HTT HTT Partners
Hits:
2296254
Besucher:
809036
online:
08 Sept 2010 06:26
Bottom HTT Logo
   About HTT     LOGIN     Partners     HTT Shop     SKI-CHALLENGE    Tourfacts     Meisterschaft  
 
 
Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Juni-GP von Oberlaaer Rasen auf Simmeringer Sand verlegt

 

Eigentlich hätte ja an diesem Wochenende die Rasensaison auf der Hobby-Tennis-Tour beginnen sollen. Hoch über Oberlaa, im wunderschön gelegenen Austrian Airlines Tennisclub hatten Kiss & Co an diesem Juni-Weekend vor, sich auf die Jagd nach Vorjahres-Dominator Thomas Müller zu machen. Der 40jährige WAC-Star hatte die Rasenturniere der vergangenen Saison ja in einer noch nie dagewesenen Souveränität beherrscht und mit einem imposanten Triple-Pack für Furore gesorgt. Doch vorerst heißt es für Rasenkönig Thomas Müller und seine Herausforderer bitte warten! Im Blickpunkt der letzten Tage standen nämlich nicht die Serve & Volley Asse der Tour, sondern die Sportpolitik abseits der Courts rund um die Austragung der heurigen Rasensaison. Ein Bericht von C.L - weitere Fotos auf unserer Facebook-Seite

 

 

Die aktuelle Situation um die bevorstehende Rasen-Saison im Überblick

 

Doch wie sieht sie nun aus, die aktuelle Situation rund um die Rasensaison 2010. Am Freitag knapp nach 12 Uhr Mittag waren lange und zähe Recherchen und Verhandlungen zu einem positiven Ende gekommen. Das aus Sicht der Hobby-Tennis-Tour recht erfreuliche Resultat: Für die kommenden 4 Wochen stehen die 6 Kunstrasen-Courts der ehemaligen Austrian Airlines Anlage zur Verfügung. So weit so gut, doch bei der abschließenden Begehung traten akute infrastrukturelle Probleme zu Tage. Die Anlage in der Fontanastraße ist praktisch total leer geräumt. Keine Netze, keine Bänke, außer "Natur pur" gab es in der schicken Tennisanlage nichts zu sehen. Um Juni-GP und Juni-Second-Series wie geplant auf Rasen über die Bühne gehen zu lassen, war die Zeit also zu knapp. Und weil der Tourkalender bis Jahresende kaum Platz für Ersatztermine offen hat, entschied man sich seitens des Veranstalters zu einem weiteren Verbleib beim TC Top Serve in der Leberstraße. Wie geht es nun aber weiter? Bis Mitte nächster Woche wird man also nun versuchen, Netze für die 6 Rasencourts aufzutreiben. Gelingt das, dann werden Juli-GP und Juli-Second-Series aus dem heurigen Kalender vorverlegt, und am kommenden Wochenende auf Rasen ausgetragen. In der Folge verschieben sich die beiden Rasen-Highlights "Super-4" & "Grand-Slam" um jeweils eine Woche nach hinten. Bleibt das Problem mit der Infrastruktur ungelöst, werden sowohl das Juni-Super-4-Turnier als auch das dritte Major-Event des Jahres vom Termin her wie geplant beim Tennisclub WAT Landstrasse ausgetragen.

 

 

Die Geschichte des Juni-Grand-Prix-Turniers

 

