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05 Sept 2010 23:57
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Wettergott hatte Einsehen - 2. Spieltag verlief planmäßig

 

Als zu Mittag so gegen 12 Uhr richtig starker Regen in Wien einsetzte, schien der gestrige zweite Spieltag beim 19. Mai-Grand-Slam-Turnier mit insgesamt 17 Partien ins Wasser zu fallen. Das Handy des Veranstalters klingelte im Minutentakt, da sich besorgte Spieler für die aktuelle Situation vor Ort interessierten. Doch der Turnierleiter hatte für frühzeitige Absagen gar nichts über, und am Ende des Tages wohl auch ein bißchen Glück. Weil der Wettergott ein Einsehen hatte, und wirklich sensationelle Courts nur kurz nach Regenende schon wieder bespielbar waren. An dieser Stelle muss man auch dem Gastgeber-Verein TC Top Serve einmal ein riesiges Lob aussprechen. Denn spielbereite - und noch dazu gute - Courts in nassen Zeiten wieder diesen sind keine Selbstverständlichkeit. Während es nämlich am Freitag Nachmittag in vielen Wiener Clubs "Tennis stopp" hieß, konnte man auf der altehrwürdigen Simmeringer Tennisanlage "Serve & Volley" am laufenden Band bewundern. Ein Bericht von C.L

 

 

"Verwechslungskomödie" um die Fegerl-Brüder

 

Mit der Nummer 7 Christoph Kramer und der Nummer 10 Martin Kova sind am zweiten Spieltag des Mai-Grand-Slam-Turniers 2010 die beiden ersten Gesetzten ausgeschieden, doch die Story des Tages lieferten die Fegerl-Brüder und das WAC-Duo Thomas Müller & Fabian Mayrhuber. Das die beiden Gesetzten vom Wiener Athletiksport Club am Ende des Tages gegen das baumlange Brüder-Gespann aus Maria Ellend ihre Auftakt-Aufgaben souverän gelöst hatten, war nicht der Aufreger, die Art und Weise wie sie das taten aber sehr wohl. Denn das der "Wimbledonsieger der HTT" Thomas Müller statt Andreas Fegerl seinen Bruder Martin vom 2er-Court des TC Top Serve schoss, und sich gleichzeitig Vorjahres-Halbfinalist Fabian Mayrhuber mit "Andi" duellierte, stand so nicht auf dem Programm. Allen vier Beteiligten kam die Zusammensetzung schon während der Matches "spanisch" vor, doch keiner der "Vier" kam auf die Idee, laut darüber nachzudenken.

 

 

Martin Kova unterliegt in seinem 120. Major-Karriere-Single gegen Udo Philipp

 

Zurück zu den ersten gestrauchelten Gesetzten der 19. Mai-Grand-Slam-Auflage 2010. Ein "steirisches Duo" wurde den routinierten Martin Kova und Christoph Kramer am Freitag Nachmittag zum Verhängnis. Besonders bitter kam das frühe Aus für den viermaligen "French Open-Sieger der Hobby-Tennis-Tour" Martin Kova. Mit seinem 12. Antreten machte der 27jährige das Dutzend an Mai-Grand-Slam-Starts perfekt, doch die phänomenalen statistischen Highlights die die Kova-Karriere in ihrer 14. Saison mit sich bringt, interessieren den Wiener nicht, zumal positive Resultate auf Major-Ebene zuetzt ausblieben. Seit dem Jänner-Grand-Slam-Turnier 2009 konnte der ehemalige Ranglisten-Erste kein Einzelmatch mehr gewinnen, bei den "Frech Open der HTT" setzte es die zweite Auftakt-Pleite in Folge. Dabei kann kaum ein Spieler auf einen größeren Erfahrungsschatz bei Grand-Slams zurückgreifen als Martin Kova. Bei 44. Grand-Slam-Starts absolvierte Kova mehr als 100 Matches, am Freitag Nachmittag gegen Udo Philipp genauer gesagt sein 120stes. 83 Siege konnte Kova dabei verbuchen, womit er in der Ewigen-Grand-Slam-Statistik der Hobby-Tennis-Tour sowohl was Turnierteilnahmen, Einzelmatches und Einzelsiege auf Rang 2 liegt. Doch die größte Routine hilft wenig, wenn spielerisch nichts zusammenläuft. Einem keineswegs überragend spielenden Gegner musste Kova am Ende mit 4:6, 1:6 den Vortritt in Runde 2 überlassen, womit der 27jährige nun schon seit 56. Turnierstarts auf Karriere-Titel Nr. 30 wartet. "Ich weiß nicht warum ich mir das antue. Jedes Jahr beim Grand-Slam das schlechte Wetter und dann heute dieser Platz der meiner Ansicht nach viel zu weich war", grollte der 4fache Champion. "Ich habe den Platz ganz gut empfunden, nur mit meiner Leistung kann ich heute noch nicht zufrieden sein. Mit der gewinne ich hier keinen Blumentopf" zeigte sich der Philipp selbstkritisch.

