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08 Sept 2010 06:25
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Der Gejagte ist der selbe, nur die Jäger sind heuer andere

 

So lange mussten wir auf ihn warten, doch jetzt ist er endlich da! Der Sommer mit allen seinen Vorzügen, auch die Hobby-Tennis-Tour freut sich über die schönste Zeit des Jahres. Nach dem katastrophalen Frühjahr hat die Tour-Szene das vergangene letzte Juni-Weekend in vollen Zügen genossen. Endlich macht Tennis spielen im Freien wieder einmal Spaß. Spieler müssen nicht mehr frieren und sich durch lange Regenpausen quälen, und Zusehen unter freiem Himmel, im Sonnenschein sitzend mit einem kühlen Getränk macht auch mehr her, als mit Daunenjacke und Glühtee abseits der Courts die Matches zu beobachten. Der Sommer ist alo endlich eingekehrt! Die Sonne scheint, es ist heiß, Kunstrasen steht auf dem Tour-Programm, und damit ist auch die Zeit von Rasenkönig Thomas Müller gekommen. Endlich ist der "Gras-Triumphator" des Vorjahres wieder auf seinem geliebten Bodenbelag in Aktion und live zu bewundern. Der 40jährige ist es also, den es auf Rasen zu schlagen gilt. Nach der letztjährigen Super-Saison, in der Müller "ungeschlagen" zum großen Abräumer wurde, wird er heuer der ganz große Gejagte sein. Die Konkurrenz formiert sich, und während der "Gejagte" auf Rasen mit Müller der selbe wie im vorigen Sommer bleibt, sind die Jäger anno 2010 andere. Statt den gscheiterten Schaaf, Stabrawa und Rauschil, versuchen es heuer Shooting-Star Thomas Guem, Aufschlag-Monster Andreas Fegerl und der immer stärker werdende und längst mit Masters-Ambitionen agierende Robert Rath. Ein Bericht von C.L - weitere Fotos auf unserer Facebook-Seite

 

 

David Hühne und sein Nationalteam gleichzeitig ins Viertelfinale - Andi Fegerl steht so wie im Vorjahr unter den letzten Vier des Juni-Super-4-Turniers

 

Nur einer war am sommerlichen Wochenende des 15. Juni-Super-4-Turniers auf der Anlage von WAT Landtraße für einen kurzen Moment unglücklich. Platzwart Roland, in Personalunion auch Betreiber der ortsansäßigen Tee-Küche, war am Sonntag Nachmittag "ausverkauft". Radler, Cola alles weg, die Hobby-Tennis-Tour-Stars waren wie eine Horde "Wikinger" über den Landstraßer Tennisclub hergefallen. Am Samstag Abend dehnten Kunz, Rath & Co die Sperrstunde gewaltig aus, und auch am Sonntag war Platzwart Roland mit dem Ausschenken kühler Getränke und dem Zubereiten leckerer Hot Dogs im Dauerstress. "Das passiert mir nicht noch einmal, nächste Woche beim Grand-Slam sind die Lager voll", hatte der sympathische Roli schon wieder ein Lächeln im Gesicht. "Bei diesen Superpreisen ist das kein Wunder wenn er ausverkauft ist", waren sich die Tourspieler am Sonntag Abend einig. Rundum also zufriedene Gesichter, wenngleich bei näherem Betrachten auch viele rot aufgebrannte und müde Gesichter zu sehen waren. Eines davon gehörte Deutschlands David Hühne, der einen aufregenden Nachmittag hinter sich hatte. Als einzigem deutschen Spieler im Bewerb fiel es dem 30jährigen vom Bodensee natürlich besonders schwer, sich auf sein Auftakt-Single gegen Thomas Valek zu konzentrieren, wo doch gleichzeitig sein Heimatland bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika gegen England um den Einzug ins Viertelfinale kämpfte. Laufend wurde der im Deutschland-Trikot spielende Juni-First-Series-Sieger über den aktuellen Spielstand informiert. Dabei hatte er scheinbar sein eigenes Match am 6er-Court des WAT Landstraße aus den Augen verloren. Gegen den 6fachen Turniersieger Thomas Valek war Durchgang mit 2:6 verloren gegangen, während sein Team im Achtelfinal-Schlager der Fußball-WM 2:0 führte. "Egal ob ich verliere, Hauptsache Deutschland gewinnt", dachte sich der 30jährige. Doch als plötzlich die Kunde vom Anschlusstreffer und dem vermeintlichen Ausgleichstor Englands binnen zwei Minuten zu ihm vordrang, war der deutschen Nummer 1 das Lachen vergangen. "Wenn denn die Engländer das Match noch umdrehen und gewinnen sollten, dann will ich wenigstens aufsteigen", überlegte Hühne und gab gegen einen mit Fortdauer der Partie immer nachlässiger werdenden Thomas Valek richtig Gas. Am Ende stiegen Hühne und sein Nationalteam gleichzeitig in die jeweiligen Viertelfinali auf. Ob es Fußball-Deutschland dort am nächsten Samstag gegen Argentinien besser machen wird als David Hühne, bleibt anzuwarten. Der 30jährige jedenfalls war im anschließenden Duell um einen Platz im Halbfinale gegen Andreas Fegerl platt. Das Aufschlag-Monster aus Maria Elend servierte sich über den gewonnenen Tie-Break des ersten Satzes zu einer 3:2 Führung in Durchgang 2, ehe Hühne mit hochrotem Kopf und einem auf Null gesunkenen Wohlfühlfaktor das Handtuch warf. "Mir ist jetzt gar nicht gut, darum habe ich aufgehört", meinte der Juni-First-Series-Champ.