Die Stars der Szene fiebern also schon dem nächsten ganz großen Saison-Höhepunkt, dem "Wimbledon der Hobby-Tennis-Tour" entgegen. Ein erstes Kennenlernen der Verhältnisse, eine erste Gelegenheit zur Vorbereitung hätten sich daher viele der insgesamt 42 Teilnehmer der aktuellen Doppel-Veranstaltung gewünscht. Doch stattdessen wurde die Saison der Sandplatzwühler ganz einfach um eine weitere Woche verlängert. Eine Entscheidung die erwartungsgemäß ganz unterschiedlich aufgenommen wurde. Des einen Freud des anderen Leid, so könnte man die Verlegung der 13. Juni-GP-Auflage kommentieren. Wobei dieses "hin und her" von Rasen auf Sand für das Turnier an sich nichts besonderes darstellt. Das Wechselspiel der Bodenbeläge ging an diesem Wochenende in seine bereits 5. Runde. Kein anderes Turnier wechselte so oft den Bodenbelag und den Austragungsort wie das Juni-GP. Von 1992 bis 1995 ging es beim Floridsdorfer TC auf Sand um Punkte und Trophäen, ehe das Turnier sechs Jahre lang aus dem Kalender verschwand. 2002 kehrte der Juni-GP in den Circuit zurück und wurde drei Jahre lang auf Rasen ausgetragen. 2002 auf der Schmelz siegte Claus Lippert, ein Jahr später triumphierte Martin Kova in Rudolfsheim und 2004 feierte Sören Forster beim Tour-Debüt am Wasserpark seinen ersten Karriere-Titel. Von 2005 bis 2007 kehrte das Turnier dann auf Sand zurück und fand in der Leberstraße eine neue Heimat, wobei beim vorerst letzten Auftritt ein gewisser Mario Kiss Tour-Debüt und Premieren-Titel feierte. Die letzten beiden Saisonen gingen dann beim SC Austrian Airlines in Wien-Oberlaa und mit den Erfolgen von Michael Kunz (2008) und Thomas Müller (2009) über die Bühne. Übrigens: Ein Juni-GP-Titel galt in den vergangenen Jahren stets als guten Omen für das zwei Wochen später staffindende Grand-Slam-Turnier. Der Juni-GP-Champ holte seit dem Jahr 2007 stets auch den Major-Titel.

 

 

Nummern 1 und 2 des Juni-GP-Turniers floppen - Titelverteidiger Thomas Müller mit 100 Euro-Auftritt und Mario Kiss scheitert sensationell an Christoph Straninger

 

Doch zurück zu den erfreuten und frustrierten Herren angesichts der Juni-GP-Verlegung. Alles andere als jubiliert hat u.a der 2fache Saisonsieger Mario Kiss. Eine Woche bevor der 31jährige an die obere Adria zum "Urlauben" fährt, wollte er sich für sein nächstes großes Ziel in Form bringen. Und das heißt "zweiter HTT-Wimbledon-Karriere-Titel". Das richtige Timing auf dem Kunstrasen zu finden, und womöglich mit einem Turniersieg im Champions-Race ganz nahe an den führenden Andreas Harbarth heranzurücken, das waren wohl die Vorsätze des 9fachen Turniersiegers für das anstehende Rasen-Weekend. Als Kiss dann von der Verlegung auf den von ihm so ungeliebten roten Sand erfuhr, waren Begeisterung und Feuer für das Juni-GP-Turnier rasch erloschen. Gegen einen diesmal schwer enttäuschenden David Hühne, der nach zwei Top-Resultaten diesmal schon in Runde 1 crashte, spazierte Kiss zum Auftakt zwar quasi im Schongang in die nächste Runde, dort freilich erwischte es dann den Juni-GP-Sieger von 2007, der sich überraschender Weise im Viertelfinale gegen Christoph Straninger in drei Sätzen geschlagen geben musste. Der 28jährige Niederösterreicher zeigte sich nämlich nicht nur gewohnt spielfreudig, sondern auch neuerlich stark verbessert. So war letztlich der glasklare 6:3, 6:2 Erfolg über den Juni-GP-Sieger von 2003 Martin Kova zu erklären, ehe der Ranglisten-Zweiundzwanzigste aus Neumarkt an der Ybbs auch die Nummer 2 des Turniers aus dem Titelrennen nahm. Not amused über die Verlegung des Juni-GP-Turniers dürfte wohl auch der vorzeitig entthronte Titelverteidiger Thomas Müller gewesen sein. Für den triumphalen Vorjahressieger war am gestrigen Eröffnungstag der 13. Juni-GP-Auflage nämlich großer Zahltag angesagt. Beim hauchdünnen 3:6, 6:4, 6:7 gegen Shooting-Star Thomas Guem gingen dem 40jährigen WAC-Star nicht nur 535 Entry-Punkte flöten, sondern im Simmeringer Sprühregen lösten sich auch zwei seiner darmbesaiteten Rackets auf. Machte summa summarum mit Stargeld und zwei Darmsaiten einen satten und sündteuren 100-Euro-Vormittags-Auftritt. Kleiner Trost! Sollte Oberlaa das Rennen um die Austragung der Rasensaison 2010 machen, dann hat "Tom Turbo" immer noch die Chance auf einen neuerlichen Rasen-Hattrick.

