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05 Sept 2010 23:11
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Halten die Prognosen, dann gibt es erstes regenfreies Turnier-

Wochenende der Outdoor-Saison 2010

 

Es ist "nur" die Juni-Ausgabe der "First-Series" und "nur" eine mit 35 Punkten dotierte Veranstaltung der vorletzten Kategorie auf HTT-Ebene, und doch könnte die derzeit stattfindende 2. Juni-First-Series-Auflage ein ganz besonderes Turnier werden. Denn sollten die Prognosen der Meteorologen für dieses erste Juni-Wochenende halten, dann steht der Hobby-Tennis-Tour - man glaubt es kaum - das erste regenfreie Turnier der Outdoor-Saison 2010 bevor. Beim 12. Freiluft-Event des Jahres könnte es also erstmals mit ungetrübtem Sommer-Feeling klappen. Einen ersten Vorgeschmack lieferte der gestrige Eröffnungstag beim 2. Juni-First-Series-Turnier in der Leberstraße. Ein Bericht von C.L

 

 

Die Sonne, Martin Bölzlbauer, Walter Posteiner und Gerry Kury geben ihr Comeback

 

Nach dem wettertechnisch betrachtet schlechtesten Mai seit Wetteraufzeichnungen geführt werden, und dem bislang durch und durch naßen sowie tristen Tennis-Frühling, war der Hauch von Sommer am gestrigen ersten Spieltag beim 2. Juni-First-Series wie Balsam auf die geschundene Seele der Tour-Familie. Endlich wieder einmal Sonnenschein, die zuletzt wenig euphorische Gemütslage im Tenniszirkus der HTT erhellte sich am Freitag Nachmittag mit einem Schlag. Das ungemütliche Frieren, das ewige Warten der vergangenen verregneten Wochen hat endlich ein Ende. Und mit der Rückkehr des Sommers, feierten auch die Herren Walter Posteiner, Martin Bölzlbauer und Gerry Kury ihr "Comeback".

 

 

Martin Bölzlbauer siegt nach 31monatiger Pause und auch Walter Posteiner kehrt mit Sieg auf die Tour zurück

 

31 Monate ist es nun her, dass Martin Bölzlbauer sein letztes Match auf der Hobby-Tennis-Tour bestritt. Am 2. November 2007 unterlag der mittlerweile 27jährige zum Auftakt des November-Super-4-Turniers 07 einem gewissen Christoph Kramer in zwei Sätzen, ehe er still und leise von der HTT-Bühne verschwand. Zweieinhalb Jahre und eine Knieoperation später, kehrte Bölzlbauer am Freitag Nachmittag auf die Tour zurück. "Das angekündigte Wetter und der Melzer-Höhenflug in Paris haben mich zu einem Comeback bewogen", erzählte Bölzlbauer lächelnd, bevor er Second-Series-Spieler Clemens Lederbauer am 2er-Court des TC Top Serve mit nur zwei abgegebenen Games deklassierte. "Ich konnte noch nicht wirklich viel Druck ausüben, aber für mein erstes Match nach so langer Zeit, war es gar nicht schlecht", befand der Sieger. Ein ebenfalls erfolgreiches Comeback lieferte Walter Posteiner ab. Rückblick zum 13. September 2008: "So muss das Leben wohl sein, es holt alle Verlierer mal ein", unter den Klängen des Andi Borg-Hits "Adios Amor" stapfte ein enttäuschter und von Teenie-Star Jessica Glatzl besiegter Walter Posteiner damals vom Platz und verkündete sein Saison- und mögliches Karriere-Ende. Ohne regelmäßiges Spielen und ohne der nötigen Kondition wäre der Zug abgefahren, so der November-WTB-Finalist von 2005. Am gestrigen Freitag versuchte der 44jährige nun auf diesen rasant dahin brausenden Tour-Zug noch einmal aufzuspringen. Und überraschend deutlich gelang Posteiner dieses Vorhaben, immerhin besiegte er den zuletzt recht konstant auf der Tour teilnehmenden Basel Abdelmoneim aus Ägypten in zwei Sätzen. "Mehr als ein weiteres Match schaffe ich von der Kraft her aber nicht", stellte Posteiner aufkeimende Hoffnungen seiner Fans auf ein dauerhaftes Comeback gleich einmal in Abrede. "Jetzt weiß ich, warum ich mit Dreisatz-Niederlagen zufrieden sein muss", schmunzelte derweil Abdelmoneim nach seinem 2:6, 5:7 Ausrutscher gegen Posteiner.

 

 

Alexander Sterzl nach Sieg über Gerry Kury "mit bester Leistung seit Monaten"

 

