HTT HTT Partners
Hits:
2293103
Besucher:
807687
online:
06 Sept 2010 00:05
Bottom HTT Logo
   About HTT     LOGIN     Partners     HTT Shop     SKI-CHALLENGE    Tourfacts     Meisterschaft  
 
 
Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Mayrhuber & Philipp verhindern Mai-Grand-Slam-Traumfinale

 

Mit dem in dieser Zusammensetzung wohl nie und nimmer zu erwartenden Endspiel zwischen Masterssieger Franz Mayrhuber und dem ungesetzten Udo Philipp wird am heutigen Dienstag Nachmittag die 19. Auflage zum Mai-Grand-Slam-Turnier 2010 abgeschlossen. Die beiden Halbfinal-Underdogs verhinderten mit ihren Siegen in der Vorschluss-Runde bei herrlichem Frühsommer-Wetter am Pfingstmontag das allgemein erwartete Traumfinale zwischen dem Ranglisten-Ersten Andreas Harbarth und Titelverteidiger Alexander Geisler. Den Doppeltitel bei den "FrenchOpen der Hobby-Tennis-Tour" sicherten sich derweil die überlegen führenden Champions-Race-Leader Gerald Scheller und Patrick Schwing, die in einem spannenden Endspiel das erstmals zusammen spielende Duo Robert Rath-Alexander Neuhauser im Champions-Tie-Break besiegen konnten. Ein Bericht von C.L

 

 

 

Phantastischer Tennistag macht Hobby-Tennis-Tour einmal mehr "magisch"

 

Das Interesse der Tour-Gemeinde an der 19. Auflage des Mai-Grand-Slam-Turniers 2010 hat noch nie erreichte Ausmaße angenommen. Unzählige Anrufe von interessierten Spielern gingen am Pfingst-Montag Abend am Handy des Tour-Veranstalter ein, und alle staunten sie nicht schlecht, als sie vom halbfinalen Überrachungs-Doppelschlag beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres erfuhren. Ein großteils "noch" unbekannter steirischer Tour-Neuling und der auf Sand nicht ganz so hoch eingeschätzte Masterssieger duellieren sich um den wichtigsten und prestigeträchtigsten Tourtitel des Jahres. Doch dieser fünfte und vorletzte Tag beim Sandplatz-Klassiker in Simmering hatte noch weit mehr zu bieten als zwei für das "Grande Finale" qualifizierte Außenseiter. Zum einen präsentierte sich der Wonnemonat Mai endlich einmal mit regenfreiem Wetter und dazu gab es auf den Courts von Gastgeber-Verein TC Top Serve noch 9 Stunden Tennis pur. Mit Leidenschaft, Emotion und den ganz speziellen Momenten, wie man sie nur bei Grand-Slams erlebt. Der Pfingst-Montag in der Leberstraße war wieder genau so ein Tag, mit Ergebnissen und Ereignissen, wie er die Hobby-Tennis-Tour im Augenblick so "magisch" macht. Es ist das "Unvorersehbare", und das nicht mehr "Vorhersagbare", was den Circuit für alle Beteiligten so interessant macht. Und von diesen "Ereignissen" gab es am Montag Nachmittag wiegesagt eine ganze Menge.

 

 

Andi Harbarth und Fabian Mayrhuber mit Viertelfinal-Eklat beim Mai-Grand-Slam

 

