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"Rutschen & Schwitzen" beim 25. Turnier der Saison
Anfang kommender Woche fällt die Entscheidung, wo die unmittelbar bevorstehende und drei Wochen dauernde Rasensaison der Hobby-Tennis-Tour nach der Schließung der Austrian-Airlines-Anlage stattfinden wird. Davor aber bringt eine mit 40 Mann besetzte WTB-Szene noch einmal Sandplatz-Tennis in Simmering zum Besten. Beim 25. Saison-Turnier wollen Kramer, Kova & Co auf der Anlage des TC Top Serve weiter Boden im Champions-Race gut machen. "Rutschen & Schwitzen" lautet dabei die Devise bei der 10. Auflage des Juni-WTB-Turniers. Denn nach tristen Wochen eines verregneten Frühlings kämpfen die Tour-Stars an diesem Weekend mit der ersten Hitzewelle des Jahres. Ein Bericht von C.L

Schaaf und Hühne als Sieger der letzten beiden Tour-Wochenenden
Bevor wir einen Blick auf den ersten Spieltag des 10. Juni-WTB-Turniers machen, wollen wir noch einmal zurück auf die Ereignisse der letzten beiden Wochen auf der Hobby-Tennis-Tour schauen. Stefan Schaaf hat sich die vom Schlechtwetter beeinträchtigte Mai-WTB-Premiere gesichert und mit einem Finalsieg über Robert Rath nicht nur Karriere-Titel Nr. 5 sondern auch das insgesamt 200. Sandplatz-Turnier der Tour-Geschichte gewonnen. Eine Woche später sorgte David Hühne beim Juni-First-Series-Turnier für den ersten deutschen Titelgewinn seit März 2009. Der 30jährige vom Bodensee kämpfte in einem kuriosen Endspiel beim ersten Outdoor-Event des Jahres ohne Regenunterbrechung seinen Mannschaftskollegen Christoph Kramer in drei Sätzen mit 6:0, 6:7, 7:5 nieder, und durfte sich nach vier Erstrundenniederlagen in Serie über den zweiten Turniersieg seiner Laubahn freuen.


Nach Herbst-Kälte nun die Rekordhitze und der Aufruf an die Juni-WTB-Stars " auf das Wassertrinken" nicht zu vergessen
Jetzt aber zurück zur Jubiläums-Ausgabe des Juni-WTB-Turniers, die am gestrigen Freitag bei brutalen äußeren Bedingungen in Szene ging. 35 Grad im Schatten, brütende Hitze eines Afrika-Hochs verwandelte die Courts des TC Top Serve in einen brennend heißen Backofen. Das Wetter und damit auch die HTT wandeln derzeit ja von einem "Extrem" ins andere. Keine 10 Tage liegt es zurück, dass sich die Spieler des Mai-WTB-Turniers mit Tee und Glühwein aufwärmen mussten. Zum Abschluss des ersten Teils der Sandplatzsaison 2010 werden die Juni-WTB-Asse hingegen mächtig ins Schwitzen kommen. Gut beraten sind daher in den kommenden tropischen Tagen alle Spieler, schon im Vorfeld ihrer Matches für ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Angesichts der sich abzeichnenden Rekordtemperaturen ist die Aufnahme von 3 bis 4 Litern Wasser unerlässlich. Ansonsten drohen Szenen wie beim April-Second-Series-Turnier mit Markus Fessel, der mit Kreilslaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Meinhart erstes Hitzeopfer und Kogler laut Statistik klar auf Titelkurs
Wie schwierig und brutal das 10. Juni-WTB-Turnier angesichts der herrschenden Hitzewelle für die Protagonisten werden wird, zeigte am Freitag Nachmittag auch der Fall des Patrick Meinhart. Der eigentlich top fitte 19jährige, musste trotz genügend zu sich genommener Flüssigkeit im Vorfeld, den Strapazen des Eröffnugsspieles gegen Sascha Kogler Tribut zollen und sich dem 40jährigen kraftlos geschlagen geben. "Ab dem 2:3 im zweiten Satz ist es mit mir bergab gegangen. Mir ist teilweise so schwindlig gewesen", erklärte der mit einem hochroten Kopf analysierende Meinhart. Davor war dem Gewinner von 7 Turnieren nach anfänglich starker Vorstellung regelrecht der "Saft" ausgegangen. Dabei lief für die Nummer 37 der HTT-Computer-Rangliste zunächst alles nach Plan. Nach bestandener Matura mental im Hoch, hatte Meinhart Satz 1 mit 6:4 gewonnen. Doch ab Mitte des zweiten Satzes hatte "Hitzeopfer Meinhart" dem scheinbar hitzeresisdenten Kogler nichts mehr entgegen zu setzen. Der 40jährige spulte konsequent sein Programm herunter, während Meinhart bei seinem 6. Juni-WTB-Start in Serie zum zweiten Mal nach 2007 (gegen Michael Berger) in Runde 1 die Segel streichen musste. Übrigens: Glaubt man der Statistik, dann heißt der Sieger der heurigen Juni-WTB-Auflage mit Sicherheit Sascha Kogler. Denn in den letzten vier Juni-WTB-Jahren hat Patrick Meinhart jeweils gegen den späteren Turniersieger verloren. Wenn das kei gutes Omen für Kogler ist!


