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Mayrhuber Franz
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7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


"6 - meine neue Glückszahl"

 

Dominik Hochleitner gewinnt als zweitjüngster Spieler der Geschichte einen Tour-Titel

 

Ein viel umjubelter erster Karriere-Turniersieg ist Jungstar Dominik Hochleitner am vergangenen Mittwoch gelungen. Der 13jährige im ungarischen Abda lebende Junior triumphierte im Finale des Juni-Second-Series-Turniers beim TC Top Serve und setzte sich dabei in einem spannungsgeladenen Generationen-Duell gegen Routinier Fritz Pliemitscher in drei Sätzen durch. Der Junior besiegte am Ende seinen 31 Jahre älteren Gegner nach 2:53 Stunden mit 6:7, 6:4, 7:6 und avancierte zum 116. Turniersieger der Open Ära seit 1990. Obendrein lächelte mit Hochleitner nicht nur ein neues, sondern vorallem sehr junges Siegergesicht vom Titelfoto. Denn der kleine Dominik ist mit seinen 13,9 Jahren der jüngste Titelträger seit dem September-Grand-Prix-Turnier 2003, und hinter dem damaligen Champion Christopher Scharrach (13,3 Jahre) der ingesamt zweitjüngste Turniersieger der Tour-Geschichte. Ein Bericht von C.L Weitere Fotos auf unserer Facebook-Seite

 

 

Dominiks Freudentanz am Centercourt mit Mama Maria

 

Was für ein Spiel, was für ein Sieg, was für ein Jubel! Es ist Mittwoch der 23. Juni 2010, genau drei Minuten nach halbneun, als sich unbeschreibliche Szenen am Centercourt des TC Top Serve in Wien-Simmering abspielen und einen ganz genialen Schlusspunkt hinter eine unglaubliche Finalpartie des sechsten Second-Series-Saison-Turniers setzen. Mit einem perfekt getimten Lob, der unerreichbar über Fritz Pleimitscher hinweg segelt, hatte sich der jüngste Spieler im Feld des Juni-Second-Series-Turniers soeben seinen ganz großen Traum erfüllt. Einen Titel auf der Hobby-Tennis-Tour gewinnen und einen dieser vielen herrlichen Pokale mit nach Hause nehmen, welcher Junge träumt nicht von solchen Tagen in seinem jungen Leben. Das Racket in den Simmeringer Sand geworfen, die Fäuste zum Zeichen des Sieges geballt, führte Hochleitner am Centercourt einen echt sehenswerten Freudentanz auf, ehe er seiner mitjubelnden Mama in die Arme fiel. Das Mama Maria nach zwei aufregenden Tennis-Abenden und einer fast drei Stunden dauernden Anspannung mit ihrem Sohnemann mitten am Centercourt feierte, war angesichts dessen was sie durchmachen musste, nur allzu verständlich. Durchlebt hatten alle Beteiligten einen Tie-Break-Krimi und einen Matchball-Krimi, der in seiner 173minütigen Intensität nichts für schwache Nerven war.

 

 

 

Dominiks Mannschaftsführer Martin Kova überreicht den Juni-Second-Series-Pokal

 

Ein riesiger Stein wird dem Hochleitner-Clan am Mittwoch Abend nach Dominiks Triumph wohl von Herzen gefallen sein. Kein Wunder bei den Aufregungen, die der Junior seinen Eltern in den Stunden seines größten Karriere-Erfolgs bescherte. Es war ein "Mitleiden", als Dominik den ersten Satz im Tie-Break verlor, ein "Mitfiebern", als der 13jährige den Satzausgleich schaffte, ein "Mittrauern", als der Junior am späten Dienstag Abend nach drei vergebenen Matchbällen weinend auf der Spielerbank sitzend den Abbruch bei 5:5 zur Kenntnis nehmen musste, ein "Mitzittern", als es 24 Stunden später im entscheidenden dritten Satz erneut in den Tie-Braek ging, und ein "Mitjubeln", als der große Erfolg endlich fixiert war. Nach drei hochdramatischen Sätzen, zwei nervenzerreißenden Tie-Breaks, 234 zum Teil äußerst intensiv ausgespielten Punkten, fünf vergebenen Matchbällen, und 100 kleinen Tränchen, war Dominiks größte Stunde seiner noch so jungen Tennislaufbahn gekommen. Der 13jährige bekam aus den Händen des 29fachen Turniersiegers Martin Kova die goldfarbene Juni-Second-Series-Trophäe überreicht.