Siegesserien gingen en masse zu Ende, Favoriten purzelten im Stundentakt und dann war zunächst einmal auch noch ein Viertelfinal-Kracher, der zu einem atemberaubenden, publikumswirksamen und schlagzeilenträchtigen Haß-Duell in zwei Akten ausartete. Die Hauptdarsteller im "Säbelrasseln" um einen Halbfinalpatz waren Andreas Harbarth und Fabian Mayrhuber, die sich seit ihrem erstem gemeinsamen Treffen scheinbar nicht ganz grün sind. Und das liegt weniger daran, dass Mayrhuber damals im Juni 2008 das Rasen-Super-4-Finale mit 6:4, 6:7 und 7:5 für sich entschied. Es war vielmehr eine Szene damals, die den Ranglisten-Ersten Andreas Harbarth auch fast zwei Jahre später die Fasung verlieren ließ. Mayrhuber "spielte" nach Ansicht des Tour-Leaders ein falsches und unlauteres Spiel mit den Regeln. Was war passiert? Harbarth und sein 21jähriger Herausforderer vom WAC hatten sich zwei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit am 3er-Court des TC Top Serve aufgemacht, um sich einen der vier Halbfinalplätze beim wichtigsten Turnier des Jahres auszuspielen. Nicht aber ohne - wie Harbarth betonte - sich davor in einer ganz klaren Absprache ausgemacht zu haben, dass Brillenträger Mayrhuber jederzeit auf eigenen Wunsch einen etwaig notwendigen Spielabbruch selbst bestimmen könne. Fast unerklärlich war daher die Eskalation, zu der es am Sonntag Abend knapp nach 20 Uhr kam, und die für ein vorläufig hitziges Ende eines ansonsten gar nicht Aufsehen erregenden Schlagabtausches zwischen den beiden Tour-Stars sorgte. Fabian Mayrhuber führte im entscheidenden dritten Satz mit 4:1, sah wie der sichere Sieger aus, als er im Finish an der Zähigkeit des Mai-Grand-Slam-Siegers von 2007 zerbrach. Das sechste Game dieses dritten Satzes war umkämpft und angesichts der drohenden Dunkelheit so extrem wichtig, dass beide Spieler ihre letzte Reserven mobilisierten. Die neben dem 3er-Court stehenden Zusehermassen sorgten bei den beiden Akteuren zudem wohl für eine Extra-Auschüttung an Adrenalin, und am Ende für den ganz großen Eklat.

 

 

"Stierkampf statt Tennismatch" - wilder Stier Harbarth nimmt Torero Mayrhuber auf die Hörner

 

Doch was war ganz genau passiert? Fabian Mayrhuber - nach eigener Aussage von Krämpfen geplagt - nützte in der Dämmerung des Abends plötzlich eine "Medical Time" und brachte so den an Juni 2008 erinnerten Ranglisten-Ersten in Rage. Harbarth verlor die Fassung, begann zunächst "nur" zu intervenieren, ehe er sich zu Beschimpfungen seines Gegenübers hinreißen ließ. Nicht hier abdruckbare "nette" Worte flogen plötzlich anstatt des kleinen gelben Filzes über das Netz, vorallem aber hatte das skandalöse und zur Faszination des Publikums recht strittige Ende ein folgenschweres Nachspiel für die Fortsetzung am Montag. Binnen Minuten hatte sich der Platz vor dem 3er-Court nur 15 Stunden nach dem Eklat wieder mit Zusehern gefüllt und damit einen würdigen Rahmen für Teil 2 der Tennis-Schlacht geschaffen. 12 Uhr Mittags - High Noon, Harbarths Kampf gegen den auf Augenhöhe agierenden und äußerst aufmüpfigen Herausforderer war wieder im Gang und zu einem nervenzerreißenden Thriller am sonnenüberflutenden Show-Court avanciert. In diesen Augenblicken hatte der Platz am Hauptgeingang des TC Top Serve irgendwie den Flair einer Stierkampf-Arena. Mayrhuber der "Torero", der den wild aufgebrachten "Stier" Harbarth zu bändigen und zu besiegen versuchte. Doch irgendwie tat Mayrhuber das mit ganz schlottrigen Knien und noch wackeligerem Schlagarm. Ein "unsicherer Torero", das kann tödlich enden, oder wie in unserem Fall mit einer ganz ganz bitteren Niederlage für den WAC-Star. Zwar führte der Jungstar gleich zu Beginn der Fortsetzung mit einem zweiten Break 5:2, doch was dann kam war ein Hitchcock-Finale der Extraklasse. Mayrhuber ließ Chance um Chance, Game um Game und insgesamt 4 Matchbälle ungenützt und scheiterte am Ende an der eigenen Nervosität am erneuten Halbfinaleinzug bei den "French Open der Hobby-Tennis-Tour". Denn mit Ausnahme des ersten Matchballes, den Harbarth im Stile einer Nummer 1 mit einem in Not gesetzten Volley brillant abwehrte, war es der an Nummer 9 gesetzte Juni-Super-4-Champion von 2008, der in den entscheidenden Situationen bei den Matchbällen Nummer 2, 3 und 4 versagte.

