Wagner und Stoyanov qualifizieren sich für das Halbfinale

Für Tour-Jungstar Christoph Wagner scheint es derzeit auf der Hobby-Tennis-Tour keinen Gegner zu geben. Der 15jährige Ranglistenerste setzte sich am Montag Nachmittag im Semifinale des Mai-Super-4-Turniers gegen Christoph Foitik souverän mit 6:1, 6:2 durch, und erreichte somit sein 4. Super-4-Finale in Folge. Gegner am heutigen Abend wird der bulgarische Tourneueinsteiger Svetlin Stoyanov sein, der im zweiten Semifinale gegen Alexander Udovc mit 6:0, 6:4 erfolgreich blieb. Ein Bericht von den beiden Halbfinali von C.L

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Foitik trotz Halbfinaleinzug unzufrieden

Er ist seit mittlerweile 16 Super-4-Partien in Serie ungeschlagen, auf Sand auch schon 8 Matches ohne Niederlage und insgesamt seit 7 Spielen unbesiegt. Der Ranglistenerste Christoph Wagner beherrscht derzeit die Tour-Szene in eindrucksvoller Art und Weise. Den vorerst letzten Akt seiner momentanen Vormachtstellung demonstrierte der 3fache Super-4-Champion im Halbfinale gegen Oktober-Without-Top-Ten-Sieger Christoph Foitik. Nach knapp 50 Minuten war Foitik immerhin die aktuelle Nummer 9 der Tour von seinen Finalträumen befreit und vom atemberaubenden Powertennis des 15jährigen beeindruckt. “Ich habe heute zwar sehr schlecht gespielt, doch selbst in Bestform hätte ich gegen Wagner niemals gewonnen. Er macht sehr viel Druck und spielt äußerst genau. Bei mir funktioniert seit dem Dzafic-Match der Aufwurf beim Service nicht mehr”, zeigte sich der 27jährige nach der ersten Sandplatzniederlage nach 8 Siegen en suite selbstkritisch. Trotzdem könnte Foitik nach seinem besten Saisonresultat zufrieden bilanzieren, doch selbst der erste Halbfinaleinzug seit November letzten Jahres scheint beim 2fachen Without-Top-Ten-Sieger wenig zu zählen. “Das ich hier unter den letzten Vier stand, war einzig und allein der Auslosung zu verdanken. Ich habe auch schon in den Runden vor dem Semifinale schlecht gespielt”. Für Wagner hingegen war nach der nächsten Galavorstellung klarer Weise die Tenniswelt in Ordnung. “Es war ganz ok heute. Mir sind viele gute Schläge gelungen. Am Ende war es einfacher als erwartet”.

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Stoyanov schlägt auch mit 40 % Leistung Alexander Udovc im Halbfinale

Im zweiten Semifinale des Mai-Super-4-Turniers 2006 kam es zum Duell der Überraschungsmänner. Svetlin Stoyanov und Alexander Udovc, zwei Namen mit denen man vor Turnierbeginn nicht gerechnet hatte. Doch beide Mai-Super-4-Debütanten steigerten sich im Verlauf des Bewerbes kontinuierlich, so auch im Spiel um das zweite Finalticket neben Wagner. Zwar startete vor allem Udovc eher zag- und fehlerhaft in sein erstes Super-4-Halbfinale, doch der zweite Durchgang brachte dann ein von zwei engagiert und groß aufspielenden Akteuren gestaltetes hochklassiges Match. Das bessere Finish legte dann wieder der bulgarische Newcomer hin, um schließlich mit 6:0, 6:4 gleich bei seiner Tour-Premiere ins Finale einzuziehen. Dementsprechend locker präsentierte er sich dann nach seinem 4. Sieg beim Mai-Super-4-Turnier, auch wenn er noch nicht vollends zufrieden mit seinem Spiel scheint. “Ich kann derzeit maximal 40 Prozent meines Leistungsvermögens ausspielen. Mir fehlt einfach das Training. Ich muss in dieser Hinsicht in der nächsten Zeit mehr machen”, urteilte der Vladkov-Freund. Und angesprochen auf die große Unsicherheit der Konkurrenz ob er im Verlauf des Turniers schon an seine Leistungsgenze gehen musste, meinte der Bulgare: “Ich bin wie gesagt noch lange nicht in Topform, aber ich habe im Verlauf des Turniers hier jedes meiner 4 Matches mit absoluter Ernsthaftigkeit absolviert”. Trotz Halbfinal-Aus hat sich mit Sicherheit auch für Alex Udovc das Unternehmen Mai-Super-4-Turnier ausgezahlt. Trotz schlechter Vorzeichen durch seinen Unfall am vergangenen Freitag, hat sich der Champions-Race-Siebente auf sein Tennis konzentriert, auf seine Stärken besonnen und seinen ausgezeichneten Platz im Race trotz Niederlage im 25. Karriere-Match gefestigt. “Leider bin ich zu Beginn der Partie überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Da habe ich verdammt schlecht gespielt. Insgesamt kann ich aber mit dem Ergebnis bei diesem Turnier ganz gut leben”.

Claus Lippert, 16. Mai 2006