Februar-Without-The-Best-Auftakt am Freitag dem 13ten

Mit fünf teils recht klaren Zweisatzsiegen und einem kleinen Mini-Skandal ist am gestrigen Abend das zweite Without-The-Best-Turnier des Jahres in Szene gegangen. Am ominösen Freitag dem 13., der kein Tag für abergläubische Menschen ist und auch keiner für die beiden zum Auftakt agierenden Second-Series-Asse war. Khandroo und Tauschmann zahlten mit nur zwei gewonnenen Games jede Menge Lehrgeld. Nicht viel besser erging es arrivierten Spielern wie Martin Mayerhofer oder Christoph Kramer, die als erste Opfer der unteren Horror-Hälfte des Februar-Without-The-Best-Rasters zu beklagen sind. Und dann war da ja auch noch ein gewisser Peter Wenitzky, der für einen kleinen Skandal zum “Freitag dem 13.” sorgte. Ein Bericht von C.L

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Peter Wenitzky sorgt durch sein Fernbleiben für einen Skandal am Eröffnungstag

Es ist 20:33 Uhr, als beim Veranstalter der Hobby-Tennis-Tour das Handy läutet. Second-Series-Star Peter Wenitzky kündigt dabei ein kleine 10minütige Verspätung für sein Erstrunden-Duell mit Michael Müllner an. Kein Problem, immerhin matchen sich zu dieser Zeit noch Jänner-WTB-Sieger Stefan Schaaf und Christoph Kramer in einer Neuauflage des Jänner-WTB-Finales am 4er-Court des Tennispoint Vienna. Doch eine Stunde später, Schaaf und Kramer hatten gerade ihr Erstrunden-Duell beendet, betrat Michael Müllner alleine den Platz. Von Peter Wenitzky weit und breit keine Spur. Am Handy nicht zu erreichen, Funkstille auch per SMS, der im Volksglauben als Unglückstag gehandelte Freitag der 13., hatte seinen Skandal. Um 22:07 ließ Wenitzky per Handy-Anruf dann die Aufklärung folgen. Bei einem Schnapsturnier wäre er bis ins Semifinale gekommen. Gratulation, doch beim Februar-Without-The-Best-Turnier handelte sich der 19jährige das “Bummerl zum Tag” ein.

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Stefan Schaaf schlägt Christoph Kramer und ist seit 6 WTB-Spielen ungeschlagen

Die “perfekte Hand” und den “siegreichen Stich” hat am ersten Spieltag des Februar-Without-The-Best-Turniers hingegen wieder einmal Stefan Schaaf ausgespielt. Der 31jährige gewann am Abend eines der beiden Eröffnungsspiele gegen Christoph Kramer mit 6:1, 6:2, und feierte damit bereits seinen sechsten Einzelsieg auf WTB-Ebene in Serie. Im Schlagerspiel der ersten Runde zwischen der Nummer 1 des Turniers und dem favorisierten Tour-Newcomer blieb das ganz große Tennis freilich aus. Weil Schaaf in gewohnter Manier alle Register an der Grundlinie zog, und Kramer von seiner Vorjahresform noch immer weit entfernt agiert. Viel rascher als erwartet, und womöglich auch viel früher als erhofft, bekam Kramer also die Möglichkeit zur Revanche für das verlorene Jänner-WTB-Finale. Doch die Neuauflage dieses Endspiels, das zweite Duell binnen dreieinhalb Wochen bescherte neuerlich dem “Edelschupfer” einen vollen Erfolg. “Der Christoph hat zu meiner Überraschung mit alten langsamen Bällen gespielt. Das war angenehm für mich, irgendwie fast so wie auf Sand. Das war sein Fehler”, wollte Schaaf die Gründe für den zweiten klaren Erfolg über Kramer im zweiten Aufeinandertreffen wissen. “”Ich habe mich seit langer Zeit wieder einmal topfit und körperlich gut gefühlt. Aber mein derzeitiges Pech will sich einfach nicht verabschieden. Irgendwie läuft es noch nicht so richtig nach Wunsch. Ich bringe im Moment keinen Druck auf den Ball”, fiel hingegen Kramers nüchterne Analyse aus. Ernüchternd ist seit Freitag Abend auch Kramers persönliche Februar-Without-Bilanz. Beim dritten Antreten die dritte Niederlage kassiert, und nach seinem 2007er-Aus gegen Martin Bölzlbauer und dem Vorjahres-Auftakt-Crash gegen Andreas Mayer wartet der 26jährige zudem noch immer auf den ersten Satzgewinn im Rahmen des Februar-WTB-Turniers. Kein Wunder, dass Kramer da erstmals nach vielen Jahren eines seiner Rackets so richtig ordentlich krachen ließ.

