Martin Kova auf der Jagd nach einem Fototermin mit Roger Federer

Tag 2 auf der Insel, wo sie in ihren Autos “links” durch die Gegend fahren, meist über schlechtes Wetter klagen, und wo sie auf ihre traditionelle “tea time” stolz sind. Typisches, kurioses und klischeehaftes für Großbritannien halt, aber was sich die Engländer da zum Frühstück teilweise “reinwerfen”, läßt manchen Mitteleuropäer mit dem Kopf schütteln. “Baked Beans”, warme weiße Bohnen in Tomatensauce, können wir in einem der Töpfe am reichhaltigen Frühstücksbuffet erspähen, da brauchts schon einen Sau-Magen in aller Herrgottsfrüh. “Good morning London”, und damit sind wir schon beim Thema. Es war eine kurze Nacht von Montag auf Dienstag, eine sehr kurze sogar. Um 05:30 Uhr morgens ging es zu Bett, und weil Martin Kova auf seinem Tablet PC aus Versehen auf das Umstellen von kontinentaler auf britische Zeit vergaß, “heulte” der Weckruf statt wie geplant um 08:30 Uhr schon eine ganze Stunde früher. Zwei Stunden Schlaf, was soll’s, statt sich noch einmal umzudrehen, beschließt man frühstücken zu gehen, immerhin logiert man dieser Tage ja in einem 5-Sterne-Tempel, und da ist man schon gespannt, was das Buffet so zu bieten hat. Was der restliche zweite Tag bei den ATP-World-Tour-Finals in London noch so zu bieten hatte, kannst Du im nachfolgenden Bericht von C.L nachlesen. Viele weitere Fotos der Hobby-Tennis-Tour beim Masters in London findest Du auf unserer Facebook-Seite.

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Kovas Backwaren-Attacke und viel “Speeeeeeck”

Wir treffen den 30fachen Turniersieger der Hobby-Tennis-Tour Martin Kova beim Frühstück, und wie er sich im hintersten Eck des prunkvollen Frühstück-Saales des Marriott-Hotels für den anstehenden Tag zu stärken versucht. Insider und aufmerksame Leser der gestrigen ersten Reportage aus London wissen ja bereits, wie und in welchem Umfang der 29jährige seine Mahlzeiten einzunehmen pflegt. “Viel” muss es sein, und so ist zwischen Abendessen vom gestrigen Montag und dem morgendlichen Frühstück “mengenmäßig” nicht viel Unterschied auszumachen. “Süss” ist es halt, was sich Kova früh morgens an Backwaren aller Art so gönnt, während sein Tisch-Nachbar mehr auf die rustikale morgendliche Schlemmer-Einheit baut, und sich richtig viel “Speeeeeeck” servieren läßt. Beim Verzehr der britischen Köstlichkeiten kommen die beiden HTT-Vertreter drauf, dass man ob des Umstandes, im Spielerhotel des ATP World Tour Finals zu logieren, diesem auch mit entsprechenden Fotos der ATP-Stars gerecht werden müsste. Gut und schön sind Schnappschüsse der weltbesten Tennisspieler, wie sie auf dem Centercourt der O2-Arena in Greenwich ihrer Arbeit nachgehen, aber Erinnerungsgehalt oder gar Sammlerwert haben solche Bilder nicht. Vorallem Martin Kova möchte sich mit den Königen des Tennissports abbilden lassen, und so beschließt das Duo, den zweiten Tennistag in London beim ATP-Masters unter das Motto “Jagd nach Promi-Fotos” mit den Top-Stars der kleinen gelben Filzkugel zu stellen. Und damit legen Kova und Lippert, der hinter der Kamera und immer mit dem Auge nach den Topstars agiert, auch sofort los. Kaum hat man den Frühstücksraum verlassen, läuft uns auch schon der erste der Top 8 dieser Tennis-Welt über den Weg, womit Kovas sein ohnehin schon kulinarisch süss ausgefallener Morgen, jetzt so richtig “versüsst” wird.