 

 

Shooting-Star Thomas Guem der pefekte Allrounder und so erfolgreich wie kaum ein zweiter Spieler in dieser Saison - Der Beweis: 33 Einzelsiege und 9 Halbfinalteilnahmen

 

Fegerl, der damit so wie im Vorjahr das Juni-Super-4-Semifinale erreicht hatte, flüchtete unter die Dusche, wo er sich wohl erste und ernste Gedanken über seinen nächsten Gegner gemacht haben dürfte. Und die sind berechtigt, wartet doch im Kampf um ein Final-Ticket beim zweitgrößten Rasen-Event der Hobby-Tennis-Tour kein geringerer als Shooting-Star Thomas Guem. Die Gesamt-Performance des Tirolers auf den Courts der HTT in dieser bisherigen Saison wird langsam aber sicher echt unheimlich. Es scheint fast egal zu sein, auf welchem Bodenbelag aufgeschlagen wird, und welcher Spielertyp ihm gegenüber steht, "Thommy Gee" steht überall seinen Mann. Nachdem der 28jährige aus Schönwies bereits in der Halle der Konkurrenz das Fürchten lehrte, und auch auf Sand zur absoluten Elite stieß, hat der Tiroler am vergangenen Wochenende endgültig den Beweis geliefert, ein absoluter Allrounder zu sein. Kurios dabei, dass der 3fache Saisonsieger mit seinen bisherigen Vorstellungen beim Rasen-Debüt so alles andere als zufrieden war. Doch die nackten Zahlen, sowie ein Blick in die Ergebnislisten belegen das Gegenteil. Gegen einen immer gefährlichen Linkshänder wie Patrick Meinhart problemlos das Viertelfinale erreicht, und dort vorallem den am Samstag begeisternd aufspielenden Jungstar vom AZ Tennisclub Benedeikt Schratt mit 6:2, 6:1 deutlichst in die Schranken gewiesen, Guems gewohnte Understatement- Versuche verpufften angesichts der ergebnistechnischen Dominanz, die er gestern an den Tag legte. Wie überhaupt, Guems Sicht der Dinge natürlich rein subjektiv ist. Objektiv sprechen seine Saison-Resultate ohnehin eine ganz andere Sprache. Der Tiroler hat heuer bereits 45 Einzelspiele bestritten und davon 33 Matches gewonnen. Mit seinem viertelfinalen Erfolg über Mayerhofer-Bezwinger Benedikt Schratt erreichte der Shooting-Star aus Schönwies bereits sein neuntes Saison-Halbfinale. Keiner hat im Jahr 2010 auf der Tour damit soviele Single-Matches gewonnen und Halbfinali erreicht wie Guem. "Meine Leistung war trotzdem nicht viel besser als gestern gegen den Meinhart", zeigte sich der Champions-Race-Dritte nach dem Erfolg über Schratt selbstkritisch. "Diese windigen Freiluft-Verhältnisse liegen mir einfach nicht. Der Benedikt war mir heute von seinen Anlagen her klar überlegen. Er hat eine schöne Technik, nur hat er halt enorm viele Fehler gemacht", so der 28jährige. Und diese vielen Fehler, gepaart mit der Selbsteinschätzung "ich kann einfach keinen Punkt richtig fertig spielen, das habe ich noch nie gekonnt", war Schratts viertelfinale Niederlage vor den Augen seiner Mutter rasch besiegelt. Auch die knapp zuvor besuchte Geburtstagsfeier seiner Schwester, wo Benedikt kulinarisch zugeschlagen hatte, war nicht Schuld am unerwartet klaren Aus bei seinem Tour-Debüt. "Mir war schon nach dem Einspielen kar, dass das eine ganz schwierige Sache werden würde. Er spielt halt viel mit Slice, und ich bin Gegner gewohnt die mich über den Platz jagen", so der 16jährige vom AZ Tennisclub.