 

 

 

Einmal nach Paris - 1250 km zum großen Triumph

 

"Einmal nach Paris", lachte Papa Harald angesprochen auf die Kilometer-Anzahl, die die Hochleitner`schen an diesem Wochenende im Rahmen des Juni-Second-Series-Turniers zurückgelegt hatten. 1250 km spulten sie von Sonntag bis Mittwoch ab. Abda-Wien-Abda und das - durch die wegen der hereinbrechenden Dunkelheit am Dienstag Abend notwendig gewordene Fortsetzung am Mittwoch - gleich fünf Mal. Und es waren nicht nur angenehme Reisestunden, die die Hochleitners an diesem Juni-Weekend zwischen Ungarn und Österreich verlebten. Zwar wird die Heimfahrt nach dem siegreichen Endspiel eine heiter fröhliche gewesen sein, doch die Final-Anreise war wohl von Nervosität geprägt, von den bitteren Momenten der Heimreise am eigentlichen Finaltag nach drei vergebenen Matchbällen und dem Abbruch ganz zu schweigen. Ja, diese Szenen vom Dienstag Abend sind unvergessen, allen Beteiligten nahe gegangen, und sie haben aus diesem Juni-Second-Series-Endspiel erst jenes dramatische Highlight gemacht, als das es in die Geschichte der HTT eingehen wird. Es ist so gegen 21 Uhr, als sich die den ganzen Nachmittag hinter dicken Wolken versteckte Sonne noch einmal hervortraut, und die beiden Show-Courts des TC Top Serve in ein stimmungsvolles Abendrot taucht. Dadurch schien es, als sollte der im Finish angelangte finale Showdown zwischen Pliemitscher und Hochleitner doch noch vor Einbruch der Dunkelheit über die Bühne gehen. Am Centercourt hatte sich gerade das Duo Kova-Kramer den Juni-GP-Doppel-Titel gegen das Gespann Jandl-Sterzl erkämpft, doch die Aufmerksamkeit galt längst uneingeschränkt dem Nebencourt, wo sich der 13jährige Hochleitner anschickte, gegen den erfolgreichsten Second-Series-Spieler der letzten eineinhalb Jahre seinen ersten Titel zu gewinnen. Die Zuseher, Club- und Tourkollegen standen bereit, um den Erfolg des Jungstars zu beklatschen. Ein 0:2 im entscheidenden dritten Durchgang hatte der Jungstar wett gemacht, als er sich bei einer 5:4 Führung den Aufschlägen Pliemitschers stellte. 15:40, zwei Matchbälle, wenige Augenblicke später noch einen dritten Matchball, alle "big points" ausgelassen, stand es plötzlich 5:5 und Fritz Pliemitscher am Netz. "Ich sehe nichts mehr, es wäre besser wenn wir abbrechen". Eine Entscheidung die Sinn machte, bei Hochleitner aber alle Dämme brechen ließ. Wie ein Häufchen Elend saß der 13jährige auf der Spielerbank, das Gesicht vor neugierigen Blicken im Handtuch vergraben, und die Welt wohl nicht mehr verstehend. Es gab den Abbruch wegen Dunkelheit, bei 5:5 im entscheidenden dritten Satz. Statt Sieg und Pokalübergabe, gab es Trauer und Tränen. Ein verlorener Tie-Break, eine großartige Aufholjagd, drei vergebene Matchbälle und nach über zweieinhalb Stunden den großen Titel vor Augen, kein Wunder, dass plötzlich Tränen flossen. All die Emotionen und der gesamte Druck des großen Finales waren bei Hochleitner in diesem Momenten ausgebrochen.

 

 

 

Hochleitner verwandelt im Tie-Break des dritten Satzes seinen sechsten Matchball

 

Kaum geringer dürfte die Anspannung dann 24 Stunden später gewesen sein. Von Platz 2 auf den Centercourt übersiedelt, im Publikum nur mehr die Eltern und der als mentale Unterstützung angereiste Mannchaftsführer Martin Kova sitzend, mussten Hochleitner und Pliemitscher also beim Stand von 5:5 im entscheidenden dritten Durchgang ran. Der Junior blieb bei eigenem Aufschlag souverän, stellte auf 6:5 und hatte zumindest einmal den Tie-Break fix erreicht. Diese nervliche Zerreißprobe hätte er sich und seinen mitzitternden Eltern freilich ersparen können, wenn er im Folge-Game bei 30:40 seinen vierten Matchball verwandelt hätte. Doch der routinierte Gegner spielte den Ball ganz nahe zur Grundlinie, von wo Hochleitner ihn nur mehr unsauber getroffen berühren konnte. Der Tie-Break musste also die Entscheidung bringen, und spätestens jetzt war selbst für "coole Socken" das große Zittern angesagt. Hochleitner führte rasch 3:0, ehe er sich mit zwei Doppelfehlern in Serie wieder selbst in Bedrängnis brachte. 3:4, 4:5, der Jungstar vom TC Top Serve schien wie zuletzt beim April-Second-Series-Finale wieder knapp zu scheitern, während Pliemitscher nur zwei Punkte vom fünften Turniersieg seiner Karriere entfernt war. Doch Hochleitner konterte, und fand nach zwei Punkten in Folge plötzlich seinen fünften Matchball vor. Mama Maria hielt es nicht mehr auf dem Sessel, längst hatte sie daumenhaltend einen Stehplatz am Centercourt eingenommen. Und als der Junior auch die fünfte große Chance zum Sieg ausgelassen hatte, befürchtete draußen im Zuseherraum der ehemalige Ranglisten-Erste Martin Kova ein mögliches Matchball-Drama. Nach fünf vergebenen Matchbällen den sensiblen 13jährigen als Verlierer vom Platz gehen zu sehen, das wollte bei aller Neutralität und Wertschätzung für Pliemitscher niemand erleben. Und diese durchaus mögliche sportliche Tragödie blieb dann allen Beteiligten erspart, hatte Dominik doch Matchball Nummer 6 via Lob zum Titelgewinn verwandelt.

