Regen am 3. Spieltag sorgt neuerlich für Probleme

Kein Turnier der Hobby-Tennis-Tour ohne Regen im Jahr 2006. Diese ärgerliche Bilanz bleibt auch nach dem 4. Saisonturnier im Freien bestehen. Das ungeliebte Nass von oben sorgte am dritten Spieltag des Mai-Grand-Slam-Turniers 2006 für Probleme. Heftiger Niederschlag in der Nacht auf Samstag und der ein oder andere Schauer am Vormittag sorgten dafür, dass Tag 3 beim “French Open der Hobbytennisspieler” erst mit dreistündiger Verspätung in Szene gehen konnte. Das Wichtigste von Tag 3 zusammengefasst von C.L

Italien-Juli-Turniere_05_1279.jpg

Mit Svatek ist der nächste Gesetzte raus

Gleich im Eröffnungsspiel des dritten Tages am Centercourt erwischte es nach Christoph Foitik den nächsten Gesetzten. Juli-Without-Top-Ten-Sieger Philipp Svatek, hier an Nummer 4 gereiht, musste im Schlagerspiel gegen den bulgarischen Mai-Super-4-Finalisten Svetlin Stoyanov mit 6:7, 3:6 eine aus seiner Sicht unnötige Auftaktniederlage hinnehmen. “Das war absolut unnötig. Ich habe versucht mit Slice zum Erfolg zu kommen. Dabei hätte ich mein Spiel durchziehen müssen”, ärgerte sich Svatek nach seinem missglückten Mai-Grand-Slam-Debüt. “Svatek hat sich im zweiten Satz selbst besiegt. Ich habe zu Beginn gar nicht so schlecht gespielt. Im zweiten Satz war mein Tennis wahrscheinlich nicht schön anzusehen, dafür aber sehr effektiv”, freute sich Stoyanov über sein gelöstes Achtelfinal-Ticket.

Italien-Juli-Turniere_05_1289.jpg

Altsinger und Liu mit souveränen Leistungen im Achtelfinale

Die beiden anderen am dritten Spieltag im Einsatz befindlichen Gesetzten entledigten sich hingegen souverän ihrer Auftaktgegner. Die Nummer 3 des Turniers Markus Altsinger legte im ersten Match seines 25. Turnierstarts gegen Walter Posteiner wie aus der Pistole geschossen los und sicherte sich Satz 1 mit 6:1. Danach kam der Altsinger-Express etwas ins Schleudern, und Posteiner besser in Fahrt. Dennoch rettete sich der 18jährige mittels Tie-Break gegen einer immer müder werdenden Gegner ins Achtelfinale. Die Nummer 5 des Mai-Grand-Slam-Turniers Tashi Liu hat nach zwei Erstrundenniederlagen in Folge seine Negativserie ausgerechnet beim größten Saisonturnier beendet. Der Asiate siegte in seinem 170. Karriere-Match gegen Future-Tour-Star Matthias Lohr überraschend klar mit 6:3, 6:2. Überraschend deshalb, weil Lohr in der ersten Runde immerhin den polnischen Routinier Robert Piatek in zwei Sätzen ausschalten konnte, und Liu selbst am vergangenen Donnerstag in der Meisterschaft eine katastrophale Vorstellung ablieferte. Doch der 28jährige steigerte sich im richtigen Moment gewaltig, und freute sich bei seinem 6. Mai-Grand-Slam-Antreten über den deutlichen Sieg. “Es geht wieder aufwärts. Der Lohr spielt schon verdammt gut. Da müssen wir aufpassen, da kommt einiges auf uns zu. Sein Problem ist momentan noch die mangelnde Größe. Das habe ich heute ausgenützt”, versuchte Liu seinen Sieg zu erklären.

Italien-Juli-Turniere_05_1343.jpg

Ainberger will von Karriere-Titel Nr. 20 nichts wissen

Souverän die Runde der letzten 16 hat auch Roman Ainberger erreicht. Der Mai-Grand-Slam-Sieger von 1997 feierte im Erstrunden-Duell mit Günther Glatzl seinen 5. Einzelsieg in Folge beim Sand-Grand-Slam. Den 20. Karriere-Titel hat der November-GP-Sieger aber nicht im Visier. “Das kommt zu früh für mich. Über Turniersiege brauchen wir momentan nicht sprechen. Dazu fehlt mir die nötige Fitness. Aber ich würde mich über ein Match gegen Bernhard Nagl sehr freuen”, blickte der ehemalige Ranglisten-Erste schon in Richtung Sonntag. Davor muss sich Nagl aber erst einmal in seinem Auftaktmatch mit Alexander Udovc behaupten. Udovc sicherte sich mit einem hart umkämpften Dreisatzerfolg über Ermin Dzafic den Platz für das Duell mit Nagl. 4:6, 7:6, 6:2 lautete der Endstand im durch Regen unterbrochenen Mega-Fight. Danach meinte Udovc auf seine Leistung und seinen 15. Karriere-Einzelsieg angesprochen “es ist ja Grand-Slam-Zeit”, und Dzafic äußerte seine Enttäuschung mit dem Ausspruch “Ich habe es ja schon immer gesagt, ich bin für diese Tour zu schwach”. Absoluter Blödsinn natürlich, wenngleich seine Mai-Grand-Slam-Bilanz in der Tat nicht sehr berauschend ist. Weiter als ins Achtelfinale (2001) kam der Mai-Super-4-Viertelfinalist noch nie. Beim 40. Turnierstart musste sich Ermin auch im Doppel in Runde 1 verabschieden. Mit Freund Armin Zadic war im Duell mit den beiden “Wimbledonfinalisten von 2005” Bernhard Nagl und Christopher Scharrach nichts zu holen.

Mersich sorgt für Tollhaus

Genauso wie auch für Christian Mersich in seinem Zweitrundenmatch mit Johann Krammer nichts zu gewinnen war. Das 0:6, 3:6 Aus des charismatischen “Mr. Bullshit” war dennoch der große Renner des dritten Spieltages auf Court Nr. 12. Quasi auf den Hinterhof der Tennisanlage verbannt, machte der lautstark agierende Mersich, den Nebenplatz in Minuten zum Hexenkessel und Tollhaus. Mehr Zuseher als zur selben Zeit am Centercourt sorgten für eine Superstimmung die den Wiener zu einer Superleistung trieben. Drei Games und jede Menge Szenenapplaus zog Mersich gegen Krammer an Land. “Vielleicht hätte ich noch das ein oder andere Game gewinnen können, doch insgesamt bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden”.

Italien-Juli-Turniere_05_1330.jpg

Claus Lippert, 28.Mai 2006