Pater oder Marhold Wer wird 30. Turniersieger 2008?

Seit gestern Abend exakt 22:05 Uhr steht es fest. Mit dem Halbfinal-Aus von August-Second-Series-Champion Thomas Peyerl bekommt die Hobby-Tennis-Tour auch im letzten Turnier des Jahres noch einen neuen Sieger. In einer an verschiedenen Turniersiegern so reichen Saison wie heuer, passt es perfekt ins Bild, dass auch noch der finale Abschluss mit einem weiteren neuen Siegergesicht, dem 22sten im Jahr 2008 aufwarten kann. Und was könnte die bislang ausgeglichenste Saison der 19jährigen Hobby-Tennis-Tour-Geschichte besser dokumentieren als der Umstand, dass es im heute Abend zu Ende gehenden 46. und letzten Saisonturnier mit dem 30. Gewinner ein echt sensationelles Jubiläum zu feiern gibt. Der glückliche Jubilar wird entweder Mixed-Olympia-Sieger Karl Pater sein, der am Montag Abend im Semifnale Thoma Peyerl glatt in zwei Sätzen ausschalten konnte, oder Tour-Newcomer Gerald Marhold, der auch im vierten Single seines Tour-Debüts ohne Satzverlust blieb. Ein Bericht von C.L

Italien-Juli-Turniere_05_16938.jpg

Karl Pater greift nach Halbfinalsieg über Thomas Peyerl nach seinem 1. Tour-Titel

Siebeneinhalb Monate nach dem Debüt-Erfolg von Tamara Pater könnte Papa Karl am heutigen Abend seiner damals siegreichen Tochter in die Siegerlisten der Hobby-Tennis-Tour nachfolgen. Ende April sicherte sich die spätere 3fach-Olympiasiegerin bei der April-Ausgabe den ersten Second-Series-Titel der Freiluftsaison, und sorgte als erste weibliche Turniersiegerin der Geschichte für eine Sensation. Mehr als sieben Monate später könnte Karl Pater mit dem Gewinn des letzten Second-Series-Titels im Jahr 2008 die Erfolgsgeschichte rund um den Ottakringer-Tennisclan perfekt abrunden. Der 48jährige ließ im Semifinale der unteren November-Second-Series-Rasterhälfte gegen Thomas Peyerl nichts anbrennen, und erreichte mit einem 6:2, 6:2 Erfolg erstmals in seiner Karriere ein Finale auf der Hobby-Tennis-Tour. Mit seiner gewohnten Performance fixierte der Routinier von WAT Ottakring den vierten Sieg an diesem zweiten Advent-Wochenende ohne Satzverlust. Übersicht und gefälliges druckvolles Winkelspiel reichten im Duell mit August-Second-Series-Sieger Thomas Peyerl vollauf aus, um im Rennen um den Titel zu bleiben. Da fielen letztlich auch verhärtete Waden nach einem morgentlichen 10km-Lauf nicht ins Gewicht. Von der Konkurrenz schon zu Beginn an in die absolute Favoritenrolle gedrängt, kann Pater dieser nun am heutigen Abend gerecht werden. “So gut war das heute nicht. Für das Finale muss ich mich sicher steigern”, meinte der Mixed-Olympiasieger. Für Thomas Peyerl endete das letzte Saisonturnier hingegen so wie im Vorjahr bereits im Halbfinale. “Schade, ich wollte unbedingt noch den Peter Wenitzky im Entry-Ranking überholen”, erklärte der 24jährige, der im kommenden Jahr voll angreifen möchte, davor aber in eine wohlverdiente Winterpause gehen wird. Gegen Pater absolvierte “Tom” sein 55. Saisonmatch, und das 25. Hallen-Single 2008, womit der August-Second-Series-Sieger zu den absoluten Vielspielern des Jahres zählt.

Italien-Juli-Turniere_05_16937.jpg

Andreas Stockerer freut sich über verfrühtes Weihnachtsgeschenk, und Gerald Marhold über seinen Finaleinzug beim Tour-Debüt

Nach seinem laut eigener Meinung “schlechtesten Match im Verlauf des Turniers” trotzdem souveräner Sieger in zwei Sätzen und damit ins November-Second-Series-Finale eingezogen, Gerald Marhold meldete am Montag Abend im Halbfinale gegen Andreas Stockerer neuerlich ganz eindrucksvoll seine Anwartschaft auf den Titel beim letzten Saison-Event an. Der 30jährige hat nach einem 6:3, 6:1 Erfolg in der Vorschluss-Runde weiter die Chance, als 8. Spieler im Jahr 2008 gleich beim Debüt zu Titelehren zu kommen. “Dafür werde ich aber besser spielen müssen als heute. Ich habe den Karl Pater schon beobaachtet. Er spielt sehr flach und sehr schnell. Heute hatte ich teilweise mit dem ersten Aufschlag meines Gegners Probleme. Mit meiner Leistung bin ich diesmal nicht zufrieden, aber ich stehe zumindest im Finale”, resümierte der Newcomer. Ein ungewohnter Spieltermin, jede Menge Respekt vor einem spielstarken Gegner, und die spürbare Müdigkeit nach einem intensiven Tennis-Wochenende, für Prinz-Bezwinger Andreas Stockerer kamen im ersten Semifinale gegen Gerald Marhold einfach zu viele negative Dinge zusammen um womöglich doch die große Sensation mit dem Finaleinzug zu schaffen. Egal, es war trotzdem ein phantastisches Wochenende für den 25jährigen. Mit drei Einzelsiegen in 48 Stunden, mit dem ersten Halbfinale abseits der Tour-Jugend-Ebene und mit einer wirklich guten Leistung, wusste Stockerer zu überzeugen. Vorallem aber war der seit 1997 auf der Tour spielende Second-Series-Star nach langer Zeit wieder einmal mit richtig viel Spaß bei der Sache. Das merkte man in jeder seiner vier Partien. Und mit dieser neu gewonnenen Freude soll im nächsten Jahr der große Coup gelingen. “Für die kommende Saison nehme ich mir den Gewinn eines Second-Series-Turniers zum Ziel”, erklärte der 25jährige. “Das ich heute gegen den Marhold verlieren werde war mir schon vorher klar. Aber ich bin mit dem Turnier natürlich sehr glücklich. Das Semifinale zu erreichen, ist wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für mich”, so Stockerer.

Italien-Juli-Turniere_05_16936.jpg

Claus Lippert, 8. Dezember 2008