 

 

Irmi-Oma als erste Gratulantin - "Die 6 ist jetzt meine neue Glückszahl"

 

Erste Gratulantin unmiitelbar nach Spielende war die Irmi-Oma aus dem Waldviertel, die ihren Dominik per Handy zum Turniersieg beglückwünschte. Mit dem Segen der Omi ausgestattet, ging es dann zur großen Siegerehrung und dem ersten Interview. Nur eineinhalb Jahre hatte es gedauert, bis sich Hochleitner vom Tour-Debüt zum Premieren-Titel kämpfte. "Schon mal was von Dominik Hochleitner gehört? Nein, dann solltest Du Dir diesen Namen gut merken", titelte die Tour-Homepage am Abend des 1. November 2008, als der damals 12jährige ein sehenswertes Tour-Debüt ablieferte und erst in der zweiten Runde des November-Super-4-Turniers an Nenad Vladusic scheiterte. Zum Publikumsliebling war der "kleine Floh" mit der Doppelstaatsbürgerschaft schnell avanciert, zum ernsthaften Titelkonkurrenten auf Second-Series-Ebene aber erst in den letzten Monaten. "Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Die 6 ist jetzt meine neue Glückszahl", jubelte der 13jährige in Anlehnung an seine 6 finalen Juni-Second-Series-Matchbälle. "Ich war heute ein bißchen nervöser als sonst", gestand der Junior dann noch ein, ehe Papa Harald ergänzte: "Eine Supersache. Jetzt haben wir auch den Startplatz beim Second-Series-Final sicher, das wollten wir an diesem Wochenende erledigen". Übrigens: Zum Glück sind in Ungarn seit 15. Juni schon Ferien. Denn an ein Schlafen wird an diesem siegreichen Mittwoch Abend wohl lange nicht zu denken gewesen sein.

 

 

 

"Der Dominik hat den Turniersieg voll verdient"

 

Die wahre Größe so sagt man, zeigt sich in der Niederlage. Demnach ist der 4fache Second-Series-Champion Friedrich Pliemitscher ein ganz Großer. Sportlich fair nahm er den Ausgang des Finales zur Kennntnis, und 24 Stunden nach dem Abbruch wurde eigentlich allen Beteiligten erst so richtig bewusst, welch sportlich und menschlich großartige Aktion der 44jährige am Vorabend einstreute. "Natürlich hätte man mit aller Gewalt noch ein Game oder vielleicht auch zwei erzwingen können, doch das hätte aus Sicht Dominiks keinen Sinn mehr gemacht", so Pliemitscher. Der Jungstar war längst "tränenreich" aufgelöst, eine Fortsetzung hätte da mit Sicherheit die Niederlage bedeutet. "Ja, dessen sind wir uns bewusst und darüber haben wir auch auf der Heimfahrt gesprochen", bestätigte Papa Harald. "Der Dominik hat sich den Turniersieg aber voll verdient. Er hat großartige Schläge und er hat super gespielt. Ich habe es auch während des gesamten Matches nicht geschafft, irgendwas gegen seine Aufschläge zu machen. Für mich war es wie immer sehr schwer. Ich kann halt nur über den Kampfgeist meine Matches gewinnen, und das fällt einem nach einem langen Turnier-Wochenende und zwei harten Arbeitstagen nicht so leicht. Dominiks Sieg geht aber wiegesagt in Ordnung, er hat da Turnier dominiert. Mir gefällt an ihm, dass er trotz seiner Jugend schon ein so intelligentes Tennis spielt", so der 44jährige, der nach sechs Second-Series-Turnieren das "Race to the final" anführt.

 

 

Claus Lippert, 25.Juni 2010

 

Hochleitner - F. Pliemitscher 6:7 6:4 7:6
 
Hochleitner
Pliemitscher
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52
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15
5
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1
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Return
3
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Vorhand Winner
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Rückhand Winner
4
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Volley
18
18
Smash
4
2
Lob
2
0
Stopp
6
0
Passierball Vorhand
4
4
Passierball Rückhand
1
0
Punkte durch gegnerische Fehler
62
79
Punkte selbst erzielt
60
33
Punkte gesamt
122
112
1. Aufschlag in %
58,2%
73,4%
2. Aufschlag in %
75,0%
88,2%
Punkte nach dem 1. Aufschlag
55,2%
39,0%
Break-Chancen
24
13
Breaks
10
9