Thomas Sieb muss sich bei Tour-Debüt nur ganz knapp geschlagen geben
Der Rest der Konkurrenz hatte mit der abartigen Hitze am Eröffnungstag "noch" nicht die großen Probleme. Was einerseits an den moderaten Beginnzeiten am Abend lag und andererseits auch daran, dass die restlichen sechs Auftakt-Partien jeweils glatt in zwei Sätzen über die Bühne gingen. Am heftigsten umkämpft war da noch die Quali-Begegnung zwischen Ägyptens Basel Abdelmoneim und Tour-Neuling Thomas Sieb. Der 19jährige vom TC Alt Erlaa, der von Better-Tennis-Coach und Tour-Star Sören Fosten betreut wird, lieferte seinem Gegner beim Tour-Debüt einen sehenswerten und beherzt geführten Kampf, ehe er sich nach fast zwei Stunden mit 6:7, 3:6 geschlagen geben musste. Mit genausoviel Engagement und Leidenschaft wie sich der Newcomer am Freitag Nachmittag bei seinem Premieren-Match gegen Ägyptens Nummer 1 präsentierte, geht Sieb auch ansonten an sein ganz großes Hobby "Tennis" heran. Sein Coach Sören Forster weiß zu erzählen: "Für den Thomas ist Tennis sein "Ein & Alles". Seinen Eltern gehört der Tennisclub in Alt Erlaa, und so verbringt Thomas jede feie Minute auf dem Tennisplatz. Er ist so begeistert bei der Sache und war im Training zuletzt so fließig, dass ich ihm einen Turnierstart versprochen habe", so Forster. Und dieser versprochene Turnier-Einsatz war Siebs erster überhaupt. Dementsprechend nervös hatte man den jungen Mann aus Liesing erwartet, doch zur Überraschung aller Beteiligten legte der 19jährige im Stile eines Routiniers los. Vorallem am zweiten Aufschlag überraschte Sieb seinen afrikanischen Gegner ein ums andere Mal. "So was habe ich noch nie erlebt. Der Thomas hat mir am zweiten Aufschlag mindestens 15 Asse um die Ohren geschossen, zumindest hat es sich so angefühlt", meinte Abdelmoneim. Am Ende setzte sich dann knapp die Routine und Turniererfahrung des Ägypters durch, der sich mit 7:6, 6:3 die Fahrkarte in der Hauptbewerb sicherte. "'Ich habe sehr gut gespielt, leider habe ich im zweiten Satz ein bißchen nachgelassen", befand Sieb, und auch Coach Sören Forster war mit der Vorstellung seines Schützlings zufrieden. "Für sein erstes Turnier übehaupt hat sich der Thomas großartig geschlagen".