 

 

 

Markus Seitner gewinnt sein erstes Sandplatz-Single im heurigen Jahr

 

Doch es gab an diesem ersten Spieltag auch erfreute Teilnehmer, wie beispielsweise Markus Seitner. Der Salzburger bekundete schon im Vorfeld seine Vorliebe für eine Verlegung auf Sand. "Weil ich mit diesem Belag heuer ohnehin noch eine Rechnung offen habe", so der 30jährige. Was angesichts der chronischen Erfolgslosigkeit des ehemaligen Sandplatzkönigs noch herzlich milde umschrieben war. Auf seinem Lieblingsbelag war Seitner die komplette bisherige 2010er-Saison noch ohne Einzelerfolg geblieben. Unglaublich aber wahr, ehe am frühen Vormittag des 19. Juni ein gewisser Christoph Kramer dem Salzburger aus der Patsche half und dem ehemaligen Sandplatz-Hero die totale Blamage ersparte. Kramer, der sich in den letzten Wochen schon wieder still und heimlich an die Top Ten im Champions-Race herangeschlichen hatte, kassierte beim insgesamt 185. Turnierstart seiner Karriere eine 0:6, 4:6 Niederlage und einen damit verbundenen kleinen mentalen Rückschlag. "Jetz denke ich wirklich schon ernsthaft über eine Pause nach", äußerte sich der 27jährige und erntete dafür schallendes Gelächter seiner Mitspieler. Wer nimmt diese Ankündigungen auch ernst, bei mittlerweile bereits 96 in ununterbrochener Reihenfolge gespielter Turniere. Eine echte Freude mit der Verschiebung hatte auch Alexander Sterzl. Der September-Second-Series-Sieger von 2007 hatte wie schon im vergangenen Jahr einen Boykott der Rasensaison angekündigt, die Juni-GP-Austragung auf Sand ließ sich der 40jährige angesichts seiner steigenden Formkurve freilich nicht entgehen. Und diese ansteigende Form bestätigte Sterzl zum Auftakt auch gegen Martin Thier. Der in Graz geborene "Burgenländer" erwischte einen rabenschwarzen Tag und hatte beim 0:6, 2:6 Debakel vorallem mit Sterzls Spin seine liebe Not. "Ich glaube ich hätte heute noch 6 Sätze spielen können und dabei keinen davon gewonnen", nahm es Thier mit Humor, während Sterzl eine Runde später gegen den ehemaligen Ranglisten-Ersten Patrick Schwing kurzfristig auf Sensationskurs segelte. 4:3 führte der 40jährige, ehe der 15fache Turniersieger mit einem Super-Finish den 6:4, 6:0 Erfolg klar stellte und so den Einzug ins Halbfinale fixierte.

 

 

 

"Bei diesem Wetter lieber nicht.............."

 

Zwiespältig fällt an diesem Wochenende der erste Blick auf die beiden Turnier-Raster aus. Einmal 16, einmal 24 Akteure, das macht beim Betrachten der beiden Tableaus nicht so viel her. Doch mit zwei weiteren Doppelspielern hat die insgesamt vierte Doppel-Veranstaltung des Jahres insgesamt 42 Teilnehmer, was angesichts der Wetterprognose eine durchaus ansehnliche Anzahl darstellt. Und diese im Vorfeld abermals recht trostlos formulierte Wettervorhersage dürfte den beiden Turnieren auch jede Menge Teilnehmer gekostet haben. "Bei diesem Wetter lieber nicht", stand in unzähligen Absage-SMS, die der Veranstalter am Freitag Nachmittag erhielt. Wobei sich freilich die berechtigte Frage stellt, woher so mancher der Tourstarter seine Wetter-Infos bezieht. Aus einer Glaskugel, aus gelegten Karten oder woher auch immer, diese Herren sollten damit Schluss machen, lagen sie nämlich wie so oft in den letzten Wochen mit ihrer Einschätzung gründlich daneben. Nicht nur, dass nach einem rund einstündigen leichten Sprühregen die Sonne an diesem Samstag zum Begleiter der Tourstars wurde, sollten die ängstlichen Regenbeschwörer aufhören, ihre falsche Prognosen zu lesen. Denn ansonsten werden diese Herrschaften im Katastrophensommer 2010 wohl kaum mehr bei einem Freiluft-Turnier zu bewundern sein. Denn auf eine perfekte Wetterprognose ohne die Angst machende Formulierung Regenschauer, wirds in dieser Outdoor-Saison wohl nicht mehr hinauslaufen.

