Die HTT bei den ATP World Tour Finals in London

Es ist ja ganz nett, wenn man sich die Herren Bemelmans, Young, Levine oder Malisse beim Training im UTC La Ville aus nächster Nähe ansehen kann, und es ist auch ganz schön, wenn man sich das ATP-Tennis-Turnier in der Wiener Stadthalle mit einigen namhafteren Akteuren im Circuit zu Gemüte führt. Aber das was hobbytennistour.at am gestrigen Montag vorgeführt bekam, war eine ganz, ganz andere und sensationelle Dimension. Die HTT bzw. deren Veranstalter ist zu Gast bei den ATP World Tour Finals in London, dabei Augenzeuge einer sensationellen Mischung aus Sport & Show geworden, und vor Begeisterung nicht aus dem Staunen gekommen. Liebe HTT-Fans: Ich sag euch das eine! Das ist nicht fassbar, und muss man einmal live miterlebt haben! Tour-Veranstalter Claus Lippert hat aber nicht nur einen unvergesslichen Tag beim ATP-Masters erlebt, sondern für Euch liebe Hobby-Tennis-Tour-Spieler versucht, einen Blick “Backstage” zu machen. Ein Bericht vom 1. Spieltag beim ATP World Tour Final in London von C.L

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Nebel in London verhindert pünktlichen Abflug zum ATP-World-Tour-Final, und dann streikt auch noch die U-Bahn

Es ist Montag morgens 03:45 Uhr, als der Handy-Wecker des Veranstalters klingelt, und einen Tag der Superlative “einläutet”. Was werden wir anziehen, ist die Frage in aller Herrgottsfrüh, und darum ist der erste Griff jener zur Fernbedienung, um die Teletextseite 602 aufzurufen. Angenehme 10 Grad für Wien, doch der Blick auf London läßt gleich beim Aufstehen nichts Gutes erahnen. Nebel und 0 Grad herrschen in Englands Hauptstadt, zwei Wetterfaktoren, die zwei Stunden später für ein erstes verkehrstechnisches Ärgernis sorgen. Das Warten auf den für 06:45 avisierten Abflug nach London, wird plötzlich durch eine nette Stimme aus dem Lautsprecher unterbrochen, und die verkündet eine Verschiebung des Starts auf 08:00 Uhr. Egal, wir sitzen in der Abflugs-Lounge ganz bequem, und immerhin warten wir ja nicht auf einem Amt oder beim Arzt, sondern auf den Flug zur größten Tennis-Show der Welt. Da lohnt es sich doch gewiss, sich in 75 Minuten Geduld zu üben. Knapp nach 10:15 Uhr landet unsere Austrian Airlines-Maschine dann auf Europas größtem Flughafen in London-Heathrow. Der Nebel hatte sich verzogen, Englands Hauptstadt begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein, doch der Warterei an diesem Vormittag noch nicht genug, “schwächelte” Londons U-Bahn vom Flughafen hinein in die City ausgerechnet bei unserer Fahrt. Also lassen wir auf unserem heißersehnten Treffen mit den ATP-World-Tour-Finals weitere 45 Minuten liegen. Bevor wir die “berühmte 02-Arena” aber besuchen, heißt es noch “ab ins Hotel”, wo wir den Turnierdirektor der Erste Bank Open Herwig Straka treffen. Wobei einen Moment bitte: Allein das Betreten des Hotels ist nochmals eine kurze Nebenerwähnung wert. Denn es handelt sich bei unserem Hotel nicht um irgendeine Unterkunft oder gar billige Absteige, sondern um das Marriott, einen 5 Sterne Luxustempel in Kensington am Ufer der Themse. ATP-Schilder wohin man auch blickt, belegen: Hier wohnen in der Woche vom 5. bis 12. November 2012 nicht nur die beiden unbedeutenden Wiener von der HTT, sondern auch Roger Federer, Novak Djokovic & Co. Schon beim Betreten des Hotels wird einem bewusst, das ist eine besondere Adresse. Die Koffer werden einem quasi aus den Händen gerissen, und so hat man diese dann frei, um sie staunend vors Gesicht zu schlagen.