 

 

Fabian Mayrhuber: "Ich war nervös, ich habe gezittert und ich habe versagt"

 

Blaß um die Nasenspitze, die tiefe Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, packte Fabian Mayrhuber seine Rackets um so schnell wie möglich den Ort des Grauens verlassen zu können. Wie immer man in diesem Disput auch parteilich positioniert war, das Eingeständnis Mayrhubers in den entscheidenden Momenten versagt zu haben, ringt doch Respekt ab. "Ja, ich habe heute vorallem nervlich versagt. Ich habe gezittert, ich konnte keinen ruhigen Ball schlagen. Ich war extrem nervös und war total unter Druck, denn ich habe mir immer gesagt, du darfst gegen so jemanden wie den Harbarth nicht verlieren. Und darum war ich dann heute auch nicht locker genug. Zum gestrigen Abend möchte ich jetzt ganz ehrlich Stellung nehmen: Ich hatte ganz schlimme Krämpfe in der Wade und im Oberschenkel. Und dann beginnt er mich bei 4:1 auf einmal ganz extrem zu beschimpfen. Verstehen kann man das nicht. In jedem Fall haben die Ereignisse vom Sonntag Abend die Fortsetzung heute massiv beeinflusst. Das ist gar keine Frage, das hat heute alles extrem schwer gemacht. Ich war richtig heiß auf die Partie. Leider hat es nicht geklappt. Ok, ich habe bei den Matchbällen zwei bis vier schlecht gespielt, aber wenn der erste um zwei Zentimeter anders über das Netz fliegt, passt alles ganz genau. Da sich Harbarth heute nicht entschuldigt hat, ist die Sache für mich erledigt. Damit bleibt er ein Idiot für mich", so der 21jährige.

 

 

Harbarth liefert mit Kreislaufproblemen ein schauriges Spiel mit Gesundheit ab

 

Fünf Stunden später hatte sich das "Unternehmen Mai-Grand-Slam-Titel" auch für den Ranglisten-Ersten Andreas Harbarth erledigt. Gezeichnet von einem heroischen und am Rande des Zusammenbruchs geführten Kampf im Semifinale gegen Masterssieger Franz Mayrhuber saß der 26jährige im Schatten des Gastgartens der Tennisanlage und im Kreise seiner Familie, wo es wohl leichter zu vergesesen und zu verkraften war, dass an diesem Pfingst-Montag Nachmittag seine imposante Erfolgsserie zu Ende ging. Harbarth war im Jahr 2010 und vor dem halbfinalen Treffen mit dem Olympiasieger mit 21:0 Einzelerfolgen unbesiegt, bei Grand-Slam-Turnieren 12 Matches ohne Niederlage geblieben und auf dem Weg zum bislang noch unerreichten "Grand-Slam". Doch dann fasste der Schwechater seine erste Niederlage seit dem Masters-Finale 2009 aus, und wie damals wurde wieder Franz Mayrhuber zum Spielverderber der großen Harbarth-Party. Dabei ging das sechste direkte Duell der beiden Tourstars am Centercourt aus Sicht der Harbarth-Fans planmäßssig und erwartungsgemäß los. Der Lokalmatador, der im Jahre 2007 den wichtigsten Sandplatz-Titel der Szene erobern konnte, ließ einen fehlerhaft und unsicher agierenden Gegner ziemlich alt aussehen. Draußen im Publikum wurde nur mehr diskutiert, wie hoch Harbarth wohl den zweiten Satz gewinnen werde, und das nach dem Geisler-Aus im Match davor, wieder einmal alles in Richtung des Branchen-Primus laufen würde. Doch kam wieder einmal eines dieser unwiderstehlichen Mayrhuber-Comebacks, das in Kombination mit einem gesundheitlich angeschlagenen Harbarth speziell im zweiten Satz zu einer Art Hinrichtung ausartete. Mayrhuber drängte einer nicht mehr in Vollbesitz seiner Kräfte befindlichen Nummer 1 sein Spiel auf, und holte locker mit 6:1 den Satzausgleich. Harbarth von Schüttelfrost gebeutelt und mit Eisbeuteln behandelt, taumelte phasenweise wie ein angeschlagener Boxer über den Centercourt, der Kreislauf spielte verrückt, die Beine gaben nach, ein schauriges Spiel mit der Gesundheit war in Gang.