 

 

Martin Jandl deklassiert beim Tour-Debüt den "James Blake für Arme"

 

Der leichte Sprühregen am späten Vormittag, denn hätten einige der Tourspieler schon wieder liebend gerne beim Veranstalter als Vorwand für eine frühzeitige Absage des Spieltages eingebracht. Unzählige Anrufe und SMS, dazu ein Andreas Fegerl, der für sich selbst befand, dass es wohl regnet und man nicht spielen kann, und statt dessen einem pünktlichen Erscheinen zum Auftakt-Match mit Patrick Schwing eine Shopping-Tour auf der Simmeringer Hauptstraße vorzog. Doch der Veranstalter blieb hart, und so bekam man einige ganz interessante Ergebnisse zu sehen. Wie beispielsweise den mehr als gelungenen Debüt-Auftritt von Martin Jandl. Der Niederösterreicher deklassierte Rath-Ersatz Thomas Peyerl und zeigte sich nach nur einem abgegebenen Game von seinem Premieren-Auftritt begeistert. "Es hätte nicht besser laufen können", so Jandl der nun im Viertelfinale auf Gerald Scheller treffen wird.

 

 

 

Markus Fessel auf Sand weiter erfolgreich und Werner Kovarik feiert nach Abwehr von 5 Matchbällen seinen 60. Karriere-Einzelsieg

 

Immer mehr in die Rolle der Vorzeige-Turnier-Serie spielen sich auch die Second-Series-Stars der HTT. Khandroo & Co überflügeln im Augenblick mit schöner Regelmäßigkeit die Grand-Prix-Konkurrenz wenn Doppel-Veranstaltungen auf dem Programm stehen. Und sie wissen immer öfters auch mit tollen Matches zu überzeugen. Ok, das spielerische Element bleibt dann und wann noch auf der Strecke, doch was die Asse aus der zweiten Reihe technisch noch nicht drauf haben, das machen sie mit Leidenschaft und Einsatz mehr als wett. Beispiele gefällig? Ein Markus Fessel kämpft auf dem roten rutschigen Untergrund um Punkte und Erfolge wie ein hungriger Löwe um seine Beute. Der 26jährige Wilhelmsburger ist - nimmt man die Zweitrunden-Niederlage beim Mai-Grand-Slam-Turnier gegen Thomas Guem aus - auf Sand noch unbesiegt. Diesmal fightete der Bringer aus Niederösterreich Serbiens Blagoje Dogandzic mit 7:6, 6:4 nieder. Probleme bekam Fessel nur mit neuen Schuhen, die scheinbar zu eng geschnitten für schmerzhafte Blasen an den Fersen sorgten. Kampfgeist wid belohnt, das merkte am Samstag Nachmittag auch Werner Kovarik. Der 35jährige lag in seinem Erstrunden-Match gegen den polnischen Routinier Robert Piatek fast zwei Sätze lang permanent zurück, sah sich bei 2:6, 4:5 zwei Matchbällen Piateks gegenüber und schien sich angesichts der Aussichtslosigkeit raunzend und weinerlich in sein Schicksal zu ergeben. Doch Piatek versenkte beim Matchball einen Doppelfehler im Netz und sah sich pötzlich statt beim wohlverdienten Bierchen in einem nicht geplanten dritten Satz wieder. Und dort ließ der Pole im Tie-Break drei weitere Matchbälle aus, ehe Kovarik mit 2:6, 7:5, 7:6 zu seinem 60. Karriere-Einzelerfolg kam. "Das macht nichts, es war trotzdem ein schönes Match", verabschiedete sich Piatek, während Kovarik am Sonntag auf Slobodan Vasiljevic treffen wird.

 

 

 

 

 

Terra-Rossa-Stars Aspalter und Tolunay scheitern in Runde 1 des Juni-Second-Series-Turniers

 