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Mit sensationellen Akkreditierungen hinein in die O2-Arena zu London

Im Foyer wartet bereits erwähnter Herwig Straka, seinerseits Turnier-Direktor der Erste Bank Open in Wien, und übergibt uns zwei Akkreditierungen, die unseren Aufenthalt in London beim ATP-Masters noch unglaublicher machen sollten. Um unseren Hals baumeln Pässe, die uns in der O2-Arena quasi allen Türen öffnen. VIP-Plätze, VIP-Loge, VIP-Restaurant, Players-Lounge, ja und selbst für den eigenen ATP-Shuttle-Dienst auf der Themse bekommen wir eine Akkreditierung. 6 Stationen mit der U-Bahn zurück gelegt, erreichen wir Greenwich. Schon in der Station dreht sich alles um die ATP-World Tour Finals, und da vorallem auch um den britischen Lokal-Hero Andy Murray. Lebensgroß lacht er von den Rolltreppen, die uns hinauf ans Tageslicht führen. Und da liegt sie dann plötzlich vor uns, die weltberühmte O2-Arena London. Dieser mit 365 Metern Durchmesser und bis zu 52 Meter hohe Prachtbau, ist der größte einzeln stehende Baukörper Großbritanniens und der größte Kuppelbau der Welt. James Bond stürzte einst in “Die Welt ist nicht genug” auf das Dach der O2, wo am frühen Montag Nachmittag des 5. November 2012 Elite-Einheiten patroullieren, und damit die Wichtigkeit dieses Events belegen. Von Außen sieht sie gewaltig aus die O2, aber den Eindruck den man von ihr bekommt, wenn man die elektronischen Sicherheitsvorkehrung durchschritten hat, die sind eigentlich nicht in Worte zu fassen.

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Von einem gigantischen Centercourt, einem sensationllen VIP-Club und einem pickfeinen VIP-Restaurant

Unglaublich, man hat das Gefühl, unsere Stadthalle könnte man da mehrmals reinpacken. Das Foyer unüberschaubar und riesengroß, Stände wohin das Auge reicht, eine eigene Fußgängerzone, ein Kino-Center, keine Ahnung ob wir überhaupt alles an diesem ersten Tag gesehen haben. Egal, denn jetzt interessieren wir uns als echte Tennis-Fans ohnehin nur mehr für den Centercourt. Und als wir die Halle betreten sind wir erenut überwältigt. 16.500 Zuseher fasst dieses Stadion, das zum Auftakt mit dem Doppel Mirnyi-Nestor gegen Lindstedt-Tecau schon ganz gut gefüllt ist, wohlgemerkt an einem Wochentag um 13:30 Uhr. Rund geht es dann, als der Liebling der Massen mit Nebel, Fanfaren und ohrenbetäubendem Jubel von den britischen Fans empfangen wird. Da sitzen wir bereits in der VIP-Loge und genießen einen atemberaubenden Blick auf das Geschehen. Unser Ex-Wimbledonsieger der HTT Michael Kunz hätte hier seine “helle Freude”. It all ends here, so lautet das Motto des ATP-World-Tour-Finals, als wir “Kunzis” Lieblingsbier vom heurigen Kitzbühler Tennisturnier erspähen. Andy Murray hat mittlerweile seine Auftakt-Partie der Gruppenphase gegen Tomas Berdych nach Anfangsschwierigkeiten und zur Freude der britischen Fans gedreht und in drei Sätzen gewonnen, als uns der Hunger packt, und direkt ins VIP-Restaurent führt. Während die Besucher der “Day-Session” die O2-Arena verlassen müssen, passieren wir mit unseren VIP-Pässen problemlos jede Kontrolle. Und die sind hier in Englands Hauptstadt beim Tennis-Event des Jahres höchst umfangreich.