Newcomer Martin Thier läßt Markus Posteiner in Runde 1 keine Chance
Noch ein Stück besser lief es für den zweiten am Eröffnungstag im Einsatz befindlichen Tour-Debütanten, nämlich für Martin Thier. Der gebürtige Grazer krönte eine solide Premieren-Vorstellung mit einem glatten und souveränen 6:2, 6:1 Erfolg über Markus Posteiner, der sich damit so wie im Vorjahr gleich zum Auftakt des Turniers verabschieden musste. Denn während die Nummer 63 der HTT in keiner Phase des Erstrunden-Matches zu seinem Spiel fand, wusste Thier bei seinem ersten Bewerbsspiel nach mehr als einem Jahrzehnt Wettkampfpause auf Anhieb zu überzeugen. Der 34jährige, der einst in Pinkafeld Meisterschaft spielte, hatte sich fast 8 Jahre lang vom Tennis verabschiedet, ehe es vor Kurzem wieder "kribbelte". Mit seinem Cousin "matchte" sich Thier zuletzt so manches internes Familien-Duell aus, ehe er die Hobbytennis-Tour im Internet fand. "Das ist hier alles sehr professionell aufgezogen und hat mich neugrierig gemacht", so der Wahl-Wiener. "Und es war heute sehr aufegend für mich zu sehen, wo ich nach der langen Wettkampfpause stehe. Es war auch gar nicht so einfach bei diesen schwierigen heißen Verhältnissen. Ich bin aber insgesamt von meiner Leistung positiv überrascht und sehr zufrieden. Auschlaggebend war vermutlich die geringere Fehlerquote auf meiner Seite", analysierte Thier.

Statt Auftritten gegen Karlik und Fegerl setzte es für Sterzl und Hradtezky gegen China-Duo "Mu & Li" fernöstliche Weisheiten
Vergeblich wartete man am gestrigen Freitag Nachmittag auf die Herren Rene Karlik und Martin Fegerl. Beide meldeten sich nach der Auslosung verletzt ab, doch für beide Herren war blitzschnell Ersatz gefunden, und zwar in Form des ambitionierten China-Duos "Mu & Li". Die beiden Asia-Exoten standen dann zum Auftakt des Juni-WTB-Turniers beinahe erwartungsgemäß auf verlorenem Posten, doch einen Hauch "fernöstlichen Flairs" brachten "Jian & Heinz" allemal mit ein. Die beiden in Wien lebenden Chinesen hatten ihren Spaß, und deren Bezwinger blickten auch alles andere als unglücklich über die unerwartete Bekanntschaft mit den beiden Asia-Jungs drein. Kein Wunder, hätten doch auf Andreas Hradtezky und Alexander Sterzl mühsame und schweißtreibende Momente mit den Herren Rene Karlik und Martin Fegerl gewartet. Doch statt einem hartem Fight um Plätze im Achtelfinale und im Hauptfeld setzte es für Sterzl und Hradtezky eine Lektion in Sachen fernöstlicher Weisheiten. "Das Leben meistert man lächelnd - oder überhaupt nicht", und so waren Mu & Li auch nach ihren klaren Juni-WTB-Niederlagen bester Laune. Und irgendwie hatte man am Ende des Tages sogar den Eindruck, dass sich die beiden Chinesen mit ihren Bezwingern mitfreuten. Jian Mu bescherte mit seinem 2:6, 2:6 Gegner Andreas Hradtezky dessen allerersten Juni-WTB-Einzelsieg überhaupt. Dreimal (2004, 2005 und 2007) war der Traiskirchner vor Ort, eben so oft aber mit einer Auftaktniederlage im Gepäck wieder abgereist. Und Heinz Li wiederum sorgte dafür, dass Alexander Sterzl frohen Mutes in Richtung der kommenden Aufgaben schauen und gleichzeitig einen nostalgischen Blick zurück werfen konnte. "Hier beim Juni-WTB-Turnier habe ich einst mein erstes Tour-Match bestritten", so Sterzl. Stimmt, genau am 15. Juni 2007 war es, als der mittlerweile 40jährige gegen Rene Karlik sein Tour-Debüt bestritt und dabei 5:7, 2:6 verlor. Trotzdem fand Sterzl noch im selben Jahr den Weg in die Erfolgsspur, siegte beim September-Second-Series-Turnier im Finale gegen David Hühne und spielte dabei ganz ordentliches Tennis. Noch scheint der Wiener von einem erneuten Titelgewinn auf der Hobby-Tennis-Tour meilenweit entfernt zu sein, doch ein merkbarer Formanstieg war auch schon vor einer Woche im Achtelfinale des Juni-First-Series-Turniers gegen den späteren Sieger David Hühne erkennbar. Ob es sich dabei freilich nur um ein Strohfeuer oder doch einen nachhaltigen Aufwärtstrend handelt, werden die kommenden Aufgaben beim 10. Juni-WTB-Turnier zeigen. Ein bißchen mehr Sebstbewusstsein, und so manche für Sterzl in der Vergangenheit scheinbar unlösbare Aufgabe, könnte in der Zukunft machbar werden. "Wenn du einen Riesen siehst, der mit dir kämpfen will, dann sei ohne Furcht. Untersuche zuerst den Stand der Sonne, dann wirst du sehen, dass der Riese vielleicht nur der Schatten eines Zwerges ist". Auch eine fernöstliche Weisheit!