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Second-Series-Asse Khandroo und Tauschmann erleben “schwarzen Freitag”

Zu einem rabenschwarzen Auftritt wurde dieser gestrige Freitag Abend auch für die beiden im Einsatz befindlichen Second-Series-Asse Patrick Khandroo und Christian Tauschmann. Khandroo`s dritte Erstrundenniederlage in Folge, die fünfte in dieser Saison, wurde gleichzeitig auch die bislang bitterste Startpleite 2009. Nach knapp mehr als einer halben Stunde war Khandroo am Centercourt von November-Second-Series-Finalist Gerald Marhold mit einer Doppel-Null abgefertigt und in die brutale Tour-Realität geschossen worden. “Der Gerald war zwei Klassen stärker als ich. Schon nach dem zweiten Game wusste ich, dass in dieser Partie für mich nichts zuholen ist”, urteilte ein resignierend wirkender Khandroo. Eine grundsätzlich korrekte Einschätzung, bei der der 19jährige freilich einen ganz wichtigen Punkt vergessen hatte. Nämlich die eigene Leistung. Nun gut, Khandroo hätte an diesem Abend nie und nimmer den für Donaustadt Meisterschaft spielenden Marhold geschlagen, doch eine “längere Gnadenfrist” wäre allemal drin gewesen. Ohne der nötigen Beinarbeit und ohne dem Glauben an sich selbst, war das Debakel im Rekordtempo eine logische Konsequenz. 15 Minuten länger und zwei Games mehr am Konto, der Februar-WTB-Auftritt von Khandroo-Freund Christian Tauschmann fiel kaum besser aus. Zwar ließ der 17jährige im Geschlechterduell gegen Victoria Otto im Gegensatz zu Khandroo Kampfgeit und Einsatzbereitschaft erkennen, Tauschmanns gewohnte Tugenden reichten allerdings gegen die einzige Dame im Feld nicht aus. Die Wahl-Wienerin und ehemalige Jugend-Nummer 4 von Bayern machte ohne zu glänzen kurze Prozess mit Tauschmann und krallte sich ihr Achtelfinal-Ticket im Schongang mit 6:1, 6:1. “Ich hoffe, morgen im Achtelfinale besser spielen zu können als heute”, lautete Otto`s Kurz-Kommentar nach ihrem Auftaktsieg.

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David Hühne sorgt mit 6:3, 6:1 über Mayerhofer für zweiten deutschen Tagessieg