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Small-Talk mit Kitzbühel Turnierdirektor Alex Antonitsch

Feinste Leckereien, Delikatessen von der Insel, oder darf es doch was Kontinentales aus dem Kochtopf sein, bei Martin Kova scheints egal zu sein, Hauptsache “Viel” kommt auf den Teller. Der Verdauungs-Spaziergang führt uns zu Top-Sitzplätzen, die uns die phantastische Atmosphäre die rund um die ATP-Stars hier herrscht, noch intensiver erleben läßt. Alleine der Einmarsch der Gladiatoren, deren Ankündigung durch einen inbrünstigen Moderator, und die ohrenbetäubende und zugleich Gänsehaut erzeugende Ton- und Lichtanlage, machen den Auftritt von Federer & Co zu einem Ausnahme-Erlebnis. Wir sehen gerade die Bryan-Brothers, und wie das beste Doppel-Paar der Welt, gegen das toll spielende und vorallem kämpfende spanische Daviscup-Doppel Granollers-Lopez im Champions-Tie-Break mit 9:11 verliert. Und plötzlich ein “Hallo was machts du da und wie geht es dir”! Auf einmal steht der Turnierdirektor des ATP-Turniers in Kitzbühel Alexander Antonisch neben uns. Ein kurzer Small-Talk, und dann herrscht wieder Gänsehaut-Feeling, als der Stadionsprecher die beiden Helden der Nightsession ankündigt. Novak Djokovic und Jo-Wilfried Tsonga, liefern sich vorallem im ersten Satz ein grandioses Match. Den zweiten Durchgang erleben wir wieder direkt aus der VIP-Launge bei kühlen Getränken in stets von freundlichem Personal nachgefüllten Gläsern.

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Die Heimfahrt über die nächtliche Themse

Ein grandioser Tennistag neigt sich langsam zu Ende! Ein Tag, der Eindrücke ohne Ende vermittelte, und selbst bei der Heimreise ins Hotel noch einige Highlights zu bieten hatte. Beim Verlassen der Halle laufen wir am BBC-TC-Studio vorbei, wo Annabel Croft und Boris Becker für das britische Fernsehen analysieren. Vorbei am VIP-Restaurant und nach dem Vorzeigen unserer “Themse-Boot-Shuttle-Karte” besteigen wir einen Kleinbus, der uns schließlich ans Ufer der Themse chauffiert. Dort fahren wir auf der nächtlichen Themse vorbei an hell beleuchteten Sehenswürdigkeiten wie dem Londoner Bankenviertel, unter der Tower-Bridge hindurch, ehe wir gegenüber dem Palace of Westminster und Big Ben anlegen. Übrigens: Der große Benjamin oder auch “the voice auf britain” also die Stimme Britanniens im Volksmund genannt, läutet auch gerade als dieser Bericht des nächstens entsteht. Und noch ein Übrigens: Mohamed Lahyani, einer der weltbesten Stuhlschiedsrichter aus Schweden ist mit uns “im Boot” auf der Themse, genauso wie Alex Antonitsch und Guy Forget, dem ehemaligen französischen und in Marokko geborenen Weltklassespieler, der auch als französischer Daviscup-Kapitän fungiert, und seit heuer auch die Funktion des Turnierdirektors beim Masters-Series-Turnier Paris-Bercy bekleidet.

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Martin Kova – Glücksritter bei Gewinnspielen aller Art

Nach Mitternacht fällt übrigens jener Mann hundsmüde ins Bett, der dieses Märchen mit seinem Unfassbaren Glück bei Gewinnspielen möglich machte. Die Rede ist von Martin Kova, der dieses Tennis-Erlebnis der Extraklasse beim Stadthallen-Turnier in Wien gewann. Nicht sein erster Gewinn. Schon mit zwei Monaten (und das ist kein Scherz), hat Klein-Martin in Windelhosen liegend, bereits sein erstes Gewinnspiel gewonnen. Kodak-Filme schauten damals raus, später kamen 1000 Euro Reisegutscheine, immer wieder kleinere Gewinne dazu.  Und selbst auf der HTT langte das Glückskind bekanntlicher Weise einmal zu. Im Sommer 2008 war es Martin Kova, der im Wimbledon der HTT ein unter allen Zusehern verlostes Gratis-Jahr auf der HTT gewann. Tja und dieses Glückskind schlief bereits, als dieser Artikel im nächtlichen London entstand. Ich hoffe Ihr habt einen kleinen Einblick bekommen, was sich hier bei den ATP-World-Tour-Finals abspielt, und hattet auch ein wenig Spaß beim Lesen. Ich bin jetzt exakt 24 Stunden durchgehend munter, und auch reif für das 5-Serne-Bettchen! Bis zum nächsten Mal aus London, ein herzliches “goodbye” von C.L

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