein bereits viertes Match an diesem Wochenende ran. Dort ging dem Junior vielleicht auch ein wenig die Kraft aus, und womöglich hielt auch die Konzentration noch nicht für ein 4-matchiges Tour-Abenteuer-Debüt. Wie dem auch sei, spielerisch versprach der Premieren-Auftritt des 17jährigen einiges für die Zukunft. “Das Turnier war cool, und ich kann mit meiner Leistung zufrieden sein”, bilanzierte Strezoski nach der 6:4, 3:6, 1:6 Niederlage im Achtelfinale des 7. November-Challenger-Turniers gegen Terra-Rossa-Spieler Lucas Rydl.

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TK Big Point Muckendorf-Star Bernhard Kapeller schlägt nach dem topgesetzten Peter Baumann auch Challenger-Saison-Dominator Stani Perepelkin und beendet obendrein die 11 Spiele andauernde Siegesserie der russischen Nummer 1

Im Hauptbewerb sorgten aber freilich andere Herrschaften für die Highlights des Challenger-Wochenendes. Ob es im Nachhinein gesehen magische Momente waren, wird wohl erst der weitere Turnierverlauf zeigen, in jedem Fall aber haben sich vier Herren am späten Sonntag Abend in eine – zumindest vorübergehend – brillante Ausgangsposition in Sachen Titelgewinn gebracht. Ein Turniersieg – der wie wir alle wissen – noch ein ganz spezielles Nachspiel hätte. Wer am Mittwoch Abend die Trophäe des Champions aus den Händen von Tour-Veranstalter Claus Lippert in Empfang nehmen darf, kann sich obendrein auch noch über einen Startplatz beim großen und mit Spannung erwarteten Challenger-Tour-Final freuen. Dort warten auf den Gewinner tolle Preise, wie ein Gratisjahr auf der Hobby-Tennis-Tour und ein Ausrüstervertrag bzw. Warengutschein von Tour-Sponsor Babolat. Ein heißer Kandidat für eine Teilnahme an diesem Saison-Abschluss-Event der Challenger-Stars ist seit Sonntag Nachmittag Bernhard Kapeller. Dem erst 15jährigen aus St. Andrä Wördern gelang nach seinem sehenswerten und Schlagzeilen erzeugenden Auftakt-Erfolg über den topgesetzten Peter Baumann am Sonntag Nachmittag das nächste Husarenstück. Immerhin kippte der Baumann-Bezwinger im Viertelfinale mit Russlands Nummer 1 Stanislav Perepelkin den Saison-Dominator auf Challenger-Ebene aus dem Bewerb, und beendete obendrein auch die beeindruckende Siegesserie des 29jährigen Moskowiters. Nach seinen Erfolgen über Michael Pichler und Reinhard Paizoni war “Stani” bereits seit 11 Spielen ungeschlagen, ehe den 3fachen Challenger-Saison-Champion just im 130. Match seiner Karriere das Aus ereilte. Perepelkins Siegesserie war also gerissen, doch mit drei Turniersiegen im Jahr 2012 kann man da schon recht locker über eine Niederlage hinwegblicken. Erst recht, weil dieser viertelfinale Ausrutscher gegen Kapeller im Hinblick auf das Tour-Final doch einiges an Druck vom erfolgreichsten russischen Tour-Spieler der Geschichte nehmen wird.

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Alexander “Dready” Kastler sorgt im Viertelfinale des November-Challenger-Turniers gegen Fritz Pliemitscher in Führung liegend für das Kuriosum des Wochenendes