Statt Sperre ins Achtelfinale - Tour-Poet Martin Kova siegt in seinem 490. Karriere-Single
Übrigens: Wenn wir schon dabei sind, gibts auch für unseren Tour-Poeten Martin Kova eine der chinesichen Weisheiten zum Tag. "Inmitten einer großen Freude sollte man nichts versprechen. In mitten eines großen Ärgers sollte man keinen Brief beantworten oder keine Gedichte verfassen". Der im Gästebuch der Tour-Homepage in poetischer Form abgelassene Frust über die Vorkommnisse beim Mai-WTB-Erstrunden-Treffen mit Max Morwind, schrie förmlich nach Konsequenzen und Sanktionen seitens des Veranstalters. Die Retourkutsche in Form einer längeren Pause für den 2010 gratis spielenden Martin Kova schien ausgemachte Sache zu sein, doch dann überlegte es sich der scharf kritisierte Tourleiter anders. "Was soll`s, der Kova war halt frustig", und so nahm er den 27jährigen wie gewünscht in die Juni-WTB-Auslosung dazu. Wäre ja auch schade, wenn jener Mann der seit 1997 im Cicuit tourt und mittlerweile der längstdienende unter den noch aktiven Akteuren ist, keine Gelegenheit mehr hätte, seine impoanten Karriere-Bilanzen weiter auszubauen. Kova alleine hat mehr Turnierteilnahmen zu Buche stehen, als alle anderen 13 Spieler des Juni-WTB-Eröffnungstages zusammen. 172 Turnierstarts prangen auf der Habenseite von Kovas Karriere-Facts, am Freitag Abend im Erstrunden-Duell am Centercourt mit Gerald Marhold schickte der 27jährige noch zwei statistische Highlights hinterher. Kova bestritt beim klaren 6:2, 6:3 Erfolg das 490. Single-Match seiner Laufbahn. Nur ein Spieler, nämlich Claus Lippert hat noch mehr Einzelspiele in seiner Karriere bestritten, exakt 594 Matches. Dem 335. Einzelsieg, dem ersten nach zuletzt zwei Auftaktniederlagen in Folge, wollte der 29fache Titelträger aber keine große Bedeutung beimessen. Für vielsagende Worte oder gar umfangreiche Gedichte war am Freitg Abend nicht die Zeit. Kein Wunder, wartet doch im Achtelfinale aller Voraussicht nach der US Open-Sieger der HTT von 2008 Robert Libal. Und eine andere Bilanz sagt nämlich auch, dass Kova mittlerweile bereits seit 57 Turnierstarts ohne Titelgewinn ist.

Martin Schwarzl für März-Second-Series-Sieger Michael Pichler zu "sicher"
Ebenfalls bereits im Achtelfinale steht auch Martin Schwarzl. Der 33jährige vom TC Donaufeld besiegte am Freitag Abend TC Hrubesch-Star Michael Pichler mit 6:3, 6:2 und überstand damit wie schon bei seinem Tour-Debüt vor zwei Wochen bravourös die erste Runde. Schwarzl imponierte wie schon beim Mai-WTB-Turnier mit einer ballsicheren Vorstellung und brachte damit auch den März-Second-Series-Champion zur Verzweiflung. Pichler, der sich eigentlich in guter Form wähnte, wurde vom drucklosen Tennis seines Gegners überrumpelt und auf beinharte Weise an seine Second-Series-Zeiten im Winter erinnert. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Pichler "mit Schupfern" äußerst schwer tut. "Das ist enttäuschend für mich. Eigentlich war ich gut in Form, aber heute habe ich gerade einmal 50 Prozent der Bälle getroffen, und das reicht natürlich gegen einen wie den Schwarzl nicht", ärgerte sich der März-Second-Series-Champ. "Das war eine ganz harte Partie, die jetzt klarer vom Resultat her aussieht, als sie wirklich war. Ich bin zwar noch lange nicht in Bestform, aber es wird langsam besser. Heute habe ich gewonnen, und nur das zählt", so Schwarzl, der am Sonntag im Achtelfinale auf den Sieger der Partie Ulojan-Scheday treffen wird.
Claus Lippert, 11. Juni 2010
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