 

 

 

"Paradox" - Christoph Kramer verliert ausgerechnet nach bester Saisonleistung gegen steirischen Tour-Newcomer Jürgen Habenbacher

 

Für "steirische Festspiele" sorgte nach dem Philipp-Sieg dann auch noch Tour-Neuling Jürgen Habenbacher. Der 23jährige vom TC Bad Mitterndorf kämpfte am Nebenplatz die Nummer 7 des Turniers Christoph Kramer in einem hochklassigen Duell mit 2:6, 6:4, 6:3 nieder, und fügte so dem Rekordspieler der Hobby-Tennis-Tour eine weitere schmerzvolle Saison-Erstrunden-Pleite zu. Die insgesamt bereits 6. Auftakt-Niederlage in Folge, sie war wirklich paradox, zumal sie den 27jährigen aus Leopoldsdorf just nach seiner wohl besten Saisonleistung ereilte. Kramer, der am Freitag Nachmittag sein 92. Turnier in Serie in Angriff nahm und insgesamt bereits bei 181 Turnierstarts hält, zeigte am 2er-Court eine von ihm schon lange nicht mehr gesehene Darbietung. Aggressiv und in blendender Spiellaune, trotzte der Ranglisten-Siebente seinem steirischen Gegner Durchgang 1 mit 6:2 ab. Danach kam der Newcomer aber immer besser ins Spiel und am Ende zu einem verdienten Sieg beim Tour-Debüt. "Mit meinem Spiel bin ich noch nicht zufrieden, mit dem Ergebnis logischer Weise schon. Die Tour scheint ein sehr gutes Niveau zu haben", meinte Habenbacher, während Kramer sich bereits auf den Doppelbwerb mit seinem neuen Partner Stefan Schwing konzentrieren kann. Keine ungewohnte Situation für Kramer, kam er doch beim Mai-Grand-Slam ohnehin noch nie recht weit. Bei mittlerweile 9 Turnierstarts reichte es bei 4 Auftakt-Niederlagen gerade zwei Mal für ein Achtelfinale. Naja vielleicht klappts ja im nächsten Jahr beim Jubiläum wenn Kramer dann zum 10. Mal beim größten Sandplatz-Turnier der Tour an den Start gehen wird.

 

 

 

Markus Hobiger "zitterte" sich gegen Orsolya Riesz in die zweite Runde

 