Der Gegner von Jungstar Bernhard Kapeller im Semifinale des 7. November-Challenger-Turniers wird am Montag Abend Fritz Pliemitscher sein. Der 47jährige ist mit 6 Challenger-Karriere-Titeln noch immer der erfolgreichste Challenger-Akteur der Open Ära, und wieder einmal im Rennen um einen Tour-Erfolg. Wobei Pliemitschers Auftritt noch viele Fragen offen ließ, wie weit es in diesem letzten Challenger-Turnier des Jahres wirklich gehen kann. Der mühevoll errungene Erfolg im Achtelfinale gegen einen müde und abgekämpften Martin Haslinger erzeugte nicht gerade Glanz & Glamour, und hievte den Routinier auch nicht unbedingt in die Rolle des Topfavoriten. Einem flott loslegenden Ader-Bezwinger gelang ein fulminant erspieltes 6:1 im ersten Durchgang, ehe er den Strapazen des zweieinhalb Stunden dauernden Generationen-Duells mit Ader Tribut zollen musste. Pliemitscher machte sich diesen Umstand im Stile eines Routiniers mit der Erfahrung von 130 Tour-Matches zu Nutze, und spielte die Achtelfinal-Partie trocken mit 6:2, 6:3 nach Hause. Verärgert war derweil Martin Haslinger, der sich ein bißchen über die Art Tennis zu spielen seines Gegners echauffierte. “Nach dem ersten Satz kam jeder Ball nur noch meterhoch über das Netz geflogen”, ärgerte sich der Junior aus Hollabrunn, während Pliemitscher im Viertelfinale zu einem weiteren – diesmal freilich höchst kuriosen – Sieg kam. Rasta-Locke Alexander Kastler war an diesem Wochenende ausgezogen, um sich am letzten Abdruck für das Challenger-Tour-Final zu qualifizieren. Von Fachleuten und Mitspielern mit prächtigen Chancen auf den Titelgewinn und mit massigst Vorschuss-Lorbeeren ausgestattet, hatte der sich der Jungstar vom TC Top Serve bis ins Viertelfinale keine Blöße gegeben. Ganz im Gegenteil, schienen doch diesmal endlich die Nerven zu halten, und der Nummer 96 im aktuellen HTT-Computer-Ranking, Serve & Volley im richtigen Moment den lange ersehnten Erfolg zu bescheren. Die Nummer 4 des Turniers Sascha Kobsik hatte der Kastler-Junior schon in Runde 1 aus dem Weg geräumt, und auch Tour-Neuling Richard Rainer konnte trotz optisch ganz gefälliger Vorstellung dem Rasta-Man nicht Paroli bieten. Doch dann überrachte “Dready-Alex” mit einer verrückten Aktion, die am Tag danach für riesige Verwunderung im Circuit sorgte. Was war geschehen? Der 20jährige hatte sich nach langer Wartezeit aufgemacht, um im Viertelfinale Fritz Pliemitscher aus dem Feld zu schlagen. Was auch zu gelingen schien, ging Durchgang 1 doch mit 7:5 an den Top-Server aus Simmering. Bei 1:1 im zweiten Satz überkam es Kastler aber plötzlich, schien ihm der zu treibende Aufwand  – um die nicht aufgeben wollende Kampfmaschine auf der anderen Seite des Netzes zu besiegen – doch zu groß, und so entschloss er sich von einem Moment auf den anderen, das – zumindest ergebnistechnisch gut laufende – Viertelfinal-Match und das Unternehmen “Challenger-Tour-Final” aufzugeben. “Das ist vergeudete Zeit und kein Tennis. Da fahre ich lieber heim zur Freundin”, soll Alex seinem verdutzten Gegner beim Shakehands mitgeteilt haben. Schade, denn Kastler hätte es dieser Tage wirklich drauf gehabt, den ersten Single-Titel seiner Karriere zu holen, und das damit verbundene Challenger-Tour-Final-Ticket zu lösen.

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Asiens Nummer 1 Bernard Cabildo avanciert immer mehr zum Topfavoriten auf den Titelgewinn beim November-Challenger-Turnier und trifft nun auf Thomas “Leffe” Löffelmann, der den als zu stark befundenen “gallischen Hahn” Sebastien Grange im Viertelfinale rupft

Das Halbfinale der unteren Rasterhälfte beim 7. November-Challenger-Turnier bestreiten übrigens Bernard Cabildo und Thomas Löffelmann. Die Nummer 1 der Philippinen hinterließ am vergangenen Wochenende einen ganz starken Eindruck, und mauserte sich auch in Insider-Kreisen mit seinen Leistungen zum Topfavoriten auf den Titel im La-Ville. Der 37jährige montierte im Achtelfinale am Samstag Abend den von vielen Experten als eigentlichen Favoriten gehandelten Gerald Marhold in dessen 179. Karriere-Single mit 6:2, 6:4 ab, ehe er im Viertelfinale auch mit Lucas Rydl beim 6:2, 6:1 Erfolg kurzen Prozess machte. “Der Bernard ist für mich der absolute Favorit. Er ist in der Halle wie daheim, spielt er doch sogar im Sommer auf Teppich”, urteilte Tour-Senior Karl Ader. Einen echten semifinalen Prüfstein für die asiatische Nummer 1 der Hobby-Tennis-Tour orteten einige Mitspieler im französischen Tour-Debütanten Sebastien Grange. Die ersten Opfer des “gallischen Hahnes” Mario Ferrari und Rudolf Ronovsky befanden “Monsieur Grange” uniso als viel zu stark für die Challenger-Tour. Doch dann rupfte im Viertelfinale ausgerechnet Pratsch-Bezwinger Thomas Löffelmann den gallischen Hahn, womit die “Vive la France”-Jubelarien verklungen waren und die Panikmache auf französisch ein Ende hatte. “Merci beaucoup Monsieur Löffelmann”. Wie überhaupt der 33jährige ein prächtiges letztes Challenger-Saison-Turnier spielt. Der weitaus höher eingeschätzten Nummer 2 des Turniers Thomas Pratsch vor dem Challenger-Tour-Final einen in zwei Sätzen ausgefallenen Rückschlag erteilt, und im Viertelfinale Frankreichs neue Tour-Hoffnung Sebastien Grange mittels gewonnenen Tie-Break im ersten Satz vorentscheidend in die Knie gezwungen, so wahrte “Leffe” seine Chancen auf einen Startplatz beim Challenger-Tour-Final.

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