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Kovas morgendlichtes Treffen mit den Stars der ATP-Tour

Es handelt sich um die tschechische Nummer 6 der Welt, den 27jährigen Tomas Berdych, der auf Bitten bereitwillig mit Kova posiert und in die Kamera lächelt. Wenig später läuft auch Berdychs Landsmann Radek Stepanek zum Frühstück, aus Kova-Sicht jetzt zwar nicht der große “Heuler”, aber wer weiß schon, was man überhaupt noch an Berühmtheiten des Tennissports vor die Linse bekommt. Nun, einige Minuten später, schlendert eine dieser echten ganz großen Berühmtheiten der Tennis-Szene und Größe der Tennis-Geschichte in Richtung Foyer des 5-Sterne-Luxushauses. Ältere Leser und Kenner des Tennissports werden ihn sogar als einen der allergrößten Tennisspieler der Geschichte bezeichnen. Die Rede ist von Ivan Lendl, der binnen Minuten das “tschechische” HTT-Foto-Album nach und mit Berdych & Stepanek komplettiert. 94 Turniere hat Lendl in seiner famosen Karriere gewonnen, darunter 8 Grand-Slams und 5 Mal das Vorgänger-Turnier des ATP-World-Tour-Finals, das ATP-Masters. Und wer sich im Tennis halbwegs gut auskennt der weiß, dass die 270wöchige Ex-Nummer 1 gegen Ende letzten Jahres auch die Trainer-Tätigkeit bei Englands Volksheld Andy Murray übernommen hat. Wer weiß, vielleicht ist der schottische US-Champion und Olympiasieger aus Dunblane dann ja auch in der Nähe, nur glauben mag man es ob der Ausnahmestellung die Murray in Sachen Pobularität “auf der Insel” derzeit genießt, eher nicht. Wie man sich täuschen kann, denn nur wenigen Minuten nach seinem Coach, erscheint auch Murray auf der Bildfläche, und das bis dahin beste und wertvollste Foto ist rasch im Kasten.

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Kova überläßt Berdych das Autogramme schreiben

Von den indischen Doppel-Spielern die gerade den Aufzug verlassen, will Kova hingegen kein Foto, für ihn zählen nur die Top 8 im Single. Dennoch sorgen die asiatischen Exoten für Aufmerksamkeit. Immerhin beobachtet man, wie ein Hotel-Angesteller einen Heizstrahler neben den beiden Doppel-Assen aus dem Aufzug schleppt. Kein Wunder, werden die Wärme gewöhnten Inder in der vergangenen – bitter kalten – Londoner-Nacht ordentlich gefröstelt haben. Doch für Scherze bleibt keine Zeit, weil mit einem Schlag auch der frischgebackene Paris-Bercy-Gewinner David Ferrer aus Spanien aus einem der drei Aufzüge steigt. Nach einem Besuch von Pool und Fitness-Studio – wohlgemerkt nur zu Begutachtung – ist es aber höchste Zeit, den Boots-Shuttle an der Themse zu erreichen, um pünktlich in der O2 erscheinen zu können. Ein “sonniges” Erinnerungsfoto mit “Big Ben” geschossen, geht es dann mit Tomas Berdych und Richard Gasquet an Bord in Richtung Halle. Vorbei am Banken-Zentrum und alten Werften, erreichen wir schließlich den – wie schon gestern berichtet – größten Kuppelbau dieser Erde, der bis einschließlich kommenden Montag, die Besten der Tennis-Zunft quasi beheimatet. Wir werden vom Boot aus abgeholt, und mit einem ATP-Fahrzeug Richtung Halle “gekarrt”. Der Weg zum Auto verläuft freilich kurios, weil wir auf Spieler- und Verantwortlichen-Seite den Pier entlang laufen, während auf der anderen Seite durch eine Absperrung getrennt die ersten Autogramm-Sammler mit Stift & Papier lauern. Nein lieber Martin Kova, du hast zwar auf der Hobby-Tennis-Tour 30 Turniere gewonnen, aber du kannst getrost weitergehen, und das Autogramme-Schreiben dem Tschechen Tomas Berdych überlassen. Wir ziehen weiter, stehen dann am Eingang der O2-Arena, wo wir merken, welche Unterschiede so eine Akkreditierung um den Hals baumelnd letztlich ausmacht. Denn während sich noch die Massen am Eingang “artig” anstellen und sich strengen Kontrollen stellen, schlendern wir gemütlich und nach einem netten “thank you” eines auf unseren VIP-Pass schauenden Ordners, durch einen seperaten Eingang.