Die restlichen am Freitag Nachmittag im Einsatz befindlichen Gesetzten gaben sich zumindest ergebnistechnich keine Blöße. Der an Nummer 8 gereihte Tiroler Shooting-Star Thomas Guem deklassierte in Runde 1 wie erwartet Second-Series-Star Markus Fessel mit 6:1, 6:0, womit sich der 28jährige Schönwieser über den ersten Major-Einzelsieg seiner Karriere freuen durfte. Mehr gefordert als durch seinem Gegner war der Tiroler beim Herrichten der Startgeschenke von Tour-Sponsor "3". Fessel hingegen kassierte nach 6:0 Siegen seinen allererste Niederlage auf Sand. "Ok, aber das war ein anderes Kaliber" stellte der unterlegene Wilhelmsburger klar. Womit er natürlich recht hat, und wir für den 26jährigen Niederösterreicher eine neue Zeitrechnung aufstellen. Fessel ist damit auf Sand und auf Second-Series-Ebene noch unbesiegt. Souverän die zweite Hauptrunde erreichten am Freitag Abend auch die Mayerhofer-Brüder. Der an Nummer 12 gesetzte Martin Mayerhofer gewann sein 90. Karriere-Single gegen März-Super-4-Finalist Michael Karner mit 6:3, 6:3, und Bruder Roland die Nummer 13 der Setzliste setzte sich überraschend deutlich gegen Asiens Nummer 1 Tashi Liu durch. Liu, der sein 110. Turnier bestritt und beim Mai-Grand-Slam auch schon 8 Mal am Start war, brachte also die 19. Auflage des Sandplatz-Klassikers kein Glück. Dabei hatte die Vergangenheit für den 32jährigen schon einige Mai-Grand-Slam-Highlights parat. Im Jahr 2002 beispielsweise erreichte der Asiate das Finale, wo er Forian Urach in vier Sätzen unterlag. Oder im Jahr 2005, als er im Achtelfinal-Duell mit Bulgariens Filip Vladkov das längste Outdoor-Match der Tour-Geschichte mit einer Dauer von 4:01 Stunden absolvierte. Weitaus kürzer benötigte am Freitag Abend im letzten Centercourt-Match die Nummer 14 des Turniers Patrick Schwing, um TC Advantage-Star Josef Herman aus dem Bewerb zu werfen. Der 20jährige ehemalige Ranglisten-Erste führte 6:3, 3:2, als sein Gegner w.o. gab. Der einzige Gesetzte mit massiven Problemen auf dem Weg in Runde 2 war Markus Hobiger. Der 33jährige Guntramsdorfer floppte im ersten Durchgang seines Auftaktspiels gegen Orsolya Riesz angesichts geballter ungarischer Frauenpower. Am Ende zeigte sich die Nummer 11 des Turniers nach einem mühevollem Zittersieg im Geschlechter-Duell mit Riesz erleichtert. "Ich bin jetzt echt froh, dass ich dieses Match noch gewonnen habe. Jetzt möchte ich unbedingt ins Achtelfinale und dort gegen Mario Kiss eine gute Leistung abliefern", so der 33jährige Niederösterreicher.

 

 

 

Marcus Rotter kassiert in Runde 1 gegen Andreas Hradtezky seine 11. Auftakt-Pleite in Folge

 

Was tat sich sonst noch am zweiten Spieltag des Mai-Grand-Slam-Turniers 2010? Armando Rotter gewann den Jugendschlager gegen Stefan Schwing mit 6:4, 4:6, 6:3 und erreichte damit so wie im Vorjahr die zweite Runde. Andreas Hradtezky behielt trotz vergebenem Matchball und einer sehenswerten Aufholjagd seines Gegners die Nerven und fügte Marcus Rotter beim 6:3, 6:4 die elfte Erstrundenniederlage in Folge zu. Werner Kovarik, Alexander Kastler und Markus Posteiner qualifizierten sich schließlich auch noch problemlos für die zweite Hauptrunde. Alex Kastler fertigte Lucas Rydl mit 6:3, 6:0 ab, Markus Posteiner bestätigte seinen Aufwärtstrend und Formantieg mit einem 6:2, 6:2 Erfolg über Patrick Khandroo und Werner Kovarik hat endlich wieder einmal ein positives Mai-Grand-Slam-Resultat zustande gebracht. Fünf Mal hatte der Wiener bei 7 Teilnahmen in Runde 1 ausgeschüttet, 2010 klappte es mit einem 6:1, 6:0 Kantersieg über den Türken Oktay Koc. Noch nicht den Weg in Runde 2 hat Mario Scheday gefunden. Sein Auftaktmatch gegen Alexander Sterzl wurde nach 1:1 Satzgleichstand wegen Dunkelheit abgebrochen. Dafür fand der Niederösterreicher in der TC Top Serve Kantine seine einstige Tennislehrerin wieder. "Die Ilse Frey hat mir das Tennisspielen beigebracht", erzählte Mario. "Stimmt, da war er noch ein Knirps", bestätigte Ilse.

 

 

Claus Lippert, 22. Mai 2010