 

 

 

"Ich schätze den Andi Harbarth als Spieler sehr, aber ................"

 

Als alle Beteiligten im entscheidenden dritten Satz mit einer "Null" für Harbarth rechneten, bewies der Ranglisten-Erste aber wieder einmal ungeahnte Steherqualitäten. Mit letzten Kräften kämpfte er sich auf 3:4 heran und im Harbarth-Lager keimte plötzlich wieder Hoffnung auf. Denn - so dachten viele Besucher - es kommt ja auch noch die Phase des Finalisierens, und das dies dem Onkel von Harbarth-Intimfeind Fabian Mayrhuber ausgerechnet beim selben Spielstand wie Stunden zuvor dem Neffen bevorstand, machte die Schlussphase so richtig speziell und spannend. Und in der Tat ließ Mayrhuber bei 5:3 mit einem Rückhandfehler gleich einmal den ersten Matchball aus. Ob er wohl in diesen Augenblicken an seinen gescheiterten Neffen und die Szenen vom Sonntag Abend gedacht hatte? Schon am Vormittag nach dem Duell im Viertelfinale mit Roland Mayerhofer nahm der stets zurückhaltende Masterssieger zu den Vorkommnissen aus seiner Sicht der Dinge Stellung. "Ich schätze den Andi Harbarth als Spieler sehr, aber als Gegner beschimpft zu werden hat kein Spieler verdient". Ja, das Harbarth im Haß-Duell gegen Fabian Mayrhuber sportlich "Weltklasse" reagierte und das verloren geglaubte Match noch aus dem Feuer riss, beeindruckte viele Mitspieler schwer, andererseits fanden einige Mitstreiter die menschliche Reaktion des 26jährigen unangemessen. "Das hätte eine Nummer 1 nicht notwendig, da müsse er doch drüber stehen", lautete der Tenor. Doch Harbarth sah das auch am Tag danach ganz anders.

 

 

Andreas Harbarth: "Ich hätte ihn in den Boden stampfen können"

 

"Ich habe sogar noch untertrieben reagiert". Die Niederlage im Halbfinale ist ok. Mir hat es genügt, den Fabian im Vierelfinale zu schlagen. Das ist für mich wie ein kleiner Grand-Slam-Sieg. Es war befriedigend für mich. Fabian hat die Partie selbst verschissen und das hat er nach seinen vielen Mätzchen sich auch selbst zuzuschreiben. Ich war wirklich in Rage. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben am Tennisplatz gegen einen Gegner ausfällig geworden zu sein. Aber ich konnte nicht verstehen, warum er die ganze Zeit nur am Verzögern der Partie war, zumal ich ihm noch vor dem Spiel zugesagt hatte, dass er das Match jederzeit abbrechen könnte wenn er nichts mehr oder schlecht sieht. Aber er hat mir solche Aktionen schon einmal in Oberlaa auf Kunstrasen gemacht. Ich war knapp dran, rüber zulaufen und ihn in den Boden zu stampfen. Daher habe ich eh noch untertrieben reagiert. Er hat aber in dieser Phase eh den Schwanz eingezogen und klein beigegeben. Der Sieg war für mich wiegesagt wie ein kleiner "French Open-Sieg", so der 26jährige. Und angesprochen auf das Halbfinal-Aus gegen Franz Mayrhuber meinte Harbarth: "Ich habe gut gespielt, nur leider hat es körperlich noch nicht geklappt. Irgendwie hat sich im zweiten Satz mein Kreislauf verabschiedet. Ich hatte im Winter eine Bronchitis, und die hat meinen rechten Lungenflügel beleidigt. Im letzten Satz noch drei Games zu machen, war eh der Wahnsinn. Ich konnte mich in dieser Phase fast gar nicht mehr auf den Beinen halten. Ich bin trotzdem nicht unzufrieden mit dem Turnier. Das Halbfinale war das Ziel, denn ich wusste genau, das ich noch nicht so viele Partien auf einmal spielen kann", resümierte der 27fache Turniersieger.