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Dienstag ist Roger Federer-Tag in der O2-Arena zu London

Drinnen in der O2-Arena verschlägt es uns gleich einmal in die im dritten Stock wunderschön und stylisch angelegte VIP-Lounge, die obendrein einen gigantischen Blick auf den Centercourt freigibt. Dort sehen wir zunächst das indische Duo Mahesh Bhupathi und Rohan Bopanna wieder, und im Champions-Tie-Break 10:12 verlieren. Doch eigentlich wartet die ganze Halle nur auf den ersten Auftritt der schweizer Tennislegende Roger Federer. Ihn vorzustellen wäre wie “Eulen nach Athen tragen”, der frenetische Beifall von stehenden Zusehern verrät selbst den allergrößten Tennis-Laien, dass hier gerade ein ganz großer Champion und der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten den Centercourt betritt. Schade, dass sein erster Auftritt beim ATP-World-Tour-Final nur 69 Minuten dauert, aber der Schweizer rast einfach in Windeseile zu seinem 40. Masters-Einzelsieg, womit er übrigens den morgens fotographierten Ivan Lendl in dieser Statistik überholte. Nicht nur darum war heute großer Roger-Federer-Tag in der Halle. Kaum ein Tennispieler hat mehr Fans, und hier in London in der O2-Arena scheinen es noch um viele mehr zu sein. Selbst die Briten jubeln und johlen immer dann auf, wenn die “Stimme der Halle” seinen Namen in irgendeinem Zusammenhang erwähnt. Unheimlich viele Federer-Fans aus seinem Heimatland sind auch vor Ort, und sie feiern ihr Idol, wie Fußball-Fans. Mit lautstarken Fan-Gesängen ziehen sie durch das riesige O2-Gelände, und die Aufmerksamkeit der restlichen Besucher auf sich. Immer wieder bleiben Menschen stehen, um ein Foto oder Video mit der Schweizer Fan-Garde zu schießen. Sie tanzen, sie singen und sie jubeln über ihr Idol, und jubeln über ein Foto mit dem Tennis-Superstar würde auch Martin Kova. Doch woher ein Roger-Foto nehmen, wemn nicht stehlen, oder wenn dir der gut bewachte Branchen-Primus eben nicht so einfach über den Weg laufen will. Dann ist guter Rat teuer, und Improvisation gefragt. Drei Rogers helfen aus, falls es nichts mit dem Original vor unserer Linse werden sollte.

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Kova trifft Tsonga und die Nummer 1 der Welt Novak Djokovic, nur das Rendezvous mit König Roger Federer will nicht zustande kommen