Der einzige "Comebacker" der am Freitag Nachmittag ergebnistechnisch "floppte" war Gerry Kury. Dabei war der Olympia-Dritte von 2006 von der Rückkehrern am kürzesten weg aus dem Circuit. "Nur" neuneinhalb Monate "pausierte" der 42jährige, doch das sein Wiedersehen mit der HTT in einer Niederlage endete, lag wohl eher daran, dass Kury den stärksten Gegner der drei Comeback-Spieler hatte. Mit Alexander Sterzl fand der ohne Spielpraxis startende "Bronzene von 2006" nicht gerade einen idealen Auftaktgegner vor. Zwar war der 40jährige in den letzten Wochen und Monaten auch nicht gerade die "Konstanz in Person" und zudem - durch die am Vorabend auf recht unschöne Art und Weise vollzogene Trennung von Doppelpartner Sascha Kogler - mental belastet, doch in den knapp 70 Minuten der abchließenden Centercourt-Begegnung schob Sterzl die persönlichen Widrigkeiten mit einem 6:2, 7:6 Erfolg zur Seite. Vor einer Woche beim Mai-WTB-Turnier absolvierte der 40jährige sein 70. Karriere-Turnier, konnte dort aber seinen Jubiläums-Auftritt nicht mit einem Erfolg feiern. Im Gegenteil: Das Erstrunden-Match gegen Tour-Neuling Martin Schwarzl vom TC Donaufeld endete im Debakel. Eine Woche später gelang Sterzl mit einer unspektakulären aber durchaus soliden Vorstellung gegen Kury die Rehabilitation. "Das war zumindest mein bestes Match der letzten Wochen und Monate, aber insgesamt muss ich mich noch sehr steigern. Die heutige Leistung war hoffentlich nur der Anfang eines Aufwärtstrends. Ich will jetzt einmal meine Leistungen über einen längeren Zeitraum stabilisieren", so der 40jährige.

 

 

Thomas Peyerl und Stefan Schwing qualifizieren sich souverän für das Achtelfinale

 

Souverän für das Achtelfinale des Juni-First-Series-Turniers haben sich am gestrigen Freitag auch die beiden Lokalmatadore vom TC Top Serve, Stefan Schwing und Thomas Peyerl qualifiziert. Schwing feierte am Centercourt gegen einen kraftlosen Gerald Marhold einen 6:2, 6:3 Erfolg und Peyerl blieb gegen Markus Posteiner mit 6:1, 6:4 ungefährdet. Enttäuschend verlief dabei das mit großer Spannung erwartete Schlagerspiel des Eröffnungstages zwischen Stefan Schwing und Gerald Marhold. Der Centercourt sollte es sein, wo der vermeintliche Hit über die Bühne ging, doch ein Nebenplatz am Ende der Anlage hätte es auch getan. Marhold, der vor einer Woche seinen Mai-WTB-Start wegen einer Grippe-Erkrankung abgesagt hatte, war zwar wieder auf den Beinen, mehr aber auch schon nicht. Kraftlos quälte er sich über den Platz und war so gegen einen spielfreudigen Stefan Schwing rasch ohne Chance. "Ohne Kraft ist kein ansprechendes Tennis möglich. Eine so schlechte Leistung hätte ich aber nicht erwartet, und eine Erstrundenniederlage bei einem First-Series-Turnier ist zudem doppelt bitter", so Marhold. "Ich bin hergekommen um zu gewinnen, und dieser Plan ist aufgegangen", kommentierte derweil Thomas Peyerl seinen glatten 6:1, 6:4 Auftakt-Erfolg über Markus Posteiner. Speziell im ersten Satz wusste der Mai-First-Series-Finalist dabei zu überzeugen. Peyerl ließ seinem Gegenüber nicht den Funken einer Chance, ehe sich im zweiten Heat ein wenig der Schlendrian beim 26jährigen eingeschlichen hatte. Einen dritten Satz wusste Peyerl freilich zu vermeiden, womit er Kräfte für einen möglichen Erfolgsrun durch den Juni-First-Series-Raster sparte. "Ich fühle mich gut derzeit. Die Rückhand ist wieder da, die Vorhand passt auch, und wenn ich mich entsprechend konzentriere, dann ist hier einiges möglich", so Peyerl.

 

 

 

Oktay Koc trotz Erstrunden-Debakel einer der großen Sieger der letzten Wochen

 

Einen rasanten 45 Minuten-Auftritt absolvierte zum Abschluss des ersten Spieltages schließlich noch Christian Aspalter. Der 39jährige vom TC Terra Rossa deklassierte den türkischen Second-Series-Spieler Oktay Koc mit 6:0, 6:1, schnappte sich seinen vor 2 Wochen bei der Grand-Slam-Tombola gewonnenen "Heineken-Sixpack" und machte sich zurück auf den Heimweg. Für das durchaus aussichtsreiche Achtelfinale gegen Martin Bölzlbauer wird Aspalter an diesem Wochenende aber nicht mehr auf die Anlage des TC Top Serve zurückkommen. Am Samstag Meisterschaft und am Sonntag eine lange ausgemachte und nicht verschiebbare Ranglisten-Forderung, diese Mehrfachbelastung möchte sich der Terra-Rossa-Star nicht antun. Und Oktay Koc: Der hatte das soeben erlittene Debakel rasch weggesteckt, immerhin wurde ihm nach dem Erstrunden-Duell mit Aspalter der gewonnene Hauptpreis aus der Mai-Grand-Slam-Tombola von Tour-Veranstalter Claus Lippert überreicht. Franz Mayrhuber hatte das Los mit Oktays Namen unmittelbar nach dem Mai-Grand-Slam-Finale gezogen, und dem türkischen Second-Series-Star damit den begehrten Hauptpreis beschert. Die Hobby-Tennis-Tour 2011 komplett spielbar und gratis, da kann der Underdog mit seinen Gratis-Turnierstarts einiges an Geld einsparen und in Trainerstunden investieren. Was angesichts seiner enttäuschenden Freitag-Abend-Vorstellung auch nötig ist.

 

 

 

Claus Lippert, 5. Juni 2010