 

 

"Ich bin dem Titel einen Schritt näher, jetzt würde ich ihn auch sehr gerne gewinnen"

 

Mit dem 2:6, 6:1, 6:3 Erfolg verkürzte Franz Mayrhuber im Head to Head mit Harbarth auf 2:4 und erreichte zum zweiten Mal in seiner Karriere ein Grand-Slam-Finale auf der Hobby-Tennis-Tour. "Darüber freue ich mich sehr. Ich habe heute gegen den Andi versucht, konzentriert zu bleiben, was gegen ihn gar nicht so einfach ist. Ich habe nicht recht gut gespielt, mir nach dem ersten verlorenen Satz aber auch keinen Kopf gemacht. So weit denke ich nie nach vorne. Ich habe aber gemerkt, dass er irgendwas hat, nur halt nicht genau was. In jedem Fall habe ich aber gespürt, dass ich jetzt in dieser Situation der fitere Spieler war, und das auch ausgenützt. Wichtig war auch, dass ich in den Sätzen 2 und 3 jeweils einen guten Start hatte. Jetzt stehe ich im Finale, und das würde ich natürlich schon sehr gerne gewinnen. Ich bin auch durch das Geisler-Aus einen Schritt näher, aber wer dem Alex einen Satz abnehmen und ihn besiegen kann, der muss gut Tennis spielen. Ich kenne den Udo Philipp nicht, habe ihn noch nie spielen gesehen und weiß daher nicht was auf mich zukommt. Gegen neue Leute zu spielen ist aber immer spannend", so der 45jährige.

 

 

Udo Philipp wirft im Semifinale Titelverteidiger Alexander Geisler aus dem Bewerb

 

Noch kennt Masterssieger Franz Mayrhuber seinen Finalgegner also nach eigener Aussage nicht, dabei wurde der 32jährige Steirer an diesem Pfingst-Wochenende ganz nachhaltig in der Szene vorstellig. Der 4fache "French Open-Champion der HTT" Martin Kova weiß seit Freitag Abend Bescheid, die Herren Sterzl und Rath haben auch schon Bekanntschaft mit dem urigen Grazer gemacht, und selbst dem amtierenden "Wimbledonsieger der Hobby-Tennis-Tour" Thomas Müller ist der Name Udo Philipp seit Montag Vormittag ein Begriff. Die Nummer 2 des Turniers musste sich im Viertelfinale und laut eigener Aussage "eine Runde zu früh" verabschieden. Eine ganz solide Vorstellung, sicher und druckvoll von der Grundlinie genügte dem Neuling, um als einziger Ungesetzter Spieler das Halbfinale des 19. Mai-Grand-Slam-Turniers zu erreichen. Damit so dachten Insider, hatte "Udo" beim zweiten Saison-Major ganz kräftig abgeräumt und seine Schuldigkeit mehr als getan. Doch der "noch" 32jährige legte im halbfinalen "Kumpel-Duell" mit Titelverteidiger Alexander Geisler noch eines nach, und warf den favorisierten Vorjahres-Champ kurzerhand aus dem Bewerb. Eine mittlere Sensation, angesichts der Performance mit der Geisler am Sonntag Nachmittag den Mai-Grand-Slam-Sieger von 2008 Mario Kiss entzauberte und der gigantischen Siegesserien, die den 30jährigen auf Sand umgaben. Beim Grand-Slam war der Tiroler seit 9 Matches ungeschlagen, und auf Sand allgemein drauf und dran, die allerbeste und aus dem vorigen Jahrhundert stammende Marke der Tour-Geschichte endlich zu überflügeln. Mit dem Sieg über Mario Kiss war Geisler 19 Sandplatz-Matches in Serie ohne Niederlage geblieben, womit er Seitners zweitbeste Marke egaisierte. Ein neuerlicher Mai-Grand-Slam-Triumph, und Klaus Hofers Bestwert mit 21 Einzelsiegen auf Sand wäre eingestellt gewesen. Kaum jemand zweifelte nach Sonntag-Nachmittag daran. Wer soll diesen Geisler stoppen, fragte sich eine scheinbar schon resignierende Gegnerschaft. "Den Alex kann hier bei diesem Turnier keiner mehr schlagen. Der Harbarth ist nicht gut drauf im Moment, der Mayrhuber Franz schafft das auf Sand auch nicht", war sich beispielsweise Mario Kiss sicher.