Die Day-Session war also vorüber, die anstehende Night-Session noch nicht angebrochen, und so wartete man im VIP-Restaurant bei “Tee & Cola” – drei Mal dürft ihr raten, wer was getrunken hat – darauf, dass sich die Töpfe für das Abendessen füllen würden. Das im VIP-Bereich nach einer Pause erst um 17:30 Uhr wieder warme Küche angeboten wird, darüber wird Martin Kova am Ende seiner Reise äußerst glücklich sein. Denn anstatt richtig “VIEL” Abendessen, bekam Kova richtig “viel” Prominenz neben sich – zwecks Ablichtung – gestellt. Und weil das VIP-Restaurant praktisch neben dem VIP-Ausgang in Richtung Boots-Shuttle-Dienst auf der Themse liegt, mussten die Stars des ATP-World-Tour-Finals quasi hautnah an uns vorbei. Der französische Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga machte den Anfang, ehe Kova plötzlich der Nummer 1 der Tenniswelt gegenüberstand. Der serbische Ausnahmekönner Novak Djokovic – ob einer Ehrung am Centercourt zur Nummer 1 am Jahresende – in feinstem Zwirn gekleidet, lachte genauso in die Kamera des HTT-Veranstalters, wie wenig später sein Landsmann Janko Tipsarevic. Nur mit diesem Roger Federer wollte einach kein Treffen zustande kommen. Der wird wohl längst im Hotel sein, mutmaßte Kova. Und weil auch das Essen noch auf sich warten ließ, blieb man am “blauen” Teppich des Foyers, auf dem Claus Lippert derweil Mary-Joe Fernandez entdeckte. Die mittlerweile 41jährige “doppelte” Olympiasiegerin im Doppel, war dem tennisinteressierten Kova zwar vom Namen her ein Begriff, nur Gesicht hatte er keines zu dieser Person. Und so fühlte sich Kova in diesem Moment eher auf den Arm genommen. Genauso als Lippert ihm wenig später erzählt, dass die lange Zeit neben Fernandez und mit dem Rücken zu uns stehende Dame die Ehefrau von Roger Federer wäre. “Hör auf mich zu verarschen, die sieht im Fernsehen ganz anders aus”, ermahnte Kova seine “Fotographen”, und erkannte nicht die Zeichen, dass eine im Foyer wartende Mirka Vavrinec, oder besser gesagt Mirka-Federer-Vavrinec das Indiz ist, dass der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte noch in der O2 sein müsste.

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Und dann kommt er doch noch – Tennis-Legende Roger Federer

Lippert hingegen hatte den Fotoapparat längst “scharf gemacht”, denn ihm war nicht entgangen, dass neben der wartenden Ehefrau richtig Bewegung in die Szenerie gekommen war. Zwei recht opulent und kräftig gebaute Herren – im Wiener Volkschargon auch Cornettos genannt, gekleidet in schwarzen modischen Maßanzügen und mit Headset im Ohr, liefen mit einem Mal nervös durch den VIP-Schlauch. Und dann kam er, der Grund für diese plötzliche Nervosität. Roger Federer, die längste Nummer 1 der Tennis-Geschichte und lebende Legende aus der Schweiz, kam mit einem Tross an Begleitern, Bewachern und was weiß ich noch alles den Flur entlang. Ganz artig fragte Martin Kova beim Superstar um ein Foto an. Roger willigte ein, bat allerdings um einen Schnappschuss im “Laufen”. Na gut soll sein dachte sich Kova, Hauptsache ich habe endlich mein Bild mit dem Tennis-Gott. Danach schmeckte dem Glückskind das feine Abendessen umso besser. Das butterweiche Putenfleisch zerging fast auf der Zunge, und zum Nachtisch wurde am Dienstag Abend ein kühler Schoko-Nougat-Traum serviert, gefolgt von exzellent schmeckender Erdbeer-Creme. Ein tolles Dreisatz-Match zwischen David Ferrer und Juan-Martin Del-Potro – beobachtet in der komfortabel eingerichteten VIP-Lounge, machte den Tennistag in der O2 zu London schließlich perfekt, ehe man sich spät Abends wieder mit dem Boots-Shuttle auf der Themse in Richtung Marriott-Hotel bringen ließ. Diesmal mit an Bord: Die indische und mittlerweile bereits 39 Jahre alte Doppel-Legende Leander Paes, dazu sein Partner Radek Stepanek, und der ehemalige spanische Weltklasse-Spieler Alex Corretja, der 1998 Tennis-Weltmeister wurde, und auch den Daviscup für sein Heimatland erobern konnte. Apropos erobern: Martin Kova hat nach seiner anstrengenden Jagd nach Promi-Fotos – mit Ausnahme von Juan Martin Del Potro hat er mit allen ATP-World-Tour-Stars erfolgreich posiert – wieder recht rasch sein Bett erobert, und ist längst ins Land der Träume entflohen. Gut möglich, dass er diese Nacht von Roger Federer träumen wird, bzw. davon, ob er denn nun mit dem Original vor der Kamera stand, oder als Albtraum getarnt nur mit den drei maskierten Roger-Fans. Auch ich wünsche euch eine gute Nacht aus London, und hoffe ihr hattet wieder ein bißchen Freude am Lesen der News von der Insel! Goodbye sagt euer C.L

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