9 Matchbälle an der Zahl benötigte im letzten Match des Tages auch Lucas Rydl, ehe er den abschließenden Centercourt-Treff gegen Doppelpartner Basel Abdelmoneim in drei Sätzen mit 6:3, 3:6, 6:3 gewonnen hatte. Einen weniger guten Tag hatte gestern auch die zwei Mann starke Abordnung des TC Terra Rossa. Die Rothemden aus Hernals krachten kollektiv in Runde 1 aus dem Bewerb. Christian Aspalter galt nach seinen letzten Leistungen im Duell mit Martin Knab keineswegs als Außenseiter. Doch mit einer richtig miserablen Leistung hievte er seinen Gegner problemlos ins Achtelfinale, wo wenig später gegen Andreas Hradtezky Schluss mit lustig war. Vor einem Jahr beim Heimturnier hatte sich Aspalter erst nach drei Sätzen geschlagen geben müssen, doch diesmal war das Aus rasch und deutlich in zwei Durchgängen besiegelt. "Ich habe heute ganz schlecht gespielt. Tennis ist so einfach. Wer besser spielt, der gewinnt", philosophierte der Terra-Rossa-Star. Noch schlechter erging es Aspalters Teamkollegen Andreas Tolunay. Nachdem sich der 17jährige vor einer Woche glänzend präsentierte, und bei seinem Tour-Debüt von der Quali unwiderstehlich bis ins Achtelfinale stürmte, patzte er am Samstag Abend bei seinem zweiten Tour-Start ganz gewaltig. Gegen Rainer Draxler setzte es ein bitteres und peinliches 0:6, 1:6 Debakel, womit dem Terra-Rossa-Jungstar nur mehr der sonntägige Doppel-Bewerb bleibt. Für den ersten Einzelsieg seiner Karriere reichte es am Samstag hingegen für Rares Maftei. Der Rumäne besiegte Clemens Lederbauer mit 6:4, 7:6 und stürzte den Wiener in eine echte Schaffens- und Glaubenskrise. "So macht das keinen Sinn mehr. Da muss ich mir die Frage stellen, was ich auf der Tour überhaupt noch mache", klagte Lederbauer. Wenige Wochen vor seiner Übersiedlung in die USA trumpfte am gestrigen Eröffnungstag des Juni-Second-Series-Turniers hingegen Patrick Khandroo auf. Der 20jährige fightete Georg Gallo mit 6:4, 6:2 nieder, feierte seinen 20. Karriere-Einzelsieg und rechnet sich auch im Achtelfinale gegen Peter Wenitzky einiges aus.

 

 

Dominik Hochleitner gewinnt Jugend-Schlager gegen Marcel Pliemitscher

 

Für viele Second-Series-Spieler ist die boomende Turnierserie in den vergangenen Monaten aber nicht nur "pure Freude" gewesen. Das heuer ins Leben gerufene Second-Series-Final, also der prestigeträchtige Abschluss-Event der Top 12 Second-Series-Spieler des Jahres mit Super-Preisen übt massigst Druck auf die racketschwingenden Herrschaften aus. Beim "Top-12-Final" dabei zu sein, ist mittlerweile von jedem Second-Series der was auf sich hält, das ganz große Ziel. Eine Quali dort ist Pflicht, und das große Abschluss-Turnier damit das beherrschende Top-Thema im Circuit. Doch die Vorfreude weicht bei einigen Herren immer öfter einem immensen Druck und einer teilweise ganz argen Verkrampfung. Jenen Spielern, die sich mittels Titelgewinn noch nicht direkt und frühzeitig qualifiziert haben, scheint langsam aber sicher die Zeit davonzulaufen. Einer dieser Betroffenen dürfte der amtierende September-Second-Series-Sieger Marcel Pliemitscher sein. Der 16jährige musste sein Vorhaben einer Direkt-Qualifikation an diesem Juni-Weekend vorzeitig begraben. Im Schlagerspiel des Tages zwischen den beiden TC Top-Serve-Jungstars musste sich Pliemitscher dem drei Jahre jüngeren Dominik Hochleitner mit 4:6, 4:6 geschlagen geben. In einem teilweise recht flotten Auftaktmatch duellierten sich die beiden Linkshänder an der Grundlinie um einen Platz im Viertelfinale, der weitere wichtige Punkte im "Race to the final" bedeutete. Und diese big points streifte Hochleitner ein, der sich stark verbessert und in blendender Spiellaune gegen einen ungeduldigen Gegner behaupten konnte. "Ich hätte schon in absoluter Bestform agieren müssen, wenn ich gegen Dominik heute hätte gewinnen wollen. Er hat sich wirklich enorm verbessert", lobte Marcel seinen drei Jahre jüngeren Vereinskollegen. "Den Titel holt er aber nicht, das macht schon der Papa", legte sich Marcel fest. Da wird der April-Second-Series-Finalist mit ungarischem Wohnsitz aber einiges dagegen haben!

 

Claus Lippert, 19. Juni 2010