 

 

Erfolg mit Ansage - Udo Philipp mit bisheriger Turnier-Performance hoch zufrieden

 

Und so musste am Montag Nachmittag Udo Philipp ausrücken, um die Mission "Geislers Major-Doppelpack" zu vereiteln. Eine gelungene Aktion, noch dazu mit Ansage, denn der Steirer in Diensten des ATUS Kalsdorf hatte dem Titelverteidiger aus Tirol schon eine Woche vor dem Turnier einen heißen Tanz angekündigt. "Weil es nicht sein kann, dass der Geisler seinen Titel verteidigen kann, und der Alex sowieso nichts gewinnen werde, da er im Moment ein mentales Problem habe", ließ Philipp dem Veranstalter per SMS ausrichten. Nun, ein mentales Problem war es zwar nicht, aber eines im Schlagarm und dazu die abermals beachtliche Vorstellung des vermeintlichen Außenseiters, der sich im Centercourt-Duell mit Geisler endgültig in die Wahrnehmung der Tour-Gemeinde katapultierte. "Es ist natürlich schade das mit dem Arm vom Alex. Aber ich habe trotzdem nicht schlecht gespielt. Das war nicht nur seine Verletzung. Ich habe schon am Vormittag mit Thomas Müller die Nummer 2 geschlagen, ich denke daher muss man meinen Sieg nicht schlecht reden. Ich habe mich im Verlauf des Turniers außerdem kontinuierlich gesteigert. Die Krönung wäre jetzt natürlich im Finale den Mastersieger zu schlagen. Das wäre der Wahnsinn. Doch egal wie es ausgeht, für mich war es schon ein tolles Turnier mit dem Höhepunkt den Titelverteidiger aus dem Bewerb zu werfen", so Philipp.

 

 

Geisler mit Tennisarm und das Duo Scheller-Schwing mit Titel im Doppel-Bewerb

 

Und was meinte der enthronte Sandplatzkönig der Hobby-Tennis-Tour nach seiner allerersten Niederlage auf Sand: "Ich habe einen Tennisarm, das glaube ich zumindest. Wenn ich 3 Tage Tennis spiele, dann schmerzt es gewaltig. Man muss aber auch sagen, dass der Udo nicht so schlecht gespielt hat. Er ist ein verdienter Sieger. Doch so leid es mir auch tut, der Mayrhuber ist der Favorit auf den Titel. Es wird wahrscheinlich viel davon abhängen, wer in diesem best of five-Finale den ersten Satz gewinnt", analysierte der Tiroler. Was tat sich sonst noch am vorletzten Spieltag des Mai-Grand-Slam-Turniers 2010? Roland Mayerhofer erlebte einen bitteren Feiertag, setzte es doch sowohl im Einzel als auch im Doppel ein Aus. Besonders bitter war dabei die Niederlage im Doppel-Halbfinale, fiel sie doch einerseits im Champions-Tie-Break mit 10:12 hauchdünn aus, und noch dazu mit Alexander Neuhauser gegen einen Vereinskollegen. Einen gewaltigen Schritt in Richtung Sieg im Doppel-Champions-Race haben am Montag Abend hingegen Gerald Scheller und Patrick Schwing gemacht. Das derzeit beste Doppel der Hobby-Tennis-Tour sicherte sich mit einem 6:3, 3:6 und 10:8 Finalerfolg gegen das Duo Rath-Neuhauser bereits den vierten Saisontitel und räumte die von Hauptsponsor Heineken zur Verfügung gestellten Siegerpreise ab. Mit 565 Punkten im Race der Konkurrenz enteilt, scheint dem Super-Duo der Race-Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen zu sein. Nachdem wir also die Doppel-Champions kennen, bleibt am Ende des fünften Spieltages nur mehr die Frage nach dem Sieger im Einzelbewerb. Gibt es wie im Vorjahr Triumph eines ungesetzten Bundesländer-Stars, oder kann sich Franz Mayrhuber nach Olympiagold und Masterssieg jetzt auch noch den Traum eines Grand-Slam-Titels erfüllen? Ab 17:30 Uhr gehts in der Leberstraße los!

 

 

Claus Lippert, 24. Mai 2010