Für einen zweiten deutschen Einzelsieg neben Victoria Otto sorgte am Eröffnungstag Oktober-Without-Top-Ten-Sieger David Hühne. Vier Tage nach seinem Halbfinal-Debakel beim Februar-GP-Turnier gegen Andreas Harbarth, zeigte sich die deutsche Nummer 2 zurück in der Erfolgsspur und beim 6:3, 6:1 Erstrundensieg über Martin Mayerhofer in gewohnter Stärke. Mächtig Druck machte Hühne von Beginn an, und schoss sich so auch ein wenig den Frust vom letzten Dienstag von der Seele. “Das Match gegen den Harbarth ist längst vergessen. Dennoch ist es immer schwer in ein Turnier zu starten. Vorallem an einem Freitag Abend ist das für mich ganz schwierig”, war Hühne über den glatten Auftakterfolg gegen Mayerhofer glücklich. “Mein Ziel ist jetzt das Semifnale”, gab der 28jährige die Parole für die kommenden Tage aus. Und im Halbfinale war Hühne ja auch im Vorjahr, womit wichtige Punkte für die Entry-List zu verteidigen sind. Weniger gut läuft es hingegen derzeit für Martin Mayerhofer. Nach seinem phantastischen Start in die Saison, wo der 21jährige beim Jänner-GP-Turnier bis ins Viertelfinale stürmte und Hoffnungen auf einen höchst erfolgreichen Saison-Beginn aufkommen ließ, setzte es danach nur mehr konstante Rückschläge. Zwei Auftaktpleiten und der krankheitsbedingte Ausfall beim Jänner-Grand-Slam, Mayerhofer ist das Glück im Augenblick alles andere als holt. “Ich bin gar nicht so überrascht ob des Resultats. Es ist so gekommen wie ich es erwartet habe. Mit seinem druckvollen Spiel bin ich nicht klar gekommen. Ich war von Beginn weg in der Defensive”, meinte der unterlegene Mayerhofer.

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Andreas Böhm – Bezwinger von Hobiger und der nächste Kärntner der für Furore sorgt

Auch ohne den erst in einer Woche beim Februar-Super-4 in den Circuit zurückkehrenden Olympiasieger Christoph Mayer, haben die Kärntner Hobby-Tennis-Stars am ersten Spieltag des Februar-Without-The-Best-Turniers für Aufsehen und einen vollen Erfolg gesorgt. Die neueste Wunderwaffe aus dem scheinbar unerschöpflichen Reservoir an Tennisspielern aus dem Süden Österreichs heißt Andreas Böhm. Der 25jährige aus Villach krönte sein Tour-Debüt am Freitag Abend mit einem souveränen 6:4, 6:3 Erfolg über Februar-First-Series-Sieger Markus Hobiger, und erreichte so das eigentlich von seinem Gegner anvisierte Achtelfinale. Aufmerksamen Lesern unserer Seite wird nicht entgangen sein, dass dieser Andreas Böhm auf der Tour nur ein “halber Neuling” ist. Zwar feierte er am Freitag Abend sein Debüt bei einem offiziellen Turnier der Hobby-Tennis-Tour, im Einsatz war der Kärntner Newcomer freilich schon im vergangenen Sommer einmal. Bei Olympia sorgte der Villacher im Schatten von “Mayer & Geiger” immerhin für einen Erstrundensieg über Christoph Kramer, ehe in Runde 2 Martin Kova die olympischen Edelmetall-Ambitionen des 25jährigen stoppte. “Es war eine durchwachsene Leistung. Ich habe mir schwer getan, vorallem mit mir selber. Und der Hobiger ist ein fester Kämpfer. Jetzt bin ich froh, dass der morgige Tag spielfrei ist”, zeigte sich Böhm zufrieden. Weniger glücklich saß derweil Markus Hobiger im Kreise seiner Tour-Kollegen. Ein doppelt bitterer Abend neigte sich für “Hobi” dem Ende entgegen. Das 4:6, 3:6 schmerzte gewaltig, und bei einem Blick auf den Raster noch eine Spur mehr. “Natürlich ist die Niederlage ärgerlich, weil ich mit Ausnahme von Böhm eine Super-Auslosung hatte. Für mich hat der Andreas in der oberen Rasterhälfte keinen Gegner mehr”, meinte Hobiger. Zudem gehen dem 31jährigen Guntramsdorfer durch das im Vorjahr erreichte Achtelfinale wichtige Entry-List-Punkte verloren. Wichtig vorallem deshalb, weil es in der Rangliste für den Niederösterreicher in den kommenden Wochen nicht leichter wird. Die Titelverteidigung beim Februar-First-Series-Turnier steht an, und damit eine riesig schwierige Aufgabe. “Dennoch: Die erfolgreiche Titelverteidigung beim Frist-Series-Turnier bleibt das Ziel”, gibt sich Hobiger gewohnt kämpferisch.

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Claus Lippert, 14. Februar 2009