 

 

Rasen-König "Tom" regiert wieder - mit 16. Einzelsieg in Serie hat der 40jährige die Bestmarke der HTT für gewonnene Rasen-Einzelmatches ausgebaut

 

Doch trotz Shooting-Star Thomas Guem, "vorerst" sind die Blicke der interessierten Konkurrenz "noch" auf Rasenkönig Thomas Müller gerichtet. Die erste Audienz der Sasion auf dem "Landstraßer Grün" gewährte eure Majestät "Rasen-König" Thomas Müller der eher noch unbekannten Nr. 194 im Entry-Ranking Georg Gallo. Der slowakische Second-Series-Spieler begleitete den Rasen-Hero bei dessen Auftakt-Match in die neue Rasensaion, das mit 6:1, 6:0 den Charakter eines gemütlichen Sonntag-Vormittags-Spaziergangs hatte. Gallo kämpfte ambitioniert um sein großes Ziel ein Game zu gewinnen, war ansonsten aber mit begrenzten spielerischen Mitteln natürlich chancenlos gegen den 40jährigen Ranglisten-Zweiten. Wie stark Müller dieses Jahr auf seinem Lieblingsbelag zu Werke geht, und ob der als Nummer 1 gereihte Titelverteidiger des Juni-Super-4-Turniers heuer auf Rasen vielleicht sogar schlagbar ist, diese Informationen erhoffte man sich im abschließenden abendlichen Schlagerspiel zwischen Müller und Kramer. Die Neuauflage des letztjährigen "Wimbledon-Halbfinales" im Viertelfinale des Juni-Super-4-Turniers 2010 ließ dann bei der Konkurrenz womöglich ein wenig Hoffnung aufkommen, dass die Müller`sche Rasen-Dominanz anno 2010 vielleicht durchbrochen werden könnte. Denn beim 6:4, 7:6 Erfolg über Rekordmann Christoph Kramer mühte sich der 3fache Rasen-Turniersieger vorallem im zweiten Satz erheblich, ehe er den 16. Kunstrasen-Einzelsieg in Serie eingefahren hatte. Damit baute "Tom" den eigenen Rekord für die meisten in Serie auf der Hobby-Tennis-Tour gewonnenen Rasen-Matches weiter aus. Ebenfalls einen Rekord ausgebaut hat am letzten Juni-Wochenende des Jahres Christoph Kramer. Der 27jährige absolvierte seinen 97. Turnierstart in ununterbrochener Reihenfolge, womit er wenn alles glatt geht beim Juli-Grand-Prix-Turnier den angestrebten "100er" voll machen könnte. Diesmal freilich war für den "Rekordler" nicht mehr als ein Sieg über Second-Series-Mann Andreas Tolunay drinnen, den er im 360. Single-Match seiner langen Karriere mit 6:1, 6:0 nach Hause schickte.

 

 

 

Robert Rath schlägt den Juni-Super-4-Sieger von 2002 Martin Kova un fodert nun im Halbfinale als nächster Spieler Rasenkönig Thomas Müller

 

Immer besser in Fahrt und immer konkreter in Richtung Top Ten des Single-Champions-Race kommt Doppel-Spezialist Robert Rath. Der 29jährige schleicht sich stetigen Schrittes in jene Regionen des Rankings vor, in denen man ab dem Spätsommer über eine mögliche Masters-Teilnahme spekulieren darf. Nach seinem gelungenen Auftakt am Samstag Nachmittag mit dem Dreisatz-Erfolg über Vorarlbergs Daniel Schmid, hat sich der 3fache Doppel-Saison-Sieger aus dem Marchfeld mit einem Doppelpack die Halbfinalteilnahme bei seinem Rasen-Debüt auf der Hobby-Tennis-Tour gesichert. Zunächst ließ Rath zur Mittagszeit unter der sengenden Sonne und der großen Landstraßer Hitze die Titelhoffnungen von Martin Kova schmelzen. Mit einem 6:2, 2:6, 6:2 Erfolg zog Rath zum dritten Mal in seiner Laufbahn in ein Halbfinale der Hobby-Tennis-Tour ein, Kova hingegen - der sich in diesem Feld sicher Chancen ausrechnete seinen 30. Karriere-Titel zu erobern - war über die gesamte Spielzeit dieses aus beiderseitiger Sicht recht durchwachsenen Matches nicht in der Lage, Rath zu bezwingen und sich die Möglichkeit offen zu halten, nach 2002 zum zweiiten Mal das Juni-Super-4-Turnier gewinnen zu können. Rath legte derweil im Viertelfinale noch nach, verabschiedete einen entäuschenden und enttäuschten Markus Hobiger mit 6:0, 6:2 und avanchierte damit zum nächsten Müller-Herausforderer im morgigen Halbfinal-Schlager. Noch einmal zurück zu Markus Hobiger! Der 33jährige Guntramsdorfer hatte nicht seinen besten Tag hinter sich, als er am Abend eine erste Bilanz zog. "Das ist alles enttäuschend und frustrierend. Ich kann derzeit nicht mein bestes Tennis abrufen und ich lasse viel zu viele Chancen aus". Am gestrigen Sonntag hatte er zunächst Marhold-Bezwinger Thomas Peyerl den Spaß am Tennis geraubt und seinen Gegner mitten im Tie-Break des ersten Satzes zur Aufgabe animiert. "Das tue ich mir nicht an, diese Schupferei mit dem Hobi bei dieser Hitze", so Peyerl. Und Hobigers zweiter Auftritt endete im deftigen Debakel. Mit 0:6, 2:6 hatte der Niederösterreicher im Viertelfinale des Juni-Super-4-Turniers gegen Robert Rath nicht den Hauch einer Chance.

 

 

 

Claus Lippert, 28. Juni 2010